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Leselupe.de > Kurzprosa
Das kleine Glück
Eingestellt am 31. 07. 2006 07:47


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Gerard
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2005

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Das kleine Glück



Du möchtest jauchzen vor Glück, willst laut in die Welt hinausschreien wie gut es Dir im Moment geht, gehst wie auf Watte, vollführst Tanzschritte obwohl keine Musik erklingt. Doch die Musik ist vorhanden, in Dir, nur Du kannst sie hören, nur Du kannst den Rhythmus fühlen.
Ein Lächeln liegt auf Deinem Gesicht, Deine Augen glänzen, Deine Hände wissen nicht was sie zuerst anfassen sollen, Dein Mund sagt Worte die Du nicht vorhattest zu sagen, sie sprudeln aus Dir heraus, ergeben für andere oft keinen Sinn, nur Du weißt was sie bedeuten.
Nur Du hast dieses unsagbar schöne Gefühl in Dir, kannst es in jeder Faser Deines Körpers spüren, kannst es keinem schildern und versuchst es doch immer wieder. Alle sollen an deinem Glück teilhaben, sollen sich mit Dir freuen, sollen sich an Deiner Freude berauschen.
Dabei bist Du mit Deinen Gedanken überall und nirgendwo, kannst Dich auf nichts konzentrieren, jagst einem Gedanken nach dem anderen nach, versuchst an etwas bestimmtes zu denken und verlierst doch sofort den Faden.
Es herrscht Leere im Kopf, dafür ist Dein Herz übervoll, droht überzulaufen. Der Verstand hat sich verabschiedet, die Seele meldet sich zu Wort, leitet Dich, zeigt Dir den Weg.
Vielleicht ist es nicht der richtige Weg, aber es ist der, der im Moment am schönsten ist. Er ist voller Verlockungen, verheißt Dir alles und gibt es Dir auch. Niemand weiß für wie lange, aber hier und jetzt hast Du es, das kleine Glück.
Hältst es in Händen, versuchst es nicht zu erdrücken und zugleich willst Du es nicht zu locker halten damit Du es nicht wieder verlierst.
Was dieses kleine Glück ist?
Das kannst Du nur selbst wissen. Es stellt für jeden Menschen etwas anderes dar. Aber wenn Du auf Dein Herz hörst, erfährst Du die Wahrheit und erkennst wann Du das kleine Glück gefunden hast. Dann halte es fest, gib Dich ihm hin, genieße es in vollen Zügen, erinnere Dich an jeden Augenblick und gib ein kleines bißchen von Deinem Glück an andere weiter. Denk immer daran, wie lange Du auf dieses kleine Stück vom Glück gewartet hast, wie viele Umwege Du in Kauf nehmen mußtest, wie steinig Dein Weg war. Und vergiß nicht, es gibt unglaublich viele Menschen, die noch auf ihr kleines Glück warten, danach suchen und vielleicht darüber in Verzweiflung geraten.
Für sie könntest Du das kleine Glück bedeuten. Ein nettes Wort, ein freundliches Lächeln, ein wenig Beistand und Du gibst ihnen mehr als Du vielleicht in diesem Moment glaubst.
Erinnere Dich, wie sehr Du nach diesen Dingen gehungert hast. Die Erfüllung zu finden darf niemals heißen den schweren Weg dorthin zu vergessen.
Ich weiß nicht, ob ich mein kleines Glück bereits gefunden habe, aber ich bin ihm ein kleines Stück nähergekommen und gehe weiter Schritt für Schritt darauf zu. Vielleicht erreiche ich es eines Tages und kann es ergreifen. Dann werde ich den siebten Himmel kennenlernen, werde auf Wolken schweben, durch eine rosarote Brille blicken, werde all das erleben worüber man sonst nur liest.
Darauf zu warten lohnt sich, auch wenn es manchmal die Geduld strapaziert, dem Glück immer nur hinterherzulaufen. Doch wer das Ziel erreicht, findet einen Schatz, der mit Gold nicht aufzuwiegen ist.
Aufgeben bedeutet verlieren. Glauben und Hoffen verheißt den Sieg.
Das kleine Glück ist schwerer zu finden, als die große Erfüllung, dafür hält es für Dein restliches Leben an. Wenn die große Erfüllung längst der Vergangenheit angehört und vergessen wurde, wird das kleine Glück immer noch tief in Dir Bestand haben. Wird Dir all das geben, was Du Dir im kleinen wünscht, wird Dich zufrieden sein lassen.
Jage nicht hinter Träumen her, nimm das kleine Glück, wenn es sich Dir bietet.

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no-name
Guest
Registriert: Not Yet

Oh ja Gerard,

dem habe ich fast nichts hinzuzufügen, außer...
"Ab und zu sollten wir auf unserer Jagd nach dem Glück innehalten und einfach nur glücklich sein."
Das ist nicht von mir, aber ich weiß leider auch nicht von wem es ist. ;-)

Ein sehr emotionaler Text, der mich voll gepackt hat!
Respekt!

Freundliche Grüße von no-name.

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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Lieber Gerard,

ich lese im vorwiegenden Teil des Textes Anrede, Beschreibungen, Stimmungen, die einem lyrischen Du zugeschrieben sind:

quote:
Ein Lächeln liegt auf Deinem Gesicht, Deine Augen glänzen, Deine Hände wissen nicht was sie zuerst anfassen sollen, Dein Mund sagt Worte die Du nicht vorhattest zu sagen, sie sprudeln aus Dir heraus, ergeben für andere oft keinen Sinn, nur Du weißt was sie bedeuten.
Nur Du hast dieses unsagbar schöne Gefühl in Dir, kannst es in jeder Faser Deines Körpers spüren, kannst es keinem schildern und versuchst es doch immer wieder. Alle sollen an deinem Glück teilhaben, sollen sich mit Dir freuen, sollen sich an Deiner Freude berauschen.
Als Leserin ruft es mir lauthals zwischen den Zeilen "Ich" entgegen; aber nicht, dass ich mich angesprochen fühlen möchte, sondern als verstecke sich das Lyrich hinter dem "Du".
Da mag ich auch einer Täuschung erliegen, doch die überflüssige Häufung (um zu verdeutlichen fettgedruckt) suggeriert es mir so.
Sicher sollte es so nicht gemeint sein. Nach dem Motto: weniger ist mehr, würde ich probieren, wie eine "Verschlankung" durch weniger Personalpronomen sich auswirkt.

Herzliche Grüße

Elke

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Saurau
Guest
Registriert: Not Yet

so stürmend und drängend wäre die erste person wirklich angebrachter. im übrigen bin ich mir nicht ganz sicher, was genau du mit dem kleinen glück überhaupt meinst. ich bin mir aber sicher, dass der weg, den dir deine/meine seele weist, nicht durch die rosarote brille zu sehen ist und auch nicht jauchzend in den siebten himmel führt. die von dir recht überzeugend geschilderte euphorie deckt sich nicht mit der stillen und sanften glückseligkeit, die du vielleicht mit diesem text anzustreben versuchst und die höchstens durch ein feines in-sich-hineinhören spürbar wird.

die herzenswarme moral, die du übermitteln möchtest, sei dir natürlich unbenommen und ehrt dich. inhaltlich habe ich aber meine zweifel. stilistisch könntest du sicherlich gut ein drittel weg nehmen. dann liest sich das glück schon ein wenig kleiner und auch authentischer.

lg daniel

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Höldereden
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Registriert: Jul 2006

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hi gerard,

Ein schöner aufruf zum glücklich sein. Ich will als optimist gern deine euphorie mitnehmen.
Aber ich schließe mich saurau an, mit einem lyrich und einem drittel weniger (da viele inhaltliche wiederholungen) wäre dein kleines glück frischer! Insbesondere ist mir folgende stelle am schluss aufgefallen:

quote:
Das kleine Glück ist schwerer zu finden, als die große Erfüllung, dafür hält es für Dein restliches Leben an. Wenn die große Erfüllung längst der Vergangenheit angehört und vergessen wurde, wird das kleine Glück immer noch tief in Dir Bestand haben.
Wo ist denn der unterscied für dich zwischen großer erfüllung und kleinem glück? Bei dir klingt es so als würde man das kleine glück auch nur einmal finden und dann hält es bis zum schluss. Aber ich finde mein kleines glück jeden tag und deswegen hab ich es bis an mein lebensende.

lg,
Höldereden
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Stille Erkenntnis und lauter Humor - Die Würze des Lebens

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Gerard
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2005

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Kann jeden Eurer Einwürfe nachfühlen.
Warum ich in der Du-Form geschrieben habe kann ich ehrlich gesagt gar nicht erklären. Für mich gehörte es irgendwie so. Ich wollte "Euch" ansprechen und nicht unbedingt meine Gefühle ausdrücken.
Das kleine Glück ist für mich nicht jeden Tag etwas neues Erfreuliches. Für mich bedeutet es zum Beispiel eine dauerhafte, halbwegs glückliche Beziehung, oder, ein Erfolg nach dem sich das Herz schon sehr lange sehnt. Träume die endlich in Erfüllung gehen und dauerhaft erfreuen.
Ein Tag im Garten, sich zu verlieben, ein gutes Buch oder solche Dinge sehe ich nicht als das kleine Glück.
Und das große Glück, das ist für mich erst am Ende des Lebens im Alter erreichbar. Wenn man auf ein Leben zurückblicken kann mit dem man zufrieden ist.
Also das nur zur Erklärung.
Wenn ich Zeit finde werde ich Eure Vorschläge versuchsweise umsetzen und sehen ob es mir dann auch besser gefällt. Man lernt eben nie aus.

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