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Leselupe.de > Kurzprosa
Das Leben eines Schuldlosen
Eingestellt am 14. 06. 2006 22:04


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gedankenfreund
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Das Leben eines Schuldlosen

Ein freies Drama

Erik, ein Phantast
Albert, sein Freund
Mathilda, Eriks gro├če Liebe
Frida, Freundin Eriks
Damjan, Mathildas Bruder



Szene I

Erik und Albert treffen sich zuf├Ąllig vor einem Lokal.

Albert - Wohin des Weges zu so sp├Ąter Stund, mein Freund?
Erik - Ein Schmerz ist es, der nicht g├Ânnt mir meinen Schlaf
und raubt mir jeden Moment der Ruhe.
Kein Auge konnt ich schlie├čen schon seit vielen Tagen,
seitdem mir klar geworden ist, was mir geschehen.
Albert - Was ist es Erik, das dich stimmt so traurig nun,
da du das erreicht, was du dir schon seit langer Zeit gew├╝nscht?
Ist es noch immer diese Liebe, noch immer jene Frau?
Was bist du f├╝r ein Mensch,
dass du solange h├Ąltst an einem Menschen fest?
Erik - Sie ist eben was besonderes!
Albert - Was besonderes, was au├čergew├Âhnliches?
Wahrlich, du bist geblendet von der Liebe
und h├Ârst zu wenig auf den Mann in dir.
Siehe da, siehe dort, reichlich Frauen ├╝berall
und gehst du auf sie zu
da kommen schon sie dir entgegen.
Koste dieses Leben aus,
denn lange nicht mehr bist du jung
und wenn einmal die Kraft der Jugend dir entflohen,
dann wirst du wollen, dass du zur├╝ck sie hast,
doch den Weg zur├╝ck wird es nicht geben.
Erik Ach, was wei├čt du schon von Gef├╝hlen?
Keine Ahnung von der Liebe,
keine Ahnung von der Frau hast du!
Wenn einmal du umschleiert wirst von ihrer S├╝├če,
nur schwer noch l├Âsen kannst du dich davon.
Doch was n├╝tzt alles reden,
wenn doch ohnehin nicht Zukunft in der Sach\'.
Lass uns gehen den Frust uns von der Seele sp├╝len!
Albert Solchen Vorschlag nehme gern ich an!

Ab.


Szene II

Erik sitzt in seiner Wohnung, ein gelbes B├╝chlein in der Hand.

Erik - ÔÇ× Siehst du, mit mir ist\'s aus, ich trag es nicht l├Ąnger! ...
Gott! Du siehst mein Elend und wirst es enden!ÔÇť
Wahrlich hatte dieser Werther
seines Problemes L├Âsung gefunden.
Aber was schon hilft es dieser Welt
den R├╝cken zu kehren, wo doch alles
was wir haben nur in ihr wir finden.
Was nutzt es denn dem Leben zu entsagen,
wenn zugleich man auch von
Lieb und Freud sich trennen muss.
Nein, das ist wahrlich nicht die L├Âsung nach der ich trachte.
Es muss auf Gottes Erden sein,
dass ich zurecht mich wieder finde,
sei es durch Erf├╝llung meiner Liebe,
sei es durch das Gegenteil.
Wann auch immer ich die Augen schlie├če,
sie klar und deutlich vor mir seh\' ,
als ob es gestern w├Ąr\' gewesen,
dass ich zum letzten Mal sie sah,
auch wenn nun schon ein ganzes Jahr vergangen.
Anfangs dacht\' ich, dass nichts mir leichter fallen w├╝rd\',
als sie aus meinem Kopfe zu verdr├Ąngen,
wenn nicht mehr t├Ąglich ich dazu verurteilt war
ihr Antlitz zu erblicken. Doch wuchs mit jedem Tag
die Sehnsucht um ein vielfaches,
so dass immer tiefer ich hineinversank
in die Tiefe des Gef├╝hls. Allein stand ich nun da,
denn keiner war der mir nur irgend helfen konnte.
F├╝r alle war die Liebe nicht mehr als eine kurze Nacht,
die sie mit irgendeinem fremden Menschen verbrachten
und die am Morgen schon verflogen,
wie ein Vogel,
wenn der J├Ąger seinen Schuss erdr├Âhnen l├Ąsst.
Alleingelassen k├Ąmpft\' ich Tag f├╝r Tag
mich durch mein Leben
und hoffte stets noch einmal auf ein Wiedersehen.
Die Welt ist gro├č,
noch gr├Â├čer l├Ąsst Verzweiflung sie erscheinen.
An Orten wo ich dachte sie zu finden h
ielt ich mich auf und doch geschah es nie,
dass ich ihr etwa nur begegnet w├Ąre.
Und siehe da,
mit jedem Tag der nun vergeht,
die Hoffnung stetig weiter w├Ąchst
und die Verzweiflung immer mehr
Vernunft mir raubt, dass kaum noch
einen klaren Gedanken ich nur irgend fassen kann.

Es klopft an der T├╝r.

Ach, nun bild ich mir schon ein
es klopfe jemand an der T├╝r
und wenn ich nun sie ├Âffnen geh\', wei├č ich genau,
dass nichts als Luft und einen Flur...

Es klopft erneut.

... ich vor mir sehen w├╝rd\'.
Was einem seine Phantasie nur vorspielen kann
ist schon erstaunlich viel.
Gestern erst geschah es, als durch den Park ich ging,
dass f├╝r einen kleinen Moment ich glaubte
Mathilda auf einer Parkbank sitzend zu vernehmen.
Kaum dass ich mich n├Ąhern wollt,
als Frida schon mit gro├čer Eile,
mir, aus dem Pavillon gerannt,
direkt in die H├Ąnde fiel.
Als ich noch einmal schaute nach der Bank,
ja, da war es wieder fort,
dies\' Bild der unendlichenVollkommenheit.

Es klopft ein letztes Mal. Mathildas Stimme ist zu vernehmen.

Nein, nun geht es schon zu weit.
Gar ist\'s mir schon als w├╝rd\' ich ihre Stimme h├Âren.
Es wird kein gutes Ende nehmen,
wenn ich nicht endlich zur Besinnung komm\'.
Ich werde sie nie wieder sehen
und das muss ich akzeptieren.
Dieser Moment, den ich nun setz\',
wird mich befreien aus dem K├Ąfig,
nimmer mehr lass ich noch zu,
dass an der Lieb\' ich mich verletze.

Szene III

Erik und Frida.

Frida - Was ist das f├╝r ein Blick von dir,
den bin ich kaum gewohnt? Es ist das erste Mal
seit langer Zeit, dass ich dich l├Ącheln seh\'.
Doch kenn ich dich zu gut, als dass ich w├╝sst\',
dass es kein Wahres ist, noch sein kann.
Zu pl├Âtzlich kommt mir diese Wandlung,
sag, was ist es das du dir vorgenommen?
Erik - Lass uns nicht lange diskutieren,
ich wei├č, was du f├╝r mich empfindest.
Lass uns einander ewig binden
durch der Ehe Schwur sogleich.
Jetzt, da ich mir abgeschworen,
was ich schon l├Ąnger h├Ątte machen sollen,
da erkenn ich erst, wer bestimmt
zu meiner rechten Seit\' zu stehen.
Frida - Denkst du etwa, dass ich so pl├Âtzlich kann
mein Wort auf Ewigkeit dir geben?
Ich liebe dich, das wei├čt du wohl,
doch glaub ich kaum, dass heute schon bereit du bist,
nachdem du gestern noch von ihr getr├Ąumt.
Erik - Ich bin bereit, bereiter noch als je zuvor,
das zu tun was ich schon immer h├Ątte machen sollen.
Habe ich je dir etwas vorgespielt,
je ein falsches Wort zu dir gesagt,
war es nicht von vornherein nur allzu offensichtlich,
dass du und ich es waren, die f├╝r einander bestimmt.
Das was war, es war ein Traum,
den ich nun ├╝berwunden,
und jetzt da ich mich freier f├╝hl\' denn je,
sag ich aus voller ├ťberzeugung,
dass ich den ersten Schritt nun wagen will.
Frida - Wenn du dir wirklich sicher bist,
dann will ich dir vertrauen.
Nur schw├Âre jetzt, dass du auf ewig
Treue wirst mir schenken
und mir ein guter Mann gedenkst zu sein,
wie du es stets gewesen.
Erik - Das Gl├╝ck soll unser sein!


Szene IV

In der Universit├Ątsbibliothek. Erik trifft auf Damjan.

Damjan - Lange schon haben wir einander nicht gesehen.
Es scheint als ob du endlich h├Ątt\'st
verkraftet den Abschied meiner Schwester.
Doch d├╝nkt es mir, es ist zu fr├╝h,
den Bund der Ehe einzugehen.
Erik - Es war nicht leicht Mathilda zu vergessen.
Ein Jahr und sieben Tag an Zeit
hat es gebraucht um das Gef├╝hl zu unterdr├╝cken.
Es scheint als ob mein Vorhaben sich
schnell hat \'rumgesprochen. Sag, wer hat es dir erz├Ąhlt?
Damjan Ich h├Ârte es von meiner Schwester...
Erik - Wie, du h├Ârtest es von ihr!
Ist es denn schon an jene fernen Orte durchgedrungen?
Damjan - Nein, sie war allein dabei,
als du den Antrag machtest.
Sie sa├č hinter dir als du dich f├╝r
dein Leben lang verpflichtetest.
Erik - Oh, Schicksal, oh Ungl├╝ck!
Wie ist das denn m├Âglich?
Ich habe es gewusst, dass,
als ich sie gesehen auf jener Bank,
dies keine T├Ąuschung war.
Ist sie es gar gewesen, die an meine T├╝r geklopft?
Ja, sie muss es gewesen sein!
Ach, ich gro├čer Narr,
ich gr├Â├čter aller Toren!
Selbst hab\' ich mich in Schuld begraben.
Mit einem Schlag ist all die Liebe wieder da,
die ich geglaubt verdr├Ąngt zu haben.
Was soll ich nun tun,
wo jeder Schritt ein falscher w├Ąr?
Damjan - Was ist denn nun so schlimm an dieser Sach\'.
Sag doch Frida einfach,
dass du es hast dir anders ├╝berlegt.
Solang der Bund noch nicht geschaffen,
auch kein Bruch erfolgen kann.
Erik - Nie k├Ânnt\' ich einen Menschen derart verletzen,
lieber noch w├╝rd\' ich mit meinem Leben zahlen.
Rate mir, was soll ich tun?
Damjan - Ein Gespr├Ąch mit meiner Schwester
sollte Klarheit dir verschaffen.

Szene V

Erik und Mathilda. Ein Wiedersehen.

Erik - Ein Jahrs ist\'s her,
dass ich zuletzt dir in die Augen blickte
und nie h├Ątt\' ich gedacht
noch einmal es zu tun.
Wieso bist du zur├╝ckgekehrt?
Mathilda - Mit dem ersten Tag, den ich dich nicht mehr sah,
wusst\' ich dass es Liebe war,
die ich f├╝r dich empfand.
Doch war es damals schon zu sp├Ąt
als dass ich umkehren h├Ątte k├Ânnen.
Ein Jahr und sieben Tag ich st├Ąndig an dich dachte
und nun da ich zur├╝ckgekehrt,
hast du dich an eine andere gebunden.
Was ist nun wahr, was ist nun falsch?
Nichts erscheint mehr in dem Licht
in dem es damals noch gestanden.
Du schw├Ârtest mir auf ewig Treu\',
eine andere nicht zu lieben.
Du schenktest mir die sch├Ânsten aller Worte
und nun gibst du dich her wie nichts.
Sag mir, liebst du mich noch?
Erik - Ich liebe dich so sehr,
wie ich es schon am ersten Tage tat.
Doch musste ich mich eines Tages von dir l├Âsen,
denn du gabst mir nie ein Zeichen,
aus dem ich h├Ątte schlie├čen k├Ânnen,
dass es mehr als Mitleid war,
das du f├╝r mich empfandest.
Woher nur konnte ich erahnen,
dass etwas doch auch in dir gl├╝hte,
wo du nicht mehr als Tag und Tsch├╝ss
mit mir zu reden pflegtest.
Und nun da stehst du da
und denkst ich w├Ąre frei
mit dir mein Leben zu gestalten.
Ja, ich w├╝nscht, ich w├Ąre es.
Doch ich w├╝rde Unrecht tun
und gleichsam auch ein Herzen brechen,
wenn ich nicht an das Wort mich halte,
das ich mit Ehrlichkeit gegeben.
Mathilda - Dann ist es aus, dann war mein Weg umsonst?
Ich wusste es und doch wollt ich
noch einmal dich erblicken.
Nun hab ich Zukunft und mein Leben aufgegeben
f├╝r eine Hoffnung, die nicht wollte in Erf├╝llung gehen.
Es lie├č die Zeit zu sehr sie reifen
und jetzt, da war sie schon verdorben.
Erik - Es ist ein Spiel mit dieser Liebe,
wenn man sie nicht sogleich erfasst,
in dem Moment der einem ist gegeben,
dann ist kaum noch Hoffnung da,
dass eine zweite Chance sich einst noch wird ergeben.
So sehr sie an uns Menschen zehrt,
so sehr sie uns in Qual versetzt ÔÇô
wir k├Ânnen niemals von ihr lassen.
Wieso die Liebe derart anstellt,
die Antwort hierauf kann ich nicht geben,
denn das muss jeder selber wissen,
doch wer schon einmal hat geliebt
und es noch immer tut,
der sollte auf den Weg sich machen,
bevor nicht kommt die letzte Stund,
wo sie schon gar erloschen ist.


Szene VI

Drei Jahre sp├Ąter.

Frida - Ich habe mich entschieden,
ich will mich von dir trennen.
Ich dachte stets ich w├Ąre gl├╝cklich
und das war ich auch.
Ich hoffe nur du kannst mir einst verzeihen.
Erik - Ein Wunder, was auf dieser Welt geschieht!
Da glaubt man stets man hat was Richtiges getan
und wacht man auf, da ist man wieder der,
der man vor Jahren schon mal war.
Da steh ich nun ich armer Tor
und bin allein, als wie zuvor,
und umso mehr bin ich allein,
da meine Jugend schon verflogen.

ENDE





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