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Leselupe.de > Feste Formen
Das Spiel ist zu Ende (Versuch einer asklepiadischen Ode)
Eingestellt am 04. 08. 2010 13:49


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Bernd
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Das Spiel ist zu Ende

Wenn der blitzschnelle Ball zwischen die Beine huscht
und dem Nachbarn sodann ĂĽber die Schulter springt,
wenn das Publikum trötet,
blicke ich traurig auf meine Hand.

Doch ich hab keine Kraft, fĂĽhle mich ausgelaugt,
und ich schleiche mich fort, schleiche, so schnell ich kann,
langsam werde ich fallen,
schleich mich ganz sachte hinweg vom Platz.
__________________
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Version vom 04. 08. 2010 13:49
Version vom 05. 08. 2010 15:20
Version vom 06. 08. 2010 16:40

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Bernd
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Form:

- v – v v - - v v – v -
- v – v v - - v v – v -
- v – v v – v
- - v – v v – v -

Quelle
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Eine genauere Darstellung bekomme ich nicht hin.
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kakadu
???
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Bernd, da schlägt mir das Herz höher, die Odenform
lieb ich mehr als Konfekt, Kuchen und Marzipan.
Herrlich, sowas zu lesen,
selbst wenns um FuĂźball geht.


Hallo Bernd,

die asklepiadeische Odenstrophe verwendet den Choriambus XxxX
als Grundmuster, einen VersfuĂź, den ich besonders mag, weil er
in Aneinanderreihung Spondeen bilden kann. In der Antike gab es
verschiedene Spielarten mit längeren und kürzeren Choriamben-
Ketten. Das Schema, das die meisten neuzeitlichen Dichter
ĂĽbernommen haben, ist :


X x X x x X X x x X x X
X x X x x X X x x X x X
X x X x x X x
X x X x x X x X


Ich bin ja sowieso ein Fan dieser alten Versformen, wenn sie in
moderner Sprache zu neuem Leben erweckt werden. Dir ist das hier
bis auf eine Kleinigkeit gut gelungen.

quote:
Wenn der blitzschnelle Ball zwischen die Beine huscht
und dem Nachbarn sodann hoch ĂĽber die Schulter springt,

In Z2 hast Du eine Silbe zu viel. Wenn Du das „hoch“ streichst,
stimmt es wieder.

Es war mir eine Freude, hier dabei zu sein. Irgendwie juckt es
mich jetzt auch wieder in den Fingern ...


Liebe GrĂĽĂźe
Claudia

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HerbertH
???
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Hallo Bernd,

Oden sind beschwingter geworden fĂĽr mich - dank Dir und Claudia. Es ist wirklich schade, dass nicht mehr so viele geschrieben werden.

Claudia, Du solltest mal etwas ĂĽber Oden in Theoretisches schreiben. Stimmst Du mir zu, Bernd?

Liebe GrĂĽĂźe

Herbert
__________________
© herberth - all rights reserved

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Bernd
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Danke an Euch beide. Tatsächlich fehlt "ode" bei "Theoretisches" noch. Ich würde mich freuen, wenn jemand etwas dazu schreibt.

Die Ă„nderungen von Claudia werde ich hier ĂĽbernehmen.
Die Ode scheint eine silbenzählende Form zu sein. Bisher habe ich mich vorrangig mit taktzählenden Formen beschäftigt, wenn man von Haiku/Senryu und freier Dichtung absieht.


__________________
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kakadu
???
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quote:
Die Ode scheint eine silbenzählende Form zu sein.

Das wĂĽrde ich so nicht sagen. Es handelt sich schon um fest
angelegte Taktstrukturen. Diese Verse haben meist recht exotisch
klingende Namen, weswegen sie der Einfachheit halber gerne (innerhalb
einer Odenstrophe) anhand ihrer Silbenzahl unterschieden werden.
Ein sapphischer Elfsilber XxXxXxxXxXx ist aber z.B. keineswegs
identisch mit einem alkäischen Elfsilber xXxXx|XxxXxX.

Ja, ich kann gerne mal was ĂĽber die Ode schreiben. Die Formen-
beschreibungen im theoretischen Teil sind inzwischen so umfangreich
geworden, dass ein alphabetischer Index sehr hilfreich wäre, um etwas
wieder zu finden. Das ist natürlich ein Haufen Arbeit. Vielleicht könnten
wir sie uns irgendwie teilen. Oder hast Du bereits ein persönliches Register?

Liebe GrĂĽĂźe
Claudia

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Bernd
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Es ist auch nicht ganz einfach, die Formen auseinanderzuhalten. Deswegen habe ich auch die "Form der Woche" eingeführt, sodass man sich mit ihr zwei bis drei Wochen beschäftigen kann, wenn man will.

Was die Oden betrifft: Für mich war es Neuland, owwohl ich schon vor langer Zeit die "Elementaren Oden" von Pablo Neruda kennen- und schätzen lernte.

Silbenzählend oder taktzählend: Das ist keine Wertung, sondern eine Beschreibung.

Vor allem in von lateinischen Sprachen abgeleiteten Sprachen gibt es eine andere Struktur, insbesondere ist die Betonung unterschiedlich. Ein Vers hat meist je nach Form bei festen Formen eine exakt vorgegebene Silbenzahl. Im deutschen Bereich (und auch in anderen germanischen Sprachen), sofern er sich nicht an lateinischen Formen orientiert, spielt dagegen die Taktstruktur eine besondere Rolle - dabei können durchaus unterschiedliche Silbenzahlen auftreten, besonders im Auftakt, ohne dass die Form verletzt wird. Aber auch im Inneren können solche Abweichungen stattfinden, die in der silbenzählenden Struktur unmöglich sind. Dabei geht es aber nicht darum, ob ein Vers aus Jamben oder Trochäen oder anderen Formen besteht.

Die verschiedenen Sprachen sind strukturmäßig nicht miteinander vollständig kompatibel. Deshalb werden dann die Formen übertragen. So unterscheidet Deutsch eher betonte und unbetonte Silben, es können aber auch kurze und lange Silben auftreten. Lange Silben unbetont zu sprechen fällt aber Deutschen schwer. In der lateinischen Sprache, aus der viele Formen abgeleitet sind, herrscht dagegen vorrangig der Kontrast zwischen kurzen und langen Silben, soweit ich gelesen habe.

In den meisten Fällen stimmen aber die Ergebnisse zwischen silbenzählender und taktzählender Betrachtung überein.

Was ich jetzt geschrieben habe, habe ich erst in den letzten Monaten gelernt, es erhebt daher keinen Anspruch auf absolute GĂĽltigkeit.

Bei den Oden wird versucht, die ursprünglichen Formen möglichst genau in die deutsche Sprachstruktur zu übertragen.
__________________
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