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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das dunkle Zimmer
Eingestellt am 23. 04. 2001 20:52


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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

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Das dunkle Zimmer

In einem dunklen Zimmer in den hei├čen Tagen des S├╝dens lebte ein Verbannter hinter den Lehmmauern eines verfallenden Dorfes. Der begegnete einem, der hatte Freunde, die Freunde hatten im Senat dr├╝ben in der fernen gro├čen Stadt. Beim heiligen San Rocco von Tolvo sollte er Bu├če tun und sich dem├╝tigen, damit er dahin zur├╝ckkehren k├Ânne und den Segen empfangen. So nur w├╝rde er den Weg finden.

In der Hitze zur Zeit der Ernte des Weizens zwischen hei├čen bleichen Steinen wie Totenknochen der Vorfahren machte er sich auf den Weg. Als er ankam und lag auf den Stufen der Kirche unserer Lieben Madonna, schwanden ihm die Kr├Ąfte, da├č er nicht mehr aufstehen konnte. Es rief ihn die Stimme des Teufels mit der Stimme eines Viehs, das geschlachtet wird. Und er sah ├╝ber den sieben H├╝geln den Glanz der gro├čen Stadt neu erstehen, w├Ąhrend um ihn die Mauern der D├Ârfer zu Staub zerfielen. Da wu├čte er bei sich, da├č er f├╝r den bequemen Weg verloren war.

Wieder in das dunkle Zimmer zur├╝ckgekehrt, begann er im Schmerz des Donners der Vision zu malen, um das Leben, das noch um ihn in den B├╝chern war, festzuhalten und in Farben zu bannen. Doch die blutende Erde wehrte sich und schickte wilde H├╝hner, die seine Bilder zerrissen. Darum schien ihm keine Hoffnung zu bleiben.

Der Trost des Mannes war Luisa, eine ferne Erinnerung. Ihr erz├Ąhlte er von dem Licht und der Sehnsucht nach der helfenden Frau. Doch helfende Frauen waren in den Augen der Landschaft immer auch die Geliebte. Darum f├╝rchtete er sich vor ihnen und begann so, sich der Erde zu entziehen und seiner Erinnerung. Die Farben der ungemalten Bilder flo├čen in die Tat und ver├Ąnderten ihn, da├č er zum Helfer wurde in den Gruften zwischen den Felsen als der Krieg begann, der grausame. So verstand er, da├č Verzweiflung zu geheimen W├╝nschen f├╝hrt, die die Welt bedrohen k├Ânnen mit ihrer Macht.

Allm├Ąhlich verlor er die Zeit auf den Felsenwegen zwischen brennendgelben Feldern und begann dort in Ewigkeit zu leben. Der Erzengel des Himmels der Menschen versuchte ihn in S├╝nde in seiner Ewigkeit mit den Augen eines weinenden Kindes, da├č sich seine Blicke zu wenden begannen zur Liebesglut und der Sehnsucht, sie zu l├Âschen wie die Schlagader am Hals einer Frau zur Ruhe kommt im k├╝hlen Wasser der geh├Âhlten Hand. Doch die drei dunklen Engel des Universums kamen in der Nacht und nahmen von ihm die Ketten der Versuchung der vier Jahreszeiten, um ihn in seiner Ewigkeit zu sch├╝tzen, einer an der T├╝r, einer am Tisch und einer am Bett. Darum konnte das Leben sich immer nur im Tageslicht zu ihm schleichen. "Bist du in der Ewigkeit verloren gegangen, warte auf mich. Ich werde dich f├╝hren durch die Stadt des Elends auf die F├Ąhre in die Neue Welt," sprach die Stimme. Er blickte mit den Augen der Steine auf die Versuchung des Lebens und kehrte zur├╝ck in sich selbst. H├Ârt her, meine geliebten Br├╝der, der Schweinekastrator ist da, er ist wieder da, die Gleichg├╝ltigkeit in seinen H├Ąnden!

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Omar Chajjam
???
Registriert: Feb 2001

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Es ist zwar nicht gerade leicht aufzuschlie├čen, aber ein Kritiker k├Ânnte sich des Textes schon erbarmen.

Gru├č
Omar

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flammarion
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Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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boh eh,

was ne geschichte! m├Ąrchenhaft, anmutig, poetisch und sehr fantasieanregend. die drei oder vier tippfeler korrigieren und jeder verlag rei├čt sich drum. mach mal so weiter! ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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