Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m√ľssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5494
Themen:   93614
Momentan online:
346 Gäste und 12 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das Wasser im Meer der Angst
Eingestellt am 31. 07. 2002 13:15


Autor
Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.
Abrasax
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2002

Werke: 8
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Trotz seiner Angst ging er weiter auf das Licht zu. Er ging langsam, hatte es nicht eilig. Immer wieder schaute er sich um, doch sah nichts, nichts von alldem, welches ihm einst etwas bedeutet hat. Deshalb ging er weiter, seine Angst wurde gr√∂√üer und verfl√ľchtigte sich wieder. Dennoch war sie immer vorhanden, er versuchte sie hinter sich, in die Bedeutungslosigkeit des vergangenen Seins, das hinfloss, so schnell wie der Wasserfall fiel, zu verjagen, doch es gelang ihm nicht, wie es ihm auch nicht gelang, zu sagen, wo der Wasserfall anfing und wo er endete. Die Angst √ľberholte ihn und warf ihren Schatten, indem sie sich vor das Licht stellte, auf ihn. Er blieb stehen, suchte Erkl√§rungen, drehte sich um, suchte dort, fand, was er nicht finden konnte, was er nicht zu finden k√∂nnen wollte, machte einen Schritt r√ľckw√§rts, blind dem Licht und der lauernden Angst zu. Er stolperte, flog nach hinten und schlug hart auf und obwohl das Ger√§usch niemand h√∂rte, war es dennoch da, genauso laut als h√∂rte es jemand, denn auch der Wasserfall flie√üt weiter, auch dann, wenn es niemand sieht. Die Schmerzen erf√ľllten ihn und er blieb liegen, seine Angst eilte ihm zu Hilfe, tr√∂stete ihn und half ihm auf. Er fragte sie nach dem Weg und sie antwortete:‚Äú Immer r√ľckw√§rts dem Licht entgegen, keinesfalls vorw√§rts sehen, denn sonst erreichst du es nie.‚Äú Er wusste nicht ob sie noch da war, dennoch dankte er ihr, aus reiner H√∂flichkeit, so wie der Regenwurm dem Vogel dankt, wenn er nicht gefressen wird, oder der Wasserfall dem Wasser, dass es flie√üt, weil es sein Blut ist. Also ging er weiter in Richtung Licht, er sah den Schatten der Angst gr√∂√üer werden, schlie√ülich durchschritt er die hilfsbereite Angst und lie√ü sie langsam, w√§hrend sie im Dunkeln verschwand, zugrunde gehen. Er schritt weiter r√ľckw√§rts dem Licht entgegen und als er es durchschritt, glaubte er sich gedreht zu haben, deshalb wendete er noch mal und schritt weiter, obwohl das Licht kleiner wurde, doch er merkte es nicht, da er die Angst zur√ľckgelassen hatte, und deren Schatten ihm den Weg wies. Und der Wasserfall h√∂rte auf zu flie√üen, das Wasser verfl√ľchtigte sich im Meer und die Angst bet√§tigte mit ihrem letzten Atemzug den Lichtschalter. Das Licht ging aus, doch niemand sah es, denn alle hatten ihrem eigenen Licht den R√ľcken zugewandt, w√§hrend ihre Angst starb, und deshalb war es in Wirklichkeit nicht. Denn niemand h√∂rt das Wasser im Meer.
__________________
Auch wer nichts erwartet wird enttäuscht.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur√ľck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver√∂ffentlichen.     Antwort ver√∂ffentlichen.



Werbung