Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5510
Themen:   94063
Momentan online:
188 Gäste und 7 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Erotische Geschichten
Das Guckloch im Holzzaun
Eingestellt am 16. 11. 2014 17:21


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Susi M. Paul
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Oct 2013

Werke: 21
Kommentare: 142
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Susi M. Paul eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Das Guckloch im Holzzaun


Den Blick durch das Astloch h├Ątte ich mir sparen k├Ânnen. Um die Zeit war da drin nat├╝rlich noch nichts los. Das hatte ich in den letzten Tagen schon in Erfahrung gebracht. Also schnappte ich mir meine Tasche und suchte hinter dem Geb├╝sch ein lauschiges Pl├Ątzchen, wo es die Sonne geschafft hatte, bis zum Waldboden vorzudringen.
Gefunden habe ich das von Wanderern und anderen Menschen g├Ąnzlich unber├╝hrte Eck zwischen ├╝berf├╝lltem Strand und Schnellstra├če vor zwei Wochen. Mit reichlich parktechnischem Geschick hatte ich die n├Âtigen zwei Quadratmeter f├╝r meinen Cinquecento ergattert. Doch auf der Liegewiese f├╝r Normalbadende h├Ątte ich schon zur Sardine mutieren m├╝ssen, um mich irgendwo reinzudr├╝cken. Und auf textilfrei hatte ich keine Lust.
Ein paar Mal habe ich es probiert. Aber trotz des Geredes von wegen nat├╝rlichem Umgang mit dem K├Ârper tummeln sich dort zu viele Gaffer. Mehr als meine Ritze zu ertragen bereit ist, obwohl sie sich ganz im Geheimen nat├╝rlich geehrt f├╝hlte. Jedenfalls bin ich sp├Ątestens nach der intimen Begegnung mit einem verschwitzen Barhocker zu der Erkenntnis gelangt, dass nackt herumzulaufen eher etwas f├╝r warme Sonntage in meiner Wohnung ist.
Da hatte es sich gerade recht gef├╝gt, dass der Feldweg, den mein fahrbarer Untersatz zum Parkplatz deklariert hatte, mich einladend angel├Ąchelt hatte. Er machte einen gro├čen Bogen um die Ginsterb├╝sche und die hohen Thujahecken des FKK-Gel├Ąndes, schl├Ąngelte sich dann am Waldrand entlang, kam zwischenzeitlich den knapp an meinen Ohren vorbeidonnernden LKWs gef├Ąhrlich nahe und beendete schlie├člich vor einem riesigen Weizenfeld seine Existenz.
Also nahm ich die Erforschung des Waldes in Angriff, denn irgendwo dahinter musste sich ja der Rest des Sees verstecken. Doch bald verbanden sich Brombeeren, wilde Rosen, noch mehr Stechginster und noch h├Âhere Thujas zu einer undurchdringlichen Wildnis, so dass ich den R├╝ckmarsch antrat. Da tauchten sie auf einmal auf, die Reste einer alten Bretterwand, teilweise mit Efeu und anderem Gr├╝nzeug ├╝berwuchert, wundersch├Ân von der Sonne angestrahlt, inmitten von dicken Baumst├Ąmmen.
Richtig verwunschen sah das aus. Ich hatte mich schon in die Stelle verliebt, bevor ich das Loch im Holzzaun entdeckte. Von irgendwoher dudelte leise Musik. Was blieb mir anderes ├╝brig, als hindurchzuschauen.
Dahinter, direkt vor meinem neugierigen Auge, lag der Gemeinschaftsplatz der Nacktbader. Der Teil des Gel├Ąndes, den ich bei meinen Besuchen tunlichst gemieden hatte. Dort hatte sich gerade eine Frauengruppe fortgeschrittenen Alters bei ihrer Nachmittagsgymnastik abgem├╝ht. Beinchen hoch, R├╝cken strecken. Vollkommen neidlos hatte ich sie ihrer k├Ârperlichen Ert├╝chtigung ├╝berlassen und mich zur Ruhe gelegt.
Gleiches tat ich nun gestern angesichts der mangelnden fr├╝hmorgendlichen Aktivit├Ąten auf der entkleideten Seite und schlief prompt ein, denn ich hatte eine lange Nacht hinter mir. Was aber leider nichts mit Leibes├╝bungen zu tun hatte, seien diese gymnastisch tanzender oder, was mir viel lieber gewesen w├Ąre, erotisch nackter Art gewesen, sondern mit liegengebliebener Arbeit an einem Grafikprojekt.
Als ich wieder zu mir kam, war die Sonne ein paar Meter weitergewandert und eine abget├Ânte Jazztrompete berieselte schon den Wald. Es wurde langsam Zeit, meine Kamera schussbereit zu machen. Ich wollte n├Ąmlich ausprobieren, welche Effekte sich beim Fotografieren von sportlich bewegten, h├╝llenlosen Menschen durch ein relativ gro├čes Astloch ergeben.
Doch eben dieses, die optische Verbindung zum prallen FKK-Leben, war zu meiner ├ťberraschung besetzt. Ein ausgewachsenes, m├Ąnnliches Wesen in Shorts und T-Shirt dr├╝ckte sich die Nase am Holz platt, um nur ja nichts zu verpassen. Ohne R├╝cksicht darauf, dass eventuell ein Splitter in sein Auge eindringen k├Ânnte. Gut, dass ich im Strandkleid und nicht im knappen Bikini geruht hatte.
┬╗Geben sie die bebenden Busen oder die h├╝pfenden Schw├Ąnze?┬ź, fragte ich nonchalant.
Bis dahin hatte ich keine Ahnung gehabt, wie ein typisches Spannergesicht beim Ertapptwerden aussieht. Jetzt wusste ich es. Eine Mischung aus Entsetzen, Scham und der Hoffnung, dass sich eine breite Spalte im Boden auftun m├Âge, um darin zu verschwinden, starrte mich an.
┬╗Die Antwort kannst du dir sparen┬ź, setzte ich vers├Âhnlich nach. ┬╗Erstens kenne ich das Musikprogramm und die dazugeh├Ârigen Tanzeinlagen zur Gen├╝ge. Und zweitens sprechen deine Shorts eine ├╝berdeutliche Sprache. Besser gesagt ihr aufst├Ąndischer Inhalt. Das kann nur hei├čen, dass die Jazzm├Ądels sich immer noch dehnen und strecken.┬ź
Endlich kamen aus dem tomatenroten Etwas, das einem eigentlich h├╝bschen Kopf ├Ąhnelte, leise gemurmelte Laute zu mir her├╝ber. Ich spitzte die Ohren und verstand: ┬╗... also auch.┬ź
┬╗Ob ich mich auch an den Nudisten aufgeile? Na ja, dr├╝cken wir es mal so aus: Eine besondere moralische Entr├╝stung ├╝berkommt mich nicht, wenn ich den Jungs da dr├╝ben beim Tai Chi zusehe. Denen wackelt es dann immer so meditativ zwischen den Beinen. Au├čerdem habe ich mir eine Entschuldigung zurechtgelegt. Ich will Fotos machen. Experimentelle, du verstehst schon, oder? Und du, warum gehst du nicht rein, wenn du auf nackte Muschis stehst?┬ź
┬╗Hab ich doch schon versucht┬ź, artikulierte er jetzt deutlicher. ┬╗Aber bei rasierten M├Âsen habe ich keine Gewalt mehr ├╝ber meinen Kleinen. Selbst wenn ich noch so konzentriert an meine Steuererkl├Ąrung denke. Und da laufen die rasierten M├Âsen massenhaft rum. Zweimal war ich drin, zweimal haben sie mir nach zehn Minuten freundlichst nahegelegt zu gehen.┬ź




┬╗Schwachheit, dein Name ist Mann, kann ich dazu nur sagen. Dann schau halt auf die unrasierten oder denk dir das fehlende Gestr├╝pp dazu.┬ź
In dem Moment beging ich den Fehler, an mir runterzuschauen, um absch├Ątzen zu k├Ânnen, ob ihm die Sonneneinstrahlung durch den feinen Stoff hindurch wohl etwas von meiner Nacktheit offenbarte. Breitbeinig, wie ich dastand, war mehr als genug von meinem Sch├Ątzchen zu erahnen. Und ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich dar├╝ber betr├╝bt sein sollte. Er jedenfalls nutzte den schnellen Blick gnadenlos aus.
┬╗Versuchung, dein Name ist Weib! Ob mit Busch, ob ohne oder lichtdurchflutet.┬ź
Das war nicht unoriginell dreist. Und er setzte noch eins drauf, denn ich hatte ihm ja vorher einen Angriffspunkt geboten, aus dem er bisher kein Kapital geschlagen hatte. Mit einer durchaus gekonnten Finte ging er vollst├Ąndig in die Offensive ├╝ber.
┬╗Das mit der experimentellen Fotografiererei ist ├╝brigens eine, wie soll ich sagen, umst├Ąndliche Umschreibung f├╝r eine gemeine Spannerin, oder? Also sprich: Wo liegen deine Vorlieben? Muskul├Âs und gro├č?┬ź
┬╗Was? Der Typ oder der Schwanz?┬ź
┬╗Nicht mit Gegenfragen antworten!┬ź
┬╗Muskul├Âser Schwanz, du Scherzkeks. Gr├Â├če egal. Und selbst, au├čer rasiert? Ausladend oder blond?┬ź
┬╗Rosig durchscheinend und schlagfertig.┬ź
┬╗Pass blo├č auf die Schl├Ąge unter die G├╝rtellinie auf, da kann es in deinem Zustand hart auf hart kommen.┬ź
┬╗Stimmt, du ziehst ja die Baumelnden vor. Damit kann ich gerade nicht dienen. Ich r├Ąume dann mal das Feld, auf dass die kreative Kunst nicht zu kurz komme. Bis bald mal wieder!┬ź
Und weg war er, bevor ich so lebenswichtige Details wie meine Handynummer oder meine K├Ârbchengr├Â├če preisgeben konnte. Schade, dachte ich mir, denn die Kabbelei hatte sich bis dahin gut angelassen. Ich f├╝hlte mich wie geschmiert in der Gegend, auf die er es augenscheinlich abgesehen hatte.
Statt jedoch lange zu lamentieren, zog ich meine Fotosession durch, mit bestimmt 500 Bildern in 20 Minuten. So lange, bis das Ziehen im unteren Unterleib mich zwang, in dringlicher Mission meinen vorherigen Ruheplatz aufzusuchen, um gewisse Verrichtungen an mir und meinem Schneckelein vorzunehmen.
Wohlig erleichtert stattete ich mich anschlie├čend mit dem Bikini aus, trabte zum Parkplatz, verstaute die Kamera in der Isotasche im Auto und sprang zur Erfrischung in den See. Was wiederum dazu f├╝hrte, dass es mich nach einer Currywurst gel├╝stete. Zufrieden und ges├Ąttigt wandte ich mich schlie├člich der Liegewiese zu, wo der Lochgucker mich freudestrahlend erwartete.
┬╗Hallo Babsi. Sch├Ân war es, dich beim Masturbieren zu beobachten.┬ź
Der elende Spanner! Warum hatte ich blo├č nicht aufgepasst? Damit h├Ątte ich rechnen m├╝ssen! Trotzdem, so ein Schwein! Andererseits auch ein s├╝├čes Schwein, r├Ąumte ich mir selbst ein. Aber musste er mir seine und meine Wichserei gleich zu Beginn unseres n├Ąchsten Schlagabtauschs unter die Nase reiben? Jetzt war es an mir, das schamhafte Tomatenrouge unter Kontrolle zu bekommen, das sich von meinen Wangen bis in die Haarspitzen ausbreitete.
┬╗Gl├╝ckwunsch┬ź, murmelte ich, um Zeit zu gewinnen und blitzschnell die Informationen zu verarbeiten.
┬╗Wozu? Zu meinem h├╝bschen Badetuch?┬ź
┬╗Nee, zu deinem Spannungsabbau im Wald, bei dem ich Hilfestellung geben durfte.┬ź
┬╗Gleichfalls! Bei dir war es ja eine Hochspannungsentladung.┬ź
Darauf bekam er keine Antwort, weil ich zu sehr mit Denken besch├Ąftigt war, um die richtige Retourkutsche zu geben. Wo konnte er das mit dem Namen nur her haben? Wir hatten doch beim Holzzaun das Nie-sollst-du-mich-befragen-Spiel gespielt. Verzweifelt kramte ich in meinem Hirn, bis es mir endlich einen Schnappschuss zuschickte. Das B├╝ndel Post auf dem Beifahrersitz!
┬╗F├╝r besondere Freunde ├╝brigens B├Ąrbel, aber das steht ja nicht auf den Briefumschl├Ągen.┬ź
┬╗Stimmt. Verzeihung!┬ź
Jetzt nur nicht nachlassen, setzte ich mich selbst unter Druck, w├Ąhrend ich neben ihm in die Horizontale ging. Ich musste sofort einen Gegenangriff starten, sonst h├Ątte er mich in Sekundenschnelle in die Enge getrieben.
┬╗Seltsam, dass ihr M├Ąnner auf der Liegewiese so oft die Bauchlage bevorzugt! Noch dazu, wo hier die gro├čen Werke der Rasierkunst von z├╝chtigen H├Âschen verborgen werden.┬ź
Treffer, gratulierte ich mir, als ich sah, wie er f├╝r einen Moment z├Âgerte.
┬╗Das ist meine ├╝bliche Position, wenn ich im Geiste meine Steuererkl├Ąrung durchgehe. Hast du Lust, mir dabei zu helfen?┬ź
Tolles Ausweichman├Âver und Neustart, gestand ich ihm im Geiste zu.
┬╗Alles klar! Fangen wir bei den Sonderausgaben an. Vor├╝bergehende Unterhaltsleistungen an den Partner sind nur im Rahmen einer Scheidung abzugsf├Ąhig, nicht bei ehemaligen Freundinnen.┬ź
┬╗Habe ich sowieso nicht. Meine Ex ist dick gepolstert. Ich hatte n├Ąmlich einmal mit der Absetzbarkeit von ├Ąrztlich verordneten Puffbesuchen gelieb├Ąugelt. Aber meine Haus├Ąrztin hat dann befunden, dass sie die Angelegenheit f├╝r eine Weile selbst in die Hand nehmen k├Ânnte. Allerdings gibt es, soweit ich wei├č, eine ├Ąhnliche Regelung f├╝r Ganzk├Ârpermassagen bei Sexentzugshysterie.┬ź
Touch├ę, der Kerl war richtig gut.
┬╗K├Ânnen wir ├╝berspringen. Das halbes Jahr ohne habe ich locker aus eigener Kraft bestritten. Wie sieht es mit Berufskleidung aus? Erh├Âhter Bedarf durch ├ťberbeanspruchung im Schritt?┬ź
┬╗F├Ąllt weg. Einsames Einzelb├╝ro ohne entsprechende Herausforderungen. H├Âchstens die Flicken am durchgesessenen Hosenboden w├╝rden als Mehraufwand durchgehen. Aber wie sieht es bei dir mit privat genutzten Arbeitsmitteln aus? Die Kamera zum Beispiel. Da habe ich k├╝rzlich etwas von einer Klausel gelesen, die sich auf die Nichtabsetzbarkeit im Falle von Pornobildern bezieht.┬ź
┬╗Genau deswegen habe ich mich ja auf h├Ąngende und h├╝pfende Schw├Ąnze spezialisiert. Das ist Erotik und geht sicher durch. Ist mit meinem Ex abgekl├Ąrt, seines Zeichens Steuerfahnder.┬ź
┬╗Wann kriege ich die Fotos eigentlich mal zu sehen?┬ź, wechselte er jetzt, nachdem die Beziehungskisten gekl├Ąrt waren, auf die Zukunftsperspektiven ├╝ber.
┬╗Erst, wenn sie reif sind.┬ź
┬╗Was sind das nur f├╝r Zeiten! Einst konnten wir M├Ąnner die M├Ądchen abschleppen, um ihnen ein Briefmarkenalbum zu zeigen. Heute m├╝ssen wir warten, bis die Frauen ihre durch ein Astloch gesammelten Pimmel sortiert und nachbearbeitet haben.┬ź
┬╗Apropos Pimmel. Wie schaut es denn auf der Front bei dir aus? Lust auf Abk├╝hlung?┬ź
Seit einer Weile war mein Bikini trocken, bis auf die immer feuchter werdende Stelle zwischen den Beinen. Die presste ich inzwischen krampfhaft zusammen, damit nicht jemand auf die Idee kam, unz├╝chtige Bilder zu machen. Da half nur eins: durchn├Ąssen im See, damit es nicht weiter auffiel.
┬╗Tja, das ist so eine Sache. Anfechtung und Versuchung, eure Namen sind B├Ąrbel und ihre sexy Schenkel! Wenn mein Badetuch und der Untergrund hier nicht so weich w├Ąren, w├╝rde ich eine perfekte Levitation hinlegen. Es w├Ąre wahrlich skandal├Âs, wenn ich jetzt aufstehen w├╝rde. Geh du dich nur einfeuchten!┬ź
Beim Hochrappeln musste ich ihm notgedrungen die Bescherung in meinem H├Âschen zeigen. Besser ihm, der ja daf├╝r verantwortlich war, als dem ganzen Rest. Sofort sprang er darauf an und legte nach.
┬╗Oder besser gesagt: Geh du hin und vertusche dein Einfeuchten!┬ź
Als ich zehn Minuten sp├Ąter tropfnass und glatt zur├╝ckkam, fand ich keine Spur mehr von ihm. Keine Telefonnummer auf einem Zettel. Keine Nachricht im Sand. Wie auch, es gab ja nur Gras. Er war wie vom Erdboden verschluckt. Die umliegenden Sonnenbader konnten sich vage daran erinnern, dass er Richtung Parkplatz verschwunden war.
Ehrlich entt├Ąuscht raffte ich meine Sachen zusammen und hoffte, unter den Scheibenwischern etwas zu finden. Aber auch da Fehlanzeige. So eine Schei├če! Von wegen s├╝├čer Spanner! Nichts anderes als ein elender Spanner war er! Ein namenloser, mieser Spanner! Ein feiger Saftsack!
Bis ich daheim war, hatte ich mich ein bisschen beruhigt. Er war aufgegeilt. Er kannte meinen Namen. Er hatte meine Adresse. Hoffentlich hatte er sich die aufgeschrieben! Ganz scheu├člich konnte er mich nicht finden, sonst h├Ątte er sich im Wald einen runtergeholt und mich danach in Ruhe gelassen. Aber er hatte mich weiterverfolgt.
┬╗So ein Wichser!┬ź, meldete sich an dieser Stelle die Gegenspielerin in mir. ┬╗Nat├╝rlich hat er dich nicht scheu├člich gefunden, als du hechelnd und st├Âhnend im Wald gelegen bist. Am liebsten h├Ątte er da noch auf dich draufgespritzt! So sind sie n├Ąmlich, diese Wichser! Aber zu mehr ist der doch nicht f├Ąhig! Erwarte blo├č nichts von dem Spanner!┬ź
Mit M├╝he konnte ich die verletzte Stimme zur├╝ckdr├Ąngen und mich an die Arbeit machen, um auf andere Gedanken zu kommen. 490 gel├Âschte Fotos und zehn Bildbearbeitungen sp├Ąter war es elf. Ich druckte mir einen besonders gelungenen Tai-Chi-Schwanz aus, steckte mir einen Dildo rein, schrie meinen Frust raus und legte mich schlafen.
Um f├╝nf wachte ich schwei├čgebadet auf. Im Traum hatte ich ihn dabei beobachtet, wie er seinen Steifen durch das Astloch im Wald schob und mich dabei mit gro├čen Augen ansah. Nat├╝rlich! Wie bl├Âd war ich eigentlich? Der Holzzaun!
An Weiterschlafen war nicht zu denken. Keine f├╝nf Minuten sp├Ąter trat ich ungeduldig das Gaspedal meines armen Cinquecento durch. Ich hielt mich gar nicht damit auf, ihn am Parkplatz abzustellen, sondern ruckelte den Feldweg entlang. Von Weitem schon sah ich den Zettel an der Bretterwand. ┬╗Sie kommt. Sie kommt nicht. Sie kommt. Sie kommt nichtÔÇŽ┬ź, stand von oben bis unten drauf, und als ich ihn umdrehte, noch einmal von oben bis fast ganz unten. Die letzte Zeile dann: ┬╗W├╝rde ich kommen? Wahrscheinlich nicht.┬ź
Und so sitze ich jetzt seit zwei Stunden hier. Die Sonne hat den Weg durch die Baumst├Ąmme geschafft. Und ich kann nichts anderes tun, als vor mich hin zu denken: ┬╗Er kommt hierher. Er kommt in meine Wohnung. Er kommt nicht. Er kommt hierher. Er kommt in meine Wohnung. Er kommt nicht...┬ź
Bis zehn bleibe ich und fluche zwischendurch ganz bestimmt ganz oft ganz gottesl├Ąsterlich. Dann fahre ich heim.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Dominik Klama
Guest
Registriert: Not Yet

G├Ąhn. Muss denn so viel Albernheit wirklich so lange dauern?

(Die Frage, ob auch hier wieder mal ein m├Ąnnlicher Bisexueller, der sich in die Frauenrolle reinsteigert, dahinter steckt, unterdr├╝cken wir, da sie sowieso nie ehrlich beantwortet wird.)

Bearbeiten/Löschen    


Susi M. Paul
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Oct 2013

Werke: 21
Kommentare: 142
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Susi M. Paul eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber Dominik,

du hast v├Âllig recht, so viel Albernheit muss nicht so lange dauern. Jetzt ist es mir endlich wieder eingefallen, was ich dir schon vor Wochen empfehlen wollte. Die 10 Rechte des Lesers und der Leserin, zusammengestellt von Daniel Pennac in Comme un roman. Die ersten drei k├Ąmen hier in Frage: Das Recht, nicht zu lesen. Das Recht, nach Gutd├╝nken Seiten zu ├╝berspringen. Und nat├╝rlich das Recht, einen Text nicht zu Ende zu lesen, wenn er zu g├Ąhn und zu langweilig ist. Ich tue das auch ganz oft, und dazu stehe ich. Gr├╝├če, Susi M. Paul

Bearbeiten/Löschen    


Rehcambrok
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2015

Werke: 87
Kommentare: 144
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Rehcambrok eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Da ich Wortspiele und Schlagfertigkeit sehr sch├Ątze , wurde die Geschichte f├╝r mich zu einem Erlebnis .
"G├Ąhnenden" Personen empfehle ich , mal "auszuschlafen" .
Eine wie auch immer geartete , makabere Aufl├Âsung in einem zweiten Teil , f├Ąnde ich sehr sch├Ân .
Ich hoffe , das spornt an .
Liebe Gr├╝├če
Helmut
__________________
Wer Frieden auf der Welt will muss bei den Kindern anfangen .

Bearbeiten/Löschen    


Wipfel
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Feb 2008

Werke: 58
Kommentare: 722
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Wipfel eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

hi Susi,

ich habe die Geschichte gerade gelesen - sch├Âne Unterhaltung! Es gelingt dir, Leichtigkeit in die Geschichte zu weben. Und das mit dem Fotoaparat - kam mir bekannt vor.

Du schreibst nicht langweilig - im Gegenteil. Ich habe nichts gegen Geschwindigkeit, wirklich nicht. Jedoch an folgender Stelle ging es mir dann doch zu schnell:

quote:
Wohlig erleichtert stattete ich mich anschlie├čend mit dem Bikini aus, trabte zum Parkplatz, verstaute die Kamera in der Isotasche im Auto und sprang zur Erfrischung in den See. Was wiederum dazu f├╝hrte, dass es mich nach einer Currywurst gel├╝stete.

Ich sehe den Ort der wohligen Erleichterung, die Prot. im Bikini, zum Parkplatz traben, im Auto kramend, genauer in der Isotasche. Wo kommt der See neben dem Auto pl├Âtzlich her? Und die Imbisbude? Im See oder wieder auf dem Parkplatz?

Fein, fein. Gr├╝├če von wipfel

Bearbeiten/Löschen    


6 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Erotische Geschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.



Werbung