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Leselupe.de > Gereimtes
Das Haus oder auch: Von der Gefahr des Nichtseienden für die Mittelschicht
Eingestellt am 11. 02. 2003 08:51


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Penelopeia
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Registriert: Nov 2002

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Es ist recht groß, beinahe fast
als wie ein königlich Palast.
Vorn dran hat es einen Vorgarten,
vor dem muß man brav außen warten.

Bevor man nun Einlaß erhält,
fragt man, obs genehm und gefällt
und ob der Zeitpunkt wirklich tauge,
und lächelt ins Kameraauge...

Wird einem das Tor aufgemacht,
gewahrt man des Vorgartens Pracht:
Beete voll Blumen, Kompostberge,
dazwischen grinsen Gartenzwerge...

Beleuchtet der Weg auch zum Haus,
die Leuchten gehn des Tags nicht aus.
Wie kurz und schier hier bloß die Gräser,
wie geschnitten von einem Laser!

Zur Zierde auf dem Brunnenrund
hockt Froschkönig mit schiefem Mund,
und deutet mit seiner Grimasse
in Richtung Hausterrasse...

Auf dieser liegt nun, massig, fett,
ein Besitzer und schaut nicht nett.
Jedoch schafft er's, sich zu erheben,
um träge einem zuzustreben.

Er grüßt, als säß' auf hohem Roß
er jetzt oder wäre mein Boß.
Ich denk, es würde ihm gefallen,
kröch' ich auf Vieren durch die Hallen...

Doch bleibt er höflich und freundlich
und lädt mich ein ins Haus. Zu sich.
Er zeigt mir die Diele, die Räume,
ich staune und denk', ich albträume.

Teure Ölschinken an der Wand,
Marmorfliesen aus Obi-Land,
schwere Eichenholzmöbelstücke -
man schwitzt unter der Last der Eindrücke...

Auf der Schiffsdiele vor'm Kamin
liegt ein ries'ges Bell-Ungetüm.
Doch es geht nicht in Angriffspose,
es hat vermutlich schon Arthrose...

So nimmt man endlich erschöpft Platz
nach einer Staun- und Zeigehatz
auf den Ledercouch-Elementen,
trinkt Cognac mit zitternden Händen.

Nun betritt, man ahnte es schon,
die Besitzerin den Salon,
doch läßt ihr verblühendes Wesen
gedrückte Stimmung nicht genesen.

Sie erzählen von dem Hausbau,
wissen auch sonst alles genau.
Eigentlich möcht' man gerne flüchten,
und wenn sie zehnmal Rosen züchten...

Und während ich nach Gründen such,
woher dieser sterile Geruch,
woher die ganze Langeweile
kommt in dies Haus und in mich Eile,

kommt die Frage mir in den Sinn:
Wo sind Besitzers Kinder hin..?
Jedoch, leider und ganz alleine
erfahre ich: hier gibts gar keine...

Und während nun Schweigen ausbricht
und die Scham mir greift ins Gesicht,
denk ich mit leicht blassem Erröten:
Euch wird einst Ungebor'nes töten...

(Anmerkung: War auch ein Kindergedicht, im Nachvollug des 6. Gebotes...)









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theubner
Guest
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...mein Gott - eine Erleuchtung - BITTE!..

...so was liest man hier auch nicht alle Tage - wirklich nicht... ich hoffe mit der Nachbemerkung - dies sei ein Kindergedicht - wolltest Du ausdrücken, dass Du es ALS KIND geschrieben hast - oder für einen Kindergeburtstag oder so was in der Art...

quote:
Er zeigt mir die Diele, die Räume,
ich staune und denk', ich albträume.

...ja - DAS habe ich auch gedacht (allerdings richtig formuliert)...

...G::T-H::E - theubner...

...PS:... ich hoffe Penelopia ist an Pennäler angelehnt - sonst könnt ich die Irrfahrt verstehen...

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Penelopeia
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Hallo Theubner,

ich hoffe, Du konntest trotz der Albträume schlafen... Das Gedicht habe ich tatsächlich als Kind geschrieben. Das hast Du in phänomenaler Weise richtig erkannt. Denn in Wahrheit bin ich ein Kind, wenn auch ein großes...

Die zweite Frage läßt sich auch zu Deinen Gunsten beantworten: Penelopeia ist an Pennäler angelehnt, so wie Odysseus an öde oder Theubner an taub...

Drittens stellt sich mir - nunmehr aber ein bißchen ernsthafter - die Frage, was bringt Dich so in Rage (Raa'sche gesprochen, also kein Reim)? - Bist Du etwa auch mit einem Haus ohne Kinder "gesegnet"? - Wenn ja, so genieße es, wie Du scheinbar den Text genossen hast.

Viele Grüße

vom Kind Penelopeia

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theubner
Guest
Registriert: Not Yet

...zu 1).. nein - ich konnte nicht schlafen - aber DAS ist nicht Deine Schuld...

...zu 2).. dacht ich mir - nur ein Fehler - theubner ist an Täubner angelehnt - also eine der Tauben züchtet, ihnen das Postausfliegen beibringt (oder den Tauben das Hören - wie Dir vielleicht...)...

...zu 3).. was mich in Rage brachte ist diese Form, dieses schrecklicher Dahergestolper, diese billigen (und teilweise unsauberen) Reime, das Verwenden ausgelutschter Bilder, diese krampfhaft zusammengeklaubten Verse usw. ...

...Dir auch viele Grüße - theubner...

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Penelopeia
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Hallo Theubner,

als nun hoffentlich letzte Antwort meinerseits will ich folgendes zu dem Deiner Ansicht nach verholperten Text schreiben:

1. Dieser hat natürlich eine reißerische, recht hochtrabende Überschrift, die soziologisch-philophisch dahergaloppiert...
2. Es steckt m.E. in dieser aber auch schon eine erkennbare Tendenz drin, die zwischen Klamaukatien und Absurdistan balanciert.
3. Der Text klingt, da gebe ich Dir recht, vom Sprachgestus her höchst einfältig. Grund dafür sind Rhythmus und Reimschema, die Kindertexten u. -liedern nachempfunden wurden. Eigentlich wollte ich ursprünglich diese Wirkung noch verstärken - im Hinterkopf hatte ich Reime wie "Hoppe, hoppe Reiter"...
Was Reimgeschlechter und Metrum betreffen, dürfte der Text so unsauber nicht sein. Aber Du kannst mir gerne Abweichungen benennen.
4. Die "Pointe": Sie kommt sehr unvermittelt, unerwartet, unvorbereitet daher. Insofern gerät der Text nun völlig - scheinbar jedenfalls - ins Land Absurdistan. Was gesagt wird, ist allerdings eine leider grundsätzliche Wahrheit, die sich für unsere Gesellschaft zur bedrohlichen Realität auswächst. Und zwar sowohl auf der rein privaten Ebene eines Single-Paares, das irgendwann, wenn die Spuren des Alters nicht mehr zu übersehen sind, von tiefgreifenden Zweifeln am Sinn des Ganzen gepackt wird, wie auch auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene: unsere Gesellschaft tötet
sich mit der erkennbaren Alterspyramide selbst. Das ist nun leider eine wirkliche Tendenz. Und damit ist der Text, nach einem kurzen Tritt übers "Holperpflaster" Absurdistans, wieder im real existierenden Wohlstandsland angelangt, das halt auch von arthritischen Hunden und Obi-Fliesen "geschmückt" wird...

Abschließend: Was eigenlich ist ein "Kritiker mit Festanstellung"? - Ist dieser vergleichbar mit einem Priester einer zahlenden Kirche?

Auch fiel mir die Vehemenz Deines Ausbruchs nicht unangenehm auf: Du weißt sicher, daß ein Werk nicht so ganz schlecht sein kann, wenn sich die Kritiker (oder die Theologen) die Mäuler drob zereißen!?

VG das Kind

Penelopeia



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Gegge
Guest
Registriert: Not Yet

quote:
Ursprünglich veröffentlicht von Penelopeia
...Du weißt sicher, daß ein Werk nicht so ganz schlecht sein kann, wenn sich die Kritiker (oder die Theologen) die Mäuler drob zereißen!?

Nun, dann verstärke ich dich in diesem Irrglauben, indem ich auch sage: ES IST SCHLECHT!

Das geht schon beim Titel los.
Dann folgt nur noch nicht enden wollendes banales Gereime,
voller sprachlicher Grausamkeiten.

Gruß Gegge

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