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Leselupe.de > Horror und Psycho
Das Zimmer unter dem Dach
Eingestellt am 08. 12. 2009 13:03


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brain
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Es ist mittlerweile ├╝ber f├╝nfzig Jahre her, seit ich zum letzten Mal das Haus meiner Gro├čmutter betreten habe, doch es vergeht kein Tag, keine Stunde und keine Minute, ohne dass ich an das Zimmer unter dem Dach denke und an das, was damals in eben jenem Zimmer geschehen ist.
Nach wie vor sehe ich mich au├čer Stande, eine rationale Erkl├Ąrung f├╝r die furchtbaren Ereignisse zu liefern, deren unfreiwilliger Zeuge ich wurde.
Sehen Sie diese Aufzeichnungen also als den Bericht eines vom Alter getr├╝bten und verwirrten Geistes an, wenn Sie dies beruhigen sollte, oder als die verr├╝ckte Geschichte eines Menschen, der seinen Sinnen nicht trauen kann, doch tun Sie das, was ich Ihnen offenbare, nicht als plumpe L├╝ge ab!
Es k├Ânnte gef├Ąhrlicher sein, als Sie ahnen!
Jetzt und hier, am Ende meines Weges, frage ich mich, wie um alles in der Welt meine Gro├čeltern in diesem Haus hatten verweilen k├Ânnen, wo sie doch Kenntnis gehabt haben mussten von seinen dunklen Geheimnissen und den uns├Ąglichen Gr├Ąueln, die sich in seinen Winkeln verkrochen haben, doch ich glaube, dass man sich mit der Zeit mit allem arrangieren kann, nur um seine Wurzeln nicht zu verleugnen, sogar mit der H├Âlle, wenn es sein muss.
Man findet immer wieder gute und rechtschaffene Gr├╝nde, um weiter zu machen, um auszuharren, so wie ein Alkoholiker immer wieder plausible Gr├╝nde findet, um zu trinken, und wenn man lange genug in einem Stadium der Rechtfertigung gelebt hat, beginnt man, erst widerstrebend, doch nach und nach mit immer mehr Hingabe, diesen Gr├╝nden Glauben zu schenken, denn nichts erscheint einem so nachvollziehbar und wahr, wie eine L├╝ge, mit der man zu leben gelernt hat.
Ich glaube fest daran, dass es Dinge auf dieser Welt gibt, die niemals sterben und die ungesehen in den Schatten die Zeit ├╝berdauern; Dinge, die weder vergessen noch verzeihen und deren ma├člose Gier nach Leben nicht einmal der Tod selbst zu stillen vermag.
Gott wei├č, ich w├╝nsche mir nichts sehnlicher, das namenlose Grauen von damals lediglich der ├╝berschw├Ąnglichen Phantasie eines dummen Jungen zuschreiben zu k├Ânnen, doch dem ist nicht so!
In meinem Besitz befinden sich ├╝ber jeden Zweifel erhabene Beweise, die sich durch nichts widerlegen lassen und die, gerade durch ihre erschreckende Banalit├Ąt, auf brutale Art und Weise real sind, denn sie sind buchst├Ąblich greifbar!
Und deshalb spielt es f├╝r mich nicht die geringste Rolle, ob Sie meinen Ausf├╝hrungen Glauben schenken oder nicht, denn ich wei├č mit unumst├Â├člicher Gewissheit, dass mein Verstand mich nicht trog, als ich Zeuge der H├Âlle auf Erden wurde, damals, in dieser eisigen Dezembernacht, in der Dachstube meiner Gro├čmutter.
Ich war neun Jahre alt, als meine Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen.
Meine Gro├čmutter holte mich aus dem Ferienlager ab, das ich zu dieser Zeit besuchte, und ich wei├č noch, dass sie auf mich niemals ├Ąlter gewirkt hatte als an jenem Tag, als sie mich mit Tr├Ąnen in den Augen in ihre Arme schloss und so fest an sich dr├╝ckte, dass der Geruch nach Mottenkugeln, den ihre Kleidung stets verstr├Âmte, mir die Sinne zu rauben drohte.
Mein Gro├čvater sagte w├Ąhrend der scheinbar endlos langen Fahrt auf dem Weg in mein neues Zuhause kein einziges Wort.
Ich erinnere mich daran, dass ich Angst hatte, irgendetwas falsch gemacht zu haben, doch heute wei├č ich, dass sein Schweigen nicht von Zorn oder Wut zeugte, sondern von abgrundtiefer Trauer, und dass er verzweifelt mit sich rang, um nicht vor meinen Augen in Tr├Ąnen auszubrechen.
Erst, als wir unser Ziel erreicht hatten und ich das Haus der fl├╝sternden Schatten betrat, in dem ich so oft in meiner fr├╝hesten Kindheit Verstecken gespielt hatte, und das fortan meine neue Heimat sein sollte, erz├Ąhlten sie mir, was mit meinen Eltern geschehen war.
Sie versuchten mit allerlei Umschreibungen die Tatsache zu besch├Ânigen und so f├╝r mich ertragbar zu machen, dass ich meine Mutter und meinen Vater nie mehr wieder sehen w├╝rde.
Gro├čmutter sagte, meine Eltern w├Ąren in den Himmel gekommen, sie w├Ąren nun Engel und der Herrgott w├╝rde von nun an auf sie Acht geben, doch nach der tristen Beerdigung, der nur der Priester, meine Gro├čeltern und ich beiwohnten, konnte ich nicht l├Ąnger an diese Erkl├Ąrung glauben.
Alles, was ich vor Augen hatte, waren die schlampig zusammen gezimmerten Holzkisten, in denen die sterblichen ├ťberreste meiner Mutter und meines Vaters verwesen w├╝rden und die man feierlich in dieser Ekel erregenden Grube versenkt hatte, an diesem dunklen, verregneten Oktobernachmittag, an dem selbst der dr├Ąuende Himmel ├╝ber uns zu weinen schien.
Noch heute kann ich die Erde riechen, mit der man die Ruhest├Ątte meiner Eltern zugeschaufelt hatte, und ich wei├č auch noch, dass ich mich fragte, wie sie um Gottes Willen nach oben in den Himmel gekommen sein sollten, wo man sie doch tief in der Erde verscharrt hatte, unten, wo die W├╝rmer leben und der Teufel sein Reich hat.
Heute verstehe ich es, doch ich w├╝nschte bei Gott, dem w├Ąre nicht so!
Obwohl meine Gro├čeltern sehr unter dem Verlust ihrer einzigen Tochter, meiner Mutter, gelitten haben mussten, bem├╝hten sie sich nach all ihnen zu Gebote stehenden Kr├Ąften ihre schier grenzenlose Trauer vor mir zu verbergen, was ihnen in vielerlei Hinsicht auch gelang.
Ich glaube, wir halfen uns gegenseitig dabei, unseren ├ťberlebenswillen zu bewahren, obgleich es mir aus heutiger Sicht so scheint, als ob sie mich mehr brauchten als ich sie, denn obwohl meine Gro├čeltern nach au├čen hin alles nur Erdenkliche auf sich nahmen, um meine Eltern f├╝r mich zu ersetzen und f├╝r mich da zu sein, wann immer ich Halt und Trost ben├Âtigte, werde ich doch nun das Gef├╝hl nicht los, dass ihre F├╝rsorge nicht alleine mir galt, sondern ebenso sehr darauf ausgelegt war mich zu einem Ersatz f├╝r ihre geliebte Tochter zu machen, die sie an den Schnitter verloren hatten.
Ich kann es ihnen nicht verdenken.
Nach all den Jahren der Entbehrung und Hoffnung, die sie in ihr einziges Kind investiert hatten, standen sie nun, an der Schwelle ihres Lebens, vor einem bodenlosen Abgrund, den ich nunmehr ausf├╝llen sollte.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie sich an meiner Gegenwart festklammerten und mir die im Normalfall selbstverst├Ąndlichsten Erfahrung im Umgang mit anderen Kindern meines Alters verwehrten, was mir nach einer Weile v├Âllig normal erschien und ich eher f├╝r den Beweis ihrer innigen Liebe f├╝r mich hielt, als f├╝r die nackte Angst vor der Einsamkeit, die es in Wahrheit widerspiegelte.
Das Haus meiner Jugend war, damals wie heute, ein Monument des Verfalls, in dem die Schatten einander jagten und dessen Zimmer so gut wie nie das Licht der Sonne erblickten, was meine ohnehin schon melancholische Gem├╝tsart nur noch verst├Ąrkte.
Die M├Âbel waren wurmstichig und die uralten Bodendielen warfen sich bei jedem Wetterumschwung, sodass es fast so klang, als w├╝rden unsichtbare F├╝├če ├╝ber sie hinweg schreiten.
Unmengen von Staub fingen sich in den Spinnenweben, die ├╝berall in den Zimmerecken hingen, die abgestandene Luft roch immer leicht nach feuchter Erde und es war stets in eine Art von Zwielicht getaucht, das man beinahe greifen zu k├Ânnen glaubte.
Es war augenscheinlich kein sehr geeigneter Ort f├╝r ein Kind; kein Ort der Lebensfreude oder des Lachens, sondern vielmehr ein dunkler, vor sich hin vegetierender Ort, an dem das Alter und das unaufhaltsame Dahinsiechen der Zeit allgegenw├Ąrtig war, wie die Stille eines Friedhofs um Mitternacht, lediglich unterbrochen von leise vor sich hin tickenden Uhren, monoton tropfenden Wasserh├Ąhnen und dem gespenstischen Kreischen rostiger T├╝rangeln.
Ich erinnere mich daran, dass ich oft durch die R├Ąume und Flure streifte und mir dabei vorstellte, ich w├Ąre ein gro├čer Entdecker und w├╝rde, im Zuge einer von aller Welt beachteten Expedition, ein uraltes und bislang unentdecktes Labyrinth einer der Menschheit fremden Welt erforschen.
Ich liebte dieses Spiel ├╝ber alles!
Es war, neben den Unterrichtsstunden im Arbeitszimmer meines Gro├čvaters, der ein pensionierter Professor war und eine sehr gute Allgemeinbildung sein Eigen nennen konnte, mein liebster Zeitvertreib.
Sp├Ąter, als ich ├Ąlter wurde und mein Wissensdurst, den ich nun nicht mehr in einer regul├Ąren Schule stillen konnte, da meine Gro├čeltern mich auf eigene Verantwortung hin von der Schulpflicht entbanden, wuchs, erschloss ich unter der kompetenten Anweisung meines Gro├čvaters seine mehr als umfangreiche Bibliothek, in welcher ich mich in Bereichen weiterbilden konnte, die einem Kind meines zarten Alters f├╝r gew├Âhnlich verschlossen blieben.
Man kann sich vorstellen, wie diese soziale Isolation auf mich wirkte, oder wozu sie zwangsl├Ąufig im Laufe der Zeit wurde: ich war oftmals sehr einsam, doch seltsamerweise war ich mir dessen nicht bewusst.
Ich glaube, mit der Zeit gew├Âhnt man sich an jede Art von Finsternis, unterteilt sie irgendwann nur noch in Spektren aus grau, anthrazit und schwarz und vergisst, dass es jemals etwas gegeben hat, das Licht und W├Ąrme in die Welt gebracht hat.
Durch das introvertierte Leben meiner Gro├čeltern, die anscheinend weder Freunde noch Bekannte hatten und auch nicht den Wunsch hegten, am hektischen Leben der damaligen Gesellschaft teilzuhaben, verga├č ich das Bed├╝rfnis nach der N├Ąhe Gleichaltriger oder den Wunsch nach Spielgef├Ąhrten oder Freunden, so als w├Ąre dies lediglich etwas, das nur den Helden und Protagonisten der Abenteuerb├╝cher widerfuhr, die ich in rauen Mengen verschlang.
In Ermangelung der Erfahrungen, die ich au├čerhalb meiner heimatlichen Mauern h├Ątte machen k├Ânnen, ertr├Ąumte und erbaute ich mir eine eigene Welt aus den Schatten und Winkeln des Hauses meiner Gro├čeltern; ein erlebnisreiches Universum, welches ich erschuf, formte und n├Ąhrte, einzig und allein durch die Schaffenskraft meiner unz├Ąhmbaren Phantasie und Kreativit├Ąt, in welcher es nur so wimmelte von Zwergen, Faunen, Trollen, Feen, Geistern und allerlei merkw├╝rdigen Fabelwesen, mit denen ich fl├╝sternd unter der Bettdecke Geheimnisse austauschte und die mir dabei halfen, blind zu werden f├╝r die Einsamkeit, die mich auf Schritt und Tritt verfolgte und die ich beharrlich und erfolgreich verleugnete.
Ich vergrub meine desolaten Gedanken in den Mythen und Erz├Ąhlungen, die ich in den B├╝chern meines Gro├čvaters fand, und die mich am Leben erhielten und meinen Verstand bewahrten. In diesen B├╝chern gab es G├Âtter, die babylonische Schlachten austrugen, die ├╝ber das Schicksal von Epochen entschieden, sterbliche Helden, die allen Gefahren zum Trotz siegreich waren im Kampf gegen das B├Âse, versunkene Zivilisationen, deren Spuren noch heute das Gesicht der Welt zierten, und Furcht erregende Monstren, die in den tiefsten Winkeln der Welt hausten und ausharrten, bis ihre Zeit gekommen war.
Ein Band, eine umfangreiche D├Ąmonologie aus dem vierzehnten Jahrhundert, weckte meine Neugier besonders. Unz├Ąhlige Stellen waren dort markiert, die Seiten strotzten nur so vor Eselsohren und Lesezeichen. Es schien augenscheinlich sehr oft von meinem Gro├čvater zur Hand genommen worden zu sein, obwohl er sich normalerweise nur mit wissenschaftlichen Abhandlungen auseinandersetzte und das magische Reich der Phantasie mied, so als f├╝rchtete er sich davor, sich in ihm verirren zu k├Ânnen.
Dieses Buch war ein wahres Sammelsurium griechischer Helden, G├Âtter und D├Ąmonen, doch jede von meinem Gro├čvater markierte Passage oder Textstelle, die ich las, handelte von einer sagenumwobenen Gestalt, die den Namen Gaia trug.
Gaia, so hie├č es, war das griechische Wort f├╝r Erde, und Gaia selbst war die Mutter Erde, aus deren Scho├č alles Leben hervorgeht und nach dem Tode wieder dorthin zur├╝ckkehrt. Sie stand f├╝r die Urprinzipien von Chaos und Ordnung und wurde als grauenvolle, verschlingende Allgegenw├Ąrtigkeit bezeichnet, vor der sogar die G├Âtter in Ehrfurcht erschauern.
Diese Sagen und Mythen faszinierten mich und inspirierten mich dazu, meine eigenes Universum durch eben diese Mythen und Legenden zu erweitern und zu beleben.
In diesem Universum, meinem Refugium, gab es nur die Grenzen, die ich ihm auferlegte und die meine Gro├čmutter, in Sorge um meinen Geisteszustand, zu ziehen f├╝r n├Âtig erachtete.
Sie lie├č mich gew├Ąhren, wenn ich durch ihren verwilderten Garten tobte, in dem scheinbar nichts wuchs au├čer Dornengestr├╝pp, Holunder, Giftefeu und Sumpfkresse, und mir dabei ein ums andere Mal vorkam wie ein heroischer Entdecker, der furchtlos durch die lockenden Korridore geheimnisumwitterter Ruinen wanderte, sagenumwobene Geheimnisse enth├╝llte und die letzten R├Ątsel der Menschheit entschl├╝sselte.
Niemals sagte sie mir, ich solle mich leise verhalten oder langsam gehen, anstatt mit lauten, weit ausholenden Schritten durch die Hausflure zu poltern, wie ich es so gerne tat.
Doch in einem Punkt war meine Gro├čmutter unnachgiebig: sie verbot mir strikt, die Dachstube zu betreten!
Sie behauptete, dies sei kein geeigneter Ort f├╝r ein Kind und es g├Ąbe dort nur zerbrochene Spiegel, an denen ich mich schneiden w├╝rde, und lose Dachschindeln, die auf mich herabfallen k├Ânnten.
Was sie scheinbar nicht ahnte, war die Tatsache, dass ihr striktes Verbot das Zimmer unter dem Dach erst interessant f├╝r mich machte. Es ├╝bte einen geradezu unwiderstehlichen Reiz auf mich aus, gerade weil es verboten war!
Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wild mein Herz pochte, als ich in jener eiskalten Dezembernacht die Treppe zum Dachboden hinauf schlich, w├Ąhrend meine Gro├čeltern in ihrer Kammer schliefen. Ganz langsam und behutsam stieg ich die knarrenden Stufen hinauf und mit jedem, zitternden Schritt nach oben gelangte ich tiefer hinein in das dunkle Herz des Hauses meiner Gro├čeltern.
Ich stand Todes├Ąngste aus, w├Ąhrend ich weiter ging, doch ich musste einfach wissen, was jenseits der verbotenen T├╝r meiner Entdeckung harrte; ich musste einfach das einzige f├╝r mich geltende Tabu brechen und diese fremden Grenzen meiner Welt einrei├čen, um an dem K├Ąfig der Isolation zu r├╝tteln, den das Schicksal f├╝r mich geschmiedet hatte.
Ich wei├č noch, dass der Wind um das Haus heulte und den eisigen Schnee vor sich her trieb, sodass es fast so klang, als w├╝rde sich ein riesiges Unget├╝m st├Âhnend und ├Ąchzend auf das Dach legen und es niederdr├╝cken.
Ich wei├č auch noch, dass es so kalt war, dass ich meinen Atem sehen konnte, der sto├čweise in wei├čen Kondenswolken entwich und sich mit dem Staub der Dekaden verm├Ąhlte, doch trotz der K├Ąlte schwitzte ich.
Der feuchte, erdige Geruch, der mich so sehr an das Begr├Ąbnis meiner geliebten Eltern erinnerte, die ich insgeheim so sehr vermisste, obwohl ich mir dies nicht einmal vor mir selbst eingestand, wurde immer intensiver, und je n├Ąher ich der verbotenen T├╝r zur Dachstube kam, desto st├Ąrker wurde das verwirrende Gef├╝hl hinab zu steigen in die Tiefe, wo die W├╝rmer leben, fressen und sterben und der Teufel sein Reich hat.
Zitternd und innerlich bebend vor Angst stand ich minutenlang regungslos auf der obersten Stufe und legte behutsam mein Ohr an die T├╝r, so als k├Ânnten die Ger├Ąusche aus dem Inneren des Raumes Zeugnis davon ablegen, was mich erwarten w├╝rde, sollte ich das verbotene Zimmer wahrhaftig betreten.
Mein eigener Herzschlag kam mir mit einem Mal so laut vor, dass ich f├╝rchtete meine Gro├čeltern k├Ânnten durch den L├Ąrm aufwachen und mich ertappen.
Ich erinnere mich an das raschelnde Ger├Ąusch der Ratten, die in den W├Ąnden umherwuselten, an die dr├Âhnenden Schl├Ąge der nahe gelegenen Kirchenglocke, welche die mittern├Ąchtliche Stunde verk├╝ndete, und an die kalte, unbarmherzige und t├Âdliche Stimme des Winters, die in schier wahnsinnigen Kakophonien um das Haus fegte und mit jedem verstreichenden Augenblick w├╝tender zu klingen schien. Und gerade, als ich meine Hand auf die Klinke legte und die T├╝r ├Âffnen wollte, h├Ârte ich ein mir seltsam vertrautes Ger├Ąusch, das ich jedoch nicht zuordnen konnte und das im Heulen des Windes fast unterging, wie ein Seufzer in einem Schneesturm; ein helles, schneidendes und glasklares Wispern, das durch das Toben des Dezemberwindes an mein Ohr drang und sich mit Nerven zerfetzender Regelm├Ą├čigkeit wiederholte.
Meine Furcht vor dem namenlosen Unbekannten jenseits der T├╝r erreichte Schwindel erregende Ausma├če, doch ich konnte und wollte nicht umkehren, ohne zumindest einen fl├╝chtigen Blick in den verbotenen Raum geworfen zu haben.
Die Beharrlichkeit, mit der meine Gro├čmutter mir das Betreten der Dachstube verboten hatte, insbesondere ihre Aussage, die Dachstube sei kein geeigneter Ort f├╝r Kinder, hatte mich gekr├Ąnkt und tief in meinem Stolz verletzt. Was immer es auch kosten mochte: ich musste einfach sehen, was hinter der T├╝r lag, musste herausfinden, was dieses seltsame Ger├Ąusch zu bedeuten hatte, und sei es nur deshalb, um mir zu beweisen, dass ich immer noch der mutige, unerschrockene Entdecker war, f├╝r den ich mich seit meinem Einzug in dieses Haus der lebenden Schatten so gerne hielt.
Also atmete ich tief durch, ├Âffnete langsam die T├╝r zur Dachstube und blickte in die wabernde Finsternis, die dahinter auf der Lauer lag.
Es dauerte einen Moment, doch dann gew├Âhnten sich meine Augen langsam an die Dunkelheit und ich konnte Formen und Umrisse inmitten der Schw├Ąrze erkennen. Strukturen wurden sichtbar, so als w├╝rden die Schatten ihr Innerstes preisgeben, unter meinem forschenden Blick. ├ängstlich und im wahrsten Sinne des Wortes atemlos machte ich einen zaghaften Schritt in den Raum hinein, doch wie bei meinem Aufstieg, der den Eindruck in mir geweckt hatte, hinab in die Tiefe zu steigen, hatte ich beim Betreten der Dachstube meiner Gro├čmutter das Gef├╝hl, in eine bodenlose Grube zu st├╝rzen.
Ich wei├č noch, dass ich den Schnee an den Fenstern vorbei wehen sah und dass er abstrakte Formen auf die Fensterwangen malte, die mich merkw├╝rdigerweise an die vielen Spinnenweben erinnerten, die ├╝berall im Haus in den Ecken der Zimmer hingen.
Mit verstaubten, ehemals wei├čen Laken verh├Ąngte M├Âbelst├╝cke standen ├╝berall herum, neben nie ge├Âffneten oder seit Ewigkeiten verstauten Kartons, an die sich wohl niemand mehr erinnerte. Der Staub auf dem Boden war zentimeterdick und ich hinterlie├č tiefe Spuren in ihm, als ich den Raum durchquerte und versuchte, mich in diesem Labyrinth der toten Erinnerungen zurechtzufinden.
Das fahle Licht des Vollmondes, der das Zimmer schwach erhellte, fiel durch das Fenster und lie├č den am Fenster vorbei wehenden Schnee aussehen wie einen Schwarm zorniger und heulender Insekten, die rasend vor Hunger und Wut durch die Nachtluft jagten.
Ich erinnere mich noch daran, dass die sp├╝rbare Last der Dekaden, die dieses Haus gesehen hatte, allgegenw├Ąrtig war und mich mit tiefster Trauer erf├╝llte. Die Dunkelheit fra├č sich in meine Seele hinein und wohnt seither in ihr und obwohl ich seitdem von Alptr├Ąumen geplagt werde, die mir in der Seele weh tun, empfinde ich dieses Gef├╝hl auf irgendeine Art und Weise als erleichternd, so als h├Ątte sich ein monumentaler Kreis geschlossen, der mich meiner Bestimmung n├Ąher bringt, als es jede irdische Erkenntnis jemals h├Ątte tun k├Ânnen.
Der Geruch nach Erde, der im ganzen Haus wahrnehmbar war, wurde mit einem Mal intensiver und schien sich irgendwie durch die Schatten des Raumes zu bewegen.
Ich wei├č noch, dass ich das Gef├╝hl hatte, beobachtet zu werden.
Dieses Gef├╝hl war so stark, dass ich zitternd in der Mitte des Raumes stehen blieb und versuchte, im L├Ąrm des Wintersturmes, der drau├čen tobte, in die tr├╝gerische Stille hinein zu horchen und sie auszuloten, wie ein U-Boot, das versuchte die Tiefe abzusch├Ątzen, in der es sich befand.
Dann erblickte ich mit einem Mal ein Gesicht auf der anderen Seite des Raumes, mit dessen Proportionen irgendetwas nicht zu stimmen schien und dessen Anblick mich erstarren lie├č. Es hatte menschliche Z├╝ge und sah dennoch auf eine eigent├╝mliche Weise fremdartig aus; eine groteske Fratze, die mich mit weit aufgerissenem Maul und glasigen Augen anstarrte.
Ich war davon ├╝berzeugt, auf der Stelle vor Angst sterben zu m├╝ssen, doch dann begriff ich, dass ich in die ├ťberreste eines Spiegels blickte und das merkw├╝rdige Gesicht, das mich mit offenem Mund anstarrte, mein eigenes war, verzerrt durch die zerfetzte Reflexion der Bruchkanten des Spiegels.
Erleichtert seufzte ich auf und ging hin├╝ber zu diesem Ding und ber├╝hrte mit zittrigen Fingern die Oberfl├Ąche des Spiegels, strich fast z├Ąrtlich an den Rissen entlang, als ich in den Spiegelscherben eine schemenhafte Bewegung hinter mir wahrzunehmen glaubte.
Der merkw├╝rdige Geruch drang erneut in meine Nase und dieses Mal gelang es mir nicht, die seit Dekaden vor sich hinfaulenden M├Âbel unter den verstaubten T├╝chern daf├╝r verantwortlich zu machen. Dieses Mal hatte ich die Gewissheit, nicht alleine zu sein!
Etwas war hier und schlich verstohlen durch die Schatten! Und dieses Etwas roch wie ein Grab, in dem sich die W├╝rmer wanden und nach dem Fleisch der Verstorbenen gierten!
Das merkw├╝rdige Ger├Ąusch, das ich vor der T├╝r geh├Ârt hatte, wurde lauter, doch noch immer konnte ich es nicht einordnen. Wenn ich heute dar├╝ber nachdenke, kann es auch sein, dass der Sturmwind nachlie├č und ich das keuchende Ger├Ąusch aus diesem Grund besser h├Âren konnte, doch im Grunde spielt es keine Rolle, was ich wei├č oder zu wissen glaube. Entscheidend sind f├╝r mich einzig und allein die Dinge, an die ich mich unzweifelhaft erinnern kann und die mich in meinen Tr├Ąumen heimsuchen.
Das Keuchen wurde immer lauter und mit Grauen wurde mir klar, dass es nun direkt ├╝ber mir war. Zitternd und mit einem Schrei auf den Lippen blickte ich nach oben und was ich dort sah, wurde zum Innbegriff der H├Âlle und des Grauens in meinem eigenen, phantastischen Universum.
Ich sah ein pechschwarzes, unf├Ârmiges Ding, das am Dachstuhl hing und sich langsam auf mich zu bewegte, wie eine riesige Spinne, die sich an ihrem Faden in die Tiefe gleiten l├Ąsst. Unz├Ąhlige Augen starrten mich aus dem Zentrum des Wesens an, mit einer widerlichen Gier, die mich schier erstarren lie├č. Mein Herz schlug so schnell, dass es in meiner Brust zu brennen schien.
Wie hypnotisiert sah ich hinauf zu der Kreatur, die mir mittlerweile so nahe war, dass ich den fleischigen Klumpen ihres K├Ârpers genauer erkenn konnte.
Ich sah hervor stehende Rippenknochen an den Seiten und lange, nach mir tastende Klauen, die sich ├Âffneten und schlossen, als w├╝rden sie blind in der Finsternis nach mir suchen.
Das spinnen├Ąhnliche Etwas keuchte unentwegt und sein giftiger Atem, der nach Erde, F├Ąulnis und Verwesung stank, schlug mir entgegen und drohte mir die Sinne zu rauben.
Mit einem schmatzenden Ger├Ąusch ├Âffnete sich ein gewaltiges Maul inmitten der blinden, glasigen Augen des Dings; eine geifernde Fressfront, die mich an den weit ge├Âffneten Schlund eines Tiefseefisches erinnerte.
Die Angst brachte mich schier um den Verstand und ich war unf├Ąhig, auch nur einen einzigen Muskel zu bewegen. Erst als sich eine der Klauen in meine Schulter krallte und versuchte, mich in den hungrigen Rachen des Monstrums zu zerren, erwachte ich aus meiner Trance und fing an zu schreien und um mich zu schlagen.
Ich wei├č noch, dass ich eine der Klauen zu fassen bekam und dass sie sich anf├╝hlte wie der morsche, abgestorbene Ast eines toten Baumes.
Ich wei├č auch noch, dass ich mich irgendwie befreien konnte aus der Umklammerung der Bestie und dass ich panisch aus dem Zimmer lief, so schnell meine zitternden Beine es mir gestatteten. Auch an den Sturz kann ich mich noch erinnern, als ich bei meiner Flucht die Stufen verfehlte und die Treppen hinunter fiel.
Dann nichts mehr ÔÇŽ
Ich erwachte mit dem Geruch von Zimt in der Nase.
Meine Gro├čmutter w├╝rzte ihren Tee stets mit Zimt und daraus schloss ich intuitiv, dass ich mich in Sicherheit befinden musste.
Meine Gro├čeltern erz├Ąhlten mir, dass ich schlafgewandelt sein musste. Aus irgendeinem Grund, so sagten sie mir, muss ich auf der Treppe zur Dachstube ausgerutscht oder sein ├╝ber meine F├╝├če gestolpert sein, w├Ąhrend ich tr├Ąumte.
Ich hatte mir ein Bein gebrochen und eine stattliche Beule zierte meine Stirn. Drei endlose Monate lang musste ich das Bett h├╝ten und als der Gips entfernt worden war, gaben meine Gro├čeltern mich in die Obhut eines weit entfernten Internats, wo ich fortan lebte.
Sie starben ein halbes Jahr sp├Ąter, an Einsamkeit, wie ich vermute.
Gro├čvater erlag einem Schlaganfall und Gro├čmutter starb an einem Herzinfarkt. Dies erz├Ąhlte man mir zumindest, nachdem man sie in der Erde des Friedhofs begraben hatte, in der man auch meine Eltern zur Ruhe gebettet hatte, aber ich glaube, dass das Ding, das unter dem Dach haust, etwas mit ihrem Tod zu tun hatte.
Das alles ist jetzt schon so lange her, dass es schon fast nicht mehr wahr zu sein scheint, doch manche Narben verschwinden nie, sondern werden mit der Zeit nur deutlicher und hinterlassen tiefe Spuren in der Seele, die einen dazu verlocken, ihnen zu folgen.
Spuren, die sich nicht verleugnen lassen und die allgegenw├Ąrtig sind, wohin man auch geht.
Als ich aus der Dachstube meiner Gro├čmutter geflohen war, habe ich etwas mitgenommen, ohne es zu bemerken. Es muss passiert sein, als ich die Klauen abgewehrt hatte, die mich hatte packen wollen; ein kleines, metallenes Ding, das ich einer der Klauenh├Ąnde entrissen haben muss. Instinktiv habe ich es vor meinen Gro├čeltern versteckt, ohne mir dessen bewusst zu sein oder zu wissen warum.
Ich glaube, ich ahnte, dass sie es mir wegnehmen w├╝rden. All die Jahre habe ich es aufbewahrt und geh├╝tet, wie einen dunklen Schatz, f├╝r den ich Zeit meines Lebens mit meinem Seelenfrieden bezahle, und jetzt, am Ende meiner Zeit, halte ich diesen Gegenstand in der Hand und f├╝hle seine st├Ąhlerne K├Ąlte.
Es ist der Ring, den mein Vater meiner Mutter gekauft hat, als er um ihre Hand anhielt.
Sie trug ihn, seit ich auf der Welt bin, und sie nahm ihn mit in ihr Grab.
Und nun tr├Ąume ich fast jede Nacht von diesen glasigen, blinden Augen, die nach mir suchen und um mich weinen, weil uns das Leben trennt.
Gott wei├č, ich f├╝rchte mich davor, den Weg, der mir vorherbestimmt zu sein scheint, zu Ende zu gehen, doch ich f├╝hle das Gewicht und die Finsternis einsamer, entwurzelter Jahre, die kommen werden. Ich ahne die Einsamkeit, die auf mich wartet, und f├╝rchte sie mehr als den Tod.
Ich wei├č, dass ich mein Schicksal selbst in die Hand nehmen kann, dass ich der Erschaffer meiner eigenen Welt bin und es an mir liegt, zu entscheiden, ob ich in den Scho├č meines Ursprungs zur├╝ckkehre oder einsam und unbeweint sterbe und der Vergessenheit anheim falle.
Alles, was ich tun muss, ist in die Tiefe zu steigen, wo die W├╝rmer leben und der Teufel sein Reich hat, die Treppe hinauf und hinab, in das Zimmer unter dem Dach.

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Marcus Richter
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Also, Brain,

das ist ja gar nicht mal schlecht! Du hast hier ein gutes St├╝ck Text hingelegt. Zwar noch nicht perfekt, aber ich muss sagen, das erscheint mir Rohmaterial f├╝r eine verdammt gute Geschichte. Nat├╝rlich mu├čt du k├╝rzen und dich von guten S├Ątzen trennen, damit die Geschichte ordentlich Fahrt aufnehmen kann.

Der Schreibstil aber ist ausgezeichnet. Genau mein Geschmack. Aber mir sind hier und da L├Ąngen aufgefallen, die man einfach ausmerzen mu├č, auch wenn es einem schwer f├Ąllt.

Nat├╝rlich gef├Ąllt mir der Schluss noch nicht. Er ist nicht schlecht! Das will ich gar nicht sagen. Aber er ist nicht geil, wenn du verstehst, was ich meine. Und geil hei├čt, er ist zu schwach f├╝r den sch├Ânen Stil. Dieses Spinnenwesen mu├č einfach mehr tun, als einfach da zu sein und dem Prot. den Ring zu geben, damit der einen Beweis f├╝r das Leben nach dem Tod hat.

Mir h├Ątte es besser gefallen, der Junge entkommt vom Dachboden, liegt in seinem Krankenbett und h├Ârt so seltsame Ger├Ąusche von oben, w├Ąhrend die Gro├čmutter und der Gro├čvater hereinkommen, und dem Jungen so langsam ein schrecklicher Verdacht kommt. ABER WELCHER??

Tja, jetzt w├╝rde es anfangen, geil zu werden. Ich k├Ânnte mir sogar sowas vorstellen, dass diese Spinne im Genick der Gro├čmutter sitzt und ihr langsam das Blut aussaugt. Und die Gro├čmutter l├Ą├čt es geschehen. Tja, aber aus welchem Grund??

So eine Spinne ist eine tolle Sache. Sie k├Ânnte ja bewirken, dass die Mutter des Protagonisten wieder lebendig wird. Sie saugt also den Lebendigen das Leben aus, um das Unlebendige vor dem Tod zu bewahren. Tja, und zum Schluss k├Ânnte unser Erz├Ąhler die Geschichte beenden, in dem er uns erz├Ąhlt, dass seine Mutter tats├Ąchlich noch am Leben ist und immer noch so jung aussieht, wie vor achtzig Jahren, w├Ąhrend ihm eine riesige Spinne auf den Schultern sitzt und mit langem, schleimigem R├╝ssel an seinem Hinterkopf saugt.

OKOK, soweit die Fantasie. Aber wie gesagt, guter Text - k├Ânnte sogar geil werden. Aber daf├╝r mu├čt du k├╝rzen und der Geschichte am Ende noch mehr Bums geben.
Dann w├Ąre ich heillos begeistert.

Gr├╝sse, Marcus

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Durs Gr├╝nbein

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brain
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Also ...

... klingt interessant, besonders die Sache am Schluss, mit der Spinne auf der Schulter. Ich lass mir das mal durch den Hinterkopf gehen:-)

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