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Leselupe.de > Gereimtes
Das Leben kann grausam sein
Eingestellt am 30. 10. 2007 23:50


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Gurke
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Registriert: Apr 2006

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┬┤Nen Morgen, Kollegen, ich bin wieder da.
Trotz gestrigen Saufens im Kopf noch glasklar,
was nicht jeder hier von sich so sagen kann.
Als Beispiel f├╝hr ich die Kollegin jetzt an.

Tr├Ągt Stiefel aus Leder und R├Âcke so knapp,
geschminkt wie ┬┤ne Leiche, da lacht man sich schlapp.
Ich sag es euch, Leute, die braucht nur nen Mann,
Der ihr das klein K├Âpfchen mal grad r├╝cken kann.

Ich hab sie gefragt, was denn sie davon h├Ąlt,
mein Partner zu werden mit allem was z├Ąhlt.
Sie lie├č mich so stehen und hat nur gelacht.
Ich hab sie daf├╝r im Betrieb schlecht gemacht.

Die and┬┤re Kollegin, auch die sagte Nein.
Ich w├Ąr nicht ihr Typ, ja was f├Ąllt der denn ein?
Ein echter Kerl bin ich, mal hart, mal vertr├Ąumt.
Will nur wahre Liebe und┬┤s K├╝ch aufger├Ąumt.

Mach ich meine Witze, habt ihr nie gelacht.
Sie sind halt aus derberem Stoffe gemacht.
Betreten schaut Ihr weg und tauscht Blicke aus.
Ich bin halt kein Softie, mein Maul spricht frei raus.

Der Chef geht am meisten mir gegen den Strich.
Ich leiste so Vieles, doch nie lobt er mich
In dem Ma├če, wie es mir wirklich geb├╝hrt.
Stattdessen hat er gegen mich Wort gef├╝hrt.

Ich wurde schon Spie├čer von euch hier genannt.
Da t├Ąuscht ihr euch Leute, ihr habt mich verkannt.
Ich steh auf Pink Floyd, darum kann┬┤s ja nicht sein,
Pink Floyd CDs h├Âren f├Ąllt Spie├čern nicht ein.

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viktor
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...ich finds gelungen: gut gereimt mit viel ironie...
lg
viktor

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petrasmiles
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Hallo Gurke,

ich bin ├╝ber deine Kommentare auf Dich aufmerksam geworden (h├Ątt' ich auch nicht gedacht, dass es sowas gibt), weil Du einen 'Geschmack' zu haben scheinst, der meinem ├Ąhnelt, und freu mich, mal auf einen Text von Dir zu sto├čen, w├Ąhrend ich mich durch die 'Das Neueste'-Liste arbeite.

Dein Text gef├Ąllt mir gleichzeitig sehr gut und weniger gut.
Das weniger Gute zuerst: Ich finde es immer problematisch, eine Haltung, die man kritisiert, in der Ich-Form sprechen zu lassen, weil die Sprache und der Bewusstheitsgrad h├Âher sind, als das vorgef├╝hrte 'schlechte' Verhalten. Zwischen Autor und Protagonist ist da so eine scheinbare N├Ąhe, die die Distanz nur betont. Das ich erhebt sich ├╝ber das ich, f├╝hrt sich selbst vor. Ich sehe da ein Glaubw├╝rdigkeitspoblem, weil wer so ist, nicht so dar├╝ber sprechen kann.
Ich gebe zu, dass die dritte Person in dieser Form auch nicht ginge, weil sie erst recht diese ├ťberlegensheitsperspektive h├Ątte.
Ich glaube, dass man solche Schw├Ąchen nur erz├Ąhlerisch hinbekommt, ohne diesen Vorwurf des 'mit dem Finger auf jemanden zeigen' zu riskieren, indem beim Leser durch die Beschreibung seiner Handlungen die Erkenntnis w├Ąchst, dass dieser Mensch so ein 'Fiesling' ist - vielleicht sogar Parallelen an sich entdeckt und etwas f├╝r sich mitnimmt.
Ich denke mal, wir alle haben ein bisschen 'Spie├čer' in uns, aber so kann ich meinen Anteil auf Deinen 'Typen' projizieren, und muss mich nicht mit meinem Anteil auseinandersetzen.
Vielleicht stehe ich auch mit dieser Meinung alleine da, und andere sehen das nicht als problematisch an, aber mir w├╝rde es nicht reichen, wenn sich alle, die nicht so sind, sich selbst best├Ątigen k├Ânnen. Ich gebe zu, dass ist sehr 'anspruchsvoll'.

Was ich sehr gut finde, ist, dass Du die 'Vernagelung' eines Menschen an entscheidenden Stellen gut herausgearbeitet hast. Insbesondere in der letzten Strophe, wo Du aufzeigst, dass es solche individuellen Selbst-Generalabsolutionen gibt, weil man dieses oder jenes Merkmal an sich pflegt (wie die Pink Floyd Musik) und damit alle ├╝brigen Faktoren leugnen 'kann'.
Sehr gut hat mir auch gefallen, wie Du herausgearbeitet hast, wie man gestrickt sein muss, um solche kleinen Gemeinheiten zu begehen. Ich habe immer ein Problem, die Motive f├╝r soetwas wirklich zu verstehen, aber man muss tats├Ąchlich so genau hinschauen, um es verstehen zu k├Ânnen. Selbst 'gemeine Menschen' sind nicht ausschlie├člich gemein, sondern handeln ab und zu gemein.

Habe ich gerne gelesen - und es fiel mir allerhand zu ein.

Liebe Gr├╝├če
Petra
__________________
Nein, meine Punkte kriegt Ihr nicht ... ! Gegen Bevormundung durch Punktabzug f├╝r Gutwerter!

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Gurke
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Registriert: Apr 2006

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Hallo Viktor, Hallo Petra,

zu allererst lieben Dank f├╝r Eure freundlichen Kommentare. Ich habe mich sehr gefreut.

@ Petra,
es ist, wie Du schreibst, problematisch, jemanden kritisch zu beschreiben, aber nicht unm├Âglich. Hier fiel es mir leicht, weil das LyrIch nicht aus einem sondern verschiedenen Vorbildern zusammengesetzt ist. Ein Typ, der eine Kollegin angebaggert hat, von ihr eine Abfuhr bekam und sie anschlie├čend schlecht machte, war fr├╝her tats├Ąchlich mal ein Arbeitskollege von mir.

quote:
Ich glaube, dass man solche Schw├Ąchen nur erz├Ąhlerisch hinbekommt, ohne diesen Vorwurf des 'mit dem Finger auf jemanden zeigen' zu riskieren, indem beim Leser durch die Beschreibung seiner Handlungen die Erkenntnis w├Ąchst, dass dieser Mensch so ein 'Fiesling' ist - vielleicht sogar Parallelen an sich entdeckt und etwas f├╝r sich mitnimmt.

Da ist was dran. Aber ob es wirklich nur erz├Ąhlend geht? Das bezweifele ich.


Ich denke, die Ich-Form ist trotz Deiner berechtigten Bedenken, die mit Abstand geeignetste. Die dritte Person ist wenig geeignet, weil sie, wie Du ja auch sagst, zu sehr Fingerzeigementalit├Ąt mit sich bringt. Und die zweite Person geht f├╝r mich gar nicht. Da es sich um ein LyrIch handelt, das real so nicht existiert, passt es so meines Erachtens.

Sch├Âne Gr├╝├če

J├╝rgen





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