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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Das Zeichen
Eingestellt am 13. 03. 2001 20:07


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Hajoki
BlĂŒmchendichter
Registriert: Mar 2001

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Das Zeichen
- von Hans-Joachim Kind -


Es war gegen 11.30 Uhr als das Telefon klingelte. Nach dem dritten Klingeln hob Armin Huber den Hörer ab. „Huber!“ - „Wir haben soeben Ihre Gattin entfĂŒhrt und verlangen 250.000,-- DM Lösegeld in kleinen Scheinen. Wenn Ihnen das Leben Ihrer Frau lieb ist, besorgen Sie das Geld und halten Sie sich fĂŒr 15.00 Uhr bereit. Wir werden uns dann wieder melden. Und: Keine Polizei!“ Die Stimme klang sehr mechanisch. Sie mußte wohl elektronisch verfĂ€lscht worden sein. „Hallo! Hallo! Sind Sie noch da?“ Armin Huber versuchte, nĂ€here Informationen von dem unbekannten Anrufer zu erhalten. Aber der hatte lĂ€ngst eingehĂ€ngt.

Kathrin Huber war an diesem Morgen schon um 8.30 Uhr aus dem Haus gegangen um ein paar EinkĂ€ufe zu erledigen. Eigentlich hĂ€tte sie lĂ€ngst zurĂŒck sein mĂŒssen. Armin Huber war sich nicht sicher, ob sich hier nicht jemand einen bösen Scherz erlaubt. Aber das Leben seiner Frau riskieren, das wollte er auf gar keinen Fall. Er wĂŒrde also das Geld besorgen. Als Rechtsanwalt und Notar war er reich genug. Das wußten sicher auch die EntfĂŒhrer. Ob die Banken wohl so schnell eine solche Summe bereitstellen könnten? Er ĂŒberlegte, ob es ratsam wĂ€re, doch die Polizei zu benachrichtigen. Schließlich rief er an. Der Kommissar war selbst am Apparat. „Machnik, SOKO 2311, guten Tag!“ Armin Huber berichtete in kurzen SĂ€tzen von dem unbekannten Anrufer und dass er bereit sei, der Lösegeldforderung nachzukommen. „Wir sind in fĂŒnf Minuten bei Ihnen. Dann besprechen wir alles weitere.“

TatsĂ€chlich! Schon nach kurzer Zeit waren Kriminalhauptkommissar Machnik und Oberinspektor Faber im Haus von Armin und Kathrin Huber. Faber machte sich gleich an die Arbeit und montierte ein AufnahmegerĂ€t. „Eine Fangschaltung ist auch veranlaßt. Darum kĂŒmmern sich die Kollegen. Der Anruf kann kommen!“

Bis 15.00 Uhr war noch viel Zeit. Armin Huber fuhr mit seinem Auto zur Bank und besorgte das Geld. Anschließend fuhr er aufgeregt wieder zurĂŒck in sein Haus, wo die Polizisten auf ihn warteten. Machnik hatte noch ein paar Informationen: „ErfahrungsgemĂ€ĂŸ werden Sie die EntfĂŒhrer nicht gleich am ersten angegebenen Ort antreffen. Rechnen Sie damit, dass Sie ein paar mal hin- und hergeschickt werden. Wir folgen Ihnen in einiger Entfernung.“

Die Zeit verging nur langsam. Alle warteten gespannt. Dann war es soweit. 15.00 Uhr! Das Telefon klingelte pĂŒnktlich. Das mussten die EntfĂŒhrer sein. Faber schaltete das AufnahmegerĂ€t ein und Huber nahm den Hörer ab. „Hallo!“ Es war wieder diese mechanische Stimme: „Vor Ihrer HaustĂŒr finden Sie einen grauen Koffer. Holen Sie ihn herein und benutzen Sie ihn fĂŒr das Geld. Beeilen Sie sich! Fahren Sie dann mit Ihrem Auto zur Telefonzelle am Hallenbad und warten Sie auf einen weiteren Anruf.“ Klick! Er hatte eingehĂ€ngt. Zu kurz fĂŒr die Fangschaltung! Armin Huber ging vor die HaustĂŒr und fand den angekĂŒndigten Koffer in seinem Vorgarten. Die TĂ€ter hatten ihn so plaziert, dass man ihn von der Straße nicht sehen konnte. WĂ€hrend er das Geld hineinpackte, hatte Machnik noch eine Idee: „FĂŒr den Fall, dass die GeldĂŒbergabe per Koffertausch stattfindet, machen wir folgendes Zeichen aus....“

Armin Huber war jetzt sehr aufgeregt. Er nahm seinen Mantel, einen Hut und den Koffer mit. Dann ging er zu seinem Auto und fuhr los. Die Straßen waren sehr voll. Der Berufsverkehr hatte bereits begonnen. Nach 20 Minuten erreichte er die Telefonzelle neben dem Hallenbad. Armin Huber parkte auf dem Gehweg. Als er ankam klingelte das Telefon bereits. Schnell nahm er den Hörer ab. Wieder meldete sich diese seltsame Stimme: „In dem Papierkorb neben der Telefonzelle finden Sie einen FunkempfĂ€nger mit Ohrhörer. Nehmen Sie ihn.“ Er hatte gleich wieder eingehĂ€ngt. Huber ging hinaus und sah sich um. Da war der Papierkorb. Er griff hinein und förderte ein kleinen PĂ€ckchen zutage. Der FunkempfĂ€nger! Damit wĂŒrden die EntfĂŒhrer wohl die weiteren Anweisungen erteilen. Er befestigte den Hörer an seinem Ohr: „Nehmen Sie die U-Bahn und fahren Sie bis zur Haltestelle Filmpalast“. Der Eingang zur U-Bahn war gleich gegenĂŒber. Huber nahm die Rolltreppe und ging zum Bahnsteig. Auf der Rolltreppe gegenĂŒber sah er in einiger Entfernung Machnik und Faber auftauchen. Sie fuhren ebenfalls nach unten. Huber gab sich MĂŒhe, nicht hinzusehen! Es war sehr voll auf dem Bahnsteig. Einer der Personen mußte wohl der TĂ€ter sein, der ihm ĂŒber Funk die Anweisungen gab. Aber wer? Eine U-Bahn kam und die TĂŒren öffneten sich. Alle Leute, die auf dem Bahnsteig standen, stiegen ein. „Filmpalast“ war gleich die nĂ€chste Haltestelle. Huber stieg wieder aus. Er fuhr mit der Rolltreppe nach oben. Machnik und Faber hatte er diesmal nicht gesehen. Sie machten ihre Sache gut. Der TĂ€ter wĂŒrde sie sicher auch nicht entdecken. „Nehmen Sie ein Taxi und fahren Sie zum Bahnhof. Setzen Sie sich nach hinten und nehmen Sie den Koffer mit auf den Sitz.“ Huber blickte sich um. Der Taxistand war nur wenige Meter entfernt. Er stieg ein und nannte dem Fahrer das Ziel. Die Fahrt dauerte nur wenige Minuten. Huber bezahlte, nahm den Koffer und stieg wieder aus. Das Taxi fuhr gleich weiter. Herr Huber wartete auf neue Anweisungen. „Und jetzt geben Sie das Zeichen! Ich weiß, dass Sie die Polizei eingeschaltet haben. Machnik, der Fuchs macht immer fĂŒr die GeldĂŒbergabe ein Zeichen aus. Los! Ich will, dass die Polizei das Taxi verfolgt. Wenn das nicht passiert, blasen wir die ganze Geschichte ab und Sie sehen Ihre Frau nie wieder!“ Huber machte ein Ă€rgerliches Gesicht und nahm seinen Hut ab. Wie aus dem nichts tauchten plötzlich zwei Polizeiwagen auf und verfolgten das Taxi. Der EntfĂŒhrer konnte zufrieden sein. „Das haben sie ganz toll gemacht. Und jetzt gehen Sie zum Bahnsteig.“ Huber gehorchte. Ein GepĂ€cktrĂ€ger bot seine Hilfe an. Armin Huber wollte gerade ablehnen, als er wieder die Stimme hörte: „Geben Sie dem GepĂ€cktrĂ€ger den Koffer und gehen Sie in die BahnhofsgaststĂ€tte.“ Huber ĂŒbergab den Koffer und der GepĂ€cktrĂ€ger machte sich auf den Weg. Es dauerte keine 10 Sekunden, da war er schon in der Menge verschwunden. Armin Huber betrat die GaststĂ€tte. Jetzt konnte er nur noch auf die Polizei hoffen. Er hatte jedenfalls seinen Teil der Aufgabe erledigt.

Lange mußte er nicht warten. Schon bald ging die TĂŒr auf und Machnik kam mit dem grauen Koffer herein. Er machte ein zufriedenes Gesicht. „Hier ist Ihr Geld zurĂŒck. Der GepĂ€cktrĂ€ger hat uns direkt zum TĂ€ter gefĂŒhrt. Er gibt die Tat zu. Meine Kollegen befreien gerade Ihre Frau.“ Huber war erleichtert und freute sich. „Wie gut, dass wir noch ein zweites Zeichen fĂŒr den Fall ausgemacht haben, dass die GeldĂŒbergabe nur vorgetĂ€uscht wĂŒrde.“



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flammarion
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das

haste gut gemacht. mich haste völlig in die irre gefĂŒhrt. alles konnte ich mir vorstellen, nur nicht, daß die Polizei so clever ist! lg
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