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Leselupe.de > Science Fiction
Das Sternentor der Atemmasken-Frau
Eingestellt am 09. 03. 2016 20:52


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Rhondaly DaCosta
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Die Frau war geschminkt. Ihre Augenlider zeigten einen beigen Lidschatten.
Frank war ├╝berrascht, weil der beige Ton so gar nicht zu der blauen Atemmaske passen wollte. Au├čerdem trug sie verl├Ąngerte oder hochgeb├╝rstete Wimpern. Ihr Teint war rein und klar. Mehr konnte Frank nicht erkennen. Der Rest des Gesichtes wurde durch den Helm und die besagte Atemmaske bedeckt.

Die Frau war pl├Âtzlich vor ihm aufgetaucht, ohne irgendeine f├╝r ihn wahrnehmbare Bewegung. Kein Flugger├Ąt, kein pl├Âtzliches Herausspringen aus einem Geb├╝sch, kein Dropdown vom Himmel ÔÇô nichts. Sie stand einfach vor ihm.
Frank erholte sich sehr schnell von seiner ├ťberraschung. Er war ausgebildet worden, um mit unvorhersehbaren Momenten professionell umzugehen.
Die Erkundung dieses Planeten war seine Mission. Zink und Uran waren von den Detektoren gefunden worden - und die Br├╝cke ├╝ber dieses schmale und tiefe Tal. Der ├ťbergang sah auf den Drohnenfotos nicht nat├╝rlich aus. Die Br├╝cke wirkte k├╝nstlich, wie aus einem Metall hergestellt. Man sprach im Raumfahrtzentrum nicht von einem menschlich hergestellten Artefakt. Bisher hatte kein Mensch seinen Fu├č auf diesen Planeten gesetzt, vor Frank.
Er hatte sich also heute Morgen von seinem Basislager auf den Weg gemacht, um diese omin├Âse Metallbr├╝cke genauer zu untersuchen. Basislager war ein gro├čspuriger Ausdruck f├╝r das doch relativ kleine Explorer-Shuttle, in dem er sich einrichten musste. Jedenfalls hatte er sich mit seinem Hubman-Anzug auf den Weg gemacht. Und nun stand sie vor ihm.
Eine Frau auf dieser Robinsonade w├Ąre nat├╝rlich nicht schlecht. Frank sp├╝rte eine Erregung in sich aufsteigen. Die Frau schien ihm dieses starke Gef├╝hl ÔÇô wieder zu nehmen. Jedenfalls glaubte Frank, dass sie einen unangenehmen Einfluss auf sein Empfinden aus├╝ben w├╝rde. Wie Telepathie oder Teledingsbums; ihm fiel der genaue Ausdruck nicht ein. Jedenfalls ebbte sein Verlangen rasch wieder ab.
Frank war in der Ausbildungskompanie f├╝r seinen Humor bekannt gewesen. Vielleicht, so fiel ihm schmunzelnd ein, reagierte die Eva auf Handber├╝hrung. Und sofort taufte Frank sein Gegen├╝ber in ÔÇ×BarbarellaÔÇť um, so wie die Comic-Figur in dem bekannten Film genannt wurde.
Und Barbarella reagierte. Die hielt ihm eine Hand entgegen in der Art einer Geste wie ÔÇ×Give Me FiveÔÇť. Die Ber├╝hrung f├╝hlte sich f├╝r ihn samtweich an, als ob sich zwei H├Ąnde, Haut an Haut, tats├Ąchlich ber├╝hren w├╝rden. Doch Frank und auch die Frau trugen recht dicke, gepolsterte Handschuhe. Trotzdem versp├╝rte Frank eine fast z├Ąrtliche Begegnung.
Ein j├Ąhes Gef├╝hl von Angst durchflutete ihn nun. Wenn die Frau seine Gedanken erfahren konnte und sogar dagegen steuerte, was w├╝rde sie sonst noch mit ihm tun k├Ânnen? Ihn dirigieren?

Und schon ging es los. Das Wesen winkte ihm mit einer anmutigen Geste zu, als ob er ihr folgen sollte. Frank hatte nun die Gelegenheit, seine neue Bekanntschaft n├Ąher zu betrachten. Das Wesen war humanoid. Die Gestalt war etwas kleiner als er gebaut. Ihr Helm erschien ihm volumin├Âs, so als ob die Frau einen gr├Â├čeren Kopf als er selbst haben w├╝rde. Frank ├╝berlegte: wenn sie tatsachlich mehr Gehirnmasse als ein Mensch wie er h├Ątte, w├Ąre sie ihm dann automatisch im Intellekt ├╝berlegen? Er f├╝hlte sich zunehmend unwohl.
Das Oberteil ihres Anzuges zeigte eindeutig weibliche Formen, also Formen von Br├╝sten. Darunter trug sie einen sehr breiten G├╝rtel mit einer auff├Ąlligen Schnalle. Ein oval geformter blauer Stein oder Kristall war in einer goldfarbenen Umrandung eingefasst. Der Stein schien zu schimmern und abwechselnd zu blinken. Frank fand f├╝r die Ausstrahlung des Steines keine passenden Worte. Er dachte an einen Leitstrahl oder etwas ├ähnliches.
Die Beine und die F├╝├če des Wesens waren f├╝r ihn nicht definierbar. Eine schwere, unf├Ârmige Montur umgab ihre Gliedma├čen. Dennoch bewegte sich seine Begleiterin leicht vor ihm weg. Sie schwebte fast, ja, sie ging nicht auf dem Boden. Frank schwebte hinter ihr her. Sein Hubman Apparat hatte reichlich Energie. Er konnte sich diese Demonstration seiner technologischen Gleichwertigkeit erlauben.

**

Die Person glitt leichtf├╝├čig ├╝ber die mysteri├Âse Br├╝cke vor ihm her. Frank wunderte sich ├╝ber die R├╝ckseite ihres Helmes. Dieser war in der Senkrechten mit einem vorgew├Âlbten Mittelsteg versehen, wie mit einer Schwei├čnarbe oder etwas ├ähnlichem. Au├čerdem bemerkte er am Hinterkopf zwei kreisrunde Ausbuchtungen. Welche Funktionen mochten diese Merkmale haben? Frank r├Ątselte ohne ein Ergebnis zu erzielen.
Die Br├╝cke war tats├Ąchlich k├╝nstlich hergestellt. Eine metallische Oberfl├Ąche zeigte klar hervortretende, regelm├Ą├čige Ausbuchtungen an allen vier Seiten. Frank erinnerte sich an die carts ruts auf der Insel Malta. Allerdings zeigte dieser ├ťbergang eine etwas andere Auspr├Ągung. Die Anlage der Br├╝cke ergab f├╝r ihn keinen Sinn, weil das Wesen vor ihm doch schweben konnte. War die Br├╝cke ein Attraktor, oder gar eine Falle? Hatte das Wesen ihn angelockt wie eine Bl├╝te das Insekt k├Âdert?
Seine Begleiterin schaute in diesem Moment zu ihm zur├╝ck. Sie wei├č alles, was ich denke, dachte Frank bei sich. Er bekam wieder Angst.
Angst. Wie geht ein Raumfahrer in dieser Situation mit der Angst um? K├Ąmpfen? Dazu gab es im Moment keinen unmittelbaren Anlass. Weglaufen? Wohin? Zum Explorer. Das w├Ąre eine Option. Aber dann blieben die R├Ątsel um die Frau und um die Br├╝cke ungel├Âst. Aufschieben? Das ging nicht, oder doch? Frank entschied sich abzuwarten, wie es weiterging.

**

Hinter der Br├╝cke erhob sich ein Felsen, der nach Franks Einsch├Ątzung etwa drei├čig bis vierzig Meter hoch aufstieg. Die Frau ging auf den Felsen zu. Ein Teilbereich ├Âffnete sich wie eine kreisf├Ârmige Pforte. Die Fremde blieb davor stehen und wartete, bis Frank herbeigekommen war. Mutig schritt dieser mit seiner Begleiterin durch den Eingang. Innen befand er sich ÔÇô im Weltraum. Staunend betrachtet der Raunfahrer ein Meer von Sonnen, Sternen und Nebelgestirnen.
Frank war seit seiner Kindheit ein Weltraum Nerd gewesen. Am liebsten w├╝rde er jeden Tag auf Gravitationswellen surfen, wenn dies m├Âglich gewesen w├Ąre. Seine Verlobte Nora teilte leider ├╝berhaupt nicht seine Vorliebe f├╝r die Sterne. Sie kochte gern, backte auch einen ausgezeichneten Kuchen und pflanzte bunte Blumen im Vorgarten. Frank, das musste er sich eingestehen, ging gar nicht so ungern auf seine Space Missions ins All. Eines Tages h├Ątte er sich entscheiden m├╝ssen ÔÇô Nora oder das All. Dieser Tag war jetzt gekommen.
Die Frau sah ihn an und wies auf eine blau-wei├če Spiralgalaxie. Dann nahm sie Frank bei der Hand, und die beiden schwebten auf das Sternenmeer zu.

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