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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das Salz der Seele
Eingestellt am 08. 10. 2002 23:52


Autor
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Yara
Hobbydichter
Registriert: Aug 2002

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Kommentare: 5
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Dies ist der Anfang einer Geschichte die mir im Kopf herumspukt. Es gibt einiges das mir noch nicht gef├Ąllt und ich w├╝rd auch gern wissen, ob und was dieser Anfang beim Leser empor ruft.

Besten Dank f├╝r jegliche An- Bemerkung im voraus und viel Spa├č beim Lesen!
Yara

Das Salz der Seele

W├╝tend. Hilflos. Allem voran handlungsunf├Ąhig verlassen. Dieses Mal endg├╝ltig. Einfach so, ohne Warnung. Aber doch, sie selbst war die Warnung. War es schon immer. Was hatte mich das erste Mal hierher gef├╝hrt? Jene M├Ąnnlichkeit, die immer und um jeden Preis jagen, erobern, gewinnen will? Haupts├Ąchlich k├Ârperlicher Natur war die Ausdrucksform die wir w├Ąhlten ÔÇô unserer Kommunikation. Wir hatten nat├╝rlich auch Gespr├Ąche, solche abstrakten Gespr├Ąche, die vielleicht wenige andere verstanden. Aber ich rede dem Geschehen voraus. Sehen Sie, ich liebe es Menschen zu beobachten, Seelen zu erforschen. Vor allem die sch├Âner Frauen. Dieser Frau im Besonderen. Oh, ich spiele gern, probiere aus, teste Grenzen, finde es faszinierend sie zu brechen, zu sehen was ihre Aufl├Âsung zur Folge hat. Und so manches Mal habe ich meine eigenen Grenzen dabei erweitert. Manches Mal tat es mir leid. Das geh├Ârt dazu. Das sind Erfahrungen. Nie aber habe ich es wirklich bereut. Aber dass hier - dass beginne ich gerade bitter zu bereuen.

Eigentlich wollte ich nur den Schl├╝ssel vom Tisch nehmen und gehen. Gehen mit einem Gef├╝hl unterdr├╝ckter Tobsucht in mir. Aber dann sah ich das Bild, ihr Bild. Es h├Ąngt ├╝ber dem h├Âlzernen Esstisch auf dem die Schl├╝ssel lagen. Es henkt alleine da, an der sonst kahlen wei├čen Wand. Ein schweres, geheimnisvolles ├ľlgem├Ąlde. Ich nahm die Schl├╝ssel nicht, lie├č meine Hand sinken. Der Gedanke traf mich wie ein b├Âsartiger Faustschlag in meiner Magengrube, darauf gleich noch eine schallende Ohrfeige, die in meinem Gesicht brannte. Getroffen, lie├č ich mich langsam auf den Holzboden sinken und starrte das Bild beklommen an. Nie hatte ich seine Bedeutung verstanden. Jetzt nach all den Jahren verstand ich es im Bruchteil einer h├Ąsslichen Sekunde. Meine Gedanken folgten ihrer Weltanschauung. F├╝hrten mich die dunklen Abgr├╝nde hinunter, die kleinen Abzweigungen und irren Umwege entlang. Darunter strahlte unschuldigstes Licht von W├Ąrme und G├╝te. Es floss als schimmernde B├Ąche ineinander, wie die hellen Farben dieses sonst so absto├čend d├╝steren Bildes.
Es war ihre Seele. Ein ├ľlgem├Ąlde, noch nicht mal von eigener Hand gemalt, spiegelte ihr innerstes wieder. Spiegelte das Salz ihrer Seele wieder. Dieses Salz hatte mich fasziniert, gefesselt und ersch├╝tterte nun mein Ego bis in die kleinsten Furchen.

Es ist dies die Geschichte von Maisha. Oder von Sehnsucht? Sehnsucht in ihrer unges├╝ndesten Form?

Maisha schrie. Schrie leise. Schrie aus brennender Seele fl├╝sternd, schweigend. Gesicht, K├Ârper und H├Ąnde verkrampft in rasendem Schmerz und dem unertr├Ąglichen Gef├╝hl der Hilflosigkeit. Tr├Ąnenfl├╝sse liefen ihre Wangen herunter. Keiner h├Ârte oder sah sie so. Nie, auch ich nicht. Musik spielte, Musik die ihren Kummer n├Ąhrte. Leise und dunkel. Sie hatte Kerzen angez├╝ndet. Bei Gott! Sie hatte solch einen Hang zur Dramaturgie. Sie schrie einen Namen, rief, fluchte und bettelte. Presste ihren Kopf an die kalte Fensterscheibe. Zitterte, ihr Atem nur sto├čend.



__________________
For all words can never fill an empty space.

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