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Leselupe.de > Gereimtes
Das alte Haus
Eingestellt am 13. 07. 2008 14:52


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Janosch
???
Registriert: Feb 2005

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Dort aus dem faulen Schlamm, da ragt ein weißes, altes Haus.
Ein morscher Baum ist durch das kahle Dach hinein gebrochen
und zwischen wüstem Heckenwuchse stecken warme Knochen:
Nach letztem rohem Fleische heischt verschlingend eine Maus.

Und weitre kommen durch den engen Spalt der Tür gekrochen.
Du öffnest: Knarzend trägt der Wind ein Stöhnen mit sich raus.
Und drinnen wuchert Unbekanntes ganz zerzaust und kraus,
als neben dir entfaltet sich ein schrilles, krankes Pochen,

das monoton, bald stählern schlägt im Takt und schillernd kracht
und den Verdauungstrakt zerhackend packt wie eine Seuche.
Du spürst die Blutung innerlich. Und dort aus schwarzem Schacht

erschallen wie aus einem Schwall verdorbene Geräusche.
Aus deinem Rachen stürzt es rot, vor Augen wird es Nacht:
Du wünschst nur noch, dass letztes Leben rasch aus dir entfleuche.



Version vom 13. 07. 2008 14:52

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Ellen
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2008

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Das alte Haus

Hallo Janosch

Hmm.. am Anfang hatte ich etwas Schwierigkeiten mich in dein
Gedicht hinein zu versetzen.
Doch dann hab ich es in einem anderen Rythmus gelesen und dann ging es wie von alleine.
Die Atmosphäre des Gedichts ist düster und unheimlich und soll beim Lesen schon Spannung erzeugen.
Und ...wie in solchen Situationen, der Atem ,sicherlich nicht rgelmässig ist und bleibt,...
denke ich,
sollte auch der Textablauf demnach gestaltet werden.

Hier nun wie ich es gelesen habe :

Dort..,
aus dem faulen Schlamm, da ragt,
ein weißes, altes Haus.
Ein morscher Baum ,ist auf das kahle ,
Dach hereingebrochen
und zwischen wüstem Heckenwuchse ,
stecken ,warme Knochen:
Nach letztem ,rohem Fleische heischt,
... verschlingend eine Maus.

Und weitre, kommen ,durch den engen Spalt,
der Tür gekrochen.
Du öffnest:
Knarzend trägt der Wind ,
ein Stöhnen mit sich raus.
Und drinnen... wuchert Unbekanntes,
wirr zerzaust und kraus,
gleich neben dir ,
entfaltet sich ,
ein schrilles, krankes Pochen,

Das monoton, bald stählern schlägt,
im Takt...
und schillernd kracht.
Und den Verdauungstrakt zerhackend ,
knackt, wie eine Seuche.
Du spürst die Blutung ,innerlich.
Und dort...
aus schwarzem Schacht erschallen ,
wie aus einem Schwall,
verdorbene Geräusche.

Aus deinem Rachen stürzt es rot,
vor Augen wird es Nacht!
Du wünschst nur noch,
dass ,letztes Leben ...
rasch ,
aus dir entfleuche.

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Janosch
???
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hallo franzi,
ja, cool, so soll es rüberkommen. krank und cool. danke. ;-)

hallo ellen,
ich finde deinen vorschlag sehr interessant. so liest sich das ganze gleich ganz anders, ist auf jeden fall auch eine variante. da es sich aber um ein sonett handelt, kann ich da förmlich nicht mehr wirklich rumschrauben - muss es also so lassen. ist nicht jedermanns sache, ich weiß. danke trotzdem für deine mühe.


ich grüße euch beide recht herzlich
Janosch

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Janosch
???
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Hallo Druidencurt, Walther und Carlo Ihde,
also ich hab mich weder mit rilke noch mit kinski (seine gedichte) auseinandergesetzt, ich habe aber einen gedichtband von georg heym daheim. ich mag es manchmal gruselig und ich mag verstörende psycho-horrorfilme, daher könnte es auch rühren. vielen dank für eure beiträge, es ist immer interessant zu hören wonach die eigenen gedichte klingen, aber bitte nicht streiten. ;-)
gruß Janosch

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Sta.tor
Foren-Redakteur
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Ich finds auch gut. Dichte Athmosphäre. Einziger Kritikpunkt: ...ist auf das kahle Dach hereingebrochen.
Das stimmt irgendwie nicht.

VG Thomas
__________________
schlimmer geht immer

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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bis auf den unreinen reim in der letzten Strophe perfekt - für mein amateurhaftes auge
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