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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das Geburtstagsgeschenk
Eingestellt am 01. 05. 2007 21:53


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Brigitte
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Felo, der kleine Bär, ist sehr traurig, denn morgen hat seine Mama Geburtstag und er weiß immer noch nicht, was er ihr schenken soll. Nachdem er zum Mittagessen ein Töpfchen süßen Tannenhonig verspeist hat, fragt er seinen Papa:
„Was kann ich Mama denn zum Geburtstag schenken?“
„Du bist jetzt schon ein großer Junge, Felo, überlege dir einmal selbst, was du deiner Mutter schenken könntest.“, sagt sein Vater.

Und er denkt nach. Solange, bis ihm der Kopf schon weh tut, doch es fällt ihm überhaupt nichts ein. Schließlich verlässt er die Bärenhöhle und begibt sich auf die Suche nach einem passenden Geschenk für seine Mutter. Zum Glück ist es noch heller Mittag, und er hofft, bis zum Abend etwas gefunden zu haben, damit er vor der Nacht wieder zuhause ist, denn im Dunkeln fürchtet er sich.
Er ist schon eine Weile durch den Wald gegangen, als er einem kleinen Hasen begegnet, der vor einem Schüsselchen Möhren sitzt und genüsslich an einer knabbert.

„Hey, du, kleiner Hase!“, ruft Felo ihm zu. „Kannst du mir nicht ein paar von deinen Möhrchen geben? Meine Mami hat morgen Geburtstag und sie wird sich bestimmt darüber freuen.“
„Tut mir leid, kleiner Bär, aber davon kann ich dir nun wirklich nichts abgeben.“, meint der Hase mit kauendem Mund, und das Bärenkind geht traurig weiter.

Wieder etwas später trifft er ein Eichhörnchen, das vor einem Haufen Nüssen sitzt und diese mit hungrigen Augen betrachtet.

Der kleine Bär erzählt auch ihm von Mamas Festtag und dem fehlenden Geschenk. „Hast du nicht ein paar Nüsse für mich übrig?“, fragt Felo zum Schluss.
„Nein, nein, gleich kommen meine Geschwister, die haben auch Hunger. Ich kann dir nichts abgeben.“ Traurig trottet der kleine Bär weiter. Es kann doch nicht so schwer sein, ein Geschenk zu finden, denkt er, und da sieht er die große Spinne, die gerade ein Netz zwischen zwei Bäumen webt. Felo formt seine Vorderpfoten zu einem Trichter und ruft ganz laut, damit sie ihn dort oben auch hört:

„Hallo, Frau Spinne! Ich suche ein Geschenk für meine Mami, kannst du mir nicht eine schöne Decke spinnen?“ Die Spinne beginnt laut zu lachen und verschluckt sich dabei so sehr, dass sie husten muss. Dann schreit sie: „Keinen Faden bekommst du, Kleiner. Du hast vielleicht Ideen. Und jetzt störe mich nicht weiter bei meiner Arbeit.“

Der kleine Bär geht weiter des Weges und überlegt. So übersieht er um ein Haar zwei Mäuse und hätte sie beinahe über den Haufen gerannt.

„Entschuldigt bitte, ich habe euch gar nicht bemerkt.“, sagt er kleinlaut.
„Dann musst du deine Augen offen halten, wenn du spazieren gehst, Felo.“, meint eine der Mäuse. Da erblickt das Bärenkind ein großes Stück Käse, das die beiden Mäuse tragen. Hoffnung flackert in seinem Herzen auf, und seine Augen begannen zu strahlen. „Würdet ihr mir ein Stückchen von eurem Käse überlassen?“, will er vorsichtig wissen. „Ich möchte es morgen meiner Mutter zum Geburtstag schenken.“
Die Mäuse machen große Augen und dann schütteln sie gemeinsam ihre Köpfe. „Nein, der Käse reicht ja gerade für unsere Familie.“ Und sie eilen geschwind davon, bevor Felo ihnen den Käse abnehmen kann. Der Bär ist nämlich viel größer als die Mäuse. Aber so etwas würde das Bärenkind sowieso niemals tun, denn seine Eltern haben ihn gelehrt, dass man nicht stehlen darf.

Auf seiner Wanderschaft kommt Felo an einen See, auf dem munter Enten und Schwäne schwimmen. Als ein großer Schwan zum Rande des Wassers geschwommen kommt, fragt Felo:

„Du, Schwan, du hast so ein wunderschönes Federkleid und so viele Federn. Willst du mir nicht eine davon schenken?“
„Du bist wohl nicht gescheit, kleiner Bär.“, schnattert der Schwan. „Würdest du mir denn ein Büschel von deinem braunen Fell geben?“
Felo überlegt und schüttelt seinen Bärenkopf. „Nein, das würde ich auch nicht tun.“, sagt er leise.
„Siehst du und nun wünsche ich dir noch einen schönen Tag.“ Somit schwimmt der Schwan wieder auf den See hinaus und lässt Felo traurig zurück. Woher soll er nun ein Geschenk bekommen? Bald ist es Abend und da will er doch längst wieder zu Hause in der Bärenhöhle bei seinen Eltern sein.
Er marschiert weiter und sieht auf dem Boden plötzlich eine schöne Vogelfeder liegen.


Erfreut über seinen Fund, bückt er sich danach und will sie gerade aufheben, als ein wunderschöner Vogel angeflogen kommt und sich mit seinen Füßen auf die Feder stellt.

„Halt, kleiner Bär, die Feder gehört mir, sie ist ein Geschenk für meine Vogelfrau und aus meinem Schnabel gefallen.“ Der wunderschöne Vogel schnappt sich die Feder und fliegt eilig davon.

Der kleine Bär setzt sich auf einen Baumstumpf und fängt mit einem Mal an zu weinen. Warum will ihm denn hier niemand helfen? Er sitzt lange dort und es wird allmählich immer dunkler.
Plötzlich fühlt er, wie etwas um seinen Kopf herumschwirrt. Ängstlich öffnet er die Augen und bemerkt viele kleine Glühwürmchen. Sie fliegen immerfort um ihn herum und eines von ihnen fragt ihn mit ganz hoher Stimme:


„Willst du nicht heimgehen, kleiner Bär? Deine Eltern sorgen sich bestimmt schon um dich.“
„Ich habe aber Angst im Dunkeln, ihr Glühwürmchen“, erklärt er und fragt nun ganz zaghaft, ob sie ihm denn nicht sagen können, was er seiner Mama zum Geburtstag schenken kann. „Nein!“, rufen die Glühwürmchen im Chor. „Komm, wir leuchten dir nach Hause. Vielleicht findest du ja doch noch ein schönes Geburtstagsgeschenk.“


Als Felo zu Hause ankommt, ist er sehr müde. Er bedankt sich bei den Glühwürmchen fürs Heimbringen.
Selbst sein Abendessen lässt er stehen, wünscht den Eltern eine gute Nacht, fällt sofort in sein Bett und schläft auf der Stelle ein.

Mit den ersten Sonnenstrahlen, die am nächsten Morgen durch die Bäume scheinen steht der kleine Bär auf, um der Mutter zu gratulieren. Als er in die Küche kommt, wird er schon von den Eltern erwartet.

Nun gesteht Felo seiner Mama, dass er kein Geschenk für sie hat. Die Mutter ist darüber ein ganz klein wenig traurig und um sie zu trösten, erzählt Felo ihr die Geschichte von seiner Suche nach einem Geschenk. Die Bäreneltern hören ihm ganz gespannt zu und als Felo zu Ende geredet hat, sieht er ein Leuchten in den Augen seiner Mutter. Sie nimmt ihn in den Arm und sagt ganz leise: „Mit dieser Geschichte, mein lieber Junge, hast du mir das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht, das ich jemals bekommen habe.“
Und Felo ist darüber sehr glücklich.

__________________
Brigitte

Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.

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