Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92210
Momentan online:
207 Gäste und 5 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kindergeschichten
Das Kamel mit der goldenen Nase
Eingestellt am 11. 01. 2005 12:26


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Schlappy
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2005

Werke: 7
Kommentare: 7
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Schlappy eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Das Kamel mit der goldenen Nase
Da sitzt es, das kleine Kamel, das eigentlich gar nicht so besonders ist - eigentlich nur ein kleines kuscheliges Stoffkamel. Schon etwas zerwuschelt und zerknickt, aber eben nur ein Kamel.
Es steht bei Madeleine im Regal und manchmal - ja manchmal wird es hervorgeholt und wieder eine kleine schadhafte Stelle geflickt. Und wer weiß, irgendwann vielleicht ...
Aber ich will erst mal erzĂ€hlen, wie es dazu kam, dass Kannis, so heißt das Kamel nĂ€mlich, zu Madeleine und in ihr Regal kam.
Eines Tages, in der großen Stofftierfabrik, sollten Kamele zusammengenĂ€ht werden. Aber eine der NĂ€herinnen nahm versehentlich einen goldenen statt eines schwarzen Fadens. Oh je, wenn der Chef das gesehen hĂ€tte, dann hĂ€tte sie mĂ€chtigen Ärger bekommen. Aber gut, dass sie es noch frĂŒhzeitig bemerkt hatte. Es war kaum etwas passiert, nur ein Kamel hatte jetzt eine goldene Nase. Aber es war nur ein winziger Fehler, der wĂŒrde schon keinem auffallen. Und die NĂ€herin hatte GlĂŒck - es fiel keinem Menschen auf, dass Kannis eine goldene Nase hatte.
Doch die anderen Stofftiere sahen es sofort und Ă€rgerten ihn andauernd. Kannis wurde immer ruhiger, er traute sich gar nicht mehr den Mund aufzumachen, weil dann bestimmt sofort wieder alle ĂŒber seine Nase lachen wĂŒrden.
So stand Kannis im SpielzeuggeschÀft ganz hinten, wÀhrend sich die anderen Stofftiere nach vorne drÀngelten, um möglichst schnell zu einem lieben MÀdchen oder Jungen zu kommen.
Und Kannis stand dort sehr lange. Er wollte ja auch gar nicht auffallen, er glaubte nicht daran, dass ihn jemand haben wollte.
Doch eines Tages wurden die vorderen Stofftiere wurden zur Seite genommen und Kannis wurde recht unsanft heraus gezerrt. „Hier“, sagte die VerkĂ€uferin, „dieses Kamel kannst du dir fĂŒr dein Geld kaufen. Es ist schon etwas staubig, deshalb ist es billiger!“. Kannis war froh, sie hatte nicht gemerkt, dass er nicht normal war, sonst hĂ€tte sie ihn bestimmt nicht verkauft.
Kannis wurde zur Kasse getragen und dann in eine TĂŒte gestopft.
Endlich kam der Moment, wo er die TĂŒte verlassen durfte. Ein kleines MĂ€dchen nahm ihn liebevoll auf den Arm und kuschelte sich an ihn. „Miriam, jetzt zeig mir bitte mal, was du dir gekauft hast!“, sagte da eine Stimme aus dem anderen Zimmer. Das MĂ€dchen zeigte ihrer Mama freudestrahlend das kleine Kamel. „Hier Mama, hier, das sĂŒĂŸe Kamel habe ich mir gekauft“
„ Ach, Miriam, du hast so viele schöne Stofftiere und da musst du dir so ein altes fleckiges Vieh kaufen?“ Kannis wurde genauestens angeguckt und dann erst einmal in die Waschmaschine gestopft. Als er dann endlich sauber und trocken war, durfte er wieder zu Miriam. Die tröstete ihn schnell darĂŒber hinweg, dass ihm jetzt ein kleines StĂŒckchen vom Schwanz fehlte.
Zwei Jahre lang durfte er mit Miriam kuscheln und spielen, aber dann bekam das MĂ€dchen einen tollen TeddybĂ€ren zu Weihnachten und Kannis wurde auf das Regal verbannt. Dort gefiel es ihm gar nicht. Er wurde wieder von allen anderen Spielsachen geĂ€rgert – alle bemĂ€kelten seine goldene Nase. Komisch, warum hatten es die Stofftiere sofort gesehen, aber von den Menschen war es noch keinem aufgefallen, wie besonders er war.
Eines Tages, Kannis bekam vor Schreck fast einen Herzinfarkt, wurde er aus dem Regal gezerrt und einem kleinen Jungen vor die Nase gehalten. „Hier, den kannst du haben“, sagte Miriam, „mit dem spiele ich sowieso nicht mehr.“
Robin nahm Kannis und probierte erst einmal aus, ob die Ohren und der Schwanz noch fest saßen. Er zog so krĂ€ftig, dass Kannis schon dachte, er wĂŒrde in der Mitte durch reißen. Von dem Tag an hatte Kannis nichts mehr zu lachen. Robin spielte mit ihm Fußball, er trat auf ihm herum, er schmiss ihn in die Ecke ... nein, das war eigentlich gar kein Leben mehr. Kannis sehnte sich nach den anderen Kuscheltieren zurĂŒck. Die hatten ihn zwar geĂ€rgert, aber ansonsten war es doch ein schönes Leben gewesen. Eines Tages trat Madeleine in sein Leben. Madeleine, sein Wunder und sein GlĂŒck. Sie nahm ihn einfach mit nach Hause, als Robin ihn auf dem Spielplatz mal wieder als Fußball missbrauchte. „Du armes kleines Kamel“, sagte sie und zu Robin gewandt: “Sag mal, so geht man doch nicht mit seinen Sachen um. Hast du denn noch gar nicht gesehen, was fĂŒr ein besonders schönes Kamel du hast?“ Robin aber lachte nur: “Dann nimm es ruhig mit - es ist hĂ€sslich.“
Ja, Madeleine nahm Kannis mit und Madeleine hatte gesehen, dass er eine goldene Nase hatte. Aber sie hatte nicht darĂŒber gelacht. Sie sagte, dass er etwas Besonderes sei. Kannis kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie wusch und trocknete ihn und immer, wenn sie Zeit hatte, nahm sie ihn aus dem Regal und nĂ€hte auf seine vielen kaputten Stellen einen Flicken. Das NĂ€hen gefiel Kannis nicht so sehr, es tat weh, aber jeder Flicken ließ ihn wieder ein wenig mehr wie ein Kamel aussehen. Und deshalb blieb er ganz ruhig liegen, damit Madeleine ihn reparieren konnte.
Wenn Kannis auf dem Regal sitzt und auf den nÀchsten Flicken wartet, dann malt er sich manchmal eine tolle Zukunft aus - eine Zukunft bei einem lieben kleinen Jungen oder einem lieben kleinen MÀdchen. Denn eins hatte er bei Madeleine gelernt, wegen der goldenen Nase brauchte er sich nicht zu schÀmen - es war etwas besonderes - ER IST ETWAS BESONDERES!

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
Kommentare: 1405
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um GabiSils eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Schlappy,

sehr hĂŒbsche, kindgerechte Außenseitergeschichte. GefĂ€llt mir!

GruÂŽ,
Gabi

Bearbeiten/Löschen    


BĂ€rchen
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2005

Werke: 2
Kommentare: 8
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um BĂ€rchen eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Schlappy!

Auch mir gefÀllt Deine Geschichte sehr gut.
Du hast einen einfĂŒhlsamen Schreibstil und die Geschichte
geht ans Herz!

Liebe GrĂŒĂŸe,
BĂ€rchen

Bearbeiten/Löschen    


claudi
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Dec 2004

Werke: 3
Kommentare: 10
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um claudi eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Schlappy,

eine wirklich schön erzÀhlte Geschichte!
Ich hab nur nicht gleich kapiert, dass Madeleine kein Kind ist, aber das erschloss sich dann beim Weiterlesen.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Claudi

Bearbeiten/Löschen    


Schlappy
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2005

Werke: 7
Kommentare: 7
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Schlappy eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo,

freut mich sehr, dass euch meine Geschichte gefallen hat :-)

Da die Geschcihte eine Gesamtbewertung von 6 erhalten hat, scheint daran aber doch irgendwas noch verbesserungswĂŒrdig zu sein...

Kann mir jemand sagen, was ich daran noch tun könnte?

VG
Schlappy

Bearbeiten/Löschen    


flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
KorrekturvorschlÀge:

Veröffentlicht von Schlappy am 11. 01. 2005 12:26
Das Kamel mit der goldenen Nase
Da sitzt es, das kleine Kamel, das eigentlich gar nicht so besonders ist - eigentlich nur ein kleines kuscheliges Stoffkamel. Schon etwas zerwuschelt und zerknickt, aber eben nur ein Kamel.
Es steht bei Madeleine im Regal und manchmal - ja manchmal wird es hervorgeholt und wieder eine kleine schadhafte Stelle geflickt. Und wer weiß, irgendwann vielleicht ...
Aber ich will erst mal erzĂ€hlen, wie es dazu kam, dass Kannis, so heißt das Kamel nĂ€mlich, zu Madeleine und in ihr Regal kam.
Eines Tages, in der großen Stofftierfabrik, sollten Kamele zusammengenĂ€ht werden. Aber eine der NĂ€herinnen nahm versehentlich einen goldenen statt eines schwarzen Fadens. Oh je, wenn der Chef das gesehen hĂ€tte, dann hĂ€tte sie mĂ€chtigen Ärger bekommen. Aber gut, dass sie es noch frĂŒhzeitig bemerkt hatte. Es war kaum etwas passiert, nur ein Kamel hatte jetzt eine goldene Nase. Aber es war nur ein winziger Fehler, der wĂŒrde schon keinem auffallen. Und die NĂ€herin hatte GlĂŒck - es fiel keinem Menschen auf, dass Kannis eine goldene Nase hatte.
Doch die anderen Stofftiere sahen es sofort und Ă€rgerten ihn andauernd. Kannis wurde immer ruhiger, er traute sich gar nicht mehr den Mund aufzumachen, da (weil) dann bestimmt sofort wieder alle ĂŒber seine Nase lachen wĂŒrden.
So stand Kannis im SpielzeuggeschĂ€ft ganz hinten, wĂ€hrend sich die anderen Stofftiere nach vorne drĂ€ngelten, um möglichst schnell zu einem lieben MĂ€dchen oder lieben (ĂŒberflĂŒssig) Jungen zu kommen.
Und Kannis stand dort sehr lange. Er wollte ja auch gar nicht auffallen, ihn wollte bestimmt kein Kind haben mit seiner komischen goldenen Nase (er glaubte nicht daran, dass ihn jemand haben wollte).
Doch eines Tages war es dann doch soweit. Die (Doch eines Tages wurden die) vorderen Stofftiere wurden zur Seite genommen und Kannis wurde recht unsanft heraus gezehrt (gezerrt). „Hier“, sagte die VerkĂ€uferin, „dieses Kamel kannst du dir fĂŒr dein Geld kaufen. Es ist schon etwas staubig, deshalb ist es billiger!“. Kannis war froh, sie hatte nicht gemerkt, dass er nicht normal war, sonst hĂ€tte sie ihn bestimmt nicht verkauft.
Kannis wurde zur Kasse getragen und dann in eine TĂŒte gestopft.
Dann (ĂŒberflĂŒssiges FĂŒllwort) endlich kam der Moment, wo er die TĂŒte verlassen durfte. Ein kleines MĂ€dchen nahm ihn liebevoll auf den Arm und kuschelte sich an ihn. „Miriam, jetzt zeig mir bitte mal, was du dir gekauft hast!“(Komma) sagte da eine Stimme aus dem anderen Zimmer. Das MĂ€dchen zeigte ihrer Mama freudestrahlend das kleine Kamel. „Hier Mama, hier(Komma) das sĂŒĂŸe Kamel habe ich mir gekauft“ (Absatz oder Trennstrich) „ Ach, Miriam, du hast so viele schöne Stofftiere und da musst du dir so ein altes fleckiges Vieh kaufen?“ Kannis wurde genauestens angeguckt und dann erst einmal in die Waschmaschine gestopft. Als er dann endlich sauber und trocken war, durfte er wieder zu Miriam. Die tröstete ihn schnell darĂŒber hinweg, dass ihm jetzt ein kleines StĂŒckchen vom Schwanz fehlte.
2 (Zwei) Jahre lang durfte er mit Miriam kuscheln und spielen, aber dann bekam das MĂ€dchen einen tollen TeddybĂ€ren zu Weihnachten und Kannis wurde auf das Regal verbannt. Dort gefiel es ihm gar nicht. Er wurde wieder von allen anderen Spielsachen geĂ€rgert – alle hackten auf seiner goldenen Nase rum (bemĂ€kelten seine goldene Nase). Komisch, warum hatten es die Stofftiere sofort gesehen, aber von den Menschen war es noch keinem aufgefallen(Komma) wie besonders er war.
Eines Tages, Kannis bekam vor Schreck fast einen Herzinfarkt, wurde er aus dem Regal gezerrt und einen (einem) kleinen Jungen vor die Nase gehalten. „Hier, den kannst du haben“, sagte da (ĂŒberflĂŒssig) Miriam, „mit dem spiele ich sowieso nicht mehr.“ (Absatz) Robin nahm Kannis und probierte erst einmal aus, ob die Ohren und der Schwanz noch fest waren (saßen) . Er zog so krĂ€ftig, dass Kannis schon dachte, er wĂŒrde in der Mitte zerreißen (durch reißen). Von dem Tag an hatte Kannis nichts mehr zu lachen. Robin spielte mit ihm Fußball, er trat auf ihm herum, er schmiss ihn in die Ecke ... nein, dass (das) war eigentlich gar kein Leben mehr. Kannis sehnte sich nach den anderen Kuscheltieren zurĂŒck. Die hatten ihn zwar geĂ€rgert, aber ansonsten war es doch ein schönes Leben gewesen.
Kannis hatte es nicht leicht und dann, (ĂŒberflĂŒssig) eines Tages trat Madeleine in sein Leben. Madeleine(Komma) sein Wunder und sein GlĂŒck. Sie nahm ihn einfach mit nach Hause, als Robin ihn auf dem Spielplatz mal wieder als Fußball missbrauchte. „Du armes kleines Kamel“, sagte sie und zu Robin gewandt,(besser Doppelpunkt) “Sag mal, so geht man doch nicht mit seinen Sachen um. Hast du denn noch gar nicht gesehen, was fĂŒr ein besonders schönes Kamel du hast?“ Robin aber lachte nur: “Dann nimm es ruhig mit - es ist hĂ€sslich.“
Ja, Madeleine nahm Kannis mit und Madeleine hatte gesehen, dass er eine goldene Nase hatte. Aber sie hatte nicht darĂŒber gelacht. Sie sagte, dass er etwas Besonderes sei. Kannis kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie wusch und trocknete ihn und immer(Komma) wenn sie Zeit hatte, nahm sie ihn aus dem Regal und nĂ€hte auf seine vielen kaputten Stellen einen Flicken. Das NĂ€hen gefiel Kannis nicht so sehr, es tat weh, aber jeder Flicken ließ ihn wieder ein wenig mehr wie ein Kamel aussehen. Und deshalb blieb er ganz ruhig liegen, damit Madeleine ihn reparieren konnte.
Und wenn Kannis dann zwischendurch auf ihrem Regal sitzt (Wenn Kannis auf dem Regal sitzt) und auf den nÀchsten Flicken wartet, dann malt er sich manchmal eine tolle Zukunft aus - eine Zukunft bei einem lieben kleinen Jungen oder einem lieben kleinen MÀdchen. Denn eins hatte er bei Madeleine gelernt, wegen der goldenen Nase brauchte er sich nicht zu schÀmen - es war etwas besonderes - ER IST ETWAS BESONDERES!


__________________
Old Icke

Bearbeiten/Löschen    


Schlappy
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jan 2005

Werke: 7
Kommentare: 7
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Schlappy eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo flammarion,

super, ganz vielen Dank. So liest es sich wirklich besser!

VG
SChlappy

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Kindergeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!