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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das goldene Drachenei
Eingestellt am 06. 12. 2005 23:04


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Pferdefreundin
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Das goldene Drachenei

Die Drachenfrau Talia kannte viele Geschichten und jeden Abend erzĂ€hlte sie ihrem Sohn Terzo mindestens eine. Terzo hörte stets gebannt zu und oftmals trĂ€umte er in der Nacht von den Geschichten. Dann war er ein starker großer Drache, dessen FlugkĂŒnste von allen bewundert wurden und den die DrachenmĂ€dchen mit schwĂ€rmerischen Blicken bedachten. Oder ein Held, der ein ganzes Dorf vor bösen, feuerspeienden Monstern beschĂŒtzte und von allen bejubelt wurde. Terzos Lieblingsgeschichte aber war die von dem goldenen Drachenei. Immer wieder bat er seine Mutter, sie ihm zu erzĂ€hlen.
Eines Tages beschloss Terzo, das goldene Drachenei suchen zu gehen. Das goldene Drachenei zu besitzen wĂŒrde ein auf ewig sorgenfreies Leben bedeuten, denn wer es fand, wĂŒrde fĂŒr immer GlĂŒck haben. Und GlĂŒck konnte Terzo gerade wahrlich gebrauchen. Seine FlĂŒgel waren noch viel zu klein, um ans Fliegen ĂŒberhaupt denken zu können und die Kinder, mit denen er tagsĂŒber gern spielte, liefen viel schneller als er. Da nĂŒtzte es auch nichts, dass seine Mutter ihm erklĂ€rte, dass er in einigen Jahren ganz bestimmt fliegen könnte und damit jeden LĂ€ufer ĂŒberholen wĂŒrde. Und ihr Argument, dass er mit seinen kurzen Beinchen viel besser durch kleine Öffnungen schlĂŒpfen konnte, tröstete ihn genauso wenig.
Zuerst ging Terzo in den Wald, schaute unter Steine und in hohle BaumstĂ€mme, doch alles, was er fand, war ein Ameisennest. Die durch die Störung wĂŒtenden Ameisen setzten ihm so zu, dass ihm nichts anderes ĂŒbrig blieb, als in ein nahes BĂ€chlein zu flĂŒchten. Und das, wo er Wasser doch so hasste! Niesend und prustend watete er am anderen Ufer an Land. Wenn seine Beine doch nur lĂ€nger wĂ€ren! Dann hĂ€tte er jetzt keinen nassen Bauch. Wenigstens war heute ein sehr warmer Tag und er somit bald wieder trocken.
Doch trotz dieses unerfreulichen Zwischenfalls wollte Terzo noch nicht aufgeben. Er lief durch Felder und dann zum Strand. Seine Welt bestand nur aus der Insel, auf der er aus dem Ei geschlĂŒpft war, also war fĂŒr ihn klar, dass das goldene Drachenei irgendwo hier sein musste. Aber auch in dem Sand, den er durchwĂŒhlte und bei den Klippen, wo er unter Steine schaute, fand er nichts. Lediglich einen großen roten Krebs schreckte er auf, der ihn daraufhin verĂ€rgert in die NĂŒstern zwickte.
Aufjaulend schĂŒttelte Terzo den Kopf, so dass der freche Krebs weit von ihm geschleudert wurde und mit einem lauten Platschen im Meer landete. Er schielte auf seine NĂŒstern und schnaufte und schniefte, was ihm, ebenso wie der Schmerz in ihnen, bewies, dass sie noch da waren.
Terzo trabte weiter am Strand entlang. Nachdem er nun schon so viel durchlitten hatte, wollte er nicht aufgeben.
Es wurde dunkel und plötzlich spĂŒrte Terzo einen leichten Windzug. Seine Mutter war neben ihm gelandet. „Was lĂ€ufst du denn so spĂ€t noch durch die Gegend?“, fragte sie.
„Ich suche das goldene Drachenei“, erwiderte Terzo und war froh, sie zu sehen. Mutter wusste immer auf alle seine Fragen eine Antwort. „Weißt du, wo ich es finden kann?“
„Oh mein Liebling, das ist doch nur eine Geschichte. Es gibt keine goldenen Dracheneier.“
„Was?“ Terzo starrte sie groß an.
„Wirklich, mein Liebling. Es ist nur eine Geschichte, nicht mehr und auch nicht weniger.“ Talia sah die EnttĂ€uschung auf dem Gesicht ihres Sohnes. „Und du brauchst auch kein goldenes Drachenei, um glĂŒcklich zu sein. Du hast Freunde, die bedeuten GlĂŒck, genauso wie die Strahlen der Sonne und der Duft einer Blume.“
Terzo dachte daran, dass das Spielen mit den Kindern sehr viel Spaß machte. Mit einem goldenen Drachenei konnte man sicher nicht verstecken oder fangen spielen. Und es konnte auch nicht reden, um Geschichten zu erzĂ€hlen. „Ja, ich glaube, du hast recht. Aber richtig glĂŒcklich wĂ€re ich, wenn du mir jetzt eine Geschichte erzĂ€hlst.“
Talia lachte und kam seinem Wunsch gern nach.


ENDE

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flammarion
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Registriert: Jan 2001

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hm

eine sehr nette und wohltuende geschichte.
lg
__________________
Old Icke

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