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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das gestohlene Buch, Kapitel 1: Der zerstreute Professor
Eingestellt am 03. 03. 2003 14:55


Autor
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Manic Peter
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2003

Werke: 6
Kommentare: 2
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Hallo zusammen

Folgende Geschichte habe ich mir zusammen mit meinen zwei Kindern auf einer Urlaubsreise ausgedacht. Jeden Abend habe ich Ihnen ein "Kapitel" erz├Ąhlt - und mich dann jeweils f├╝r die weitere Handlung nach ihren Ideen gerichtet.
Das war vor einem Jahr. Nun komme ich endlich dazu, Kapital f├╝r Kapitel nach den damaligen Notizen aufzuschreiben.
Nachstehed das Kapitel 1. Wenn es jemanden interessiert, werde ich auch die anderen Kapitel fertigstellen und posten.

1. Der zerstreute Professor
2. Das Team
3. Das gestohlene Buch
4. Die Idee
5. Die Verfolgung
6. Kurzschluss
7. Die dunkle Stadt
8. Nachforschungen
9. Die Falle
10. Ätsch

Kapitel 1: Der zerstreute Professor

Der Professor war zweifellos ein gescheiter Mann. Einer, der alles ├╝ber etwas wusste und vieles ├╝ber alles. In seinem Kopf stoben die Ideen von links nach rechts, so dass ihm darob manchmal die Haare zu Berge standen. In solchen Momenten hob der Professor seine Arme in die H├Âhe, wie ein Sportler bei einem wichtigen Sieg, um dann seine H├Ąnde auf seine Haare zu legen, damit diese nicht senkrecht in die H├Âhe gereckt stehen blieben. Wenn er so dastand, mit den H├Ąnden auf seinem Kopf, kamen ihm die z├╝ndenden Ideen, die so wichtig waren und so schnell wieder verflogen, dass er sie sofort in sein grosses Buch niederschreiben musste, denn es ist nicht sicher, ob ein gescheiter Mann wie der Professor sp├Ąter noch weiss, was er einmal gedacht hat. Wenn es aber irgendwo geschrieben steht, dann kann er es nachlesen, und manchmal ├╝berlegt er sich dabei, dass es seltsam ist, was er alles gedacht hat ÔÇô und glaubt es eigentlich gar nicht, dass er solche Dinge gedacht hat, weil diese Sachen manchmal so seltsam und verr├╝ckt sind, dass keiner es glauben w├╝rde, dass ein alter Mann wie der Professor solche Gedanken haben kann. Weil es aber geschrieben hat, ├╝berlegt sich der Professor dann, ist es ihm wohl auch selber in den Sinn gekommen. Das wiederum ist f├╝r alle, die den Professor n├Ąher kennen, nicht so selbstverst├Ąndlich. Er wusste zwar alle gescheiten Sachen, aber die Kleinigkeiten des t├Ąglichen Lebens verloren sich nicht selten in diesen wichtigen ├ťberlegungen. Er vergass zum Beispiel seine Telefonnummer oder den Namen der Strasse, in der er wohnte. Manchmal wusste er nicht einem seinen eigenen Namen oder wie alt er war und dass manchmal auch ein Mann wie er etwas essen muss. Diese Vergesslichkeit war dann ├Ąrgerlich, wenn er von einer Veranstaltung mit dem Taxi nachhause fahren wollte und dem Fahrer die Adresse nicht geben konnte, weil er sie nicht mehr wusste. Und wenn dann der Taxifahrer ein h├Âflicher Mensch ist und die Adresse mit Hilfe seines Namens herauszufinden versucht, dann wurde es f├╝r den Professor wirklich peinlich, weil er seinen Namen nicht wusste. Ein Taxifahrer hat in solchen Situationen nicht sehr viel M├Âglichkeiten, er kann den scheinbar verr├╝ckten Alten einfach wieder ausladen oder ihn zum n├Ąchsten Polizeiposten fahren. So kam es, dass der Professor bei der Polizei ein guter Kunde war, und sich diese immer wieder freuten, wenn sie ihn zu Gast hatten. Leider half auch ihr freundlicher Rat, doch immer einen Ausweis bei sich zu tragen, herzlich wenig. Der Professor vergass regelm├Ąssig, diesen auch mitzunehmen.

Zum guten Gl├╝ck hatte der Professor Lisa. Lisa war ein M├Ądchen aus der Nachbarschaft, das sich ihr Taschengeld damit aufbesserte indem sie dem Professor half. Sie kaufte f├╝r ihn ein, wenn er selber nicht daran dachte, brachte seine Kleider in die W├Ąscherei und putzte manchmal sogar f├╝r ihn, was sie aber nicht so mochte. Der Professor besch├Ąftige zwar auch eine Putzfrau, diese mochte Lisa aber noch weniger. So half Lisa dem Professor das, woran er selber nicht dachte und was seine Putzfrau aus welchen Gr├╝nden auch immer zu tun vers├Ąumte.

Als Gegenleistung erhielt Lisa vom Professor, wie bereits erw├Ąhnt, ein wenig Geld. Viel wichtiger war ihr aber, dass sie den Computer des Professors benutzen durfte, wenn er nicht daran arbeitete. Ihre Eltern hatten zwar auch einen Computer, aber derjenige des Professors schied Lisa viel interessanter. Er war n├Ąmlich mit einer Leitung direkt an die Universit├Ąt, f├╝r die der Professor seine Forschungsarbeit machte, angeschlossen. Und von dort aus hatte Lisa Zugang zu allen wichtigen Forschungszentren auf der ganzen Welt. Das war mit dem lahmen Modem ihrer Eltern nicht m├Âglich. Lisa interessiert sich n├Ąmlich sehr f├╝r Forschung und auch f├╝r Computer. Sie wusste, dass sie einmal Forscherin werden w├╝rde, weil sie aber jedes Gebiet so sehr interessierte, wusste sie noch nicht, welche Forschungen sie einmal betreiben w├╝rde. Und manchmal war es ihr auch zu kompliziert, was in all den Unterlagen, auf die sie Zugang hatte, geschrieben stand. Auch das Buch des Professors, das ├╝brigens nicht auf Papier aufgeschrieben war sondern auf dem Computer existierte, war f├╝r Lisa schwer verst├Ąndlich. Der Professor versuchte manchmal, es ihr zu erkl├Ąren. Es ging um Teilchen, die unvorstellbar klein waren, kleiner noch als Atome ÔÇô und das mit den Atomen hatte sie noch nicht einmal in der Schule gelernt, dass wusste sie aus den B├╝chern, die sie zuhause las, wenn sie l├Ąngst schlafen sollte.
So kam es, dass Lisa oft bis nach Mitternacht unter der Decke mit ihrer Taschenlampe all die B├╝cher las, die sie so sehr interessierten. B├╝cher dar├╝ber, wie ein Motor funktioniert oder das Weltall beschaffen ist, woher der Strom kommt, den wir t├Ąglich brauchen und warum die Gl├╝hbirne leuchtet. Und sie las alles ├╝ber Computer. Leider konnte sie nachts nicht an den Computer ihrer Eltern sitzen, das h├Ątten sie n├Ąmlich gemerkt. So blieb ihr nichts anders ├╝brig, als alles dar├╝ber zu lesen und bei Gelegenheit beim Professor zuhause auszuprobieren.

Aber die Leserei hatte auch Nachteile. Lisa bekam zu wenig Schlaf. So wurde sie zwar immer gescheiter, ihre Noten in der Schule aber immer schlechter. Vor nichts hatte Lisa Angst ÔÇô ausser vor schlechten Noten. Und nichts machte Lisa mehr w├╝tend, als auf eine Frage keine Antwort zu wissen. Die Fragen des Lehrers machten sie in letzter Zeit oft w├╝tend. Aus diesem Grund beschlossen ihre Eltern, sie d├╝rfe f├╝r eine Weile kein Buch mehr unter der Bettdecke lesen (denn obwohl Lisa glaubte, ihre Eltern w├╝ssten nichts davon, bemerkten diese wohl Lisas n├Ąchtliche Verabredung mit ihren B├╝chern), den Computer ihrer Eltern nicht mehr ben├╝tzen und, was viel schlimmer war, den Professor f├╝r eine Weile nicht besuchen.
┬źDas geht doch nicht! Der Professor verhungert ohne mich!┬╗, hatte sie wohl gerufen, aber ihre Eltern liessen sich nicht erweichen ÔÇô wenigstens bis die Noten wieder besser w├╝rden.

So war Lisa auf dem Weg zum Professor, um ihm diese traurige Nachricht selber zu ├╝berbringen, als sie auf einer Kreuzung auf Benjamin, Big Ben genannt, traf. Seufzend erkl├Ąre sie ihm die Situation, denn Big Ben wusste immer Rat und war durch nichts aus der Ruhe zu bringen.
┬źIch kann ja f├╝r eine Weile f├╝r den Professor sorgen┬╗, schlug Big Ben vor.
Lisa ├╝berlegte einige Sekunden lang, denn sie war sich nicht schl├╝ssig, ob dies eine gute Idee war. Big Ben war zwar immer zuvorkommend und hilfsbereit, seinerseits aber mindestens so vergesslich wie der Professor. Sie wollte schon sagen ┬źda seid ihr aber ein pr├Ąchtiges Team┬╗, als sie seine fragenden Hundeaugen sah und es nicht ├╝bers Herz brachte.
┬źGute Idee, Big Ben┬╗, brachte sie schliesslich hervor, da wird dem Professor bestimmt ein Stein vom Herzen fallen. Komm doch gleich mit, da kann ich Dir alles zeigen.┬╗

Als sie beim Professor eintrafen, war dieser dabei, einige Aufzeichnungen in sein elektronisches Buch zu machen.
┬źIch komme gleich┬╗, rief er ihnen vom Arbeitszimmer her zu, denn als niemand die Haust├╝r ge├Âffnet hatte, musste Lisa den Schl├╝ssel, der ihr der Professor f├╝r den Notfall ├╝berlassen hatte, ben├╝tzen.
In der Zwischenzeit zeigte Lisa Big Ben die K├╝che des Professors. Sie bemerkte aber bald, dass sich dieser nicht so sehr f├╝r die K├╝cheneinrichtung interessierte, wohl aber f├╝r die Arbeit des Professors am Computer. Immer wieder sp├Ąhte er von der K├╝che aus ins Arbeitszimmer her├╝ber.
┬źWas ist denn los┬╗, fragte ihn Lisa, ┬źist es denn so interessant, jemanden an einen Computer arbeiten zu sehen?┬╗
Big Ben wurde rot. Er sch├Ąmt sich. ┬źWeisst Du, ich kenne mich nicht so aus mit diesen Dingern. Ich habe noch nie an einem gearbeitet. Meine Eltern halten nichts von solchen neumodischen Sachen. Dabei w├╝rde es mich doch so interessieren┬╗.
Lisa war ein wenig erstaunt. Sie hatte geglaubt, weil sie sich so oft am Computer arbeitet, es m├╝sse jedem so gehen.
┬źWei├čt Du was, Big Ben?┬╗, erkl├Ąrte sie mit einem Schmunzeln, ┬źich zeige Dir alles dar├╝ber!┬╗


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hera
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Hallo Peter!

Mir macht es auch Spa├č mit meinen Kinder zusammenzuarbeiten, ihre Ideen und Gedanken aufzunehmen.

Das erste Kapitel klingt vielversprechen. Der zerstreute Professor ist toll. Sicher spannend zu erfahren, was er alles in diesem Buch niederschreibt.

Deine Schreibweise gef├Ąllt mir, aber du schreibst sehr ausf├╝hrlich. Ich wei├č nicht, wie das wirken w├╝rde, wenn das ganze Buch in diesem Stil geschrieben ist.

Viele Gr├╝├če, hera

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