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Leselupe.de > Kurzprosa
Das ferne Ufer
Eingestellt am 21. 09. 2009 12:10


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Margarete Siebenthal
Autorenanwärter
Registriert: Jun 2009

Werke: 4
Kommentare: 1
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Das ferne Ufer

„Land voraus, Land voraus!“, ächzt das Schiff, knarrend der Mast, brüchig die Reling, trübe das Bullauge. Einst stolz und arrogant den Wogen trotzend, kühn lachend über Sturm und Wut, nun lächelt es müde, knirscht mit den Zähnen. Die rauen Jahre sind vorüber! Vorüber, denn ich sehe Land! Endlich, ohne Karte, ohne Kompass, ohne Ziel, ein fremdes, gütiges Eiland, das meinen Hunger stillen und meinen Durst löschen wird, die mich seit Jahren schon gefangen halten. Heran, heran! Ich schließe die Augen, betrete das Land, erkunde das Paradies, auf dem, wie es scheint, alle anderen schon angekommen sind. In meinen Gedanken rufe ich schon Menschen zu, vertäue mein Schiff im sichren Hafen, trinke aus der Quelle, zerreibe den Sand zwischen den Händen, jubiliere!

Doch als ich die Augen öffne, ist das ferne Ufer fort, und ich bemerke, dass noch nie ein Ruf vernommen, noch kein Hafen erreicht, noch kein Durst gelöscht wurde.
Und ich erkenne, dass es nicht Sand ist, sondern dass ich es bin, der zwischen den Händen zerrieben wird.

__________________
Wer sich ändert bleibt sich treu.

Version vom 21. 09. 2009 12:10

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bluefin
Guest
Registriert: Not Yet

wirklich gut gelungen, miss @siebenthal!

ein paar kleine tipps vielleicht:

quote:
„Land voraus, Land voraus!“, ächzt das Schiff, knarrend der Mast, brüchig die Reling, trübe das Bullauge. Einst stolz (und arrogant) den Wogen trotzend, kühn lachend über Sturm und Wut, nun lächelt es müde, knirscht mit (den Zähnen) dem kiel. Die rauen Jahre sind vorüber!

Vorüber, denn ich sehe Land! Endlich, ohne Karte, ohne Kompass, ohne Ziel, ein fremdes, gütiges Eiland, das meinen Hunger stillen und meinen Durst löschen wird, die mich seit Jahren schon gefangen halten. Heran, heran! Ich schließe die Augen(.)komma Betrete das Land, erkunde das Paradies, auf dem(, wie es scheint,) alle anderen schon angekommen sind, wie es scheint. In meinen Gedanken rufe ich (schon) Menschen zu, vertäue mein Schiff im sicheren Hafen, trinke aus der Quelle, zerreibe den Sand zwischen den Händen, jubiliere!

(Doch) als ich die Augen öffne, ist das ferne Ufer fort, und ich bemerke besser: spüre, dass noch nie ein Ruf vernommen, noch kein Hafen erreicht, noch kein Durst gelöscht wurde.
Und ich erkenne, dass es nicht Sand ist, sondern dass ich es bin, der (zwischen den Händen) zerrieben wird.
liebe grüße aus münchen

bluefin

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