Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92225
Momentan online:
63 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Das Geheimnis Von Laguna Island
Eingestellt am 06. 02. 2003 02:25


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
BenAlibi
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2001

Werke: 43
Kommentare: 11
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Das Geheimnis Von Laguna Island

Puppentheaterstück in 3 Akten (geschrieben 1996 für das Puppentheater Gabi Kussani , Schwalbach/Saar - einmalig aufgeführt, live vor Publikum, am 24.3.1996)


I. AKT (im Hafen der Insel Antigua)

Die liebliche Seeseite Stadt Antigua. Der Hafen. Ein Boot fährt ein. Es gehört den beiden selbsternannten Piratenkapitänen COOK und BLINKERAUGE. Das Boot legt an ...

COOK: Hey, BLINKERAUGE! Wirf du den Anker, ich geh schon mal an Land.

BLINKERAUGE: Is gut COOK! Ich werf’ den Anker.

COOK kommt an Land und entdeckt eine Gruppe Leute ...

COOK: Hey! Das nenn ich ja mal nen Empfang. So gehört sich daß ja auch. Ich bin übrigens der berühmte Piratenkapitän Käptn COOK. Und der, der da noch auf dem Schiff ist, ist mein Kollege, äh, ich meine, Assistent BLINKERAUGE. Genau. Wir kommen gerade von einer Kaperfahrt zurück. War ganz schön aufregend kann ich euch sagen. Wir haben ein tolles Schiff geentert und ihren Schatz jetzt bei uns an Bord.

BLINKERAUGE kommt dazu

BLINKERAUGE: Du COOK!

COOK: Ja, BLINKERAUGE.

BLINKERAUGE: Ich hab den Anker geworfen.

COOK: Gut. Ich erzähl unserem Fanclub gerade von dem Schatz den wir gestoh ... äh organisiert haben.

BLINKERAUGE: Ja. Ein großer, wertvoller, gigantischer, extraordinärer, wundervoller, prächtiger ...

COOK: Schatz. Genau. Und wißt ihr auch, was wir organisiert haben?

BLINKERAUGE: 5000 Dosen Thunfisch!

COOK: Quatsch! Eine ganze Kiste voll Gold und eine halbe Kiste voll Edelsteine.

BLINKERAUGE: Wo sollen wir das denn her haben?

COOK: Na, von dem Schiff das wir geentert haben. Du warst doch selbst dabei. Du hast doch die ganze Beute auf unser Boot verladen, oder?

BLINKERAUGE: Ja, COOK. Aber ...

COOK: Was, aber?

BLINKERAUGE: Du hast doch gesagt, beeil dich und schnapp dir nur das was wir brauchen, nur die für uns wertvollen Sachen.

COOK: Richtig. Was sollen wir mit dem anderen Plunder. Nur unnötiger Palast, oder wie das heißt. Und?

BLINKERAUGE: Du weißt doch, daß wir, bevor wir das andere Schiff geentert haben, 3 Wochen nichts gegessen haben.

COOK: Und?

BLINKERAUGE: Und du hast auch irgendwann mal gesagt, wir brauchen was zu Essen.

COOK: Und?

BLINKERAUGE: Naja, da hab ich diese 5000 Dosen Thunfisch gesehen und gedacht, für jemand der 3 Wochen nichts gegessen hat, müßte das wohl das wertvollste sein, was es gibt.

COOK: Und du hast sie mitgenommen, alle 5000?

BLINKERAUGE: Ja. Wir waren doch so hungrig.

COOK: Du meinst, wir haben jetzt nicht nur das Gold und die Edelsteine sondern noch 5000 Dosen Thunfisch an Bord?

BLINKERAUGE: Nein.

COOK: Was denn jetzt?

BLINKERAUGE: Wir haben 5000 Dosen Thunfisch an Bord.

COOK: Du meinst, wir haben NUR den Thunfisch an Bord?

BLINKERAUGE: Ja, COOK.

COOK: Und das Gold hast du zurückgelassen?

BLINKERAUGE: Ja, COOK.

COOK: Du Dummkopf! Wir kurven wochenlang durch die Karibik um große Beute zu machen und du denkst nur ans Essen?

BLINKERAUGE: Entschuldige, COOK.

COOK: Ich könnte dich .... Vergiß es. Hat er wenigstens geschmeckt?

BLINKERAUGE: Wer, COOK?

COOK: Na, der Thunfisch!

BLINKERAUGE: Weiß nicht, COOK.

COOK: Ja, hast du ihn denn nicht probiert?

BLINKERAUGE: Aber nein, COOK. Ich esse doch keinen Fisch. Ich bin doch Vegetarier.

COOK: Ohhhhhh!!!!!! Ganz ruhig bleiben, Cook. Nur nicht aufregen.

In der Zwischenzeit sinkt im Hintergrund das Schiff

BLINKERAUGE: Kuck mal COOK.

COOK: Du sollst nicht immer kuck Cook sagen.

BLINKERAUGE: Tschuldige COOK. Aber kuck mal.

COOK: Laß mich in Ruhe.

BLINKERAUGE: Wußtest du, daß es blubbert wenn ein Schiff untergeht?

COOK: Woher willst du das denn wissen?

BLINKERAUGE: Weil das da blubbert.

COOK: He! Was ist denn das.

BLINKERAUGE: Ein Schiff das untergeht und blubbert.

COOK: He, he! Das ist ja witzig. Ho, ho! Na die werden sich wundern.

BLINKERAUGE: Wer denn, COOK?

COOK: Na die, denen das Schiff gehört, ich meine, denen das Schiff gehört hat.

BLINKERAUGE: Ja, die werden sich wundern.

COOK: Du das wird lustig. Wir werden jetzt hier warten bis die zurück sind und dann, wenn sie merken das ihr Boot untergegangen ist, werden wir sie auslachen und mit dem Finger auf sie zeigen.

BLINKERAUGE: Mit welchem Finger?

COOK: Mit dem Zeigefinger natürlich.

BLINKERAUGE: Mit dem rechten oder linken?

COOK: Was? Mit beiden. Soviel Dummheit muß bestraft werden. Wie kann man sein Schiff im Hafen untergehen lassen. Das wird ein Spaß.

BLINKERAUGE: Ja. Dann zeig ich mit dem Finger auf dich und du auf mich und dann lachen wir uns aus.

COOK: Unsinn! Wir lachen die Typen aus, deren Boot untergegangen ist. Verstanden?

BLINKERAUGE: Ja, COOK. Also uns.

COOK: Aber nein. Unser Schiff ist doch nicht ... nicht ... nicht .... BLINKERAUGE!!!!! WO IST UNSER SCHIFF ?????????????

BLINKERAUGE: Untergegangen. Blubbernd. Ha, ha!

COOK: Hör auf zu lachen und mit dem Finger auf mich zu zeigen! Wie konnte unser Schiff untergehen?

BLINKERAUGE: Vielleicht weil ein Loch im Boden war.

COOK: Und wie soll ein Loch in den Boden gekommen sein.

BLINKERAUGE: Vielleicht von dem Anker.

COOK: Anker?

BLINKERAUGE: Ja, COOK. Du hast doch gesagt, ich soll den Anker werfen.

COOK: Du hast den Anker doch nicht etwa im Boot geworfen?

BLINKERAUGE: Doch.

COOK: Aber du mußt doch den Anker ins Wasser werfen.

BLINKERAUGE: Hast du aber nicht gesagt, COOK:

COOK: Ohhhhhh!!!!! Jetzt liegt unser Boot da unten in der Tiefe, mit 5000 Dosen Thunfisch an Bord.

BLINKERAUGE: Siehst du, COOK, gut daß wir das Gold nicht an Bord hatten, sonst wäre es jetzt futsch.

COOK: Ja, wirklich gut. Wirklich gut, BLINKERAUGE. UND JETZT?

BLINKERAUGE: Was, und jetzt?

COOK: Wir brauchen ein neues Boot. Oder hast du schon mal Seeräuber ohne Boot gesehen. Wir müssen was organisieren. Los, komm beweg dich. Oh! So eine Blamage. Und ausgerechnet heute wo unser Fanclub da ist.

Die Piraten gehen davon, auf der Suche nach einem neuen schwimmenden Untersatz ...

Schokolinda und Lutscherbacke kommen an ... sie sind bereits seit 4 Tagen im Urlaub auf Antigua ...

LINDA: Ja, ja.

LUTSCHERBACKE: Was stört dich denn jetzt schon wieder?

LINDA: Die ganze Reise stört mich. Oh Schokolindalein, ich habe ein ganz besonderes Hochzeittagsgeschenk für dich. Wir werden in die Karibik reisen.

LUTSCHERBACKE: Na und? Sind wir doch auch.

LINDA: Ja, aber großzügig wie du nun mal bist, hast du das oberextrasupergigabilligBilligangebot gebucht.

LUTSCHERBACKE: Na ja. Woher sollte ich vorher wissen, daß es ein paar, wie soll ich sagen ...

LINDA: Probleme, Schwierigkeiten, Unannehmlichkeiten, Chaos, Tohuwabohu ...

LUTSCHERBACKE: Reg dich nicht so auf. Du bist einfach nur verwöhnt. Was ist schon so schlecht. Du wolltest einen Ferienbungalow mit Blick aufs Meer.

LINDA: Ja, und wir haben eine 1 Zimmerwohnung direkt unter der 24 Stunden Kegelbahn mit einem Blick-aufs-Meer-Poster an der Wand. Toll.

LUTSCHERBACKE: Na ja. Dafür war’s nicht so teuer. Außerdem brauchen wir ja nicht den ganzen Tag im Hotel zu sein.

LINDA: Ach, was soll ich mich mit dir streiten Ich werd jetzt in die Küche gehen.

LUTSCHERBACKE: Oh, dann kochst du uns was leckeres.

LINDA: Nein, ich bade.

LUTSCHERBACKE: Du badest?

LINDA: Ja, hast du etwa vergessen, daß unsere Badewanne in der Küche ist?

LUTSCHERBACKE: Nein. Aber siehst du, wer hat das schon. Eine Badewanne in der Küche.

LINDA: Ich könnt mich gerade wieder aufregen. Dieser Urlaub. Dieses Hotel. Badewanne in der Küche. Ich glaub ich krieg die Krise. Hätt ich nur nie geheiratet. Hätt ich auch kein Hochzeittagsgeschenk bekommen. Müßt ich gar nicht hier sein. Ich will heim ... geht

LUTSCHERBACKE: Die wird sich schon beruhigen. So ein Bad entspannt ja.

LINDA: schreit Ahhhhhhhhhhhh! Lutscherbacke!!!!!

LUTSCHERBACKE: Was ist denn jetzt schon wieder? Schreit Oh nein!!!!!!!!!!!

LINDA: Was schreist du so?

LUTSCHERBACKE: Du hast nichts, du hast nichts ...

LINDA: Was? Schreit Ahhhhhhhh! Moment ich zieh mir nur schnell was an.

LUTSCHERBACKE: Wofür werde ich nur bestraft?

LINDA: kommt zurück SO. Du es ist was schreckliches passiert.

LUTSCHERBACKE: Wem sagst du das. Das war die Begegnung der dritten Art.

LINDA: Das mein ich doch nicht. Viel schlimmer. Sie ist weg.

LUTSCHERBACKE: Jetzt fängt sie wieder an zu rappen.

LINDA: Aber nein. Ich meine doch, daß sie nicht mehr da ist.

LUTSCHERBACKE: Wer ist nicht mehr da?

LINDA: Die Badewanne. Meine Badewanne.

LUTSCHERBACKE: Die Badewanne ist weg? Die aus der Küche?

LINDA: Ja. Ich hab mich reingesetzt und wollt mich baden und da hab ich noch bei mir gedacht, ist aber ein ganz schön trockenes Bad und da merk ich es erst.

LUTSCHERBACKE: Du meinst, die Badewanne ist verschwunden, während du dringesessen und gebadet hast?

LINDA: Ja. Sie wurde gemopst während ich drinsaß.

LUTSCHERBACKE: Also diese Geschichte ist so unglaublich, das glaubt uns doch keiner.

LINDA: Aber es ist so. Es steht so in meinem Text.

LUTSCHERBACKE: Also gut. Beruhig dich erstmal. Ich geh jetzt mit dir ins Hotel und seh mir das mal an, ok?

LINDA: Ja, komm. Es ist so fürchterlich. Was soll ich denn ohne Badewanne machen. Gehen

COOK und BLINKERAUGE kommen mit der Badewanne

BLINKERAUGE: Warum haben wir denn eigentlich diese Badewanne geklaut, COOK?

COOK: Wie oft hab ich dir schon gesagt, es heißt nicht geklaut sondern organisiert.

BLINKERAUGE: Und warum haben wir sie organisiert?

COOK: Weil du Dummkopf unser Boot versenkt hast. Deshalb.

BLINKERAUGE: Du meinst, wir werden jetzt mit dieser Badewanne über die Meere fahren?

COOK: Genau. Komm wir lassen sie zu Wasser. Und denk daran, niemals den Stöpsel ziehen, verstanden?

BLINKERAUGE: Bin ja nicht blöd, COOK.

COOK: Aber nein, du doch nicht.

BLINKERAUGE: Und wo fahren wir jetzt hin?

COOK: Laguna Island.

BLINKERAUGE: Laguna Island?

COOK: Laguna Island.

BLINKERAUGE: Was machen wir denn auf Laguna Island?

COOK: Auf Laguna Island ist doch unser Versteck. Und dort werden wir unserem neuen Boot den richtigen Anstrich verpassen.

BLINKERAUGE: Verstehe.

COOK: Gut. Wir werden es schwarz streichen. Die Seriennummer rauskratzen. Eine Piratenfahne hissen. Wie in alten Zeiten.

BLINKERAUGE: Und dann wird niemand mehr die Badewanne erkennen.

COOK: Das ist jetzt keine Badewanne mehr, das ist jetzt unser Boot, verstanden?

BLINKERAUGE: Ja, COOK. Du, COOK?

COOK: Was?

BLINKERAUGE: Warum war die Badewanne eigentlich in der Küche?

COOK: Was weiß ich. Frag den Typ der die Geschichte geschrieben hat. Der weiß vielleicht auch warum die alte Schreckschraube nicht gemerkt hat, daß wir die Badewanne mitgenommen haben, obwohl sie drinsaß.

BLINKERAUGE: Ganz schön verrückt.

COOK: Hast du eigentlich Familie?

BLINKERAUGE: Was?

COOK: Vergiß es und steig ein.

BLINKERAUGE: Du, COOK. Wir haben ja gar kein Segel.

COOK: Du wirst rudern.

BLINKERAUGE: Wo haben wir denn Ruder?

COOK: Schau mal am Ende deiner Arme. Los, paddel. Wird’s bald. Auf nach Laguna Island.

Die Piraten stechen in See, zur legendären und Titelgebenden Insel Laguna Island ...

LINDA und LUTSCHERBACKE kommen zurück

LUTSCHERBACKE: Unglaublich. Tatsächlich gestohlen. Eine Badewanne. Wer sollte so was tun?

LINDA: Was erzählen die Leute da? Piraten? Die gibt’s doch gar nicht mehr?

LUTSCHERBACKE: Aber warum sollten Piraten eine Badewanne stehlen?

LINDA: Sie benutzen meine Badewanne als Boot? Oh Schurken. Denen müssen wir das Handwerk legen. Wir müssen sie schnappen. Ja. Dann werden sie eingesperrt. Und ihr werdet uns doch alle helfen, diese Diebe zu fangen, oder?

LUTSCHERBACKE: Moment mal. Das geht so nicht. Wir können niemanden schnappen.

LINDA: Wieso denn nicht?

LUTSCHERBACKE: Weil wir doch sonst immer die Bösen sind und geschnappt werden.

LINDA: Ein Grund mehr diese Piraten zu schnappen. Die stehlen nicht nur meine Badewanne sondern noch unsere Rolle als die Ewigbösen.

LUTSCHERBACKE: Und du meinst, die Leute helfen uns?

LINDA: Klar, heute sind wir doch die Guten und den Guten helfen sie immer.

LUTSCHERBACKE: Es geht trotzdem nicht.

LINDA: Jetzt paß mal auf, LUTSCHERBACKE: Wenn ich nicht bald meine Badewanne zurückbekomme, dann werd ich böse, so richtig böse und du weißt, was das für den Rest unseres Urlaubs bedeutet. Dann läuft gar nichts mehr, verstanden?

LUTSCHERBACKE: Du meinst, du wirst mir dann nicht mehr ...

LINDA: Nein, nie mehr.

LUTSCHERBACKE: Aber wir sind doch verheiratet, du mußt ...

LINDA: Gar nix muß ich. Wenn du nicht dafür sorgst, daß meine Badewanne zurückkommt werd ich dir nie mehr eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen.

LUTSCHERBACKE: Aber ohne Geschichte kann ich doch nicht einschlafen.

LINDA: Also, kümmer dich um die Badewanne.

LUTSCHERBACKE: Aber wo soll ich sie denn suchen?

LINDA: Hast du gehört? Laguna Island. Los nix wie hin!

LUTSCHERBACKE: Und wie, bitte schön?

LINDA: Ach, so. Ja gibt’s denn sowas. Warum spielt diese Szene in einem Hafen, wenn’s nicht mal Schiffe gibt. Eine UN-...

LUTSCHERBACKE: ..-VER-SCHÄMTHEIT.

LINDA: Plapper nicht immer in meine Sätze. Glaubst du mich unfähig, meine eigene Meinung zu formulieren?

LUTSCHERBACKE: Na, was wolltest du denn sagen.

LINDA: Ich wollte sagen: UN-VER-SCHÄMTHEIT!

LUTSCHERBACKE: Aber, das hab ich ... vergiß es!

LINDA: Wir müssen ein Boot organisieren. Moment mal. Du bist doch Zauberer.

LUTSCHERBACKE: Aber im Urlaub.

LINDA: Du meinst, du hast keinen Zauberstab dabei?

LUTSCHERBACKE: Korrekt. Schließlich bin ich im Urlaub.

LINDA: Es muß eine Möglichkeit geben. Komm, wir gehen ein bißchen spazieren. Vielleicht fällt uns dann was ein. Gehen weg

Kasper kommt mit seinem Boot an ...

KASPER: So. Das ist sie also. Die Insel Antigua. Bin mal gespannt ob’s hier so weitergeht, wie’s bei meiner Abreise angefangen hat. Stellt euch vor, ich komm zum Hafen nach Schmalzhausen und frage, wo mein Schiff ist und da sagen die, das hier wäre es. Ein Ruderboot. Ich bin gleichzeitig Passagier, Steuermann, Kapitän, Smutje und was es sonst noch alles auf so ‘nem Kutter gibt. Aber es wundert mich nicht. Wenn man so ´ne einwöchige Reise einfach so geschenkt bekommt, da muß ja ein Haken dran sein. Hoffentlich hab ich wenigstens ein hübsches Hotel. Ach ja, meinen Koffer muß ich noch aus dem Boot holen.

LINDA und LUTSCHERBACKE kommen zurück

LINDA: Ich glaub ich seh nicht recht.

LUTSCHERBACKE: Was denn?

LINDA: Da vorne. Rote Mütze, rote Jacke ...

LUTSCHERBACKE: Der Weihnachtsmann? In der Karibik? Im März?

LINDA: Nein. Das ist doch dieser KASPER. Der uns immer soviel Ärger macht.

LUTSCHERBACKE: KASPER?!

KASPER: Ja? Huch! Euch kenn’ ich doch. Was macht ihr denn hier?

LINDA: Was machst du denn hier?

KASPER: Urlaub.

LINDA: Urlaub?

KASPER: War das jetzt ne Frage oder ne Antwort?

LINDA: Beides. Du machst also auch Urlaub. So ein Zufall.

LUTSCHERBACKE: Hübsches Boot. Deines?

KASPER: Klar. Dachtet ihr, ich wär mit ner Rakete geflogen?

LINDA: Erinner mich nicht an die Geschichte. Wann brauchst du denn das Boot wieder?

KASPER: Na, wenn ich zurückfahre. Nächste Woche. Warum?

LUTSCHERBACKE: Tja, äähm, ööhm, tja, also, wir haben da ein kleines Problem.

KASPER: Und das wäre?

LINDA: Wir brauchen dein Boot.

KASPER: Wofür denn das?

LUTSCHERBACKE: Wegen der Badewanne.

KASPER: Badewanne?

LINDA: Ja, wegen der Piraten.

KASPER: Piraten? Badewanne? Könnte mir mal jemand erklären, was hier los ist.

LINDA: Ganz genau. Die Piraten haben meine Badewanne gemopst und wir brauchen ein Boot um sie zu verfolgen.

KASPER: Aber was wollen denn die Piraten mit der Badewanne?

LUTSCHERBACKE: Sie benutzen sie als Boot.

KASPER: Als Boot? Was ist das denn hier? Bin ich im falschen Märchen?

LINDA: Was ist jetzt? Gibst du uns dein Boot?

KASPER: Aber ich hab doch noch nicht mal ausgepackt und jetzt soll ich schon wieder los?

LINDA: Du brauchst ja nicht mitzukommen.

KASPER: Aber ich bin doch hier die Hauptfigur.

LINDA: Aber du hast doch Urlaub. Du spielst doch heute überhaupt nicht mit.

LUTSCHERBACKE: Moment mal. Ich hab ja auch Urlaub, also ...

LINDA: Nix also. Dein Urlaub ist zu Ende. Du besorgst die Badewanne, klar?

KASPER: Ja, aber wie ich euch kenne, sehe ich mein Boot dann nie wieder.

LINDA: Quatsch. Wir sind doch heute die Guten. Außerdem interessiert mich dein Boot gar nicht. Ich will nur meine Badewanne wieder. Die Küche sieht so leer aus ohne sie.

KASPER: Küche?

LINDA: Das ist eine andere Geschichte. Also?

KASPER: Na gut. Aber nur wenn ihr die Leute hier mit euch nehmt.

LUTSCHERBACKE: Was sollen wir denn mit denen?

KASPER: Na, die passen auf, daß ihr keinen Unfug mit meinem Boot anstellt. Einverstanden?

LINDA: Ja, ja. Jetzt pack deine Koffer aus und fläz dich in die Sonne und genieß deinen Urlaub. Aber vergiß nicht dich einzucremen. So, und wir schwingen uns ins Boot und auf geht’s Leute.

KASPER: Wo fahrt ihr eigentlich hin?

LINDA: Laguna Island. Fahren

KASPER: Laguna Island? Na ja. Irgendwie ist das heute ein sehr seltsamer Tag. Ein wunderlicher Tag. So als hätte jemand eine Idee gehabt und läßt jetzt die Erfahrung an uns aus. Aber egal. Ich werde meinen Urlaub genießen. Und paßt gut auf mein Boot auf. Also bis später ...


II. Akt (auf der Insel Laguna Island)

Der idyllische Strand von Laguna Island mit seiner Palme. Die Insel ist bewohnt von KASIMIR MALUNGA, dem einzigen Einwohner von Laguna Island und gleichzeitig Vizepräsident der Insel. KASIMIR ist der letzte der Ureinwohner der Insel. Die anderen sind vor Jahren ausgewandert nach Mallorca. KASIMIR hat bis gestern auch im Ausland gearbeitet, aber das Heimweh hat ihn gepackt und er ist nach 4 Jahren Saarlandaufenthalt zurück. Und er hat sogar etwas aus dem Saarland mitgebracht. Einen tiefen, saarländischen Dialekt! (Der Text wird aber weiterhin hochdeutsch geschrieben sein, nicht nur weil das einfacher zu schreiben ist sondern damit es auch international verständlich bleibt. Gruß an alle holländischen und amerikanischen Leser.)

KASIMIR: Ach, heute ist mein erster Arbeitstag. Mal sehen, was ich heute so mache. Oh! Sieh an. Besuch ist auf meiner Insel. Herzlich willkommen auf Laguna Island. Guten Tag, allerseits. Oh! Was höre ich. Ihr redet meine Sprache. Ihr seid Saarländer, was? Ihr könnt’s ruhig zugeben. Wir sind ja unter uns. Das trifft sich ja mal gut. Ich hab nämlich auch ein paar Jahre im Saarland gearbeitet. Bei meiner Cousine in Düppenweiler. Es, äh, ich meine sie, hat dort ein Haushaltswarengeschäft und ich habe Töpfe verkauft. Aber das Heimweh hat mich wieder zurück nach Laguna Island gebracht. Mein Name ist übrigens KASIMIR MALUNGA, erster und einziger Einwohner und Vizepräsident von Laguna Island. Mein Name ist vielleicht etwas kompliziert für euch. Auf saarländisch übersetzt heißt er etwa soviel wie, äh, DETLEV MÜLLER, ja. Aber ich bin nicht mit leeren Händen zurückgekommen, nein. Ich habe eine geniale Erfindung mitgebracht. Könnt ihr das hier hinter mir sehen? Richtig, eine Palme. Und Palmen sind hier in der Karibik sehr wichtig. Hier scheint fast immer die Sonne und vor allem sehr heiß. Also braucht man Schatten. Und den findet man unter Palmen. Und das war all die Jahre das Problem von Laguna Island. Hier wachsen nämlich keine Palmen. Es liegt wahrscheinlich am Boden, genau weiß ich es auch nicht. Egal. Jedenfalls hatten wir hier nie Touristen, weil die Leute nicht auf eine Insel wollten, wo es keine Palmen gibt. Deshalb habe ich diese Palme aus dem Saarland mitgebracht. Ich weiß auch, daß es im Saarland keine solch großen Palmen gibt. Aber das hier ist eine künstliche Palme. Eine unechte. Eine Fälschung, sozusagen. Aber sie wirft Schatten. Leider konnte ich nur eine mitbringen, aber ich habe noch welche bestellt. Leider werden sie erst in einigen Monaten ankommen. Aber ich, KASIMIR MALUNGA oder DETLEV MÜLLER, ganz wie ihr wollt, weiß mir zu helfen. Ich habe diese Palme etwas umgebaut. Ihr würdet sagen, äh, aufgemotzt, frisiert. Genau. Ich habe sie nämlich mobil gemacht. Ja. Ich nenne sie Schwuppdiwupp-Palme. Seht her. Ich nehme sie hier heraus, schwupp, und setze sie dahinten wieder in den Boden, diwupp. Ha, ha. Genial, was? Wenn jetzt die Touristen kommen, können sie sich ein Plätzchen aussuchen wo sie liegen wollen und ich stelle dann dort die Palme auf. Ist das nicht großartig? Morgen werde ich meine Erfindung der Presse vorstellen und dann wird die ganze Welt davon erfahren und endlich werden Touristen nach Laguna Island kommen und ich werde reich werden. Und dann werde ich mich vielleicht zum Präsidenten ernennen. Ja, KASIMIR MALUNGA, vom Vizepräsidenten zum Präsidenten von Laguna Island. Und ihr seid alle zu meiner Feier eingeladen, die ich dann geben werde. Aber entschuldigt bitte, ich muß noch ein paar Kleinigkeiten in meiner Hütte, äh, ich meine, in meinem Palast erledigen. Wir sehen uns. Bis später.

KASIMIR (DETLEV) hüpft fröhlich singend davon ...

COOK und BLINKERAUGE kommen an ... sie bringen die Badewanne mit ...

COOK: Uff! So. Stell sie da ab.

BLINKERAUGE: Wieso haben wir die Badewanne nicht am Strand gelassen, COOK?

COOK: Reine Vorsichtsmaßnahme. Bei dem Gesindel, daß sich heutzutage auf den Meeren rumtreibt. Stell dir vor, sie würde gestohlen. Dann würden wir für ewig auf dieser trostlosen, unbewohnten Insel festsitzen.

BLINKERAUGE: Aber früher haben doch Leute hier gewohnt, COOK.

COOK: Ja, bis ich ihnen die Story von Mallorca, der großen Freiheit und schnellen Geld erzählt habe. Dann sind sie alle fort, diese Dummköpfe. Wir sind ganz alleine hier und niemand wird unser Versteck entdecken. Die Badewanne können wir hier stehen lassen. Ich glaube, die haben nicht mal gemerkt, daß die fehlt. Und wenn, wer würde schon eine Badewanne suchen. Was erzählt ihr da? Da ist jemand hinter uns her? Wegen der Badewanne? Ich glaube wir verstecken sie besser mal. Sicher ist sicher. Los, BLINKERAUGE.

BLINKERAUGE: Aber COOK. Es ist weit bis zu unserem Versteck.
COOK: Hast recht. Paß auf, du läufst schnell in unser Versteck und holst unsere Schaufel und dann vergraben wir die Badewanne hier im Sand. Los.

BLINKERAUGE: Warum gehst du nicht?

COOK: Weil ich hier aufpasse. Klar? Und jetzt beeil dich.

BLINKERAUGE: Ich beeil mich ja, COOK.

COOK: Ich sage euch, diese Insel ist so trostlos und öde und ... Hey! Moment mal. Schaut euch das an. Jetzt waren wir ein knappes Jahr nicht mehr hier und in der Zeit ist eine Palme gewachsen. Na sowas. Da kommt mir eine Idee.

BLINKERAUGE: Da bin ich wieder. Mit Schaufel.

COOK: Na, das ging aber schnell. Paß auf, siehst du diese Palme?

BLINKERAUGE: Ja, COOK.

COOK: Wir werden die Badewanne genau unter der Palme vergraben. Los. Du gräbst und ich feuere dich an.

BLINKERAUGE: Da geht aber nicht, COOK. Wir können die Badewanne nicht unter der Palme vergraben.

COOK: Und wieso nicht?

BLINKERAUGE: Weil es auf Laguna Island gar keine Palmen gibt, COOK.

COOK: Aber da steht doch eine.

BLINKERAUGE: Aber du hast doch immer gesagt ...

COOK: Egal was ich früher gesagt habe. Jetzt gibt es hier eine Palme und du wirst graben.

BLINKERAUGE: Und warum gerade unter der Palme, COOK?

COOK: Na, damit wir später die Stelle sofort wieder finden, klar?

BLINKERAUGE: Klar, COOK. Du, COOK?

COOK: Ja?

BLINKERAUGE: Wenn wir gerade am graben sind, könnten wir doch auch unsere anderen Sachen mitverbuddeln. Unter der Erde sind sie doch sicherer als in unserem Versteck.

COOK: Gar nicht so dumm, BLINKERAUGE. Unser Goldschatz den wir uns im Laufe der Jahre zusammen gestoh... äh, organisiert haben, wäre da gut aufgehoben. Du buddelst schon mal das Loch und ich hole den Sack mit dem Gold.

COOK geht ... BLINKERAUGE buddelt ... COOK kommt mit einem Sack zurück ... Sack und Badewanne verschwinden in dem Loch ... BLINKERAUGE schaufelt es wieder zu.

COOK: Prima, prima. So, jetzt gehen wir in unser Versteck die Farbe mischen.

BLINKERAUGE: Welche Farbe denn?

COOK: Wir sind doch hier um die Badewanne schwarz zu streichen, oder?

BLINKERAUGE: Aber dann müssen wir sie ja nachher zum anmalen wieder ausgraben.

COOK: Nein, wir nicht. Du mußt das machen.

BLINKERAUGE: Aber ...

COOK: Nichts aber. Das gibt Muckis. Schadet dir nichts. Und umsonst ist es auch noch. Also komm jetzt.

BLINKERAUGE: Ja, COOK. Ich komme.

Sie gehen zu ihrem Versteck ...

KASIMIR kommt zurück ...

KASIMIR: Hallo. Entschuldigt, ich störe nur ganz kurz. Ich habe mir überlegt, wenn morgen die Presse kommt werden sie bestimmt ein Foto von der Palme machen. Ich werde sie also noch etwas polieren in meiner Hütte, äh, Palast, meine ich. Bis später.

KASIMIR nimmt die Palme und geht ...

LINDA und LUTSCHERBACKE kommen an ...

LINDA: Hast du das Boot auch gut festgemacht?

LUTSCHERBACKE: Keine Panik. Oder denkst du, ich hätte Lust hier für immer festzusitzen. Mit dir.

LINDA: Was soll das denn heißen? Das wär doch romantisch.

LUTSCHERBACKE. Pfffh!

LINDA: Ach, du unsensibler Ignorant, du. He! Schau mal, die Leute da sind ja auch schon da. Ihr wart aber flott. Ihr habt nicht zufällig meine Badewanne gesehen. Was? Die haben sie vergraben unter der Palme? Oh, prima. Los LUTSCHERBACKE. Grab unter der Palme.

LUTSCHERBACKE: Palme? Wo?

LINDA: Ach so. Ihr wollt uns wohl veräpfeln, was? Hier gibt’s ja gar keine Palme. Was erzählt ihr da? So ein Unsinn. So eine Palme gibt’s ja gar nicht, oder LUTSCHERBACKE?

LUTSCHERBACKE: Eigentlich nein. Aber gibt es Küchen mit Badewannen, Badewannen als Piratenboot, junge, gutaussehende erfolgreiche Zauberer die alte, häßliche Frauen heiraten?

LINDA: Was? David und Claudia haben geheiratet? Aber du hast recht, alles ist möglich. Wir müssen die Palme finden. Sagt mal, Leute, wo ist denn der Typ mit der Palme. In seinem Palast? Aha. Los, LUTSCHERBACKE, auf geht’s.

Die beiden machen sich auf die Suche

KASIMIR kommt mit der Palme zurück

KASIMIR: So. Blitzblank, nicht wahr. Kann man sich drin spiegeln. Was erzählt ihr da? Ich werde gesucht? Vielleicht schon jemand von der Presse. Ich muß sofort zurück in meine Hütte, äh, Büro, meine ich.

Steckt die Palme irgendwo in die Erde und rennt weg

COOK und BLINKERAUGE kommen zurück

COOK: Wo hast du den Farbeimer?

BLINKERAUGE: Hier, COOK.

COOK: Stell ihn da ab und dann schnapp dir die Schaufel und buddel die Badewanne aus.

BLINKERAUGE: Ist gut, COOK. So. Ich grabe.

Er hebt ein Loch aus ... direkt unter der Palme.

COOK: Wieviel Sand willst du noch raufholen?

BLINKERAUGE: Weiß nicht. Hier ist ja nichts außer Sand, COOK.

COOK: Was? Aber das ist die richtige Stelle. Unter der Palme. Seltsam, seltsam. Ach so. Natürlich. Du gräbst auf der falschen Seite der Palme. Los, auf die andere Seite.

BLINKERAUGE: Gut, COOK. Wie du meinst.

Er hebt ein 2tes Loch auf der anderen Seite der Palme aus findet aber auch nichts

COOK: Das gibt’s doch nicht. Jemand hat unsere Badewanne, ich meine, unser Boot gestohlen.

BLINKERAUGE: Es gibt doch schlechte Menschen auf der Erde.

COOK: Vielleicht hast du auch nicht richtig nachgekuckt. Buddel noch ein bißchen weiter.

BLINKERAUGE gräbt weiter ... bis er aus dem 1sten Loch wieder herauskommt.

COOK: Na, hast du was gefunden.

BLINKERAUGE: Nein, COOK. Du, COOK?

COOK: Ja?

BLINKERAUGE: Warum schreist du so, COOK?

COOK: Damit du mich da unten auch hörst.

BLINKERAUGE: Verstehe, COOK.

COOK: Ganz schön dunkel da unten, was?

BLINKERAUGE: Nein, COOK. Die Sonne scheint.

COOK: Die Sonne scheint? Aber unter der Erde kann doch die Sonne nicht scheinen.

BLINKERAUGE: Ich bin ja auch nicht mehr unter der Erde. Ich bin irgendwo rausgekommen, COOK.

COOK: Ich glaub’s nicht . Wie sieht’s denn da aus?

BLINKERAUGE: Also, es ist sehr sandig und viel Wasser um mich rum.

COOK: Hört sich an wie eine Insel. Was siehst du noch?

BLINKERAUGE: Eine Palme. Und dahinter steht so ein Kerl, der mit einem Loch in der Erde redet.

COOK: Was? He, he! Das ist ja vielleicht blöd. Wo bist du denn da rausgekommen, BLINKERAUGE. Bestimmt in Oberdummbach. Ha, ha! Ein Kerl der mit einem Loch in der Erde ... häh? Moment mal.

COOK dreht sich um und entdeckt BLINKERAUGE

BLINKERAUGE: Du, COOK. Der Dummkopf hat sich zu mir umgedreht. Der kommt mir irgendwie bekannt vor. Aber du hast recht, er sieht sehr dumm aus.

COOK: Ruhe! Ich bin’s doch, COOK.

BLINKERAUGE: Wie kommst du denn nach Oberdummbach?

COOK: Wir sind immer noch auf Laguna Island, du Dummkopf. Du bist auf der anderen Seite der Palme wieder rausgekommen. Du, du ...

BLINKERAUGE: Hilf mir mal raus, COOK. Danke. Und jetzt?

COOK: Unsere Badewanne, ich meine, Boot ist weg. Das Gold haben sie auch geklaut. Wir müssen hinterher.

BLINKERAUGE: Wem denn? Und wie?

COOK: Weiß ich nicht.

BLINKERAUGE: Wir sollten das Boot nehmen.

COOK: Was für ein Boot?

BLINKERAUGE: Das da unten am Strand liegt.

COOK: Wie kommt denn dieses Boot dahin? Ah, ich weiß. Mit diesem Boot müssen die Diebe gekommen sein. Dann haben sie unser Boot ausgegraben, unser Gold genommen und sind damit verduftet.

BLINKERAUGE: Du meinst, die fahren mit unserer Badewanne, äh, Boot, auf dem Meer herum. Mit unserem Gold?

COOK: Genau. Die schnappen wir uns. Das Boot von denen ist viel schneller als die olle Badewanne. Und die Kinder hier werden uns helfen die Diebe zu schnappen.

BLINKERAUGE: Warum sollten sie uns helfen? Uns hat noch nie jemand geholfen.

COOK: Ja, aber wir wurden bestohlen. Also sind wir die Guten. Und den Guten helfen sie immer, stimmt’s? Was? Ihr wollt uns nicht helfen? Pah, auf eure Hilfe können wir verzichten. Los, BLINKERAUGE an Bord. Und wir werden dieses Boot nicht eher verlassen, bis wir unser Gold zurückhaben.

Sie gehen und stechen mit Kaspers Boot in See ...

LINDA, LUTSCHERBACKE und KASIMIR kommen zurück

KASIMIR: Vielleicht wollen Sie doch ein Foto von mir und der Palme machen?

LINDA: Wie oft soll ich es noch sagen. Wir sind nicht von der Presse. Wir suchen nur meine ...

KASIMIR: Badewanne. Ich weiß. Und sie soll unter der Palme sein?

LINDA: Ja, unter der Palme. Ah, da ist sie ja, die Palme.

LUTSCHERBACKE: Wo kommen diese Löcher her? Wißt ihr was, Kinder?

LINDA: Was? Interessant. Gibt’s denn sowas. Ihr meint, diese Piraten sind wir los? Gut, aber wo ist jetzt meine Badewanne. He, Du.

KASIMIR: Ja?

LINDA: Du mußt doch wissen, wo die Palme vorher gestanden hat, oder?

KASIMIR: Klar, weiß ich das. Aber bevor ich sie an die richtige Stelle stelle, räumt ihr hier auf. Morgen kommt die Presse und ich habe keine Zeit hier aufzuräumen.

LUTSCHERBACKE: Was sollen wir aufräumen?

KASIMIR: Löcher zubuddeln, Werkzeug in meine Hütte, äh, Werkstatt usw.

LINDA: Gut, LUTSCHERBACKE, schaufel die Löcher zu.

LUTSCHERBACKE: Ich soll ...

LINDA: Ach nein, laß es. Dann können wir beide für immer hier bleiben und ...

LUTSCHERBACKE: Man reiche mir die Schaufel.

LUTSCHERBACKE schaufelt die Löcher zu ... KASIMIR stellt die Palme an die richtige Stelle ... LUTSCHERBACKE schaufelt ein Loch ... holt Badewanne und Goldsack raus ... buddelt das Loch wieder zu und bringt die Schaufel und den Farbeimer weg ...

KASIMIR: Was ist in dem Sack? Was? Gold? Ich könnte das gut gebrauchen.

LINDA: Wer könnte das nicht.

KASIMIR: Oh, oh! Ich weiß was jetzt passiert.

LINDA: Was denn?

KASIMIR: Zwei gegen einen. Ihr werdet mich an die Palme fesseln und mir das Gold abnehmen.

LINDA: Ich glaub, du warst zu oft im Theater, was? Behalte das Gold, ich hab meinen Schatz doch schon.

KASIMIR: Sie lieben Ihren Mann wohl sehr, was?

LINDA: Ich wußte gar nicht, daß die Badewanne ein Mann ist.

KASIMIR: Aber ich meinte doch, Herrn LUTSCHERBACKE.

LINDA: Ach der. Ja, ja. Den auch, irgendwie, glaub ich. Na ja, ein bißchen. Man spart halt viele Steuern wenn man verheiratet ist, weißt du? Aber was machst du jetzt mit dem Gold?

KASIMIR: Ich hole meine Familie zurück. Ich werde allen eine Reise zurück nach Laguna Island schenken, ihrer Heimat. Und dann sind wir alle wieder zusammen.

LINDA: Ach, ich liebe Happy-Ends. Wo ist deine Familie jetzt?

KASIMIR: Auf Mallorca.

LUTSCHERBACKE: So, da bin ich wieder. Können wir los?

LINDA: Ja, auf nach Antigua.

LUTSCHERBACKE: Was ist eigentlich in dem Sack?

LINDA: Ein Happy-End.

LUTSCHERBACKE: Ich glaube wir sollten fahren. Die Sonne scheint dir nicht zu bekommen. Auf Wiedersehen.
LINDA: Ja. Auf Wiedersehen, KASIMIR. Und viel Glück. Machs gut. Tschüss. Bye-bye. Tot-ziens. Sayonara. Au revoir. Ciao. Adios ...

LINDA und LUTSCHERBACKE fahren zurück nach Antigua






III. Akt (im Hafen von Antigua)

Kasper fläzt gerade auf einer Kaimauer als LINDA und LUTSCHERBACKE ankommen.

KASPER: Hi, ihr zwei. Ihr habt sie also tatsächlich gefunden.

LINDA: Ja, toll was. Ich hab unterwegs auch schon ein Bad genommen.

LUTSCHERBACKE: Kann ich die Augenbinde wieder abnehmen?

LINDA: Ja, du, du ...

KASPER: Warum hatte er eine Augenbinde auf?

LINDA: Ähm, ööhm, ja, also, weil, ähh, schönes Wetter habt ihr hier auf Antigua.

LUTSCHERBACKE: Hallo, Rotmütze.

KASPER: Hallo, Zuckerhut. Sag mal, wo ist eigentlich mein Boot.

LINDA: Ach ja, das haben die Piraten gestohlen.

KASPER: Das haben die Piraten gestohlen? Und das erzählt ihr mir so im vorübergehen? Wie soll ich denn jetzt nach Hause kommen?

LINDA: Na, du fährst mit uns zurück.

KASPER: In der Badewanne??

LINDA: Ja.

KASPER: Hab wohl keine Wahl. Aber vielleicht sollten wir doch hinter den Piraten her und mein Boot zurückholen?

LINDA: Aber du hast doch noch Urlaub. Außerdem ist das doch Stoff für eine neue Geschichte. Überleg mal.

KASPER: Hast recht. Keine schlechte Idee. Eine Fortsetzung, Teil 2, sozusagen. Gute Idee.

LUTSCHERBACKE: Ich denke, wir sollten die Badewanne zurück in unser Zimmer bringen.

LINDA: Ja, ich helfe dir tragen. Also, wir sehen uns. Machts gut, alle miteinander, und vielen Dank für eure Hilfe.

LINDA und LUTSCHERBACKE gehen mit der Badewanne

Der Rabe OBI kommt angeflogen

OBI: KASPER!!!

KASPER: He, OBI. Du in der Karibik?

OBI: Du hast was vergessen?

KASPER: Was denn? Die Geschichte ist jetzt zu Ende, OBI.

OBI: Aber das kann sie doch gar nicht.

KASPER: Wieso nicht?

OBI: Weil sich die Leute alle fragen, was denn nun das Geheimnis ist.

KASPER: Was für ein Geheimnis?

OBI: Aber die Geschichte heißt doch, Das Geheimnis von Laguna Island, oder?

KASPER: Ja, aber woher soll ich denn das wissen?

OBI: Aber wenn du es nicht weißt, wer dann?

KASPER: Aber OBI. Wenn man ein Geheimnis kennt, ist es doch kein Geheimnis mehr.

OBI: Häh?

KASPER: Obwohl, vielleicht kenn ich es doch.

OBI: Erzähl.

KASPER: Ich glaube das Geheimnis von Laguna Island ist Phantasie, OBI.

OBI: Phantasie?

KASPER: Ja, überleg doch mal. Diese ganze Geschichte war doch ziemlich seltsam, oder? Eine Badewanne in der Küche, die dann als Boot benutzt wird, diese dusseligen Piraten, Hexe und Zauberer sind plötzlich die Guten, die Hexe ist total lieb und läßt dem KASIMIR das Gold. Ich könnt dir noch mehr Beispiele nennen, aber was ich sagen will ist, daß bestimmt jeder von uns an irgendeiner Stelle der Geschichte gedacht hat, was soll das? Das gibt doch keinen Sinn. Das gibt’s doch gar nicht. Das geht doch nicht! Und trotzdem ging es, weil wir Phantasie genug hatten, es möglich zu machen. Verstehst du?

OBI: Ziemlich kompliziert. Aber ich glaube, ich verstehe.

KASPER: Unsere Phantasie bringt uns z.B. auch dazu, dich zu verstehen, OBI. Obwohl wir alle wissen, daß Raben nicht in unser Sprache sprechen können.

OBI: Raab, raab.

KASPER: Genau, sonst würde sich das so anhören.

OBI: Du, das Geheimnis von Laguna Island gefällt mir.

KASPER: Fein. Aber jetzt ist es Zeit, daß wir uns verabschieden, OBI ...


E N D E





(c) 1996 Frank Patti

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zurück zu:  Kurzprosa Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!