Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92277
Momentan online:
501 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Das Unbewusste
Eingestellt am 20. 08. 2003 09:49


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1979
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Das Unbewusste

Der Traum beginnt nach dem Einschlafen und endet abrupt mit dem Aufwachen. Jeder trÀumt, mal mehr, mal weniger. Manche erinnern sich an ihre TrÀume sehr genau, können einiges an Details aufzÀhlen. Dazu gehört meistens ein wenig Training, aber es geht.
Andere haben den Traum mit dem Aufwachen schon vergessen. Oder er verflĂŒchtigt sich mit zunehmder Dauer des Wachseins. Wie ein flĂŒchtiger Hauch, der an IntensitĂ€t verlustig wird.

Wissen ist Macht. Die FĂ€higkeit, Wissen abzurufen, ist im alltĂ€glichen Leben sehr hilfreich. Der Idealfall ist das fotografische GedĂ€chtnis, das es einem leicht macht, sich Informationen zu merken. Es gibt Methoden, die das GedĂ€chtnis verbessern, die MerkfĂ€higkeit erhöhen. Dies ist Ă€hnlich der Struktur der Informationstechnik, man katalogisiert und benötigt damit weniger “Speicherplatz”, als mit einer unmethodischen Vorgehensweise.
Trotzdem nutzen wir unseren “GedĂ€chtnisspeicher” nur unvollkommen. Immer wieder tauchen in den Tiefen unsers Bewusstseins Informationen auf, von denen wir nicht ( oder nicht mehr?) wussten, dass sie vorhanden sind. Dies fĂŒhrt im Extremfall soweit, dass wir FĂ€higkeiten haben, die uns gar nicht bewusst sind, oder die durch fehlendes Training brach liegen.

Rein physich gibt es keinen Geist, keine Seele. Mir ist zumindest nicht bekannt, dass dies irgendwo physikalisch nachgewiesen ist. Die VorgĂ€nge im Gehirn sind zwar katalogisiert, man meint zu wissen, wo welche Information wie verarbeitet wird, doch ist das eher ein Tappen im Dunklen, als ein seriöses Verstehen. Vieles an Unerforschtem wird den Genen zugeschrieben, doch liegt deren endgĂŒltige AufschlĂŒsselung noch in der Zukunft.

Wenn man meinen vorangegangenen Argumenten zustimmt, ergibt sich die folgende Situation : Wir sind zwar ein aufgeklÀrtes, rationales Volk, aber verstehen nur einen Bruchteil von dem, was das Menschsein ausmacht. Unsere wissenschaftliche Konzentration liegt auf der physikalischen Ebene, da sie anhand von Theorien und ihrer BestÀtigung ( Versuch und Beweis ) nachvollziehbar und erklÀrbar erscheint ( zumindest in einem gewissen Rahmen, der von unserem Geist erfasst werden kann ).

Auf der psychischen Ebene argumentieren wir auf Vergleiche und Erfahrungen. Dies funktioniert in einem gewissen Rahmen, doch der BrĂŒckenschlag zur physikalischen Ebene gelingt uns nicht. Bei einem Informationssystem wie dem Computer kann man mit dem nötigen Aufwand eine vorkommende Fehlerquelle lokalisieren und ihren Grund nachvollziehen, erklĂ€ren und abstellen. Bei der Psyche gelingt uns dies nur unvollkommen.

Manche ( oder alle? ) Menschen glauben an Dinge zwischen Himmel und Erde, die rational nicht erklĂ€rbar sind. Die einen an Gott, die anderen an die Reinkarnation, der dritte daran, dass man mit Verstobenen in Kontakt treten kann. Ein oft belĂ€cheltes Thema ist die Astrologie. Mit Sicherheit auch wegen der ĂŒberall vorhandenen Zeitungshoroskope, aber ist deswegen eine generelle Verdammnis dieser “Glaubensrichtung” vertretbar? Wer kann schon sagen, ob der Mensch nicht ebenso “logisch” auf Grund von Sternkonstellationen funktioniert, wie eine berechnbare Sache wie ein Informationssystem?
Wer will beurteilen, ob es nicht möglich ist, mit Verstorbenen in Kontakt zu treten? Wer möchte ausschließen, dass es ein Leben nach dem Tod gibt? Oder eine Welt neben der uns bekannten?

Generell tendiert unsere Gesellschaft zu einer rationalen Sichtweise. Anerkannt ist das Nachweisbare, das Erkennbare. Doch ist das “Phantastische” nicht ebenso anerkennungswĂŒrdig? Auch wenn es nicht zweifelsfrei in richtig oder falsch eingeteilt werden kann?

Bleiben wir bei dem Kontakt mit dem Verstorbenen. Bei der Vielzahl der Seancen und Menge an Menschen, die laut ihrer Aussage den Kontakt zu einem Toten hatten, muss doch irgendwas an der ganzen Sache sein. Dies ist kein genereller Aufruf, die RealitĂ€t nach der HĂ€ufigkeit zugrundeliegender ErwĂ€hnungen zu definieren. Man muß ganz klar Populismus von unerklĂ€rlichen PhĂ€nomenen trennen. Dies ist mit Sicherheit nicht einfach und fĂŒhrt zu Streitpunken.
Aber eine generelle Verteufelung dieses Themas fĂŒhrt meiner Meinung nach zur Ignoranz.
ZurĂŒck zum Geisterkontakt. Man fragt sich, ist es das Unterbewusstsein, dass mittels verschĂŒtteter Erinnerungen diesen Kontakt vorgaukelt, oder ist es ein “realer” Kontakt zu einer andern Welt? Ist dieser Unterschied denn ĂŒberhaupt wichtig? RealitĂ€t ist doch die Ebene, die der einzelne als wahr empfindet. UnabhĂ€ngig von der Richtigkeit.

Meines Erachtens ist nahezu alles erklÀrbar. Das einzige Problem liegt an der nötigen Erkenntnis. Je mehr wahres Verstehen die Menschheit entwickelt, desto mehr real werden die VorgÀnge. Aus dem Donnergott wird ein WetterphÀnomen, dass wir verstehen. Und genauso wird alles irgendwann rational. Wenn wir die nötigen Erkenntnisse haben.

Bis dahin streiten wir uns ĂŒber die Richtigkeit gewisser PhĂ€nomene. Und nennen es Glauben.


Version vom 20. 08. 2003 09:49

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


jon
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

Lektor
Registriert: Nov 2000

Werke: 147
Kommentare: 6206
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um jon eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Wie passt der erste Absatz in das Thema?
Ist das Thema wirklich das Unbewusste oder nicht doch eher das Unbekannte/UnGEwusste?

Vorsicht mit Argumenten wie: "So viele berichten, es erlebt zu haben – da muss doch was dran sein!" Das ist verlockend, aber eine böse Falle.
Ich erinnere mich an eine Untersuchung zum Aussehen von Außerirdischen – die Berichte von Begegnungen der dritten Art folgen (dieser Untersuchung zu folge) bestimmten mit der (Pop/Film)Kultur deutlich korrespondierenden Tendenzen.
Wenn z.B. TischerĂŒcken in ist, machen es viele: Die ĂŒbertölpelbare Klientel wĂ€chst, die Zahl der den Tisch gerĂŒckt gespĂŒrt Habenden wĂ€chst (auch wenn ihr Anteil an den TischrĂŒcke-Versuchern gleichblebt) etc.
Wenn „mit Toten reden“ in ist, steht diese ErklĂ€rung fĂŒr die verscheidensten Dinge (seltsame Muster beim Fernsehrauschen, ein unerklĂ€rbares GerĂ€usch, ein plötzlicher Windzug
) eher im Alltag zu VerfĂŒgung (da das Thema immer prĂ€sent ist) und wird deshalb auch eher herangezogen. Zu andern Zeiten wĂŒrden die selben PhĂ€nomene als Poltergeist, als Götterzeichen oder sichees Zeichen fĂŒrs Überwachtwerden interpretiert – ja nachdem, was gerade Mode ist

Bei der Abwandlung dieses Arguments in "So viele können nicht irren" (auch sehr beliebt) wird die Falle dann schon deutlicher


__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

Bearbeiten/Löschen    


Parsifal
Guest
Registriert: Not Yet

Das Unbewußte

quote:
Rein physich gibt es keinen Geist, keine Seele. Mir ist zumindest nicht bekannt, dass dies irgendwo physikalisch nachgewiesen ist.
Lieber Michael,

und schon sind wir mitten in der Diskussion. In Deiner Betrachtung argumentierst Du mit „Erkenntnissen“ der Naturwissenschaft. Aber gerade in dieser Disziplin gilt die Erfahrung, daß eine Erkenntnis nur solange als gesichert gilt, bis der nĂ€chste Forscher sie â€žĂŒberwindet“. Es ist traurig, aber fast jeder Wissenschaftler (wenn er lange genug lebt) muß erleben, daß sein Denk- oder LehrgebĂ€ude ganz oder in Teilen zusammenbricht.

Da Du explizit nur die Naturwissenschaften erwĂ€hnst, sei eine Bemerkung gestattet. Der Neokantianer Kurt Leider nannte alle Naturwissenschaft kategorisch „den Gipfel dogmatischer Borniertheit“, wĂ€hrend Oskar Heinroth alle Philosophie als den „pathologischen Leerlauf der dem Menschen zum Zwecke der Naturerkenntnis mitgegebenen FĂ€higkeiten“ definierte.

Daß die Seele bzw. der Geist physisch nicht nachgewiesen sind, besagt gar nichts. Denn: im Lauf der Menschheitsgeschichte ist alles von Menschenhand Geschaffene untergegangen; ĂŒberdauert hat nur der menschliche Geist und seine Ideen. – In seinem Buch „Die RĂŒckseite des Spiegels. Zur Naturgeschichte menschlichen Erkennens“ gibt Konrad Lorenz anhand eines Schwingkreises ein Beispiel, wie durch zwei voneinander völlig unabhĂ€ngige System, die zusammengeschaltet werden, völlig neue Systemeigenschaften entstehen, die vor her nicht, und zwar auch nicht in Andeutungen, vorhanden waren. Im Folgenden beschreibt Lorenz die Entstehung des Bewußtseins, das ebenfalls nicht andeutungsweise in Systemen des Körpers vorhanden war. Es aber zu leugnen, weil es physisch nicht nachgewiesen ist, wĂ€re borniert. Wie ernst Rudolf Virchow seine eigene Bemerkung genommen hat, er habe Tausende von Leichen seziert, aber noch nie die Spur einer Seele gefunden, weiß ich nicht.

quote:
Und genauso wird alles irgendwann rational. Wenn wir die nötigen Erkenntnisse haben.
Diesen Gedanken hatte ich auch schon oft, war dann aber immer getröstet durch die Einsicht, daß dieser Zeitpunkt niemals kommen wird. Denn mit jeder halbwegs gelösten Frage tun sich Hunderte neuer Fragen auf.

Ich erinnere mich an eine Sendung, in der der damalige PrĂ€sident des Verfassungsschutzes, Herold, anwesend war. Es ging um die Frage, ob man Verbrechen nicht verhindern könne, wenn man ĂŒber jeden Menschen alles speichert. Herold widersprach dieser Ansicht und brachte zum Beweis einen 10 Meter langen Computer-Ausdruck mit, der alles enthielt, was der Computer ĂŒber ihn wußte. Fazit (grob vereinfacht): wenn man alles weiß, weiß man gar nichts.

quote:
Der Idealfall ist das fotografische GedĂ€chtnis, das es einem leicht macht, sich Informationen zu merken. Es gibt Methoden, die das GedĂ€chtnis verbessern, die MerkfĂ€higkeit erhöhen. Dies ist Ă€hnlich der Struktur der Informationstechnik, man katalogisiert und benötigt damit weniger “Speicherplatz”, als mit einer unmethodischen Vorgehensweise.
Trotzdem nutzen wir unseren “GedĂ€chtnisspeicher” nur unvollkommen. Immer wieder tauchen in den Tiefen unsers Bewusstseins Informationen auf, von denen wir nicht ( oder nicht mehr?) wussten, dass sie vorhanden sind. Dies fĂŒhrt im Extremfall soweit, dass wir FĂ€higkeiten haben, die uns gar nicht bewusst sind, oder die durch fehlendes Training brach liegen.
Daß das GedĂ€chtnis mehr leisten kann, als normalerweise von ihm verlangt wird, ist bekannt; ebenso gibt es Trainingsmethoden und Memoriertechniken, die z.B. einem Schauspieler beim Rollenstudium zugute kommen. Wenn es aber die Natur so eingerichtet hat, daß wir vergessen können, so mĂŒssen wir zuerst fragen, ob die Natur nicht klĂŒger ist als wir. Ich stelle es mir entsetzlich vor, wenn wir nichts vom dem vergessen könnten, was uns je im Leben widerfahren ist.

Eine andere Frage ist, ob wir wirklich absolut vergessen, oder ob gewisse Erinnerungen nur sehr tief ins Unbewußte abgesunken sind. – Eine interessante Beobachtung mache ich immer wieder an mir selbst. Ich versuche mich z.B. an einen Begriff zu erinnern, der mir partout nicht einfallen will, obwohl er mir normalerweise gelĂ€ufig ist. Beim Nachdenken kommen Ă€hnliche oder naheliegende Begriffe hoch, und obwohl mir der gesuchte Begriff nicht einfĂ€llt, weiß ich trotzdem, daß sie der gesuchte Begriff nicht sind. Erst wenn ich an etwas ganz anderes denke, ist der gesuchte Begriff plötzlich da: es hat also tief in mir weitergedacht.

Was Du mit Deinem Anfangssatz sagen willst, ist mir nicht ganz klargeworden. Das PhĂ€nomen ist bekannt. Wolltest Du damit auf Traumdeutung hinaus? Viele moderne Psychologen halten heute (im Gegensatz etwa zu Freud) TrĂ€ume fĂŒr Abfallprodukte des Denkens. Um TrĂ€ume „deuten“ zu können, mĂŒĂŸte m.E. bewiesen werden, daß verschiedene Menschen unter gleichen Bedingungen dasselbe trĂ€umen.

Zum Schluß eine humorvolle Bemerkung von Heinrich Spoerl: „Eine besonders feine Sache sind die Halb-wach-TrĂ€ume. Die wenigsten Menschen springen beim Wecken wie eine Rakete in die Luft. Meist hat man noch ein paar Minuten und rĂ€kelt sich langsam wach. In diesem DĂ€mmerdusel hat man mitunter unglaubliche Gedanken, macht welterschĂŒtternde Erfindungen, prĂ€gt unsterbliche Formulierungen, entwirft gigantische PlĂ€ne; man löst WeltrĂ€tsel mit dem kleinen Finger. Wenn man dann aus Freude darĂŒber vollwach wird und hochspringt, dann ist zweierlei: Entweder hat man den enormen Einfall spurlos vergessen und trauert um die Welt, der ein Genieblitz verlorenging. Oder man kriegt die Sache noch zusammen, faßt sich an den Kopf und stellt fest, daß es ein gottverbotener Blödsinn war, irgendeine sinnlose Wortkette, etwa nach der Art: Die Halbhaftigkeit der Sirene wurzelt in der ArmlĂ€nge der modernen Wasserkante.“

Viele GrĂŒĂŸe
Parsifal

Bearbeiten/Löschen    


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1979
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo jon,

scheinbar war mein Einwand mißverstĂ€ndlich oder du hast mir die falsche Absicht unterstellt :
Das ErwĂ€hnen eines Vampirs seit sagen wir 200 Jahren ist natĂŒrlich kein Beweis seiner Existenz.
Genausowenig ist es anzunehmen, dass der "Reinkarnationsbeweis" ( ich weiß, Beweis ist eigentlich das falsche Wort ) dadurch bestĂ€tigt wird, dass alle, die in der entsprechenden Talksendung auftreten, ein Pharao im alten Ägypten ( besser noch Atlantis ) waren.
Ich wollte eigentlich damit nur sagen, dass es generell PhÀnomene gibt, die nicht nachgewiesen werden können, aber durch ihre HÀufigkeit erahnen lassen, dass es etwas zwischen Himmel und Hölle gibt, dass nicht unserem heutigen Kenntnisstand entspricht.

Und da kommt mein Gedanke mit dem Unbewussten, beispielsweise der Traum ins Spiel, Parsifal hat diesen Absatz ja auch angesprochen.

Ich versuchs nochmal : Ich habe mal eine kurze Geschichte ĂŒber einen Psychopath geschrieben, der einen Menschen getötet hat. Am Ende behauptet dieser, er sei von einem DĂ€mon besessen.
Nehmen wir an, man findet keine ErklĂ€rung, warum dieser Mann so bestialisch mordet, aber er hat es definitiv gemacht. Die Wirkung ( der Mord ) bleibt die Gleiche, der Grund ( besessen bzw. geistig verwirrt ) ist nicht eindeutig zu unterscheiden. Beide GrĂŒnde könnten möglich sein ( wenn man an Besessenheit glaubt ). Wir gehen von der geistigen Verwirrtheit aus, aber ausschließen können wir den anderen Fall nicht. Da Besessenheit nicht nachgewiesen werden kann, kann auch ihre Verneinung nicht nachgewiesen werden.

Daher die Traumsache. Wir gehen davon aus, dass der Traum nichts aktives ist, da wir keine körperliche AktivitÀt machen. Theoretisch könnte es aber mehr sein wie ein Abfallprodukt des Denkens. Daher habe ich diesen Absatz an den Anfang gestellt.

Generell wollte ich mit diesem Text eins zu bedenken geben:
Die Wissenschaft ist nicht so richtig, nicht so absolut, wie allgemein glauben gemacht wird.
Genauso wenig ist die "Esoterik" nichtig, da ist mehr dran, als allgemein anerkannt wird. Wobei ich nicht fĂŒr diese sprechen möchte, da ich auch die Tendenz zu generellen EsoterikglĂ€ubigkeit in gewissen Kreisen sehe, das war allerdings nicht Thema meines Textes.

Eine gesunde kritische Einstellung gegenĂŒber "Wahrheiten" sollte man bewahren, egal ob diese anerkannt oder nicht anerkannt sind.

Und Parsifal, ich stimme dir zu. Wenn alles eindeutig erklĂ€rbar wĂ€re, hĂ€tten wir eine arme Welt. Ich bin zwar ĂŒberzeugt, dass dies möglich ist, möchte es aber auch nicht erleben.

Bearbeiten/Löschen    


DeGie
Guest
Registriert: Not Yet

Tachauch

Lieber Michael,
erst einmal vorab:
Aufbau und Stil fesseln mich nicht so sehr, obwohl mich das Thema eigentlich selber sehr beschÀftigt.

Möchte nochmal auf Deinen Schluß eingehen:

quote:
UrsprĂŒnglich veröffentlicht von Michael Schmidt
Meines Erachtens ist nahezu alles erklÀrbar. Das einzige Problem liegt an der nötigen Erkenntnis. Je mehr wahres Verstehen die Menschheit entwickelt, desto mehr real werden die VorgaÀnge. Aus dem Donnergott wird ein WetterphÀnomen, dass wir verstehen. Und genauso wird alles irgendwann rational. Wenn wir die nötigen Erkenntnisse haben.

Bis dahin streiten wir uns ĂŒber die Richtigkeit gewisser PhĂ€nomene. Und nennen es Glauben.


Das sehe ich etwas anders.
Ich denke, daß alles, was wir Glauben nennen - also auch der Donnergott - Manifestationen dessen sind, daß wir uns außerstande sehen, die wirklich beeindruckenden Dinge auch nur halbwegs zu erklĂ€ren.
Die WetterphÀnomene sind zwar bereits deterministisch nicht zu fassen, aber was sind sie gegen menschliche PhÀnomene wie z.B. Empathie in ihrer KomplexitÀt?

Sicher werden wir immer mehr ĂŒber die "technische" Arbeitsweise des Gehirnes erfahren - die sich ja mit keiner hierarchisch aufgebauten Maschine je vergleichen ließe - doch bezweifle ich, daß die Menschheit je annĂ€hernd an dem Punkt stehen wird, sich selber verstanden zu haben.

Und der Glaube wird Ausdruck der Unvollkommenheit im ErklÀren der eigenen Vollkommenheit bleiben...

Bearbeiten/Löschen    


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1979
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo DeGie,

was der menschliche Geist erfassen kann, ist wirklich fraglich. Aber alles hat eine ErklÀrung.
Im Moment glaubt man an gewisse PhÀnomene oder man widerspricht ihrer RealitÀt.
Ich sage nur, alles was es gibt, hat auch einen erklÀrbaren Hintergrund.
Ob wir den erfassen? Kannst du ein "schwarzes Loch", "Antimaterie", "Den Urknall", ein "Lichtquant" oder "die Entfernung Lichtjahr" erfassen?

Zum Thema KomplexitÀt gebe ich dir Recht. Je komplexer ein "PhÀnomen" ist, desto weniger gelingt es uns, dieses exakt zu beschreiben und zu erklÀren. Deine Beispiele sind da wirklich gelungen.
Vielleicht liegt es an der grundlegenden Herangehensweise der Wisssenschaft und wir haben daher diese Probleme.

Die KomplexitĂ€t im Vergleich von Gehirn und Rechenmaschine zeigt dies recht gut, daher kann man wohl kaum wissen, was in einem Gehirn genau vorgeht. Wobei wir wieder beim Unbewußten sind.

Bis bald,
Michael

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Essays, Rezensionen, Kolumnen Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!