Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92200
Momentan online:
331 Gäste und 15 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Erotische Geschichten
Das Tuch
Eingestellt am 15. 08. 2004 23:57


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Tezetto
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 83
Kommentare: 97
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Tezetto eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Das Tuch


Ich war blind.

Ich war blind und dennoch begann ich zu sehen. UnfÀhig, mich zu bewegen, wartete ich. Die Musik in der Dunkelheit.

Versinkt die Welt in Blut und Stahl


Das Piepen der Meldung, völlig unerwartet. Unbekannte Nummer. Die SMS leuchtet noch immer in meinem Kopf:

HOTEL AMADEUS. ZIMMER 231. WARTE AUF MICH!

Namenloser Befehl. Hitze pur. Neugier.

Dann im Hotel, das Zimmer kalt und unpersönlich. Niemand im Raum. Ich gehe umher, suche nach Zeichen, unbewohnt. Auf dem Bett ein schwarzes Tuch. Ich schlinge es um meinen Kopf, Dunkelheit hĂŒllt mich ein. Liege einfach nur da.

Zeit beginnt zu zerfließen, zu verschwimmen. Die kĂŒhle Nacht strahlt sternenhell in meinem Kopf. Lufthauch. Bewegung erfĂŒllt den Raum. Leiser Atem, mein Puls in der Steilkurve, halte die Luft an. Starr, gespannt verharre ich reglos.

Kalter Stahl an HĂ€nden und FĂŒssen. Adrenalin getriggertes Herz. Stille!

„Wer bist Du?“

Die Minuten zu Stunden gedehnt, verliere ich jegliche Zeit. Warte. Langsam kehren die GerĂ€usche zurĂŒck. Immer noch diese Musik.

Liebe mich ein letztes Mal


Erinnere Dich, erinnere Dich! Stimmen von draussen, Menschen auf dem Weg in die Nacht. Ich horche, rieche den eigenen Schweiss.

„Bist..., bist Du noch da? Hey!“

Nichts. Nichts ausser dem LĂ€rm der Stille. Dieses GefĂŒhl voller Hilflosigkeit. Zerre an meinen Ketten. Erregung in mir. Und langsam erreicht mich die Angst. Was, wenn...!? TrĂ€nen.

“Bitte...!“

Nichts.

Nichts ausser dem LÀrm der Stille. Und doch anders. Leise, ganz leise ein neuer Ton. Undeutlich. Ich drehe den Kopf, versuche, in der Leere zu lesen. Erinnere Dich. Tausendmal schon gehört. Erinnere Dich, verdammt.

Metall auf Metall.

Meine Haut glĂŒht, unter dem Tuch brennen sich TrĂ€nen und Schweiss in meine Augen. Das Feuer der Furcht ergreift mein Gehirn. Das GerĂ€usch plötzlich grell neben mir. BĂ€ume mich auf, gefesselter Schrei. Mein Herz ruft einen Moment lang nach Luft. Und das kalte Metall auf meiner Haut. Warmer Atem an meinem Ohr.





Ein Schere, mein Gott, eine Schere.

Dann der erste Schnitt.

Durch mein Shirt. Trennt den schweissnassen Stoff von meiner Haut. Der Stahl auf meiner Brust. SpĂŒre, wie meine Erregung mit jedem Schnitt hĂ€rter wird. Die Jeans langsam in Streifen, mein Hemd ist zerfetzt, endlich nackt. Beben, die Haut zugleich zitternd und heiss. Schneller und schneller. Beschleunigte Zeit. Mein Schwanz aufrecht und hart.

Und wieder der fremde Atem, jetzt tiefer, Erregung?

„Wer...“, beginne ich erneut, als sich die kalten Klingen in meinen Schwanz drĂŒcken.

„Nein!“ Ich erstarre. „Bitte!“

Aber dann nimmt sie mich in den Mund. Warm, feucht, ohne Warnung. Stöhne auf, mein Fleisch glĂŒht tief in ihrer Kehle, als ich komme. Sie trinkt meine WĂ€rme und mit ihr schwindet die Angst mehr und mehr.

Dann wieder Stille. Mein immer noch zuckender Penis liegt flach auf dem Bauch.

Merke, wie sie ĂŒber mir steht, spĂŒre ihren Blick in der Nacht, die mich umgibt.

„Mein Gott, wer bist Du?“

Sie hockt sich nieder, nimmt mein Glied in die Hand. Leben. Blut und Leben. Ihr Gesicht ist ganz nah, kann sie riechen. Der Blick scheint mich zu durchbohren, durchdringt fast das Tuch. Ich öffne den Mund und ein Finger beginnt, mit meinen Lippen zu spielen. Sauge ihn ein, sie entzieht sich. Und dann ihre Brust, hart, ganz hart. Meine Zunge tastet sich an sie, die Lippen umschliessen sie sanft, dann trinke ich ihre Lust, höre ihr Stöhnen. Sauge ihr Leben tief in meinen Körper. Sie strahlt Hitze ab in den Raum ohne Ende, die Luft flimmert mir ihr. Mein Schwanz wird massiert, versuche, mein Becken zu heben, sich ihr entgegen zu strecken. Überall ihre HĂ€nde, die Finger wie Flammen. Ein Brennen in mir. Auf mir und ewig.

Und sie ist feucht, so feucht, als sie mich in sich hereinfĂŒhrt, sie mir ihre Pforten öffnet und ich beginne, ihr Innerstes zu verstehen.

Versinkt die Welt in Blut und Stahl
Liebe mich ein letztes Mal


Ihre Muskeln spielen mit mir, greifen zu und lösen sich wieder. Ihr Körper tanzt auf meinem Schoss. Mal schnell und wild, dann wieder sanft und so unendlich langsam, das ich fast glaube, den endgĂŒltigen Frieden zu sehen. WĂ€hrend ihr biegsamer Körper meinen Penis umschlingt, saugt sich ihr Mund an meine Brust, die ZĂ€hne tauchen meine Nippel in Schmerz. Die NĂ€gel bohren sich in meine Haut, wie Messer gleiten sie ĂŒber die Arme. Nirgendwo Ruhe. Ihre Zunge, warm und rau in meinem Ohr. Lust, so viel Lust in einem einzigen Wesen. Der Rhythmus wird schneller, endlich ihre Stimme, wenngleich nur ein Schrei. Speichere ihn. Wir treiben aufeinander zu. Schussfahrt in die Ewigkeit.

Wieder verlier ich die Zeit, drehe mich auf einer Spirale ins Nichts. Endlich Erlösung, schweissgebadete Freiheit. Gemeinsamer Schrei der Erleuchtung, unser Orgasmus eine Flut, endlich, wild und ungezÀhmt, heiss und laut.

Erschöpfung, Ruhe, mit ihrem Geruch hinabtauchen in den Schlaf, vom GetrÀumten trÀumen.

...

Mit einem Schrei wache ich auf, dunkel, noch immer blind. Die Binde, das Tuch. Mein Körper befreit, reiss ich die Nacht von den Augen.

Traum?

Der zerschnittene Stoff auf dem Boden. Erinnerung. Lass mich fallen, tiefer Atem, ruhig, ganz ruhig. Versuche, die Nacht zu ordnen. Erinnere dich.

Tief durchatmen, ruhig und tief. Schon wieder diese Musik. Erinnerung.

Versinkt die Welt in Blut und Stahl
Liebe mich ein letztes Mal
Versinkt die Welt in Hass und Not
Liebe mich bis in den Tod


Erinnerung.
Nie vergessen.
Ihr Schrei fĂŒr immer gespeichert.
Raum 231.
Musik.

Nie hab ich erfahren, welchen Körper ich roch, wessen Atem mich nahm.









14.08.2004
Songtextzitate UMBRA ET IMAGO – EIN LETZTES MAL










__________________
© by Torsten Sammet 1981-2017

"Eine strenge und unumstĂ¶ĂŸliche Regel, was man lesen sollte und was nicht, ist albern. Man sollte alles lesen. Mehr als die HĂ€lfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten." Oscar Wilde

Version vom 15. 08. 2004 23:57

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


knychen
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2002

Werke: 51
Kommentare: 426
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um knychen eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

gut, wenn nicht sogar besser.
nur der gemeinsame orgasmus wird mir ein ewiges rĂ€tsel bleiben, zumal der text den eindruck erweckt, der protagonist wĂŒrde sich die ganze zeit nebenher genau beobachten.
knychen
__________________
kny

Bearbeiten/Löschen    


Cirias
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: May 2004

Werke: 49
Kommentare: 113
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Cirias eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Tezetto„
was die erotischen Schilderungen in deinem Text angeht, finde ich ihn nicht sonderlich erotisch, weil sich da eine typisch mÀnnliche SexualitÀt austobt, alles geht ziemlich schnell und der Orgasmus scheint das non plus ultra der ganzen Sache zu sein.
Warum beginnst du in der Vergangenheitsform, kehrst am Ende aber nicht in diese zurĂŒck?
Warum weiß er, dass es eine Frau ist- wenn er wirklich nicht weiß, wer das ist, mĂŒsste dies doch zumindest bis zum Moment der Vereinigung offen bleiben?
Der Text bezieht seine StĂ€rke aus den kurzen, abgehackten SĂ€tzen, die das Moment der Erinnerung gut widerspiegeln, auch sprachlich finde ich ihn in vielen Passagen gekonnt. Na ja, ĂŒber die Logik kann man streiten, aber dass so etwas passiert, ist nicht ganz unwahrscheinlich.
Insgesamt bestimmt kein schlechter Text, aber die Darstellung von Erotik empfinde ich als sehr einseitig und zielgerichtet.
Gruß, Cirias

Bearbeiten/Löschen    


Silberstreif
???
Registriert: Jun 2001

Werke: 53
Kommentare: 98
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Silberstreif eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Tezetto

Erotik hin oder her - es geht um Sex und daher ist die Geschichte hier gut aufgehoben. Sex in seinen Speilarten ist ja nicht immer fĂŒr jeden nachvollziehbar "erotisch" - wie auch immer man Erotik definiert.

Ein paar logische Fehler sind mir auch aufgefallen:
- Zimmer 231 oder 321? Oder war er gar im falschen Zimmer?

- Als Frau kann ich das nicht nachvollziehen, vielleicht erklĂ€rst du mir das: wieso bekommt ein Mann eine Erektion, wenn er gefesselt und blind auf einem Bett liegt, jemand von dem er nicht weiß wer es ist - Cirias hat recht, denn er kann nicht wissen ob Mann oder Frau - mit einer Schere an ihm herumschnippelt und ihn vielleicht sogar zum Eunuchen machen könnte?

- wenn er unbedingt wissen möchte wer das war, wieso ruft er sie nicht einfach an? Die Nummer hat er ja noch im Handy. Seine Nummer könnte er bei einem Anruf unterdrĂŒcken - bei sms geht das nicht.

- "Liebe mich ein letztes Mal" hat Roland Kaiser schon vor ewigen Jahren gesungen. Das störte mich am meisten in dieser Geschichte.

- das ĂŒbertrieben Orgiastische fand ich auch nicht prickelnd.

Ansonsten gut geschrieben.


GrĂŒĂŸe

Silberstreif
__________________
will man, was man muss?

Bearbeiten/Löschen    


Arezoo
???
Registriert: Feb 2005

Werke: 16
Kommentare: 122
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Arezoo eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Tezetto,

dein Text hinterlĂ€ĂŸt mich etwas zwiegespalten.
Auf der einen Seite ist mir der Anfang zu lang und auch etwas an den Haaren herbeigezogen.
Auf der anderen Seite kippt der Text ab

quote:
Aber dann nimmt sie mich in den Mund...
und wird richtig gut.
quote:
typisch mÀnnliche SexualitÀt austobt, alles geht ziemlich schnell und der Orgasmus scheint das non plus ultra der ganzen Sache zu sein.
Leise lÀchelnd muss ich da aber widersprechen.
So typisch mÀnnlich kann ich den Text gar nicht finden. Auch als Frau, und das muss ich an dieser Stelle einmal betonen, ist mir der Orgasmus sehr wichtig.
Alles in allem sehr erfrischend einmal nicht den ĂŒblichen 'massierst du mir den RĂŒcken und sag mir doch, wie doll du mich lieb hast BlĂŒmchen Sex' zu lesen.
Aber hier im Text wie in real life: Jedem das seine.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Arezoo
__________________
Das Leben hat zwei Geschichten, die wirkliche und die ertrÀumte.
Schim'on Peres

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Erotische Geschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!