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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das große Fest
Eingestellt am 24. 11. 2015 17:49


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molly
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Das große Fest

Für Kinder ab 6 Jahren

Eines Tages spielte ich mit meiner Schwester Nele und Florian aus dem Nachbarhaus auf der Straße. Da kam unser Freund David zu uns gelaufen. Von weitem rief er mir schon zu: „Michael, ich freue mich auf das Fest.“
Und nun redete er seit einer Woche nur noch von dem großen Ereignis. Sein kleiner Bruder Simon würde getauft werden. David freute sich auf das große Fest. Wunderschön würde das werden! Unermüdlich erzählte er uns von den vielen, leckeren Kuchen, die seine Mutter und die Großmutter schon gebacken hatten. Riesige Linzertorten lagerten im Keller und durchdrangen mit ihrem köstlichen Duft das ganze Haus.
Meine Schwester Nele fragte: „Wie groß sind die“? Aber David winkte ab: „Riesig eben!“
Florian, der noch nicht lange in unserer Straße wohnte, kannte keine Linzertorten.
„Wie schmecken die?“ wollte er wissen. „Wunderbar, ich wollte euch schon ein Stückchen zum Probieren mitbringen, aber die Großmutter hat den Keller abgeschlossen.“
„Macht sie das immer so“? erkundigte sich Nele.
„Sie hat gemerkt, dass ich ein wirklich kleines Stückchen, ein winziges Stück vom Kuchenrand abgebrochen habe. Sie merkt einfach alles“; fauchte er und stampfte dabei auf den Boden.
„Warum hast du sie nicht gefragt, ob du ein Stück bekommst“? fragte Nele wieder.
„Hab ich gemacht, aber sie hat gleich gesagt, dass ich bis zum Fest warten muss.“
Aber David freute sich auch auf die vielen Gäste. Alle Onkel und Tanten aus dem Dorf und die Großmama aus der Stadt waren eingeladen.

Endlich kam der langersehnte Tag für David. Wir gingen mit den Eltern in die Kirche und Florian aus dem Nachbarhaus, schloss sich uns an. In der ersten Bank saß David neben seinem Vater. Und wie vornehm David aussah! Normalerweise hatte er Hosen an, bei denen man nie genau sagen konnte, ob sie nun blau, schwarz oder braun waren. Heute aber trug er einen dunkelblauen Anzug, ein weißes Hemd und eine rote Krawatte. Keinen einzigen Dreckfleck entdeckte ich in seinem Gesicht, er sah richtig bleich aus. Nele flüsterte: „Michael, hat David sein Gesicht geschrubbt?“ „Pst“, sagte der Mann hinter Nele.
Während der Feier schaute David ab und zu nach hinten und wir winkten ihm zu. Er jedoch übersah uns und tat, als würde er uns überhaupt nicht kennen. Auch nach der Tauffeier hielt er sich eisern an der Hand seines Vaters fest. Als Nele seinen Namen rief, drehte er den Kopf zur Seite. „Der mag uns heute nicht“, stellte Florian fest.
"Das glaube ich nicht", meinte mein Vater, "vielleicht will er nur diesen besonderen Tag nicht mit euch teilen."

Ein wenig langweilig würde dieser Sonntag ohne David werden. Doch nach dem Mittagessen kam Florian wieder. Wir gingen in den Hof, um Taufe zu spielen. Ich holte mit einem kleinen Eimer Wasser aus dem Bach. Florian durfte als erster das Taufkind sein. Er setzte sich auf die Bank und legte die Füße hoch.
Nele kniete sich hinter Florians Rücken und hielt seinen Oberkörper mit beiden Armen umschlungen. Ich spielte den Priester und murmelte: „Ich taufe dich!" „Mach ein bisschen schneller, der Flori ist ganz schön schwer", befahl Nele. Ich schüttete nun den kleinen Eimer ganz aus. Das war wohl etwas zu viel, Nele und Florian mussten trockene Sachen anziehen.
Danach spielten wir Verstecken, bis Mama uns zum Kaffeetrinken ins Haus rief.
Kaum saßen alle am Tisch, da schellte die Türglocke. Mein Vater öffnete und brachte die Besucher ins Zimmer. Ich traute meinen Augen nicht und machte sie schnell zu. Nachdem ich bis drei gezählt hatte, öffnete ich sie wieder. Nein, das war kein Traum, David stand noch immer neben seinem Vater und grinste uns an. Der legte ihm die Hand auf Davids Haarschopf. „Bei unserem Fest sind leider keine anderen Kinder und nun ist es für David recht langweilig geworden. Darf er mit euch spielen?"
Nele und Florian nickten und ich rief: „Klar.“ Jetzt versprach der der Nachmittag noch lustiger zu werden.
Meine Eltern plauderten mit Davids Vater. Sie verabredeten, dass David diese Nacht sogar bei mir schlafen durfte. Herr Wagner kraulte noch einmal Davids Haare und ging. Meine Eltern setzten sich wieder zu uns an den Tisch.
Zuerst aßen wir von Davids Linzertorte, die er als Überraschung mitgebracht hatte.
„Wollen wir Taufe spielen?" fragte Florian. Aber David schüttelte energisch den Kopf. „Vom Taufen habe ich vorläufig die Nase voll", sagte er. „Was hat dir denn nicht gefallen?" wollte Nele wissen. David stützte den Ellenbogen auf den Tisch, legte den Kopf auf die Hand und sagte: „Heute habe ich einen Pechtag. Als wir von der Kirche heim gingen, bin ich ausgerutscht und hingefallen. Die neue Hose ist total im Eimer, jedenfalls an den Knien. Dann habe ich mich an Simons Bettchen gesetzt und mit seinen Fingern gespielt. Das hat ihm gefallen und er hat gekräht vor Vergnügen. Sofort kam die Großmutter angerannte. Sie dachte, Simon würde schreien!“
„Und? Hat er?" fragte Florian.
„Erst als die Großmutter kam, da habe ich nämlich aufgehört mit seinen Fingern zu spielen. Sie hat gesagt: „David, lass deinen kleinen Bruder in Ruh', geh spielen!"
„Was hast du dann gemacht?" fragte Nele.
„Mein Schaukelpferd durch die Stube gezogen und hü, hü gerufen. Aber da hat der Großvater gebrüllt, ich soll endlich Ruhe geben.“
„Hat dir denn gar nichts gefallen an dem Fest?" erkundigte ich mich.
„Doch, ich habe mit Vater Simons Geschenke angeschaut!"
„Was für Geschenke?", wollte Florian wissen.
Aber David stopfte sich erst einmal ein Stück Kuchen in den Mund. Eine Weile war es still. David trank langsam seinen Saft aus und mit dem letzten Schluck gurgelte er noch ein wenig, bevor er ihn hinunter schluckte. Dann stellte er mit einem Ruck das Glas mitten auf den Tisch und sagte: „Ach, Simon hat viele Geschenke bekommen, das schönste war die Holzeisenbahn!"
„Aber damit kann er noch nicht spielen!" warf Florian ein.
„Richtig, Simon nicht, aber ich! Nach dem Mittagessen habe ich mit Vater die Eisenbahn in meinem Zimmer aufgebaut und wir haben gespielt, bis er sich wieder um unsere Gäste kümmern musste!" David seufzte tief.
Mein Vater sagte: „Du bist wohl traurig, weil sich heute fast niemand um dich kümmert, doch für dich gab es auch einmal ein Tauffest mit vielen Geschenken und Gästen!"
„Und Linzertorten“, ergänzte Florian.
„Klar“, sagte David, „aber bei mir war kein Bruder dabei, der bei allem brav zuschauen und still sein musste!"
Meine Mutter meinte, dass er sich in ein paar Tagen nur noch an das erinnern würde, was ihm beim Fest gefallen hätte.
„Und was wäre das?" ,fragte David gedehnt.
Sie antwortete lächelnd: „Nun, ich denke dabei an die Taufe in der Kirche, an das Festessen mit den Eltern, den Großeltern und den vielen Verwandten, an die Holzeisenbahn und an den Nachmittag hier bei deinen Freunden!" „Schön wär's", brummte David.
Und schön wurde dieser Tag noch, auch für David. Meine Eltern fuhren mit uns zum Baggersee am Rand der Stadt. Sie mieteten zwei Tretboote, eins für Mutter, Nele und Florian, das andere für David, mich und Vater. Wir gondelten auf dem kleinen See umher, starteten Wettfahrten und gingen erst nach Hause, als die Sonne glutrot am Abendhimmel verschwand.
Als die Mutter am Abend in meinem Zimmer das Nachtlager für David richtete, sagte er: „Dass ich heute zum ersten Mal bei Michael übernachten darf, werde ich auch nie vergessen." Beim Einschlafen hörte ich noch, wie David murmelte: „Es war doch ein schöner Tag!" ©


Version vom 24. 11. 2015 17:49
Version vom 28. 11. 2015 12:36
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Version vom 30. 11. 2015 23:12

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Ji Rina
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Liebe Monika,

Eine liebvolle kurze Geschichte, in der Du dem kleinen David doch noch einen schönen Tag bescherst.

Am Anfang bin ich ein wenig durcheinander gekommen: Es gibt viele Kinder, mit vielen Namen, und ich weiss nicht, ob die Erzählperspektive immer stimmt.

Am Anfang freut sich David auf das Fest. Er sitzt neben seinem Vater. Dann folgt der Satz: „Und wie vornehm der Freund aussah!“ (ich dachte, Du schriebst aus Florians Sicht, doch dann erwähnst Du Michael)

Ein wenig langweilig würde dieser Sonntag ohne David werden. Doch nach dem Mittagessen kam Florian.
(wohin kam er?)

Vater (Welcher Vater?) öffnete und brachte die Besucher ins Zimmer. Michael traute seinen Augen nicht und machte sie schnell zu. Nachdem er bis drei gezählt hatte, öffnete er sie wieder. David stand noch immer da (stand noch immer da? Wo soll er denn hingegangen sein?) und grinste die Kinder an. Herr Wagner (stand auch da, neben David) legte ihm die Hand auf seinen Haarschopf.

Vielleicht liesse sich das nochmal simplifizieren? Ich hatte den Eindruck (zumindest in der ersten Hälfte des Textes), Namen, Erklärungen haben mehr Gewicht, als die Geschichte selbst.
Was meinst Du?



__________________
Der Leser hat´s gut: Er kann sich seine Schriftsteller aussuchen.
(Kurt Tucholsky)

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molly
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Hallo Ji,

Du hast recht, das muss ich noch mal verbessern, aber morgen bin ich erst mal weg.
Also bitte ich alle, die diese Geschichte lesen, noch um Geduld.

Liebe Grüße, Ji,

Monika

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