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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Das Haus am Meer (überarbeitete Fassung)
Eingestellt am 14. 01. 2003 17:43


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Bonnie
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2001

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Das Haus am Meer.



Reni war heute Morgen früher als gewöhnlich aufgestanden. Langsam schlenderte sie zum Strand hinunter. Sie brauchte einfach Zeit und sie wollte alleine sein. Nachdenklich setzte sie sich in den weißen Sand und dachte zurück.
Als Vater noch lebte, hatten sie gemeinsam stundenlang am Strand gesessen und geredet. Das war bevor Vater Ellen kennen gelernt hatte. Ellen war seine zweite Frau, ihre Stiefmutter, und Reni konnte sie nicht ausstehen. Ihre aufgesetzte Freundlichkeit machte Reni misstrauisch, und ihre Eitelkeit ging Reni auf die Nerven. Ellen hatte auch Reni immer gehasst, aber Reni hatte es für sich behalten denn Vater hätte ihr doch nicht geglaubt. Für ihn war nach sehr langer Zeit endlich wieder alles in Ordnung. Er hatte wirklich geglaubt, Ellen könnte ihre verstorbene Mutter ersetzen, dabei war Ellen doch nur auf sein Geld aus. Nur Vater hatte nichts davon gemerkt.
Ihre Mutter war vor siebzehn Jahren bei ihrer Geburt gestorben, und Vater hatte sich immer um sie gekümmert, ihr fast jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Und nun war Vater tot, ein Unfall, er war mit seinem Wagen verunglückt. Ein Geisterfahrer war ihm entgegen gekommen, und Vater hatte nicht mehr ausweichen können.
Langsam verschränkte Reni die Arme hinter ihrem Kopf und legte sich in den Sand. Sie dachte an die Zeit, welche sie mit ihrem Vater hier verbracht hatte. Eine Zeit ohne Ellen, eine glückliche Zeit.
Bis heute hatte sie nicht verstehen können, was ihr Vater an dieser Frau gefunden hatte. Ellen war zwar eine schöne Frau, aber sonst hatte sie nichts zu bieten. Sie war dumm und eitel. Hochnäsig und raffgierig, aber das hatte ihr Vater nie bemerkt. Auch hatte sie dieses Haus nie gemocht, regelrecht gehasst hatte sie es. Dieses Haus, welches Reni und ihrem Vater so viel bedeutet hat. Nun, sie würde es nicht mehr lange ertragen müssen. Ellen war sowieso immer ein Thema für sich gewesen. Reni konnte bis heute nicht verstehen, warum diese Frau stundenlang bei Ebbe im Meer herumrennen musste. Ihr Getue, als wäre sie sportlich oder würde für ihr Leben gern laufen war so falsch wie diese Frau selbst. Immer wenn sie zurückkam ließ sie sich von Reni von vorne bis hinten bedienen. Immer hatte sie etwas zu meckern, besonders das Haus mochte sie nicht. Reni war hier aufgewachsen und liebte dieses Haus, aber Ellen wollte es nun unbedingt verkaufen um von hier fortzuziehen. Das konnte Reni auf keinen Fall zulassen. Sie durchdachte noch ein letzten Mal ihren Plan, und kam zu der Erkenntnis dass nichts schief gehen konnte. Sie kannte Ellen zu gut und wusste wie sie reagierte.
„Gutem Morgen Reni“, hörte sie plötzlich eine Stimme neben sich. „Ich mache mein Lauftraining bis zum Frühstück“, sagte Ellen und ging zum Meer hinaus. „Ist gut“ murmelte Reni nur, wobei sie ein kleines Schmunzeln nicht zurückhalten konnte. Sie sah auf die Uhr und legte sich wieder zurück. In einer knappen Viertelstunde würde die Flut kommen, und sie würde schnell kommen. Ellen hatte also keine Chance mehr schnell genug umzukehren. Reni sah ihr nach, wie sie, zuerst langsam daher ging um dann in ihren Laufschritt zu fallen. Diese Frau hatte eben keine Ahnung vom Meer, keine Ahnung von Ebbe und Flut. Reni schloss für einen Augenblick die Augen und dachte an ihren Vater, bis Wasser ihre Füsse umspielte. War sie denn eingeschlafen?. Sie stand auf und sah auf das Meer hinaus. Dann begann sich dann wieder dem Haus zuzuwenden. Langsam ging sie darauf zu, wobei sie sich immer wieder umdrehte. Einmal blieb sie noch kurz stehen und sah auf das Meer. Von Ellen war keine Spur zu sehen. „Was das Meer einmal hat gibt es nicht wieder her“ dachte Reni bei sich. Sicher, man würde Ellen irgendwann finden. Auf Reni aber würde kein Veracht fallen. Sie musste am Vormittag Ellen als vermisst melden, aber das hatte noch etwas Zeit. Schnell ging Reni auf das Haus zu. Die Uhren mussten wieder um eine halbe Stunde zurückgestellt werden. Über alles Andere konnte sie sich nach dem Frühstück Gedanken machen.

__________________
MB

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Phantom
Guest
Registriert: Not Yet

Grrrrrrrrrrrrrrrrr

Mensch Bonnie, mir gefällt dein Plot soooo gut(!!!), aber der Aufbau... hmmmmmmmmmmmmm...
Ich würd' das ganze "strecken", das alles reiht sich viel zu eng aneinander... gönn dem Leser bisweilen eine Pause, stopf ihn nicht mit Tatsachen/Wissen voll... wirf ihm die Leckerbissen häppchenweise zu würze das mit ein paar Bildern der idyllischen deutschen Nord- bzw. Ostseeküste und du hast ein verdammt gutes Rezept zu einer Crime-Story mit makarberem Ende.

Gruß Phantom

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Marcus Richter
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Jan 2003

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Liebe Bonni,
also ich muß sagen, Phantom hat völlig recht. Diese Geschichte schreit fast nach bissigen Dialogen und hinterlistigen Boshaftigkeiten. Man kann die Geschehnisse fast vor dem inneren Auge sehen. Ich sehe z.B. die Lieblingsvase der Mutter, in den Händen der Tochter.
"Stell sofort die Vase wieder hin."
"Du wirst es nicht wagen!"
Und dann sehe ich, wie die Tochter lächelt.

Ich gebe dir aber trotzdem ein gut, weil die Geschichte für diesen minimalistischen Stil wirklich gut ist. Vieleicht machst du sie ja mal länger und sie wird außerordentlich.

Gruss Marcus
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"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs Grünbein

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