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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das Kindefest
Eingestellt am 26. 10. 2012 02:53


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raineru
???
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Das Kinderfest

Bogota 13. M├Ąrz 1989

┬╗Buenas dias. ┬ź sagte der Mann. Er war unrasiert und hatte schmutzige Fingern├Ągel. Er glich eher einem Landarbeiter als einem Brieftr├Ąger. ┬╗Ist das der Lieferanteneingang? Ich habe ein P├Ąckchen f├╝r Carolina Antonia Buennoche. ┬ź Paola war siebzehn und als Kinderm├Ądchen in der Stadtvilla des kolumbianischen Hauptstaatsanwalts Alberto Emilio Buennoche. Sie hatte verschlafen, kam gerade erst zum Dienst. Normalerweise war es die Aufgabe der Sicherheitsleute, die T├╝ren zu ├Âffnen, doch die waren wohl mit Luftschlangen besch├Ąftigt. Sie nahm das Paket entgegen.

Heute war Kindergeburtstag. Carolina wurde sieben Jahre und hatte all ihre Freundinnen und Freunde eingeladen. Ausgelassenes, lustiges Treiben lief auf vollen Touren. Die W├Ąnde und Fu├čb├Âden waren voll von knallbunten Luftballons und Luftschlangen. Laut schreiende Kinder wimmelten, lachend mit ihren leuchtenden ├äuglein, wie kleine Gl├╝cks-K├Ąferchen umher. Der Palast aus der Zeit der Eroberer glich einem Kelch voller Knallerbsen. ┬╗Ist das ein Geschenk f├╝r mich? ┬ź, fragte Carolina. In ihrem wei├čen Kleidchen und den mit Spitzen besetzten S├Âckchen sah sie entz├╝ckend aus. ┬╗Ja mein Schatz,┬ź sagte Paola. ┬╗Bring es zum Geschenketisch! ┬ź Carolina nahm das Paket und h├╝pfte damit unbek├╝mmert in das Gewusel von spielenden Kindern. Das Haustelefon klingelte. Paola nahm den H├Ârer. ┬╗Du hast verpennt! Das kl├Ąren wir sp├Ąter." Die Dame des Hauses war am Apparat. ┬╗Das gesamte Personal wei├č es und jetzt sage ich es dir. Es ist Alarmstufe ROT. Wir haben eine Bombendrohung vom Kartell. Es ist ernst. Alles, was verd├Ąchtig ist, wird sofort der Sicherheit oder meinem Mann gemeldet ...Verstanden? ┬ź Paola erstarrte. ┬╗Ja... Aber da war... Das Pak...!┬ź Sra. Buonnoche hatte aufgelegt.
Blitzschnell hatte Paola begriffen, dass der Mann mit den schmutzigen H├Ąnden nicht das Geringste mit einem Postboten zu tun hatte.

┬╗Caarroolliinaa!?! ┬ź Sie h├Ątte ebenso in die Meeresbrandung schreien k├Ânnen. Voller Angst, mit zusammengekniffenen Augen, suchte sie im Get├╝mmel nach dem wei├čen Kleidchen, nach dem braunen Paket. Nichts. Sie sp├╝rte, wie eine kalte L├Ąhmung in ihr aufstieg. Was sollte sie nur tun? Das Paket ... Schnell das Paket ... Aus dem Fenster werfen oder sonst wohin. Wenn? Oh Gott, ├╝berall Blut und Fetzen von ... dachte sie. Nur weg von den Kindern. Sie musste es an sich nehmen. Schnel l... ┬╗Was ist mit Ihnen? ┬ź Sr. Buennoche stand pl├Âtzlich hinter ihr. ┬╗Stimmt etwas Ni ...? ┬ź "Dios mio. Senor ÔÇô Carolina. Die Bombe Carolina hat das Paket mit der BBobo...!┬ź Stotterte sie. ┬╗Was sagen Sie? Was ist mit meiner Tochter? ┬ź Alberto Buennoche verstand sofort. Mit einem Mal stand Carolina stolz und strahlend am Tisch mit den Geschenken mittendrin, in der Menge ihrer kleinen G├Ąste, die johlend das Auspacken forderten. Das braune Paket war nicht zu sehen. ┬╗CAROLINA!┬ź Er schrie aus voller Kehle ┬╗Warte, ich komme zu dir!┬ź Er versuchte, sich seine Anspannung nicht anmerken zu lassen und st├╝rzte auf den Tisch zu. Carlos, der Nachbarjunge, der beste Freund Carolinas, hielt das P├Ąckchen pl├Âtzlich in den H├Ąnden. Das Papier war schon angerissen und die Schnur hing nur noch lose daran. ┬╗Hier, das geh├Ârt dir auch!┬ź Wie einen Ball warf er es dem M├Ądchen zu, das in diesem Augenblick nicht damit gerechnet hatte.

┬╗NEEIIINN!┬ź Buennoche war noch einen Schritt vor seiner Tochter. Sie wollte es auffangen, stolperte ├╝ber einen Luftballon und konnte es gerade noch schnappen, bevor es auf den Boden knallte. Buennoche riss es ihr aus den H├Ąnden, krallte es an sich, rannte zum Fenster. Er verhedderte sich in Luftschlangen, strauchelte, fiel. Das Paket entglitt seinen H├Ąnden und krachte auf den Steinboden. Paola stockte der Atem. Es war durch das Fallen aufgegangen und eine bunte Geschenkt├╝te kullerte hervor.
┬╗Das ist das Geschenk von mir. Don Alberto ┬ź, sagte Carlos ┬╗Ein Kuschelhase f├╝r Carolina. Was ist damit? Es sollte heute mit der Post zu uns geschickt werden. Unser neuer G├Ąrtner hat es bestimmt gut gemeint und r├╝ber gebracht. ┬ź

Version vom 26. 10. 2012 02:53
Version vom 26. 10. 2012 09:37

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