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Leselupe.de > Fantasy und MĂ€rchen
Das Geheimnis von Schloss Blutenburg
Eingestellt am 19. 02. 2017 20:28


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amelkin
Wird mal Schriftsteller
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SOLODARBIETUNG "AGNES" oder "DAS GEHEIMNIS VON SCHLOSS BLUTENBURG"

Autor, Regisseur, BĂŒhnenbildner und Komponist: Alexander Amelkin
Co-Autoren: Jörg Hahn, Anna Neumann und Albert Zwilling
Musik- und Gesangscoach: Cornelia Kreitmeier


Premiere am 26.09.2017, Uhrzeit: 19:00 - 21:00, Eintritt frei
Veranstaltungsort: Die BĂŒhne im Pfarrsaal der Pfarrgemeinde Leiden Christi, Passionistenstr.12, 81247 MĂŒnchen


VERSION 170323



Am Abend warn die Lichter schwach.
Die Reflektionen wurden blasser und schwÀcher ...
Die Winterreifen rauschten wach.
Die fernen bleichen Sterne glÀnzten und glÀnzten ...

Ich hörte das Signal,
das um die Ecke kam.
Die Tram voll froher Menschen hetzte!
Die Dunkelheit verschwand!
Mein Kopf, der wurde klar.
Die Tram war weg. Es war die letzte ...


Dieses traurige Lied kam mir plötzlich in den Kopf, als ich an einem Dezemberabend auf meinem alten Fahrrad die Agnes-Bernauer-Straße entlang fuhr und an Agnes' Schicksal wie auch an meines dachte.

Die letzten 15 Jahre versuchte ich vergeblich, mich in diesem Leben als freiberuflicher KĂŒnstler zu positionieren. Meine GemĂ€lde wurden lĂ€ngst nicht mehr gekauft, die Arbeit als StraßenkĂŒnstler brachte kaum Einkommen, und ich beschrĂ€nkte mich nur noch auf reine Auftragsarbeit. Mit der Zeit verwandelte ich mich so von einer ehemals kreativen Person in einen Yuppie. Und eines Tages schrieb ich in einem Ausbruch von Selbstironie den Yuppie-Blues ĂŒber mich selbst:


TĂ€glich. Rund um die Uhr.
Jahrelang. Und wofĂŒr?
Business-Plan. Plan-Prospekt.
Atelier. Kunstprojekt.

Telefon. Telefax.
Wenig Schlaf wegen DAX!
Krise kommt! Dann Progress.
Atemnot! Ewig Stress!

Das ist der Yuppie-Blues,
mein Yuppie-Blues.
Wie mache ich mit meinem
alten Leben Schluss?

Das ist der Yuppie-Blues,
mein Yuppie-Blues.
Na, schön, dann sag ich gern
dem alten Leben TschĂŒss.


In dieser Zeit stieß ich auf einen Ausspruch des amerikanischen Genetikers Bruce Lipton, wonach unsere Gedanken, unsere Haltung und unser Lebensstil einen entscheidenden Einfluss auf unsere innere und Ă€ußere Wirklichkeit haben und die Gene steuern können.

Da beschloss ich mein Schicksal zu Àndern, versammelte alle meine KrÀfte, innere Haltung und Gedanken und ... plötzlich passierte mir eine ganz unglaubliche Geschichte!

Ende MÀrz 2015 bekam ich den Auftrag, anhand eines Fotos das Portrait einer jungen, blonden Dame zu zeichnen. Als ich mir das Bild nÀher ansah, war ich fasziniert: diese Frau sah aus wie die Agnes Bernauer auf ihrem Portrait im örtlichen Geschichtsmuseum.

Noch am selben Tag begann ich mit dem Zeichnen. Meine Arbeit wollte nicht so recht vorangehen, und draußen stĂŒrmte es laut. Das war wohl der Orkan "Niklas", der bereits in den Nachrichten angekĂŒndigt worden war. Die Stadt wurde fĂŒr ein paar Tage in Dunkelheit getaucht, und der starke Wind brach BĂ€ume, und Äste flogen durch die Luft.

Tage spĂ€ter, an einem ruhigen sonnigen Aprilabend, beschĂ€ftigte ich mich mit dem Auftragsportrait der Agnes Ă€hnelnden blonden Frau, wĂ€hrend im Hintergrund der Fernseher lief. ZufĂ€llig hörte ich die Nachricht von einem TongefĂ€ĂŸ mit GoldmĂŒnzen und einem alten Manuskript, das ein neunjĂ€hriger SchĂŒler vor kurzem in der NĂ€he von Schloss Blutenburg unter den riesigen Wurzeln eines umgestĂŒrzten Baumes fand. Der Fundort befand sich ganz in der NĂ€he meines Ateliers.

Es vergingen mehrere Wochen, und noch immer stockte meine Arbeit. Auf der Suche nach einer Inspiration beschloss ich das historische Museum mit dem originalen Agnes-Portrait zu besuchen. Dort fand ich mich unerwartet in einer Ausstellung wieder. Ich erinnerte mich an die damalige TV-Sendung; das Museum prĂ€sentierte eine der, von dem Jungen gefundenen, GoldmĂŒnzen und das alte Manuskript.

Die MĂŒnze datierte auf das Jahr 1435 und hatte eine eher ungewöhnliche Erscheinung. Auf einer Seite war das Gesicht einer Frau mit zwei Inschriften zu sehen: die Aufschrift "Agnes" und ein anderes Wort in einer unverstĂ€ndlichen Sprache und einer sehr seltsamen Schrift, das vielleicht den Namen "Agnes" duplizierte. Auf der RĂŒckseite der MĂŒnze fand sich das Wappen des Hauses Wittelsbach. Daneben lag das Manuskript. Der Text des Manuskripts war in der gleichen sonderbaren Sprache geschrieben wie das Wort auf der MĂŒnze.

An diesem Tag hatte ich das GlĂŒck, den Direktor des Museums zu treffen, der mir unerwartet das Geheimnis des schon entzifferten Manuskripts eröffnete.

Aus dem Text des Manuskripts ging hervor, dass es im Jahre 1435 in der Sprache der Elfen geschrieben wurde. Die Elfen waren das Ă€lteste und geheimnisvollste Volk, das jemals auf der Erde lebte. Der Direktor erklĂ€rte mir, dass die Elfen von den Sumerern und Babyloniern als fliegende Amphibien beschrieben wurden. Sie hatten die FĂ€higkeit zu lumineszieren, weshalb die Sumerer sie "Ellu" nannten, und die Indogermanen ihnen den Namen "Elbiz" gaben, das als "weiß" oder "glĂ€nzend" ĂŒbersetzt werden kann. Das Manuskript prĂ€sentierte unglaubliche Geschichten zu Albrecht III. und der Menschheit.

Der Museumsdirektor war so freundlich, mir eine Kopie des Manuskripts samt Übersetzung zu schenken. Im Folgenden erzĂ€hle ich Ihnen jetzt eine Zusammenfassung des gefundenen Manuskripts.

Die Elfen kamen vor Hunderttausenden Jahren auf die Erde. Sie stammten von dem weit entfernten neunten Planeten unseres Sonnensystems - jenseits von Pluto. Das Leben dort war nur in einem, von einem Eispanzer bedeckten, alkalischen Ozean möglich.

Die Überbevölkerung des eigenen Planeten zwang die Elfen, die Erde zu erkunden. Allerdings konnten sie die Erde nur fĂŒr begrenzte Zeit betreten und die Ă€ußeren Bedingungen nur mit RaumanzĂŒgen ertragen.

Mit Hilfe eines kĂŒnstlichen Vulkanausbruchs schufen die Elfen in der NĂ€he des Berges Ararat einen alkalischen See; auf seinem Grund entstand ein Genlabor, um Lebewesen nach dem Bilde der Elfen, aber mit an irdische Bedingungen angepassten Eigenschaften, zu kreieren. Sie nannten das Labor "Paradies" und auch "Garten Eden".

Nach vielen erfolglosen Versuchen erschufen die Elfen im Garten Eden vor 200.000 Jahren die ersten Menschen aus einer Kombination ihrer eigenen Gene mit denen einer irdischen Wasseraffenart. Diese ersten Menschen waren groß, stark und widerstandsfĂ€hig, ruhig und friedlich, und sie hatten eine Lebenserwartung von mehr als 1000 Jahren. Sie waren Amphibien wie die Elfen, und sie hatten in der SchĂ€deldecke eine Art "drittes Auge", durch das sie telepathisch mit den Elfen kommunizierten.

ZunĂ€chst lief alles nach Plan. Unter der Anleitung der Elfen etablierten die Menschen die gesamte notwendige Infrastruktur fĂŒr die Besiedlung des Planeten. Das musste sehr langsam und vorsichtig vor sich gehen, um das irdische perfekte natĂŒrliche Gleichgewicht nicht zu stören.

Aber plötzlich passierte vor 74.000 Jahren eine globale Katastrophe, die AusbrĂŒche von zwei Supervulkanen, die eine riesige Sintflut auslösten. Bei der Katastrophe fand der Großteil der Menschen den Tod, die technischen Einrichtungen auf der Erde wurden zerstört und die menschliche Zivilisation wurde in ihrer Entwicklung um viele tausend Jahre zurĂŒckgeworfen.

Dennoch versuchten die Elfen die Menschen zu retten soweit es ihnen möglich war. Auf dem Berg Ararat und in anderen Gebirgen konnten insgesamt nur etwa 2.000 Menschen gerettet werden, welche die Grundlage fĂŒr die Weiterentwicklung der menschlichen Art bildeten. Aber die Nachkommenschaft der Überlebenden hatte eine Reihe der fĂŒr die Elfen wichtigen Eigenschaften durch Mutationen verloren.

Das Experiment der Elfen mit dem Codenamen "Amphibien-Mensch" war gescheitert. Die Besiedlung der Erde durch die Elfen wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Aber die Elfen gaben die Idee der Kolonisation nicht auf. Daher mussten spezielle GerĂ€te konstruiert werden, die es den Elfen ermöglichten, mit den Menschen ĂŒber das Rudiment des dritten Auges – die ZirbeldrĂŒse - zu kommunizieren. Solche GerĂ€te, so genannte "Insignien", wurden von den Elfen hergestellt.

Das Manuskript zeigte ein kompliziertes Schema eines dieser Insignien. Durch Platzierung der Insignie auf der Oberseite des Kopfes auf dem Bereich des "dritten Auges" wurde der Zugang zu FĂ€higkeiten aus der Welt der Elfen aktiviert.

Damit schloss der erste Teil des Manuskripts ab.

Der zweite Teil des Dokuments enthielt die folgende Geschichte des Wittelsbacher Herzogs Albrecht III.

Albrecht, der einzige Sohn und Thronfolger des bayerischen Herzogs Ernst entspannte sich in den weltbekannten Augsburger ThermalbÀdern nach seiner Teilnahme an einem Ritterturnier. Dort lernte er die schöne Baderstochter Agnes Bernauer kennen und verliebte sich in sie.

Der Vater von Agnes, Kaspar Bernauer, war Bademeister und ein talentierter Arzt, doch im Mittelalter galt der Baderstand als unehrenhaft. Deswegen heiratete Albrecht seine Geliebte heimlich. Auf einer von der WĂŒrm umflossenen Insel baute er fĂŒr seine Gemahlin das Schloss Pluedenberg (spĂ€ter Blutenburg genannt), wo sie glĂŒcklich zusammen lebten. Der ursprĂŒngliche Name "Pluedenberg" bedeutet "BlumenhĂŒgel", welcher mit dem heidnischen Glauben verbunden war, dass, wenn man im FrĂŒhjahr zu diesem Ort kommt, einen Rosenbusch findet, die Rose streichelt und einen Wunsch Ă€ußert, könnte dieser Wunsch in ErfĂŒllung gehen.

In dieser Zeit widmete Albrecht der Bernauerin das folgende Minnelied:


Als eine alte Seele
trieb mich bestÀndig um
nur Dunkelheit, nur Leere.
Ich war so taub, so stumm ...

Man schenkte mir ein Leben,
die TrÀume im Fluss der Zeit,
die Freude an der Freiheit.
Damit kam ich soweit.

Dem Jubel meiner Seele
fehlte noch ein StĂŒck,
bis ich Dich getroffen hab.
Du bist mein wahres GlĂŒck!


Agnes hatte - wie auch ihr Vater Kaspar - eine besondere Beziehung zu Wasser und konnte unvorstellbar lange tauchen. Auf ihren Wunsch hin ließ Albrecht im neu errichteten Schloss einen Baderaum mit heißen Thermalquellen nach dem Prinzip des Doktors Kaspar Bernauer bauen.

Im Jahr 1433 wurde Albrecht von seinem Vater Herzog Ernst zum Regenten der Stadt Straubing an der Donau ernannt. Allerdings wollte Herzog Ernst die GefĂ€hrdung der Erbfolge durch die unstandesgemĂ€ĂŸe Verbindung seines einzigen Sohnes nicht akzeptieren.

Da Albrecht sich nicht von der Bernauerin trennen wollte, sah sein Vater keine andere Möglichkeit, als sie unter dem Vorwurf der Liebeszauberei und der Hexerei anzuklagen und zum Tode verurteilen zu lassen. WĂ€hrend Albrecht zur Jagd in Landshut weilte, wurde Agnes Bernauer in Straubing von einer BrĂŒcke in die Donau gestoßen.

In seiner Wut gegen den Vater rief Albrecht seine Leute zu den Waffen. Er wollte im Kampf sterben und dadurch mit Agnes wiedervereint werden.

Auf Bitte von Herzog Ernst schrieb Kaiser Sigismund einen friedensstiftenden Brief an Albrecht, und so kam es nicht zum Krieg, sondern zur Aussöhnung Albrechts mit seinem Vater.

Sehr betrĂŒbt von Agnes' Tod hat sich Albrecht in das Schloss Blutenburg zurĂŒckgezogen. Aber im November 1435 kam Kaspar Bernauer unerwartet zu ihm, um die Geschichte von Agnes' Hinrichtung zu erzĂ€hlen.

TatsĂ€chlich ist folgendes vorgefallen. Anfang Oktober 1435, kurz vor Agnes' Verhaftung, kam Dr. Bernauer fĂŒr ein paar Wochen nach Straubing, um seine Tochter zu besuchen. DarĂŒber hinaus traf er seinen alten Freund Jacob - ein rothaariger HĂŒne, der als lokaler Henker in Straubing arbeitete. In seinen alten Tagen besuchte Jakob oft die Bernauers und er kannte Agnes schon aus der Kindheit, weil er lange im Nachbarhaus in Augsburg lebte.

Nun sollte Jacob das Todesurteil vollstrecken. Da Agnes fĂŒr ihn immer wie eine Schwester war, entwickelte er einen Rettungsplan. Am Ort der Hinrichtung auf der DonaubrĂŒcke ersetzte er das Seil, mit dem er Agnes die HĂ€nde band, durch ein halb Verschlissenes. Agnes schaute Jakob mit TrĂ€nen und Gebeten in den Augen an, zitternd vor Angst, und er, bevor er sie von der BrĂŒcke stieß, flĂŒsterte ihr ins Ohr: "Das Seil ist faul. Versuch dich zu befreien und schwimm unter Wasser zu einem Busch. Verzeih mir."

Mit diesen Worten schubste Jacob die arme Agnes von der BrĂŒcke. Einige Zeit beobachtete der BĂŒttel die FlussoberflĂ€che. Agnes tauchte jedoch nicht wieder auf. Die Hinrichtung war vollzogen, und die Zuschauermenge begann sich zu zerstreuen.

Nachdem alle wieder gegangen waren, tauchten Kaspar und Jacob in die Donau, um nach Agnes zu suchen. Sie fanden den bewusstlosen Körper, und zu ihrer Überraschung war Agnes noch am Leben. Sie hatte wohl die amphibischen FĂ€higkeiten aus der Zeit der Elfen-Experimente in sich. Die Aktivierung dieser lĂ€ngst verschwunden geglaubten Funktion rief die Elfen auf den Plan. Sie schenkten Agnes fĂŒr ihre weitere Existenz den Körper eines Schwans und das ewige Leben dazu.

Kaspar brachte Agnes als Schwan nach Schloss Blutenburg.

Albrecht war erleichtert ĂŒber die Tatsache, dass Agnes noch lebte. Gleichzeitig haderte er mit dem Schicksal, das ihm jede Kommunikation mit Agnes genommen hatte.

Noch einmal griffen die Elfen ein: sie schenkten Albrecht ein Manuskript mit dem Plan fĂŒr den Bau einer Insignie. Dieses GerĂ€t sollte ihm sowohl die Kommunikation mit Agnes als auch den Kontakt zu den Elfen ermöglichen.

Albrecht baute das GerÀt, er setzte es, wie im Manuskript beschrieben, auf seinen Kopf und tatsÀchlich: telepathische FÀhigkeiten erlaubten ihm, mit Agnes zu kommunizieren.

Neben dem Bauplan erhielt das Manuskript noch das Angebot der Elfen, Albrecht am Ende seines menschlichen Lebens ebenfalls in einen Schwan mit ewigem Leben zu verwandeln.

Damit endete das Manuskript.

Und wir gehen davon aus, dass Albrecht dieses Angebot auch angenommen hat.

Somit blieben Albrecht und Agnes fĂŒr immer zusammen. Die Liebe von Albrecht und Agnes gewann!

Meine Wohnung ist nur wenige Fahrrad-Minuten von Schloss Blutenburg entfernt; oft besuchte ich die Insel mit dem so wunderschön gelegenen Schloss und schaute immer wieder auf den See. Manchmal schien es mir, dass die zwei weißen SchwĂ€ne, die auf dem See schwammen, Agnes und Albrecht waren!

Im Jahr 2013 errichtete der Bildhauer Joseph Michael Neustifter im Auftrag des Stifterehepaares Ursula und Fritz HeimbĂŒchler das Denkmal fĂŒr die liebende Bernauerin und gab ihm den Titel "Ein Denkmal fĂŒr die Liebe". Dieses ungewöhnliche Denkmal strahlt eine verborgene positive Energie aus. Und immer wenn ich das Schloss besuchte, nĂ€herte ich mich dem Denkmal und hörte oft von den Besuchern, dass es scheinbar einen Funken der leidenschaftlichen Liebe von Agnes und Albrecht trĂ€gt und das Schicksal der Menschen, vor allem von frisch VermĂ€hlten, positiv beeinflussen kann. Auch spĂŒrte ich, dass ich durch den Einfluss des Denkmals der Liebe, wenn ich es berĂŒhrte, eine Ladung kreativer Energie erhielt.

Und dann kam mir plötzlich eine verrĂŒckte Idee. Immer wieder sah ich mir die Materialien an, die ich von dem Museumsdirektor erhalten hatte, und dann entschied ich mich fĂŒr ein möglicherweise riskantes Experiment. Nach der Beschreibung und den Zeichnungen aus dem Manuskript versuchte ich, die magische Insignie nachzubauen. Ich hoffte, dass sie mir vielleicht helfen könnte, die Freude an der KreativitĂ€t durch Zugang zu FĂ€higkeiten aus der Welt der Elfen wieder zu erlangen. Warum nicht?

Ich montierte die Schaltung der Insignie und berĂŒhrte damit den Bereich des "dritten Auges" auf der Oberseite meines Kopfes ... und plötzlich spĂŒrte ich die Wirkung des GerĂ€ts!

Zuerst war ich blind, aber dann sah ich das Licht! Alles rund um mich bekam neue Farben! Unter dem Einfluss der Insignie verĂ€nderte sich meine Wahrnehmung der Welt. Und ich begann, diese besondere Vision auf meinen Portraits zu reflektieren, und ich nannte dieses PhĂ€nomen "Portrait der inneren Schönheit". Ich bemerkte, dass meine Portraits positiv und gesundheitsfördernd auf die Menschen wirkten. Und nicht nur das Bild beeinflusste die Person, sondern auch der Prozess der Zeichnung und der Prozess der Kommunikation bei der Erstellung des Portraits. Und auch die Beobachter spĂŒrten diese positive Wirkung.

FrĂŒher ĂŒbertrug ich ein menschliches Gesicht auf Papier sehr formal und mechanisch. Portraits waren stumpf, flach und leblos. Nun aber sah ich hinter einem Menschen eine Menge positiver Welten, die ich auf Papier brachte, und das Portrait kam zum Leben, begann zu kommunizieren, die Person zu unterstĂŒtzen, ihm Vertrauen und Freude zu vermitteln, neue Kraft zu geben. Aber dies konnte nur in einem persönlichen Kontakt mit dem GegenĂŒber gelingen.

Mir wurde nun klar, warum ich den Portraitauftrag von der blonden Frau so stark verzögert hatte: ich konnte die Gabe nicht durch das Abzeichnen eines Fotos aktivieren. Deswegen wollte ich die Frau persönlich kennenlernen.

Wir trafen uns in einem Café. WÀhrend des Zeichnens erzÀhlte die Frau, dass es ihr sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich nicht gut ginge 


Insgesamt brauchte ich nur wenige Minuten, um das Portrait zu vollenden. Zufrieden verabschiedeten wir uns voneinander.

Einige Wochen danach erhielt ich eine E-mail von der heutigen Agnes-Schönheit, in der sie mir mitteilte, dass ihr Leben gerade einer totalen Wandlung unterlag und sie eine echte GlĂŒcksstrĂ€hne hatte.

Es freute mich sehr und ich war ziemlich glĂŒcklich, aber ein paar Monate spĂ€ter passierte das Unerwartete. An einem eigentlich "perfekten" Tag waren die Insignie sowie die Kopien des Manuskripts und seine Übersetzung verschwunden! Alle meine Wunder-Archive waren weg! Es war eine echte Katastrophe! Eben noch war ich so glĂŒcklich, ich befand mich auf dem Höhepunkt des kreativen Schaffens, und dann zerbrach, verschwand, starb alles auf einmal!

Ich war am Boden zerstört, aber als ich mich ein wenig von dem Schock erholt hatte, beschloss ich zu handeln! Ich hatte in der Tat fast alles, was ich brauchte, in meinem Kopf, und so nahm ich einen Bleistift und versuchte, die Insignie erneut zu konstruieren!

Zu meinem UnglĂŒck scheiterten alle Versuche. Plötzlich dĂ€mmerte es mir! Warum sollte ich nicht noch einmal im historischen Museum die Kopien der Dokumente beantragen? Ich sprang sofort auf mein Fahrrad und raste zum Museum.

Stellen Sie sich meine Überraschung vor, als ich auf dem GelĂ€nde des Museums ein ganz gewöhnliches Wohnhaus vorfand!

Ich erinnere mich nicht, wie ich nach Hause kam ... Ich legte mich auf das Sofa und schlief sofort ein ...

Ich trĂ€umte, und plötzlich sah ich das Gesicht von Agnes, voller Liebe, Freude und GlĂŒck. Sie lĂ€chelte und sprach zu mir, dass ich die Insignien doch gar nicht mehr brĂ€uchte, um ein "Portrait der inneren Schönheit" zu schaffen ...

Mit diesen Worten von Agnes wachte ich auf - irgendwie glĂŒcklich, aber voller Sorge, dass es nur ein Traum gewesen sein könnte.

Ich eilte in den Park und bot dem erstbesten Menschen ein Bild als Geschenk an. Er war einverstanden. Und ich schaffte es! Wieder fĂŒhlte ich eine Verbindung mit der Welt der Elfen, die ich auf mein Portrait-Zeichnen ĂŒbertragen konnte!

War es vielleicht doch nicht nur ein Traum? Und Agnes und Albrecht haben immer noch durch ihre mystische Inkarnation eine positive Wirkung auf uns?

Wollen Sie, dass ich von Ihnen ein persönliches "Portrait der inneren Schönheit" genau hier und jetzt erstelle?

Dann kommen Sie bitte auf die BĂŒhne! Setzen Sie sich hier hin, drehen Sie bitte den Kopf ein wenig 
 So ist es gut, danke, und versuchen Sie, sich etwa 5 Minuten nicht zu bewegen. Und Sie, meine Damen und Herren im Publikum, können den Prozess der Schaffung eines "Portraits der inneren Schönheit" auf der Leinwand beobachten.


QUELLEN

1. Lydia L. Dewiel (2007): Oberbayern. Kunst und Landschaft zwischen AltmĂŒhltal und Alpen. Mit RundgĂ€ngen durch die Landeshauptstadt MĂŒnchen, DuMont Kunst-ReisefĂŒhrer, ISBN: 3770133358, ID: 49004

2. Maike Vogt-LĂŒerssen (2014): Frauen in der Renaissance - 30 Einzelschicksale

3. Raimund Meisenberger (2013): Neustifters Denkmal fĂŒr die liebende Bernauerin, Rottaler Anzeige, Eggenfelden/MĂŒnchen, 11.09.2013

4. Marita A. Panzer (2016): Ermordung der Agnes Bernauer, Historisches Lexikon Bayerns

5. Elisabeth Hering (1968): Sagen und MĂ€rchen von Donau und Rhein, Stuttgart

6. Werner SchĂ€fer (1987): Agnes Bernauer und ihre Zeit, MĂŒnchen

7. Hans und Marga Rall (1986): Die Wittelsbacher in Lebensbildern, Graz, Wien, Köln

8. Friedrich Hebbel (1851): Agnes Bernauer (politisches Drama aus dem Jahre 1851)

9. Dieter Wunderlich (2012): VerfĂŒhrerische Frauen. Elf PortrĂ€ts, Piper Verlag, MĂŒnchen

10. Rolf Groß (2008): MĂŒnchen Erleben, MĂŒnchen

11. Schloss Blutenburg. - Hier klicken

12. Schloss Blutenburg. - Hier klicken

13. SchauplĂ€tze bayerischer Geschichte. - Hallo MĂŒnchen, 28.04.2011

14. Nachrichtenarchiv (2013): Der Liebe gewidmet - Denkmal fĂŒr Albrecht III. und Agnes Bernauer - Hier klicken - 14. September 2013

15. Historienfilm (1961): Galante Liebesgeschichte (Les amours celĂšbres). - Agnes Bernauer.

16. Wikipedia: Agnes Bernauer, Albrecht III., Schloss Blutenburg, Obermenzing, MĂŒnchen


BILDER

1. Agnes Bernauer (GemÀlde eines unbekannten Augsburger Malers des 18. Jahrhunderts nach einer Vorlage aus dem 16. Jahrhundert) (Hier klicken).

2. Schloss Blutenburg (Hier klicken).

3. MittelaltermĂŒnze (Hier klicken).

4. Das Stifterehepaar Ursula und Fritz HeimbĂŒchler freut sich gemeinsam mit dem KĂŒnstler Joseph Michael Neustifter, links im Bild, ĂŒber das gelungene Denkmal zur Erinnerung an das Liebespaar Albrecht III. und Agnes Bernauer (Hier klicken).

5. Die zwei SchwÀne (Hier klicken).

__________________
Alexander Amelkin, MĂŒnchen-Obermenzing

Version vom 19. 02. 2017 20:28
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Version vom 19. 03. 2017 02:28
Version vom 19. 03. 2017 02:33
Version vom 23. 03. 2017 20:47
Version vom 23. 03. 2017 20:55
Version vom 23. 03. 2017 22:18
Version vom 01. 05. 2017 09:55
Version vom 01. 05. 2017 12:19
Version vom 13. 06. 2017 11:30

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