Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92233
Momentan online:
441 Gäste und 19 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Das Grauen zum Sonntag
Eingestellt am 07. 12. 2010 11:16


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Inken B.
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2009

Werke: 8
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Inken B. eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Wir kennen es wohl alle: sp├Ątestens am Sonntagabend ist das Wochenende im Eimer, der bl├Âde Montag steht vor der T├╝r und unsere Laune ist dementsprechend beschissen.
Und als wenn das alles nicht schon schlimm genug w├Ąre, gibt es da jemanden, dem es sage und schreibe schon seit 1985 gelingt, zumindest einem Teil einer Zweierbeziehung den Sonntagabend so richtig zu versauen.
Die Rede ist, man ahnt es schon, von Hans. W. Gei├čend├Ârfer. Und wer Hans. W. Gei├čend├Ârfer sagt muss auch "LINDENSTRASSE" sagen, jenes grenzwertige Fernsehmachwerk, das uns Woche f├╝r Woche in die tiefen Abgr├╝nde der muffigen und spie├čb├╝rgerlichen Welt einer Mutanten - WG in einem M├╝nchner Hinterhof f├╝hrt.
Dabei war im Jahre 1985 noch gar nicht zu ahnen welch virtuelle Folter der Gei├čend├Ârfer da auf den Fernsehkonsumenten losl├Ąsst. Ganz im Gegenteil, so mancher Zuschauer erkannte sich gar wieder als MUTTER BEIMER sich noch fr├Âhlich von ihrem HANS bespringen lie├č, ELSE KLING ihre runzelige Nase ├╝berall reinsteckte und DR. DRESSLER noch auf eigenen Beinen durch das Fernsehbild stakste.
Doch schon bald bekam die piefige Idylle einen Riss. W├Ąhrend MUTTER BEIMER ganz hausm├╝tterlich in der K├╝che sa├č, Stullen mit Bio-Butter schmierte und ihr fetter und fetter werdende Sohn KLAUSI ihr erz├Ąhlte dass er bei der letzten Demo einem Polizisten auf die Stiefel gepullert hat, nagelte ihr Ehesklave HANS die Nachbarin nach allen Regeln eines Spie├čers - wie auch immer das aussehen mag. Hahaha, was f├╝r ein Skandal, genau so einen M├╝ll will der Zuschauer sehen! Wie der bieder-brave kassenbebrillte HANS BEIMER die olle ANNA ZIEGLER durchknattert und die auch noch neun Monate sp├Ąter ein Balg ausschei├čt!
Aber damit nicht genug. Am besten ist immer noch dieser L├Ąuseteppich MOMO, in dessen verfilzter Haarpracht sich wahrscheinlich ganze Biotope gebildet haben, in denen Generationen der "Pediculus humanus" - auf deutsch Kopfl├Ąuse - die Tritsch-Tratsch-Polka tanzen. Ist das nicht der, der die rothaarige Dickmamsell IFFI geschw├Ąngert hat? Genau der ist es! Sp├Ąter, als es bei ihm nicht mehr so klappte hat es sein Vater in der "LINDENSTRASSE" ├╝bernommen die IFFI mit dem Kupferdach nach Strich und Faden durchzuorgeln. Was hat MOMO eigentlich dazu gesagt? Ganz einfach: da hat er seinen Vater vor Freude kurzerhand erstochen! Wahnsinn! Da hat doch der Gei├čend├Ârfer tats├Ąchlich ein bisschen Dramatik in das muffelige Hinterw├Ąldler-Viertel der Lindenstrassenspie├čer gebracht!
Tja, und irgendwann war es schwer zu durchschauen wer mit wem und warum. Irgendwie hat es jeder mit jedem getrieben - au├čer mit BERTA GRIESE, da wollte keiner ran au├čer der Stotterheini HAJO SCHOLZ - und die Fernsehnation war begeistert.
├ťberhaupt ist die LINDENSTRASSE ein Sammelsurium der seltsamsten Gestalten der deutschen Fernsehgeschichte. Erinnern wir uns nur an den seltsamen GONG, nein, entschuldiGUNG, ja, "GUNG" nennt sich dieser kleine Vietkong, der seine Umwelt mit nervt├Âtenden Spr├╝chen in den Wahnsinn treibt. "Konfuzius sagt...", f├Ąngt jeder zweite Satz bei ihm an. Ja was sagt denn Konfuzius? "Halte dir beim Kacken die Nase zu!", "Spring niemals aus dem Fenster wenn es drau├čen regnet", "Binde dir die Schn├╝rsenkel nicht im Stehen zu!" Mit so einem Quark nervt dieser GUNG die Fernsehzuschauer, die aber mittlerweile so abgestumpft sein d├╝rften, dass sie kaum noch unterscheiden woher die seltsamen Sprachlaute von GUNG kommen, aus seinem Mund oder aus seinem asiatischem Arsch.
Und da w├Ąre noch DR. DRESSLER, jene sprechende Mumie, die seit der 169. Folge munter mit dem Rollstuhl umherbollert. Irgendwie erinnert einen der Greis an Dr. Frankenstein und es w├Ąre leichter sich vorzustellen dass dieser Faltensack aus halbvermoderten Leichen die Darsteller f├╝r die LINDENSTRASSE zusammen tackert als dass er auch nur einen Heuschnupfen kurieren k├Ânnte.
Nicht zu vergessen ist nat├╝rlich MUTTER BEIMER, die biedere Hausfrau, die wohl als die personifizierte Spie├čigkeit in der LINDENGOSSE gelten kann. "Ach wie bin ich sch├Ân normal und vern├╝nftig", schreit einem ihr stets wehleidiger Gesichtsausdruck entgegen. Wie sie ihre verzogenen G├Âren bemuttert, sich von allen LINDENSTRASSEN-Zombies die vollkommen uninteressanten Leidensgeschichten anh├Ârt, ihrem neuen Mann die braun besprenkelten Liebest├Âter aussp├╝lt oder hingebungsvoll in ihrem mittlerweile bankrotten Reiseb├╝ro herummurkst - einfach s├╝├č!
Oder man denke nur an GABI und ANDY ZENKER, einem absolut bemitleidenswertem P├Ąrchen. Sie eine mehlverstaubte Br├Âtchentante und er ein ewig heulender Jammerlappen. Da kommen einem doch glatt die Tr├Ąnen bei so viel Leid!
Noch besser ist der bereits erw├Ąhnte Stotteraugust HAJO SCHOLZ, der schon mal eine ganze LINDENSTRASSE - Folge braucht um einen Satz zu Ende zu sprechen und der in bester Stasi-Manier die Leute beschattet, der Sherlock Holmes der LINDENSTRASSEN-Spasten sozusagen.
Letztendlich l├Ąsst sich sagen, dass die LINDENSTRASSE eine Art psychologische Kriegsf├╝hrung gegen den normal denkenden Menschen ist und den Zuschauer dazu animieren soll, sich am eigenen Schl├╝pfergummi an der Wohnzimmer-Deckenlampe zu strangulieren.
In welcher Serie hat man sonst so viel virtuellen Mief und Staub auf einem Haufen? Eine Serie auf dem geistigen Niveau eines gerade eben fallen gelassenen, noch warmen Hundehaufens greift nach dem deutschen Fernsehzuschauer!
Da bleibt nur noch allsonnt├Ąglich zu jubeln: "Hoch lebe das deutsche Spie├čertum!"
__________________
Inken B.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


DocSchneider
Foren-Redakteur
H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: Jan 2011

Werke: 132
Kommentare: 2345
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um DocSchneider eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Sch├Âne Satire zum Fernsehverhalten, Wochenendausklang, Paarbeziehung und Terror der anderen Art. Da gibt es nur noch eine Steigerung: TATORT.
;-)
Heute ├╝brigens aus Berlin. LG Doc
__________________
Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals erm├╝dendem Lesen. (Virgina Woolf)

Bearbeiten/Löschen    


9 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!