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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das Kreuz
Eingestellt am 26. 02. 2003 18:29


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Corinne
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 5
Kommentare: 15
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Hallo!
Bin gestern ganz zuf├Ąllig hier hereingeschneit und m├Âchte euch jetzt eine Kurzgeschichte von mir zeigen.
W├╝rd mich freuen wenn ihr mir eure Meinung sagen bzw. schreiben w├╝rdet. Danke schon im Voraus, Corinne



Sie war tot. Einfach tot. Keiner konnte sie mehr zur├╝ckholen. Niemand w├╝rde sie noch retten k├Ânnen.
Er konnte es immer noch nicht glauben. Nie mehr w├╝rde er ihr L├Ącheln sehen, nie mehr ihren Atem sp├╝ren, nie mehr w├╝rde er sie in den Armen halten k├Ânnen. Es war vorbei, einfach vorbei.
Wie hatte das so schnell gehen k├Ânnen? Wie war das alles passiert? Noch gestern war sie bei ihm gewesen. Sie waren spazieren gegangen, Hand in Hand, hatten geredet, gelacht. Und nun? Nun war sie weg, einfach weg.

Nun sa├č er da. Allein. Rund um ihn herum liefen Menschen. Die meisten hatten es eilig. Keiner schien Notiz von ihm zu nehmen. Die einen waren unterwegs zu Untersuchungen, die anderen kamen gerade von diesen. ├ärzte hasteten durch die G├Ąnge, Krankenschwestern trugen Ger├Ąte herum. Der Lautsprecher gab kr├Ąchzende Ger├Ąusche von sich, ein Herr Neumayer wurde ausgerufen.
Er sa├č einfach nur da. Gab kein Ger├Ąusch von sich, lautlose Tr├Ąnen liefen ├╝ber sein Gesicht, tropften auf den Boden. Sein Blick war starr auf das gelbe Linoleum gerichtet. Keiner w├╝rde ihn jetzt von hier wegbekommen. Er wusste auch gar nicht wohin er noch gehen sollte. Seine Heimat war heute gestorben. War gegangen. Einfach gegangen.

Die Zeit verging. Vielleicht waren es Sekunden, vielleicht waren es Minuten, vielleicht waren es Stunden.

Eine Stimme, ein R├Ąuspern, noch mal ein r├Ąuspern. Langsam sah er auf. Vor ihm stand eine junge Krankenschwester. Sie schien nerv├Âs zu sein, wusste nicht wohin sie schauen sollte, wippte von einem Bein aufs andere.
Wortlos streckte sie ihren Arm aus. Eine Kette hing an einem ihrer Finger. Langsam lie├č die Krankenschwester sie in seine ausgestreckte Hand fallen. Die Frau nickte ihm zu und ging wieder. Ihre Schuhe quitschten auf dem Boden.

Seine Hand war immer noch nach vorne gestreckt, hielt das Kreuz in der Hand. Das Kreuz das ihr immer so wichtig gewesen war. Das Kreuz das sie schon immer hatte. Schon so lange er sie kannte. Wahrscheinlich noch viel l├Ąnger. Immer hatte sie es in der Hand gehalten. Wenn sie nachdachte, wenn sie traurig war, wenn sie gl├╝cklich war, vor dem Fernseher, beim Essen, sogar im Schlaf hatte sie immer wieder automatisch nach dieser Kette gegriffen.
Langsam sank seine Hand mit diesem wertvollen Gegenstand auf seinen Scho├č. Nun griff er danach. Griff danach wie nach einem rettenden Anker. Weinte und hielt sich daran fest.

Wieder vergingen Sekunden. Minuten. Stunden.

Immer noch sa├č er hier. Keiner hatte ihn angesprochen, keiner ihn gefragt was er denn hier mache.

Langsam hob er den Kopf. Es war Zeit zu gehen. Langsam ging er den Gang entlang, zur T├╝r hinaus. Die kalte Luft schlug ihm entgegen. Sein Atem erzeugte Wolken in der Luft.
Seine Hand umklammerte immer noch die Kette. Hielt das Kreuz und gleichzeitig auch die vielen Erinnerungen fest, die an diesem Schmuckst├╝ck hafteten.

Das Auto sah er erst viel zu sp├Ąt. Die Zeit um ihn herum schien pl├Âtzlich stillzustehen. Er blieb stehen. Es hatte doch keinen Sinn mehr. Laufen w├╝rde nichts mehr bringen. Im Hintergrund h├Ârte er das Hupen des Autos, die verzweifelten Schreie einer Frau hinter ihm. Das letzte das er sah war das aufgeregte Winken eines ihm unbekannten Mannes auf der gegen├╝berliegenden Stra├čenseite.

Langsam hob er die linke Hand zum Gru├č w├Ąhrend die rechte immer noch das Kreuz umklammert hielt.


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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

Werke: 21
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Hall├Âchen Corinne,

du hast eine interessante Geschichte geschrieben. Mir fehlt hier aber die Beziehung zu der Frau, wer war sie? (Die Mutter, Freundin, Ehefrau!) wie ist sie gestorben oder warum?

Zum Text:
Niemand w├╝rde sie noch retten k├Ânnen.
Dieser Satz ist schwer zu verstehen, da sie bereits tot war! Schreibe lieber: Niemand konnte sie retten ... oder so

Dann ist mir der zweite Absatz zu lang. Beschreibe noch intensiver seine Gef├╝hle, sein Denken.

Ebenfalls sind mir einige Wiederholungen im Text aufgefallen. Manche hast du sicherlich bewu├čt eingebaut, die meisten w├╝rde ich aber bei so einem kurzen Text vermeiden.

Gehe mehr in die Tiefe, lass den Leser mit dem Pro. leiden, sp├╝ren, wie verzweifelt er ├╝ber den Verlust ist.

Der Schlu├č ist gut.

F├╝r deine erste Geschichte gut und ich bin gespannt, was du daraus machst.

Liebe Gr├╝├če


Ev

__________________
Tr├Ąume nicht dein Leben, sondern lebe deine Tr├Ąume!

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Corinne
???
Registriert: Feb 2003

Werke: 5
Kommentare: 15
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Hallo Evchen!

Danke, dass du dir die M├╝he gemacht hast ein Kommentar zu meinem Text zu schreiben.

Du hast recht, der Satz "Niemand w├╝rde sie noch retten k├Ânnen" ist wirklich falsch gew├Ąhlt. Dein Vorschlag ist da besser.

Aber ich hab absichtlich nichts ├╝ber die Frau geschrieben weil ich den Text nur auf die Gef├╝hle des Mannes beschr├Ąnken wollte. Aber wahrscheinlich ist mir das noch nicht so gut gelungen. Werd aber noch weiter daran arbeiten.

Welche Wiederholungen findest du, dass zu viel sind? Hab einige wirklich absichtlich gemacht aber es kann nat├╝rlich auch sein, dass es zu viele geworden sind.

Danke nochmal

Corinne

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