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Leselupe.de > Kurzprosa
Das Herz
Eingestellt am 27. 11. 2003 20:39


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Senerva
Festzeitungsschreiber
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Sie sitzt da ... noch immer rinnen vereinzelt Tränen über ihre Wange. Das Geschehene versucht sie zu verkraften und doch kann sie es nicht. Ihr bester Freund ... tot. Noch immer will sie es nicht glauben, obwohl es schon ein Jahr her ist. Genau heute, die gleiche Nacht, die gleiche Uhrzeit. Sie erinnert sich genau an diesen Abend. Sie beide haben hier gesessen auf der Parkbank. Die Dunkelheit der Nacht war ihr einzigster Freund .. ihr einzigster gemeinsamer Freund. Meistens haben sie sich abends hier getroffen, spät in der Nacht, sodass niemand sie sah.
Sie blickt hinunter und spürt, wie ihre kalten, bleichen Hände über das verschmutzte und rauhe Holz der Bank wandern, als suchen sie nach etwas. Ja, nach einem warum. Warum musste er .. sterben? Warum nicht sie? Warum gerade der Mensch, der ihr am meisten bedeutete? Ihre Hand wanderte zu ihrem Herz. Sie versucht etwas zu fühlen, etwas zu empfinden, doch da ist nichts. Ein schwarzes Loch in ihrem Körper. Ihr Herz ist mit ihm gestorben. Einfach so .. ohne "Auf Wiedersehen" zu sagen, ohne zu sagen "wir sehen uns bald" oder "Heute Abend auf der Parkbank, ja?"
Nein, er ist einfach gestorben. Einfach so ihren Körper … ihrem Leben entrissen worden. Schwer seufzend blickt sie auf. Dann reibt sie sich verwundert die Augen. Ist es da nicht? Ihr Herz? Ihr ein und alles?
Da wartet es auf sie, nur wenige Schritte entfernt, am Rande der Klippe. Es wartet nur auf sie. Es will das schwarze Loch wieder füllen und es will sie wieder fühlen lassen. Sie schwebt förmlich von der Parkbank und geht die paar Schritte hastig, schnell, als wolle sie sich das Herz gierig schnappen. Doch das entfernt sich, umso näher sie kommt. Sie versucht danach zu greifen, doch sie spürt nur die Leere, die Kälte und die Einsamkeit, die in den letzten Tagen ihre stetigen Begleiter gewesen sind.
Immer schneller geht sie, fest auf das Herz fixiert, heran, wie in Trance und doch entfernt es sich immer mehr. Auf einmal sieht sie ihn, wie er ihr lächelnd zuwinkt. Er sieht wie immer aus. Keine Brüche, keine Glassplitter im Körper, nichts. Lächelnd geht sie näher, doch auch er entfernt sich. Schlagartig verändert sich alles. Er sieht aus, wie eine lebende Leiche. Die letzten Worte hört sie nur leise und bittend:
„Die Vergangenheit ist vergangen. Blicke in die Zukunft …“
Und nun versteht sie. Sie will die Hand heben und winken, Ja, sie will der Vergangenheit winken, doch ist diese schon längst verschwunden.
Und sie lässt ihr Herz zurück …


@ J.G. - 22.10.2002

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mye
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hallo senerva,

gefällt mir im großen und ganzen sehr gut. liest sich sehr flüssig und beinhaltet eine tolle message. nur diese plötzliche wendung von einem extrem zum andern ist mir dann irgendwie doch ein wenig zu plötzlich. ich würde diesen letzten part noch ein wenig ausdehnen, da -denke ich- die aussage ansonsten an kraft verliert, wenn man sich gleichzeitig fragt wie diese wendung so schnell zustande kommen konnte. ansonsten wirklich schön.

lieben gruĂź

mye
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Senerva
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Danke!

Vielen Dank fĂĽr das Lob und auch die Kritik - natĂĽrlich werde ich sie mir zu Herzen nehmen und die Geschichte noch einmal ĂĽberarbeiten!

Sene

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mye
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:-)

na das freut mich ja dann auch. mich würde natürlich interessieren, ob die geschichten einem persönlichen gefühl entspringen (wovon ich eigentlich ausgehe)? aber es ist auch verständlich wenn dazu jetzt keine antwort kommt. also bis bald und ein schönes wochenende.


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Senerva
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Nunja ...

das ist eine meiner ersten Geschichten gewesen ... ich habe GefĂĽhle aufgeschrieben, die damals in mir existiert haben .. mehr nicht ..

Auch dir ein schönes Wochenende!

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