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Leselupe.de > Horror und Psycho
Das Schwarze Wesen
Eingestellt am 03. 09. 2003 22:19


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BlauerRegen
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2003

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Thomas ist auf seinem Motorrad unterwegs. Die Strasse verlĂ€uft geradlinig, es geht immer nur geradeaus. Die Verbindung zwischen den beiden Dörfern ist Nachts unheimlich, weil es durch einen Wald fĂŒhrt, der dicht bewachsen ist. Ab und zu kommt ein Auto entgegen. Die Strasse ist nicht beleuchtet. Der Fahrtwind ist kalt. Aus dem Dunkel des Waldes leuchten Augen hervor. Das sind die Wölfe. Sie treiben durch die WĂ€lder stĂ€ndig auf der Suche nach Beute. Am Telefon klang sie ruhig und sachlich, aber bestimmt. Er mĂŒsse sofort kommen, weshalb wollte sie nicht sagen. Sie lebt allein in ihrem kleinen Haus und sie ist vor ein paar Tagen 81 geworden. Seit sein Vater tot ist hat sie keinen Mann mehr angesehen. Sie ist sehr wunderlich geworden, in ihrem Dorf tuschelt man sogar, sie sei verrĂŒckt. Ihre Mutter sei schizophren gewesen und im KZ umgekommen. Ihr Leben sei nicht lebenswĂŒrdig gewesen wegen ihrer Schizophrenie. So hieß es damals. Manchmal glaubt Thomas, dass er auch schizophren ist. Er hat diese seltsamen Momente, in denen er sich so erleuchtet fĂŒhlt. Die Umwelt verĂ€ndert sich, sie ringt sich um ihn und schnĂŒrt ihn ein. Weshalb hat sie ihn zu sich gerufen? Das hat sie das letzte Mal getan, als sie ihm erklĂ€ren wollte, dass er ein AuserwĂ€hlter ist. Er habe die Augen des Grossen Johannes, ein Vorfahr von ihm, der angeblich Blinde sehend und Tote lebendig machen konnte. Er soll im 13 Jh. gelebt haben. Es ist 2.35 Uhr in der Nacht, als er das Dorf seiner Mutter erreicht. Das Haus seiner Mutter liegt zu Fuße eines kleinen HĂŒgels, es steht frei mit einem großen Garten davor. Es herrscht Totenstille als er den Motor des Motorrads abstellt. Wieder leuchtende Augen aus der Dunkelheit, die ihn beobachten. Diesmal ist es eine Katze. Die rostige ZauntĂŒr des Vorgartens quietscht beim Öffnen, sie ist nicht abgeschlossen. Er schreitet den Weg durch den Garten. Auf halbem Weg bemerkt er plötzlich noch weitere Augen. Er bleibt stehen und sieht sich um. Da sind noch viel mehr Augen. Rechts, links und hinter sich... auf einmal sind ĂŒberall die reflektierenden Katzenaugen zu sehen. Thomas durchfĂ€hrt es. Ihn ĂŒberkommt die Angst. Angst vor der Gewissheit des Unbekannten in der Dunkelheit. „Komm her“, hört er die zittrige Stimme seiner Mutter aus dem Haus rufen. Er kann sich aus seiner Haltung nicht lösen, er ist wie festgewachsen. Sie sind da, ĂŒberall und sie schauen ihn an. Aber sie geben keinen Laut von sich. „Komm her“, ertönt es wieder aus dem Haus. „Mutter?“ ruft Thomas jetzt mit lauter Stimme und beginnt auf einmal auf das Haus loszurennen. Er stolpert, fĂ€llt hin, steht aber sofort wieder auf, rennt weiter. Die TĂŒr ist angelehnt. „Komm rein, mein Sohn“ sagt sie und er schließt schnell die TĂŒr hinter sich. Kalter Schweiß auf seiner Stirn. Das Herz rast. Seine Mutter sitzt mit dem RĂŒcken zur TĂŒr gewand in ihrem Ohrensessel vor dem Kamin. „Hallo Mutter“, bringt er schnaufend ĂŒber die Lippen. „Komm her, Thomas, und setz dich zu deiner alten Mutter“, entgegenet sie ihm ohne sich umzudrehen. Das Licht im Zimmer flackert von den Flammen des Kaminfeuers. Er geht langsam auf sie zu und gibt ihr einen Kuss auf die Stirn. Sie schaut ihm aus glasigen Augen ins Gesicht und lĂ€chelt liebevoll. Sie weist mit der Hand auf einen Sessel: „Setz dich Herr Sohn“. Sie hat ihren Humor immer noch nicht verloren. „Jawohl, Frau Mutter“, erwidert Thomas und nimmt Platz. Sie schauen sich einen Moment lĂ€chelnd an.
Thomas: „Wie geht es dir?“
Mutter: „Wie es halt so geht. Ich habe meine Zipperlein, aber das ist bei dem Alter auch kein Wunder. Und wie geht es Dir? Du siehst gut aus.“
Thomas: „Mir geht’s ganz gut. Ich hab mich mit meiner Ela wieder vertragen und den Kindern geht es auch gut.“
Mutter: „Das ist schön. Aber ich habe dich zu mir gerufen, weil ich denke, dass die Zeit reif ist“
Thomas: „Zeit wofĂŒr?“
Mutter: „Es ist Zeit, die Macht weiterzugeben. Ich lebe nicht mehr lange und dich habe ich von meinen Söhnen ausgewĂ€hlt, um dir alles zu offenbaren“
Thomas wird mulmig zu Mute. Ist sie jetzt völlig verrĂŒckt geworden? Bestellt mich mitten in der Nacht zu sich, um mir den Inhalt ihres Wahnsinns zu erzĂ€hlen?
Sie zĂŒckt ein kleines Buch mit Goldrand hervor. Darauf steht in gotischen mittelhochdeutschen Lettern etwas geschrieben, was er nicht lesen kann.
Thomas: „Was ist das?“
Mutter: „Ich will dir erklĂ€ren, was das ist. Der Grosse Johannes, von dem ich dir schon einmal erzĂ€hlte, hat dieses Buch geschrieben. Wer dieses Buch besitzt, hat die Macht“
Thomas: „Welche Macht und worĂŒber? Was erzĂ€hlst du mir da? Warum muss das mitten in der Nacht sein?“
Mutter: „Du wirst es verstehen. Vielleicht nicht jetzt, aber irgendwann bestimmt. Hierin liegt der Geist des Unbekannten“
Thomas etwas Ă€rgerlich: „Ich verstehe kein Wort“
Mutter: „Die GlĂ€ubigen nennen es den Teufel, die Ärzte nennen es die Krankheit, die Lebenden nennen es den Tod, die Kommunisten nennen es den Kapitalismus, Kinder sagen böser Geist zu ihm, in Afrika sagt man Hunger aber hinter all dem steckt nur ein einziges Geheimnis. Es ist das Schwarze Wesen. Es beschĂŒtzt den Besitzer dieses Buches, aber bringt Unheil ĂŒber alles und jenen, die der Besitzer verdammt.“
Thomas schaut unglĂ€ubig und winkt ab: „Mutter, ich glaube wir gehen morgen mal zu einem Arzt“
„Neiiiiiiin, Junge, was ich sage ist die Wahrheit. Dieses Buch wird von Generation zu Generation weitergegeben. Und jedes Mal, wenn es den Besitzer wechselt, stĂ¶ĂŸt dem vorigen Besitzer das Schlimmste zu, wozu er einen anderen Menschen wĂ€hrend des Besitzes verdammt hat.“
Thomas will sich das nicht weiter anhören und versucht das GesprĂ€ch zu einem Ende zu bringen: „Also wenn Du willst, dass ich das Buch nehme, dann tu ich das. Aber ich werde trotzdem einen Termin fĂŒr dich beim Arzt machen. Du leidest doch an totalem RealitĂ€tsverlust“. Er nimmt das Buch und steckt es in seine Jackentasche.
Mutter: „Du wirst es schon noch verstehen, aber gib das Buch niemals aus der Hand. Gib es irgendwann mal einem deiner Kinder, das du am liebsten hast.“
Thomas: „Ist gut Mutter, ich werde jetzt aber wieder gehen. Ich komme Morgen noch einmal vorbei und dann reden wir weiter. Ich bin jetzt mĂŒde und ich muss auch frĂŒh aufstehen.“
Mutter: „Ist gut mein Sohn, aber du wirst es erleben. Du brauchst deine Zeit, ich habe es damals auch nicht geglaubt“
Thomas verabschiedet sich und verlÀsst das Haus, dieses mal sind keine leuchtenden Augen in der Dunkelheit zu sehen. Er geht zu seinem Motorrad, setzt sich drauf und fÀhrt nach Hause, um sich schlafen zu legen.
Am nĂ€chsten Morgen klingelt das Telefon um 6:30 Uhr. Thomas schreckt aus dem Schlaf hoch und geht zum Telefon. „Ja, Baumann“, meldet sich Thomas. „Hier ist die Polizei, sind Sie der Sohn von Gerda Baumann?“, ertönt es aus dem Hörer.
Thomas: „Ja der bin ich, ist was passiert?“
Stimme: „Es geht um ihre Mutter.“
Thomas: „Was ist mit ihr, erzĂ€hlen sie schon“ spricht Thomas energisch.
Stimme: „Wir haben ihre Mutter vor einer Stunde von der Strasse im Dorf aufgelesen. Sie ist irgendwie in die Dorfkirche eingebrochen und hat die Glocke nachts zum LĂ€uten gebracht. Anwohner haben sich beschwert. Wir haben sie daraufhin in eine geschlossene Psychiatrie gebracht. Sie kam uns sehr verwirrt vor. Sie bat uns, sie zu benachrichtigen.“
Thomas: „Welches Krankenhaus ist es denn?“
Polizei: „Wir haben sie in das St. Hedwig Krankenhaus gebracht. Sie ist auf der Station 39.“
Thomas: „Ja ist gut, ich fahr gleich los“
Thomas legt auf. Ihm schießen tausend Gedanken durch den Kopf. Ich hĂ€tte sie gestern nicht allein lassen sollen. Ich hab doch gemerkt, dass sie nicht bei Trost ist. Zur Arbeit geh ich dann eben spĂ€ter. Thomas zieht sich schnell an, legt sich einen Schal um und fĂ€hrt los. Es ist 6:45 Uhr. Er braucht 20 min. bis er am Krankenhaus angekommen ist. Ihm ist mulmig zu Mute. Wie wird sie sein? Was hat sie sich nur dabei gedacht? Hoffentlich geht es ihr gut. Er steigt in den Fahrstuhl des 11-Stöckigen GebĂ€udes und fĂ€hrt in die 10. Etage, wo die Station 39 ist. Alles wirkt sehr steril. Die dicke PanzerglastĂŒr am Eingang der Station ist verschlossen. Man muss auf die Klingel drĂŒcken, um hineinzukommen. Er wirft einen Blick in die Station und sieht eine junge Frau, die auf dem Boden liegt. Sie liegt in ihrem Erbrochenen, als plötzlich Pflegeleute kommen und sie in ein Zimmer schleifen. Von rechts tritt ein Mann von etwa 30 Jahren im Schlafanzug ins Blickfeld. Er kommt nĂ€her an die TĂŒr heran und bleibt davor stehen. Aus traurigen und leblosen Augen schaut er durch die Scheibe in das Gesicht von Thomas. Er ist ein Schatten seiner selbst. Seine Kinnlade hĂ€ngt nach unten, er hat tiefe Augenringe und er zittert. Er sieht so entkrĂ€ftet aus und scheint jede Hoffnung verloren zu haben. Thomas zögert, bevor er auf die Klingel drĂŒckt. Er hat sich die Psychiatrie nicht so voller Elend vorgestellt. Eine Pflegerin ganz in weiss sieht ihn dort stehen und kommt zur TĂŒr. Sie ist groß und sehr krĂ€ftig. Ihre WesenszĂŒge haben etwas androgynes. Kurze Haare, mĂ€nnlicher Gang, allein ihr Gesicht und ihre BrĂŒste verraten, dass es sich hierbei um eine Frau handeln muss.
Pflegerin: „Ja bitte“
Thomas: „Guten Morgen, mein Name ist Baumann. Ich komme wegen meiner Mutter, die vor kurzem hier eingeliefert worden ist. Ich wĂŒrde sie gern sehen.“
Pflegerin: „Sie können gern ab 14 Uhr kommen, dann ist Besuchszeit. Jetzt ist ein bestimmtes Programm hier an der Tagesordnung, wo kein Besuch empfangen werden darf.“
Die Pflegerin will die TĂŒr wieder schließen, als Thomas nun etwas zudringlicher wird.
Thomas: „Warten sie. Ich möchte doch nur wissen, was mit ihr los ist und wie es ihr geht.“
In diesem Moment lĂ€uft der Stationsarzt an der TĂŒr vorbei und geht direkt auf Thomas zu. Er tuschelt kurz etwas mit der Pflegerin und lĂ€chelt dann freundlich: „Herr Baumann?“
Thomas: „Ja, der bin ich.“
Arzt: „Mein Name ist Höhne, ich bin der Stationsarzt und habe eben die Erstuntersuchung an ihrer Mutter vorgenommen“
Thomas: „Ja, und was ist dabei rausgekommen?“
Arzt: „Ihre Mutter befindet sich in einem sehr desolaten psychischen Zustand. Sie ist der Überzeugung, sie sei die heilige Maria und sie seien Jesus. Wir mussten sie auf dem Bett festschnallen, weil sie die ganze Station wachschrie. Wir haben ihr eine Depotspritze Haldol und ein Beruhigungsmittel gegeben. Die Diagnose lautet: endogene Schizophrenie.

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Murphy
Hobbydichter
Registriert: Aug 2003

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Das Schwarze Wesen

Hallo BlauerRegen,

zunĂ€chst möchte ich sagen, dass ich beim Lesen deiner Geschichte viel Spaß hatte. Die Idee vom Schwarzen Wesen, das den Besitzer des Buches beschĂŒtzt und ihm gehorcht, zugleich aber einen Fluch verhĂ€ngt, sobald jenes Buch weitergegeben wird, gefiel mir sehr gut.
Den Plot fand ich also Ă€ußerst interessant und ideenreich. Jedoch frage ich mich, weshalb du die Geschichte nicht in der Rubrik "Horror" abgelegt hast. Ich finde, dort passt sie besser hin.

Ein paar Sachen habe ich allerdings zu bemÀkeln:

Als Erstes fiel mir auf, dass du die Geschichte in der PrĂ€sensform geschrieben hast. Das ist ungewöhnlich, da diese Zeit normalerweise nur gebraucht wird, um etwas zu beschreiben, was gegenwĂ€rtig geschieht. FĂŒr deinen Protagonisten verlaufen die Ereignisse zwar in der Gegenwart, aber nicht fĂŒr den Leser. Hast du einen bestimmten Zweck damit verfolgt? Man kann in der Prosa das PrĂ€sens zwar verwenden, um bestimmte Szenen lebhaft zu gestalten und sie dem Leser zu vergegenwĂ€rtigen, aber nicht ĂŒber einen Zeitraum von zwei, drei Seiten.

Als nĂ€chstes werde ich einzelne SĂ€tze und Passagen herauspicken, die ich persönlich fĂŒr verbesserungswĂŒrdig halte.

"Die Straße verlĂ€uft geradlinig, es geht immer nur geradeaus" - Meines Erachtens eine Tautologie. Wenn eine Straße geradlinig verlĂ€uft, gibt es nunmal keine Kurven.

"... weil es durch einen Wald fĂŒhrt, der dicht bewachsen ist." Erstens wĂŒrde es schöner klingen, wenn du etwas Derartiges geschrieben hĂ€ttest: "... weil es durch einen dichtbewachsenen Wald fĂŒhrt(e)." Zweitens: Was meinst du mit "es". In den SĂ€tzen zuvor hast du kein Wort verwendet, auf das sich dieses "es" beziehen könnte. Besser vielleicht: "...weil die Fahrt durch einen..."

"Aus dem Dunkel des Waldes leuchten Augen hervor. Das sind die Wölfe" - Was sind die Wölfe? Sind Augen Wölfe? Leuchten nicht vielmehr die Augen der Wölfe aus dem Dunkel des Waldes? Oder: "Das Leuchten ging von den Augen der Wölfe aus..."

Zwei SÀtze spÀter fÀngst du an, von Thomas Mutter zu schreiben, was nicht sofort klar ersichtlich wird. Vielleicht hÀttest du schreiben sollen: "Am Telefon klang Thomas Mutter ruhig und sachlich..."
Überhaupt folgt in den nĂ€chsten paar Zeilen pro Satz mindestens einmal das Wörtchen "sie". Warum keine Synonyme? Die betagte Frau, seine Mutter, die arme Alte...

Als NĂ€chstes: Der stĂ€ndige Wechsel der Zeiten. Zuerst hieß es: "Am Telefon klang sie ruhig", zwei SĂ€tze spĂ€ter: "... sie ist vor ein paar Tagen 81 geworden." Dieser Wechsel ist mir an mehreren Stellen im Text aufgefallen.

"Angst vor der Gewissheit des Unbekannten in der Dunkelheit" ergibt keinen Sinn. "Gewissheit" bedeutet "feste Überzeugung", "feste Kenntnis". Besser: "Angst vor der Gewissheit um das Unbekannte in der Dunkelheit". Dies allerdings wĂŒrde meinen, dass der Protagonist weniger Angst hat vor dem Unbekannten selbst als vor dem Wissen, dass das Unbekannte in der Dunkelheit lauert. Vielleicht meintest du es so. Falls nicht: einfach "Angst vor dem Unbekannten in der Dunkelheit."

Dies waren nun ein paar der Stellen, die mich gestört haben. Wie aber schon gesagt, der Verlauf der Geschichte hat mir unheimlich gut gefallen. Du hast dich bemĂŒht, dem Leser die Orte und Situationen so gut es ging zu beschreiben. Das ist dir auch ganz gut gelungen, finde ich.
Die StilblĂŒten lassen sich ohne Weiteres verbessern. Alles in Allem freue ich mich auf deine nĂ€chste Geschichte.

Schöne GrĂŒĂŸe,
Murphy


__________________
"Was ich fĂŒrchte, ist nicht die schreckliche Gestalt hinter meinem Stuhle, sondern ihre Stimme..."
F. W. Nietzsche

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 47
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Hallo BlauerRegen,

ich habe mir die Freiheit genommen, es ins Horror-Forum zuschieben.

Sehr spannende ErzÀhlung, wenn auch ein paar LÀngen drin sind. Wird es eine Fortsetzung geben?

Bis bald,
Michael

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BlauerRegen
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2003

Werke: 13
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nett

hallo zurĂŒck an euch beide,

ich finds ja erfrischend, dass meine geschichte hier nicht auf eine solche ablehnung stösst wie meine erste. sicher bin ich nicht geĂŒbt im schreiben, aber ich geb mir mĂŒhe. meine fehler, die du kritisiert sehe ich grösstenteils ein.

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Mirko Kussin
Foren-Redakteur
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 8
Kommentare: 501
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also...
ich finde die geschichte inhaltlich recht ok. dies pointe am schluß wĂŒrde ich deutlicher herausarbeiten.
was mich allerdings super gestört hat (und das lesen dieses textes auch ziemlich anstrengend macht), das waren die vielen kurzen sĂ€tze, die wie ein trommelfeuer auf den leser einschlagen. da wĂŒrd ich an deiner stelle nochmal versuchen, verstĂ€rkt satzgefĂŒge zu verwenden und hier und da mal nen punkt durch ein komma zu ersetzen.
murphy hat ja schon einige stellen rausgepickt, die auf jeden fall verbesserungswĂŒrdig sind, aber einige andere stellen wirken einfach ...holperig...schlecht ausformuliert...die hier zum beispiel:
"Ihre Mutter sei schizophren gewesen und im KZ umgekommen. Ihr Leben sei nicht lebenswĂŒrdig gewesen wegen ihrer Schizophrenie"
das kannst du so nicht stehen lassen, da stellen sich mir alle nackenhaare auf. ich glaube schon alleine durch die Ă€nderung der erzĂ€hlzeit, wĂŒrden sich so manche sprachliche ungereimtheiten von alleine klĂ€ren...
ein paar weitere dinge an denen ich mich gestoßen hab... die beschreibung der psychatrischen station ist mir zu platt, dann spiele doch richtig mit klischees und verlege die station in eine abgelegene, forensische klinik.
die augen der wölfe und der katzen, machen zwar eine schön gruselige stimmung, haben aber inhaltlich nix mit der story zu tun und wirken somit etwas fehl am platz, wie lĂŒckenfĂŒller...
ahja und am ende:
"Wir mussten sie auf dem Bett festschnallen, weil sie die ganze Station wachschrie"...
da fehlt mir die logik...kann sie jetzt, am bett festgeschnallt, nicht mehr schreien?
das ist glaub ich das problem des textes,... viele kleine stolpersteine, die das alles etwas unrund, holprig und unbeholfen wirken lassen. wie gesagt, nette idee, netter plot mit durchaus potential (auch wenn horror jatzt nicht so mein ding ist), aber leider nicht gut umgesetzt.
nochmal ranspringen und ĂŒberarbeiten, da kann was draus werden.
gruß mirko

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BlauerRegen
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2003

Werke: 13
Kommentare: 21
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lieber mirko kussin,

ich selbst habe mehrere monate auf einer geschlossenen psychiatrischen station verbracht und das was du als "klischee" abtust ist das, was ich als reelle begebenheit beobachten durfte. in psychiatrischen anstalten werden nur allzugern neuroleptika verabreicht, die, wie du sicherlich weisst, diskinesien (herunterhĂ€ngende kinnlade), tremor (zittern) und ĂŒbelkeit (erbrochenes) hervorrufen können. das medikament haldol (wirkstoffname: haloperidol)gehört zu der stoffgruppe der neuroleptika. es wird gegen akute schizophrene schĂŒbe eingesetzt.
auch weisst du sicherlich, dass das völkchen der psychiater ein ziemlich verlogenes und menschenverachtendes ist, denn ihre medikamente machen einen erst richtig kaputt. von daher ist es auch nicht zu verwundern, dass ein solcher die begrĂŒndung "festschnallen auf dem bett" gebraucht, um damit auszudrĂŒcken, dass die person in eine chemische zwangsjacke gepresst wird, die noch wochen nach einem schreianfall wirkt. dies zu deiner bildung auf diesem gebiet.
was die pointe angeht, so wollte ich eigentlich dem leser ĂŒberlassen, ob er sich dafĂŒr entscheidet, ob der mythos um das schwarze wesen zutrifft, oder ob die alte mutter nicht sowieso wahnsinnig war.
und die augen der wölfe und katzen im dunkeln sind auch nicht aus der luft gegriffen, sondern sie sollen das paranoide erleben unterstreichen. nun denn, wenn du einmal aufmerksamer liest und dir zur abwechslung auch ein paar weitergehende gedanken ĂŒber den inhalt machen möchtest, wĂŒrde ich gern deine kritik zu meiner nĂ€chsten kurzgeschichte lesen.

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