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Leselupe.de > Fantasy und M├Ąrchen
Das Voynich-Manuskript
Eingestellt am 09. 08. 2019 23:08


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amelkin
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Feb 2006

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Am Abend war'n die Lichter schwach.
Die Reflektionen wurden blasser und schw├Ącher...
Die Winterreifen rauschten wach.
Die fernen bleichen Sterne gl├Ąnzten und gl├Ąnzten...

Ich h├Ârte das Signal,
das um die Ecke kam.
Die Tram voll froher Menschen hetzte!
Die Dunkelheit verschwand!
Mein Kopf, der wurde klar.
Die Tram war weg. Es war die letzte...


Dieses traurige Lied kam mir pl├Âtzlich in den Kopf, als ich an einem Dezemberabend auf meinem alten Fahrrad die Agnes-Bernauer-Stra├če entlangfuhr und an Agnes' Schicksal wie auch an meines dachte. Was wissen wir ├╝ber das Schicksal, und k├Ânnen wir es aus freiem Willen kontrollieren?

Die letzten 15 Jahre versuchte ich vergeblich, mich in diesem Leben als freiberuflicher K├╝nstler zu positionieren. Meine Gem├Ąlde wurden l├Ąngst nicht mehr gekauft, die Arbeit als Stra├čenk├╝nstler brachte kaum Einkommen, und ich beschr├Ąnkte mich nur noch auf reine Auftragsarbeit.

Mit der Zeit verwandelte ich mich so von einer ehemals kreativen Person in einen Yuppie. Und eines Tages schrieb ich in einem Ausbruch von Selbstironie den Yuppie-Blues ├╝ber mich selbst:

T├Ąglich. Rund um die Uhr.
Jahrelang. Und wof├╝r?
Business-Plan. Plan-Prospekt.
Atelier. Kunstprojekt.

Telefon. Telefax.
Wenig Schlaf wegen DAX!
Krise kommt! Dann Progress.
Atemnot! Ewig Stress!

Das ist der Yuppie-Blues,
mein Yuppie-Blues.
Wie mache ich mit meinem
alten Leben Schluss?

Das ist der Yuppie-Blues,
mein Yuppie-Blues.
Na, sch├Ân, dann sag ich gern
dem alten Leben Tsch├╝ss.


In dieser Zeit stie├č ich auf einen Ausspruch des amerikanischen Genetikers Bruce Lipton, wonach unsere Gedanken, unsere Haltung und unser Lebensstil einen entscheidenden Einfluss auf unsere innere und ├Ąu├čere Wirklichkeit haben und die Gene steuern k├Ânnen.

Da beschloss ich mein Schicksal zu ├Ąndern. Ich versammelte alle meine Kr├Ąfte, innere Haltung und Gedanken und... pl├Âtzlich passierte mir eine ganz unglaubliche Geschichte!

Ende August 2025 bekam ich den Auftrag, anhand eines Fotos das Portrait einer Dame zu zeichnen. Noch am selben Tag begann ich mit dem Zeichnen, w├Ąhrend im Hintergrund der Fernseher lief. Zuf├Ąllig h├Ârte ich die Nachricht von dem vor kurzem entzifferten Voynich-Manuskript, und es stellte sich heraus, dass das Manuskript von Doktor Kaspar Bernauer im Schloss Blutenburg verfasst wurde.

Auf der Suche nach einer Inspiration beschloss ich, das Schloss Blutenburg zu besuchen. Dort fand ich mich unerwartet in einer Ausstellung wieder, die pr├Ąsentierte das Voynich-Manuskript mit ├ťbersetzung.

Im Folgenden erz├Ąhle ich Ihnen jetzt eine kurze Zusammenfassung des entzifferten Manuskripts.

Anfang des 15. Jahrhunderts lebte in Augsburg ein Balneolog, Chirurg, Phytotherapeut und Astrologe Kaspar Bernauer mit seiner Frau. Gott gab ihnen keine Kinder, aber sie tr├Ąumten sehr von einer Tochter und hofften auf ein Wunder.

In der Familie von Kaspar wurde von Generation zu Generation einen Sage weitergegeben, wonach die W├╝nsche auf der magischen W├╝rminsel "Pl├╝denberg" in Menzing bei M├╝nchen wahr werden konnten. Der Wunsch sollte jedoch au├čergew├Âhnlich stark sein. Es sollte reichen, einfach auf die Insel zu kommen, am Ufer des magischen Menzinger Sees zu sitzen, sich etwas zu w├╝nschen und sich mit Wasser aus dem See zu bespritzen.

So nahm Kaspar im Jahre 1409 seine Frau, kam auf die Insel und tat alles nach alter Sitte. Und bereits nach einem Jahr hatten sie ein blondes M├Ądchen namens Agnes.

18 Jahre sp├Ąter entspannte sich Albrecht, der einzige Sohn des Herzogs Ernst, in den Augsburger B├Ądern nach seiner Teilnahme an einem Ritterturnier. Dort lernte er die sch├Âne Baderstochter Agnes Bernauer kennen und verliebte sich in sie.

Er widmete der Bernauerin das folgende Liebeslied:

Als eine alte Seele
trieb mich best├Ąndig um
nur Dunkelheit, nur Leere.
Ich war so taub, so stumm...

Man schenkte mir ein Leben,
die Tr├Ąume im Fluss der Zeit,
die Freude an der Freiheit.
Damit kam ich soweit.

Dem Jubel meiner Seele
fehlte noch ein St├╝ck,
bis ich Dich getroffen hab.
Du bist mein wahres Gl├╝ck!


Agnes erz├Ąhlte Albrecht die mystische Geschichte ihrer Geburt, und Albrecht war so fasziniert, dass er auf dieser magischen W├╝rminsel in Menzing f├╝r seine Gemahlin das Schloss Blutenburg baute, wo sie gl├╝cklich zusammenlebten.

1433 ernannte Herzog Ernst seinen Sohn zum Regenten in Straubing, weshalb Albrecht und Agnes sich fast g├Ąnzlich in Straubing und nur selten im Schloss Blutenburg aufhielten.

Die nicht standesgem├Ą├če Liaison missfiel Herzog Ernst, und nachdem Albrecht sich nicht von der Bernauerin trennen wollte, sah sein Vater keine andere M├Âglichkeit, als Agnes unter dem Vorwurf der Hexerei anzuklagen und zum Tode verurteilen zu lassen.

Nachdem man Albrecht auf Erlass seines Vaters nach Landshut entf├╝hrt hatte, wurde Agnes Bernauer am 12. Oktober 1435 von einer Br├╝cke in die Donau gesto├čen. Agnes' Leiche wurde aber nie gefunden...

Sehr betr├╝bt von Agnes' Tod zog sich Albrecht in das Schloss Blutenburg zur├╝ck. V├Âllig unerwartet kam wenig sp├Ąter Agnes' Vater Kaspar Bernauer zu ihm, und in seiner Kutsche war eine erstaunliche ├ťberraschung versteckt.

Bevor diese mysteri├Âse Geschichte fortgesetzt werden kann, ist es notwendig, etwas ├╝ber die besonderen Umst├Ąnden der Hinrichtung zu erz├Ąhlen...

Kurz vor Agnes' Verhaftung war Kaspar Bernauer nach Straubing gekommen, um seine Tochter zu besuchen. Dar├╝ber hinaus traf er seinen alten Freund Jacob, der als lokaler Henker in Straubing arbeitete. In seinen alten Tagen war Jacob oft bei den Bernauers zu Besuch, und er kannte Agnes schon seit ihrer Kindheit.

Nun sollte ausgerechnet Jacob das Todesurteil vollstrecken. Da Agnes f├╝r ihn immer wie eine Schwester war, entwickelte er einen Rettungsplan. Am Ort der Hinrichtung auf der Donaubr├╝cke ersetzte er das Seil, mit dem er Agnes die H├Ąnde band, durch ein halb verschlissenes. Bevor er sie dann von der Br├╝cke stie├č, fl├╝sterte er Agnes ins Ohr: "Das Seil ist faul. Versuch dich zu befreien und schwimm unter Wasser zu einem Busch. Verzeih mir."

Mit diesen Worten schubste Jacob die arme Agnes von der Br├╝cke.

Die Hinrichtung war vollzogen, und die Zuschauermenge begann sich zu zerstreuen.

Nachdem alle gegangen waren, tauchten Kaspar und Jacob in die Donau, um nach Agnes zu suchen. Sie fanden den bewusstlosen K├Ârper, und zu ihrer ├ťberraschung war Agnes noch am Leben.

In einer Kutsche brachte Kaspar Agnes heimlich zum magischen Menzinger See in der Hoffnung, sie mit dessen wundersamen Wasser zu heilen.

Als die Kutsche das Schloss Blutenburg erreichte, rief Kaspar sofort nach Albrecht. Der erkannte die Stimme seines Schwiegervaters, kam zu ihm hinaus und gemeinsam trugen sie Agnes zum Seeufer. Albrecht war au├čer sich vor Gl├╝ck, weinte, lachte, umarmte und k├╝sste seine Geliebte! Agnes l├Ąchelte in Tr├Ąnen, konnte aber kein Wort sagen...

Alle drei w├╝nschten sich leidenschaftlich Agnes' Heilung und bestreuten sie mit dem Wunderwasser... F├╝r eine kurze Zeit wurden sie von einem gr├╝nlichen Dunst umh├╝llt und ihre Sinne schwanden... Als Albrecht und Kaspar wieder zur Besinnung kamen, war Agnes verschwunden, und in Ufern├Ąhe schwamm ein sch├Âner Schwan.

Jahre vergingen und Albrecht f├╝hlte, dass seine Tage gez├Ąhlt waren. Er ging zum See und w├╝nschte sich die Wandlung in einen Schwan, um sich endlich mit Agnes zu verbinden. Agnes schwamm auf ihn zu, winkte mit den Fl├╝geln und bespritzte ihren Geliebten mit magischem Wasser. Wieder umh├╝llte sie ein gr├╝ner Nebel, und kurz darauf schwammen zwei Schw├Ąne auf dem See! So blieben Albrecht und Agnes als Schw├Ąne f├╝r immer zusammen.

Damit endete das Manuskript.

Nach mich das alte Manuskript aus der Ausstellung so beeindruckte, n├Ąherte ich mich dem Schlosssee. Ich hatte den starken Wunsch, wunderbare Portr├Ąts schaffen zu k├Ânnen, die positiven Einfluss auf die innere und ├Ąu├čere Wirklichkeit der Menschen haben w├╝rden!

Es war niemand in der N├Ąhe. Gr├╝ner Dunst verh├╝llte das Ufer... Das Ger├Ąusch von pl├Ątscherndem Wasser weckte mich auf und ich sp├╝rte ein paar Spritzer auf meiner Haut. In der N├Ąhe schwammen zwei Schw├Ąne...

Seit diesem Tag ver├Ąnderte sich meine Wahrnehmung der Welt. Ich begann, diese besondere Vision in meinen Portraits zu reflektieren, und ich bemerkte, dass meine Portraits positiv auf die Menschen wirkten. Ich nannte dieses Ph├Ąnomen "Portrait der inneren Sch├Ânheit". Seit ich die Gabe bekam, "Portraits der inneren Sch├Ânheit" zu schaffen, f├╝llte sich mein Leben mit neuer Bedeutung.

__________________
Alexander Amelkin, M├╝nchen-Obermenzing

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