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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das Schild
Eingestellt am 10. 01. 2003 11:51


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titatom
???
Registriert: Dec 2002

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Das Schild

Eigenartig, dachte er, als er durch das alte GebĂ€ude schlenderte. Hatte er all die Jahre dieses Blechschild ĂŒbersehen? Vom Schmutzrand her zu schließen hing es schon ewig lang an diesem unbeachteten Platz. Eigenartig, dass er sich auch nicht mehr nach der Zigarettenkippe bĂŒckt, die vor ihm im Staub liegt. Das wĂ€re frĂŒher undenkbar gewesen. Nur so durch die Halle schlendern ebenso. Ohne bewusstes Ziel, ohne gewĂ€hlte Aufgabe. Kein Weg umsonst, war ĂŒber Jahrzehnte seine persönliche Devise. Lerne aus den Fehlern, bleib sachlich, jahrelang. RĂŒckschlĂ€ge stĂ€rken dich, war sein Lebensmotto. Konstruktive Kritik erfordert aktives Zuhören. Unsachlichkeit lĂ€sst sich nicht Ă€ndern, wenn auch sie dich innerlich viel zu oft zur Weißglut trieb. Inzwischen hört er nicht mal mehr die gut gemeinten RatschlĂ€ge. Eigenartig, dachte er beim Betrachten des Schildes und schloss die TĂŒr hinter sich. Eigenartig, wie lange es doch dauert, bis der letzte Funken Hoffnung in dröge GleichgĂŒltigkeit umschlĂ€gt.

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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hallo titatom,

dein text gefĂ€llt mir ausgesprochen gut. ich habe nur einen kritikpunkte: ich wĂŒrde das jeweils zweite "eigenartig" ersetzen, es stört etwas den rhytmus (fĂŒr mich).
aber ansonsten mal seit langem mal wieder ein text, der vielen interpretationen gegenĂŒber offen ist, ohne völlig vage zu sein - ein gewinn fĂŒr die ll.

gruß

rainer

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titatom
???
Registriert: Dec 2002

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Hallo rainer,

erst mal freut mich dein geschĂ€tztes Lob, geht natĂŒrlich runter wie Öl bei 'nem Frischling wie mir...

Das zweite "eigenartig" war eher beabsichtigt, aber frag mich nicht warum. Ansichtssache, ich weis, daher besonderen Dank fĂŒr die konstruktive Kritik.

Gruß
Tom

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Zefira
???
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Ein starker Text, besonders gut gefĂ€llt mir die Sammlung von unpersönlichen ManagerkalendersprĂŒchen (falls es Managerkalender geben sollte)...

Streichen wĂŒrde ich nur das allerletzte "eigenartig", weil es wirklich sehr schnell auf das vorletzte folgt. Statt dessen den Satz mit "Wie lange es doch dauert...." beginnen lassen.

GrĂŒĂŸe,
zef

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titatom
???
Registriert: Dec 2002

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Hallo Zefira,

Ebenfalls krĂ€ftigen HĂ€ndedruck fĂŒr den Kommentar.

Zu den vier "eigenartig" in der wirklich arg kurzen Geschichte gibt es vielleicht folgende ErklĂ€rung. Ich bin mit der absatzfreien Textgestaltung selbst nicht so ganz zufrieden, weil sie nicht die Aussagen so rĂŒberbringen kann, wie ich mir das vorstelle. Sieh die Einleitung und den Schluß zwischen dem "ManagerkalendersprĂŒchen"-Hauptteil eher als in Gedanken ausgesprochene SĂ€tze mit eben Gedankenpausen dazwischen. Ist es dann verstĂ€ndlicher?

Ich hab es diesmal einfach nicht besser hingekriegt,
aber ich werde mich bessern. Versprochen ;-)

Gruß
Tom

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Quidam
Guest
Registriert: Not Yet

Ein sehr interessanter Text.
Die vier "eigenartigen" Wörter sind meiner Meinung nach ein Muss. Ich wĂŒrde keines streichen.


(Bitte nur als Anregung verstehen
-> Vom Schmutzrand her zu schließen hing es schon ewig lang an diesem unbeachteten Platz.

anstatt "Schmutzrand" wĂŒrde ich schreiben: "Staubschicht"
Und dann im nÀchsten Satz den Staub streichen.

-> Unsachlichkeit lĂ€sst sich nicht Ă€ndern, wenn auch sie dich innerlich viel zu oft zur Weißglut trieb.

anstatt "trieb": "treibt" oder ist dem nicht mehr so?


Ansonsten: prima!

*winke*
quid

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titatom
???
Registriert: Dec 2002

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Hallo Quidam,

erst mal Danke fĂŒr deinen Kommentar,

mit den vier "eigenartig" bin ich deiner Meinung (was'n Wunder! )

"Schmutzrand" und "Staubschicht" habe ich auch lange abgewogen, bin aber dann zu dem Schuss gekommen, dass eine Staubschicht ja nur aus der NÀhe zu bemerken ist oder wenn man dagegen blÀst. Der Schmutzrand ist auch von einiger Entfernung zu erkennen und es ist nicht klar ersichtlich, ob der Protagonist so nahe vor dem Schild steht, dass er den Staub sehen kann. (Das Schild, dass mich inspiriert hat, hÀngt tatsÀchlich kurz unter der Decke). Und auf den darauf folgenden "Staub", in dem normalerweise eine Kippe ihr Ende findet, wollte ich dann auch nicht verzichten.

Zu "-> Unsachlichkeit lĂ€sst sich nicht Ă€ndern, wenn auch sie dich innerlich viel zu oft zur Weißglut trieb. "trieb" bzw."treibt" oder ist dem nicht mehr so?"
Eigentlich "treibt", da gebe ich dir recht. Anderseits hat er ja mit seiner Motivation bereits abgeschlossen, also eigentlich "trieb". Oder doch "treibt"...

Herzliche GrĂŒĂŸe
Tom

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