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Leselupe.de > Science Fiction
Das Saxophon (Teil 1)
Eingestellt am 19. 07. 2001 01:34


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Michael Kempa
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2001

Werke: 30
Kommentare: 1
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Das Saxophon

Erster Teil von zwei Teilen

PROLOG

Nachdem Higgs die Krümmung des Raumes und der Zeit begreifbar dargestellt hatte, spielten astronomische Entfernungen keine Rolle mehr.
Die Menscheit war alt geworden und sie war weise...
Männer und Frauen trennten sich.
Der Heimatplanet ERDE, der von allen anderen Wesenheiten der “Wasserplanet“ genannt wurde,blieb neutral.
Frauen und Männer fanden ihre neue Heimat.
Die Frauen schlossen sich zur „MADONNA“ zusammen, sie lebten lange und hatten einen fast unendlichen Genpool, um sich zu reproduzieren.
Die Männer lebten auf “STATOS“ und pflegten dort ihre Kultur.
Die Mäner lebten sehr lange, waren aber von Frauen abhängig, weil ihnen eine Reproduktion nur wertvoll in Verbindung mit einer Frau erschien.
So wurden gelegentlich junge Frauen entführt.
Diese Frauen wurden vorzüglich behandelt, da sie den Fortbestand der „STATISCHEN“ sicherten.
Unendlich lange lebten die Priester.
Sie waren geschlechtslos und reproduzierten sich nicht. Sie hatten keine feste Struktur aber waren in beiden Systemen die richtungsweisende Instanz. Sie lebten weder auf STATOS, noch auf MADONNA und hatten keine feste Lokalität, waren aber stets präsent und waren die Verbindung zu den Prähistorischen Homo Sapiens.
Die männlichen nativen Nachkömmlinge der STATISCHEN mußten Grenzen überschreiten, um ihre eigene Identität zu finden.
Selten geschah dies zeitgleich mit den MADONNA und wenn es geschah, hielt die Welt den Atem an...













Erster Teil





T’Aim stand der Schweiß auf der Stirn. Kalter Schweiß! Er wusste, daß er es diesmal übertrieben hatte. Schlagartig wurde ihm auch klar, daß er sein Leben durch seine Neugierde verlieren könnte. Er wünschte sich im Augenblick nichts sehnlicher, als diesen Ausriss mit dem gestohlenen Gleiter nicht begonnen zu haben. Und alles nur wegen dieser Kuh von der Akademie, der er mit seinem Ausflug imponieren wollte. Schon im nächsten Gedanken hatte T’Aim das Mädchen vergessen, es gab durchaus wichtigere Probleme für ihn.
Minentreffer! Alarm aus allen Kanälen. Rote Lichter überall.
Hauptimpulsantrieb ausgefallen, von nun an übernahm das Kriesenprogramm den Flug des Gleiters.
Hüllenleck. Druckabfall. Masseverlust. Der Bordcomputer lieferte emotionslos die Daten der Katastrophe.
Der halbe Gleiter war weggesprengt worden, im Grunde war nur noch die Personengondel existent.
T’Aim setze seinen Helm auf und konnte die Katastrophe noch nicht richtig begreifen, doch die Computerstimme berichtete unaufhörlich vom Absturz der „Mission“.

Orbitparameter instabil.
Navigation chaotisch.
Energie fluktuiert.
Lebenserhaltung fehlt.

T’Aim versuchte seine Gedanken zu ordnen, er konnte noch einen Notruf absetzen:
“Mayday, Mayday, Mayday!
Notlage nach Minentreffer, die Automatik hat übernommen!“
T’Aim konnte nun fast nichts mehr tun, außer die Lage zu beobachten. Er sah, wie sich der Wasserplanet in das Sichtfeld der Frontscheibe zog und er beobachtete den Höhenmesser, der rasante Abwärtswerte anzeigte.
Der Computer protokollierte das Geschehen emotionslos: Abriss der Stabilisatoren. Eintritt in die Atmosphäre in 26 Sekunden...
An der zerfledderten rechten Flügelspitze leuchteten kleine Funkenlinien, T’Aim sah nach links und konnte nichts entdecken. Er sah nach rechts und wurde von einem Feuerball geblendet. Der Gleiter wurde geschüttelt und fühlbar in eine Bahn gelenkt.
Der Computer gab seine letzten Warnungen ab.
Außentemperatur 1500°C. Eintritt in die Atmosphäre unmittelbar. Aufschlag in 128 Sekunden. Countdown in 68 Sekunden...
Ein kurzes Blitzgewitter verdeutlichte das Versagen des Bordcomputers, allein das Flackern der glühenden Hülle des Gleiters konnte Licht in das Cockpit leiten. Der Gleiter bäumte sich auf und begann zu ächzen, um im selben Moment aufzuschreien. Der Lärm war unerträglich, das Licht gleißend, die Temperatur unerträglich.
T’Aim spürte die Macht des Todes und konnte nur noch die letzten drei verfluchten Worte aller Piloten in seinen Helm pressen:
„Ejekt! Ejekt! Ejekt!“


Die drei Ranger waren verblüfft, einen solchen Absturz zu sehen. Nur vom Training hatten sie Erfahrung mit solchen Havarien. Die Computer arbeiteten schnell, alles ging seinen Lauf.

„Schau, da ist es! Nichts wie hin!“

„Hast Du den Pilot erfasst?
Isolieren! Aber schnell!“

„Sachte runter und dann schauen was übrig ist...
Jetzt schaut was wir da gerettet haben!“

„Ein junger Mann! Er kann nicht von MADONNA kommen!“

„Ein hübscher Fang! Habt ihr die Trümmer verladen?“

„Ja, Mädels, alles im Laderaum, es war nicht sehr viel, das meiste ist im Orbit verglüht!“
„Gut, dann schauen wir uns den Jungen mal an!“
„ Es waren nicht viele, die den Sperrring um Wasserplanet durchbrochen haben. Wir sollten der MADONNA selbst berichten!“

„Das ist ja mal ein hübscher Mann! Jung ist er und er hat alles was ein Mann braucht!
Ich würde gerne seinen Waschbrettbauch untersuchen!“

„Still, du bist ein Ranger der MADONNA!
Waschbrettbäuche werden zu Bierbäuchen, das weiß doch jedes Kind!“

„Wär ich nicht Ranger, wär’s mein Mann!“

Jennifer zuckte die Schultern und beseitigte alle Reste des Absturzes.

„Wär ich keine Ranger, könnte ich mit diesem Kerl mein Spiel treiben, doch ich bin eben eine und werde MADONNA berichten, was ich gefühlt habe.“

Das Patrouillenschiff erhob sich und ließ T’Aim in perfekter Makellosigkeit zurück. Die Trümmer waren beseitigt und seine Erinnerung würde nur langsam zurückkehren, sie hatten ihn auf dem Wasserplaneten fixiert.

T’Aim versuchte seine neue Situation zu erfassen.
„Was ist los?
Wo bin ich?
Lebe ich noch oder ist das hier der Himmel?
Was hör ich da für ein Flöten?
Immerhin bin ich nicht allein!
Ich versteck mich und werde sehen, was da kommt!
Da singt einer!“



„Ein Paparazzi bin ich,
immer gut drauf!
Bin bekannt im ganzen Land!

Singen kann ich immer gut,
denn alle Bilder
sind ja mein!

Ein Paparazzi bin ich,
immer gut drauf,
bin bekannt!

Alles knips ich,
alle möchten von mir
im Bilde sein!

Und hätt ich das richtige
Bild, wüsst ich wofür
Ich mein Geld gäb!

Meiner Frau gäb ich
Alle Tantiemen her,
sie wär meine Frau!

Ich schlaf mit ihr
Und habe
Kinder dann.“




„He!“ T’Aim zog den Sänger am Arm.
„Was?“ Der Sänger wich zurück.

„Sag mir wer du bist!“

„Ein Mensch wie du!“

„Wo bin ich?“

„Blödel du! Du bist dort wo ich bin, in einem Land aus Hügeln und Bergen. Mit Flüssen und Tälern. Mit kleinen Dörfern und einer großen Stadt!“

„Wie nennt man diese Gegend? Wer beherrscht sie?“

Der Sänger runzelte die Stirn:
„Das kann ich ebenso wenig beantworten, als ich weiß, wie ich auf die Welt gekommen bin.“

„Sag, wovon lebst du?“

„Vom Fotorafieren und von Geschichten, MADONNA liebt es!“

„Sag, hast du die MADONNA je gesehen?“

„Deine letzte alberne Frage überzeugt mich, daß du nicht aus diesem Lande stammen kannst!
Niemand hat sie je gesehen!“

T’Aim fiel es wie Schuppen von den Augen: Er war auf Wasserwelt, dem gesperrten Planeten der MADONNA! Feindesland!
Unklar war ihm, wie er hierher gelangte und warum die singende Gestalt so freundlich war.

„Sag, du bunter Vogel, bist du ein Mann oder von der MADONNA ?“

„Gerettet hab ich dich und nun sei mir dankbar!
Ich bin der Herrscher dieser Welt, halte alles in Bildern fest und habe alles im Griff!

„Paparazzi!“

Der Ruf war eindeutig, die Ranger waren zurück!

„Paparazzi!“

„Wer sind diese drei Frauen, Freund? Was haben sie mit die zu tun?“

„Sie kaufen meine Bilder und meine Berichte und sie zahlen gut! Ich sehe sie nur selten.
Und sie sehen alles und sie hören alles, also sage ich nie schlechtes über sie!“

Die Ranger traten unerwartet schnell vor den Paparazzi.
Paparazzi zog die Datenkasette aus dem Receiver und legte sie demütig auf einen Stein und verzog sich gebückt einige Meter.
Jennifer steckte lächelnd das Teil in ihre Brusttasche und stellte eine Flasche auf den Stein.
„Paparazzi! Heute bekommst du gutes, frisches Quellwasser statt dem üblichen Wein!“

Der zweite Ranger legte einen Stein auf den Fels.
„Besser als Brot, oder?“

„Steine soll ich fressen? Nach diesen Bildern, nach diesen Neuigkeiten?“
Paparazzi war außer sich.

Die dritte Ranger streckte die Hand nach Paparazzi aus und ließ sie langsam sinken.
„Paparazzi! Nie wieder sollst du Fremde belügen! Nie wieder wirst du über Kräfte prahlen, die du nicht besitzt!
Zeige dieses Bild deinem neuen Freund. Und bleib uns treu, mein Freund!“

Ohne weiteres waren die Ranger fort, so, als seien sie nie dagewesen.

Paparazzi traten fast die Augen aus den Höhlen, kein Wort konnte er sprechen, so voll seine Gedanken auch waren.
T’Aim sah den Palm-Disk durch.
Das Bild des Mädchens sah er genauer an. Sie war so alt wie er und offenbar aus dem Reich der Madonna entführt. Hin und her schritt er mit diesem Bild in der Hand.
Bald darauf waren die Ranger wieder da.

„Na,was ist, schöner Junge? Sammle deinen Mut und deine Standhaftigkeit! Die Fürstin will mit dir reden!“

Mit einem Schlag war sie da.
Die Fürstin. Die MADONNA!

„T’Aim! Keine Angst!
Du hast keine Schuld, du hast einiges Wissen und du bist gerade heraus! Das mag ich!
Du kannst mir helfen!
Meine Tochter fehlt mir, du hast es gelesen! Du sollst ihr Retter sein, schaffst du das, so ist sie dein!
Die Ranger werden den Paparazzi das Sprechen wiedergeben, er wird dir vieles erklären.
Und er wird nie wieder Lügen!“

Jennifer gab T’Aim das Saxophon.
„Es ist ein Geschenk. Es ist der wichtigste Schlüssel zu deinem Erfolg, dieses Instrument wird dich schützen und unterstützen!

Dies Instrument ist Musik und kann mächtig handeln!
Traurige werden fröhlich sein, den Hassenden nimmt Liebe ein.
So ein Instrument ist mehr als Gold wert, denn es vermehrt das Glück aller Menschen und schafft zufriedene Geister!“

Es war das erste mal im Leben, daß T’Aim die Stimmen der Priester hörte, es grauste ihm, die Stimmen aus dem Nichts zu hören.

Paparazzi nahm seinen Recorder, zielte hierhin und dorthin, drehte sich sachte, um sich aus dem Staub zu machen.
„Du, Paparazzi wirst T’Aim in meinem Gleiter zur Seite stehen, die Macht der Bilder und das Auge der Öffentlichkeit werden euren Erfolg sichern!“
„Wasserplanet verlassen? Ich, der nichts anderes kennt? Ich weiß nicht einmal wo ich suchen soll!“
„Still, du Wurm!“

Die Fürstin ging so, wie sie gekommen war.
Nur der funkelnde Gleiter verriet, daß etwas besonderes geschehen war.

T’Aim ging gleich zur Sache, der nagelneue Gleiter reizte ihn doch sehr.
„ Auf Paparazzi! Los geht’s, weg von diesem Wasserplaneten, direkt nach Statos in das Reich, in dem die Tochter der Fürstin gefangen ist!“

„Du magst Heldentaten vollbringen, mir ist mein eigenes Leben lieber!“ Paparazzi wollte weg, doch der Gedanke an Fürstins Groll ließ ihn umkehren.

Der Flug nach Statos verlief reibungslos, T’Aim und der Paparazzi nutzten die Zeit um mit dem Saxophon zu üben und sie errangen ein angenehm hörbares Geschick.
Die Scanner brachten nähere Informationen über das Schicksal der Tochter der Fürstin.
Sie wurde auf Statos schlicht Pam genannt und war bei einem Fluchtversuch verletzt worden.

Unerkannt auf Statos zu landen, verlangte von T’Aim sein gesamtes Können ab, doch wie er glaubte, war es gelungen und er fühle sich seinem Ziel ein ganzes Stück näher, als er den Wüstenboden von Statos betrat.

Ausgerüstet mit allerlei exquisitem Gerät stürmten die zwei Abgesandten aus Madonnas Reich den Palast von Statos.
Paparazzis Instinkte waren hier von großem Nutzen, wie ein Schlafwandler fand er das richtige Fenster, hinter dem Pam gerade von Statos persönlich bedrängt wurde.

Dieser fette Sack hat sie paralysiert! Paparazzis Jagdinstinkt war geweckt.
In günstiger Sekunde glitt er in das Verließ der Fürstentochter und gab sich ihr zu erkennen.

„Pam! Grüße von deiner Mutter!“
„Fremder du riskierst dein Leben!“
„Hier ist die Botschaft deiner Mutter!“
Paparazzi reichte den Recorder der Schönen.
„Was treibt Dich an, bin ich Dein Preis?“
„Pam! Wo denkst du hin? Ich bin Bote deiner Mutter und Bote von T’Aim, der sich in dich verliebt hat. Wie kann ich nicht sagen.
Ich selbst hab noch keine Frau und werde auch kaum eine finden, die das Leben eines Paparazzi teilen möchte!“
Pam setzte sich auf und versuchte ihren Blick gerade zu halten.
Natürlich war sie mit Muskaria bis an den Rand voll.
Sie murmelte mit leerem Blick:
„Männer, die Lieben können, haben auch ein gutes Herz und leben durch die Liebe allein. Der Liebe ist jede Kreatur verpflichtet und sie wirkt mit Macht der Natur. Nur zusammen erreicht jeder das Göttliche und deshalb wirst du nicht alleine bleiben!“

In der Zwischenzeit hatte T’Aim eine kleine Kammer entdeckt in der ein festlich gekleideter Mann auf ihn wartete.

„T’Aim sei standhaft, duldsam und verschwiegen! Kurz: Sei ein Mann!“
T’Aim war aufgebracht.
„Lebt Pam noch?

Ich muß sie retten und wenn Statos dabei untergeht!“

„Halt, junger Mann! Dich hat das falsche Wort eines Weibes geblendet! Pam geht es nicht so schlecht wie du glauben magst!
Für blinde Rache ist hier kein Platz, sie führt dich nur in’s Verderben!“

Ein Instinkt ließ T’Aim das Saxophon heben und er blies alle seine Gefühle in das Gerät hinein.
Paparazzi hörte das Lied und erinnerte sich an das lange Üben und ergriff mit Pam die Flucht in die Richtung der Saxophontöne.

Statos erwischte sie alle und wollte sie in Eisen legen, doch T’Aim begann auf dem Sxophon zu spielen und die Soldaten begannen sich auf wundersame Art zu biegen und zu wiegen, ja sie tanzten!

Könnt jeder solche Musik spielen, er hätte keine Feinde! Ohne solche Gefühle, ohne solche Musik gibt es keinen Frieden im Universum!

Der festlich gekleidete Mann ging direkt auf Pam zu.
„Herr, dieser Typ wollte Liebe von mir, mit Gewalt!“

Der Festliche nickte und deutete auf T’Aim.

„ Dieser ist dein Mann, sonst keiner! Von MADONNA mußt du dich trennen, sie kann nicht über dich bestimmen!

Statos hielt T’Aim an kurzen Ketten. T’Aim zog zu Pam und Pam zog zu T’Aim.
Die Soldaten mußten sie trennen.

Der festlich gekleidete Mann erhob seine Stimme:

„Führt diese beiden Liebenden in die Kammer und prüft sie!
Bestehen sie, ist ihre Liebe groß!







ENDE ERSTER TEIL

__________________
MfG
MKD

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