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Leselupe.de > Kurzprosa
Das Geständnis
Eingestellt am 09. 05. 2004 11:30


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Herbert Stahlvogel
Autorenanwärter
Registriert: May 2003

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Das Geständnis

Es war schon spät, als er sich an den Tisch setzte, den Stift in die rechte Hand legte und zu schreiben begann.

Liebe Jutta,
wenn du diesen Brief liest, werde ich längst weg sein. Dieses Mal wirst du mich nicht bei Tante Gabi und auch nicht bei Onkel Rudi finden. Deine Suche nach meinem Aufenthalt würde so vergeblich sein, wie meine jahrelange Suche nach deiner Liebe zu den Menschen und zu mir. Bereits morgen werde ich fern von dir sein; fern von deinen Quengeleien und Erniedringungen, deinem Hass und deinem Egoismus.
Es waren letztendlich nicht deine Worte die mich verletzten und auch nicht deine Reaktionen, deine Lügen und Taten. Ich trage dir weder nach, trotz der Anzeige, noch der Gefängnisaufenthalte und den Heilanstalten, die Du mir aufgehetzt hast. Du hättest alles mit mir machen können und ich hätte alles erduldet, aber nichts war schlimmer als deine Stimme zu hören, deine Lieder zu ertragen und deinen Gesang zu beurteilen. Ein Mensch der nur von Schwächen geprägt ist, sollte nicht auf anderen herumtrampeln.

Du hattest oft von Liebe gesprochen, doch Liebe ist nur ein Begriff bei dem Du nichts empfindest. Kannst Du mir sagen, was Liebe ist? Wenn ich es beschreiben müsste, wären die Worte karg und fahl. Vielleicht würde ich eine Winterlandschaft oder sogar Sibirien beschreiben und selbst dies würde nicht annähernd die Kälte beschreiben, die du anderen Menschen gibst.
Deine Sprache ist voller Hass und wo immer er gesät wird, kannst Du nicht weit sein. Darum habe ich diesen Schritt gewagt, habe alles stehen und liegen lassen, um Liebe zu finden.
Ich werfe keinen Stein nach dir, selbst wenn Du tausende in Deinen Händen hältst. Ich füge Dir keine Wunden zu, auch wenn meine Seele verwundet ist und mein Körper von deinen Narben geprägt ist.
Ging es Dir um’s Haus? Bitte Du kannst es haben.
Ging es Dir um’s Geld? Bitte nimm es dir.
Aber mich wirst du niemals wieder sehen.

Lebewohl
Edgar

Er schloss die Türe hinter sich ab, fuhr zum Flughafen und nahm den Flug von New York nach Paris, in die Stadt der Liebe, eine Gegend, die Sie nicht kannte.

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