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Leselupe.de > Gereimtes
Das Staunen
Eingestellt am 16. 05. 2006 22:21


Autor
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Walther
Routinierter Autor
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Das Staunen


Und doch: es bleibt wohl immer da, das leise Staunen,
Wenn endlich Fr├╝hling kommt und Jugend bringt, das Leben,
Wenn alle Pflanzen sich und Tiere M├╝he geben,
Verr├╝ckt die wilden Wetter spielen ihre Launen.

Und was auch wird: unb├Ąndig ist das leise Beben,
Wenn schlie├člich Bl├╝ten brechen, B├╝sche, B├Ąume raunen,
Wenn dann die Sonne l├╝ftet Grau und Bettendaunen,
Denn es will wachsen, reifen und nach vorne streben.

Selbst jener, der am Rande steht und einsam sinnt,
Er f├╝hlt sich pl├Âtzlich neu und jung und mitgerissen.
Selbst wenn in Trauer der Moment zu Stein gerinnt,

Man f├╝hlt sich wie auf einem weichen Bl├╝tenkissen:
Auch der Verh├Ąrtete, er wird zum kleinen Kind
Und will, dem Leid zum Trotz, nicht die Minute missen.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Joneda
Festzeitungsschreiber
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Staunen

Hallo Walther,

das Bild, das Du durch die Worte zum Leben erweckst, ist kindlich, sanft und wundersch├Ân wie die Natur.
Es passt so gut zu dem Titel.

LG Joneda
__________________
Das Leben ist voller Wunder.

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Saurau
Guest
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sehr kunstfertig, walther, und ein sonett, das freude macht!

eine kleinigkeit:
"Wenn alle Pflanzen sich und Tiere M├╝he geben,"... die unkonventionelle wortstellung st├Ârt mich weniger als das "m├╝he geben". hier hast du dir zuviel m├╝he gegeben, das merkt man leider. ansonsten wirklich gelungen, finde ich.

liebe gr├╝├če,
daniel

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Walther
Routinierter Autor
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@ Joneda:

Dank f├╝r die lobenden Worte und Bewertung(en).

@ Saurau

Danke f├╝r Deine zustimmende Einsch├Ątzung meines Dichtversuchs.

Zum dritten Vers in der ersten Strophe: Es gab eine weitere Version:

quote:
Und doch: es bleibt wohl immer da, das leise Staunen,
Wenn endlich Fr├╝hling kommt und Jugend bringt, das Leben,
Wenn Pflanzen sich und Tiere alle M├╝he geben,
Verr├╝ckt die wilden Wetter spielen ihre Launen.

Die Satzstellung ist dem Metrum geschuldet, hat aber einen weiteren interessanten Nebeneffekt. Sie verst├Ąrkt im Text das Dr├Ąngende, das den Fr├╝hling auszeichnet. Dieser Effekt wird schon durch den Widerspruch des Inhalts zum eigentlich schwerbl├╝tigen/schwerm├╝tigen Alexandriner bewu├čt ausgel├Âst. 6 hebige Jamben sind in unserer schnellen Zeit eher die Ausnahme. Heute schreibt man Sonette eigentlich f├╝nfhebig, ich habe mich da im Barock bedient.

Zum Inhalt des Verses: In der Tat geben sich Pflanzen und Tiere alle M├╝he in Fr├╝hjahr. Den Rest kann, darf und mu├č man sich dazudenken, Gedichte sollen ja Raum lassen.

Auch in der vierten Strophe gibt es eine Variante:

quote:
Man f├╝hlt sich wie auf einem weichen Bl├╝tenkissen:
Auch der Verh├Ąrtete, er wird zum kleinen Kind
Und will, des Tods zum Trotz, nicht die Minute missen.

Man k├Ânnte, um das Bild und den Bezug zur Stimmung des Barock vervollkommnen, das Wort Leid durch das st├Ąrkere Wort "Tod" ersetzen. Aber soviel Melancholie wollte ich dann auch wieder nicht heraufbeschw├Âren.

Einen sch├Ânen Fr├╝hlingstag w├╝nscht Euch beiden und alle anderen Lesenden und Lupenden

der W.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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flammarion
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ganz

sauber hinbekommen. ein sch├Ânes gedicht.
lg
__________________
Old Icke

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Walther
Routinierter Autor
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Moin, Old Icke,

man(n) tut was, was man(n) kann. leider man(n)chmal auch, was man(n) nicht kann. Daher danke f├╝r die lobenden Worte, die runtergehen wie ├ľl. Welcher (Feierabend-)Dichter f├╝hlte sich nicht durch wohlklingende Begleitung aus berufenem Munde gebauchpinselt?

In diesem w├╝nsche ich mir weitere Worte dieser Art (nicht ohne an meinem Zutun zu werkeln).

Es gr├╝├čt, fast besch├Ąmt, aber eben nur fast,

der W. 8)
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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