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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Das kommunistische Manifest (gelöscht)
Eingestellt am 14. 03. 2014 22:21


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flubb
Wird mal Schriftsteller
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jon
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Stilistisch ok, auch wenn ich immer wieder den vagen Eindruck hatte, dass man das hätte noch viel mehr konzentrieren und besser pointiere können.

Was die logischen und argumentativen Elemente solcher Texte angeht, sehe ich ein massives Ungleichgewicht: Ca. ein Viertel ist erstmal reine Polemik, ein Drittel, wenn man es großzügiger so benennt - noch dazu gespickt mit einer guten Prise Populismus. Zwei Drittel bis drei Viertel (je nach Lesart) ist nichts als die Herleitung von "Klassen gibt es (noch)" (wobei die Sinnhaftigkeit dieses so gezogenen Schlusses diskutiert werden kann). Dann kommt ein Viertel, das zwei Schlagworte des Mainfestes nennt, polemisch dessen Irrelvanz illustriert (sachlich wäre z.B., wieso die Herrschaft der Arbeiterklasse nicht funktionieren?) und dann ebenso polemisch sagt, dass es doch was taugt (in welchem Sinne? Mit den Themen beschäftigen tun sich auch viele Romane, das kann also nicht das Zukunfstweisende des Manifestes sein). Und dann kommt eine Aussage über die (gegenwärtige) Natur des Menschen, ohne dass gesagt wird, was die mit der Un/Tauglichkeit des Maifestes zu tun hat.

Die einzelnen Elemente (Geldherrschaft statt Demokratie, Klassen ja oder nein?, Was gibt das Manifest uns heute?, Gesellschaftsform und gegenwärtige Mentalität der Menschen) sind alle für sich interessant, sind auch miteinander interessant. Hier kommt nahezu jedes Element aber so kurz, dass es auch nicht hätte erwähnt zu werden brauchen – das meiste ist "Klang und Aufmerksamkeits/Sympathie„hascherei“.

Schade, mich hätte wirklich das interessiert, was die Überschrift versprach – etwas über das K.M. heute.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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jon
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Ein paar Details:

quote:
Das kommunistische Manifest
Greift es Problematiken aus dem aktuellen Zeitgeist auf oder ist es veraltet? Leben wir nach wie vor im Klassenkampf oder doch in einer Demokratie?
Semantik. Es kann nichts von heute aufgreifen. Aufgreifenkann man nur Dinge, die da sind – „heute“ war aber damals noch nicht da. Was du wohl meinst: Sind die Probelmatiken noch/wieder aktuell?
Inhalt: Klassenkampf und Demokratie sind kein Widerspruchspaar. Klassenkampf kann auch mit demokratischem Mitteln geführt werden. (Die Frage ist dabei nur, wer erfolgreicher kämpfen kann. Und für heute müsste man den Begriff der Klasse untersuchen.)

Inhalt im Folgenden: Die polemisch-populitische Demontage der "real existierenden) Demokratie ist eine Sache. Das ähnlich wenig belastbar hergeleitete Exisitieren von "sowas wie Klassen" eine andere. Weder die Existenz von Klassen noch die Abwesenheit von Demokratie führt zwangsweise zu "Klassenkampf existiert hier und heute".

quote:
Ab und zu ein kurzes Jammern, ein kurzer Protest aber an sich geheuchelte Zufriedenheit, ja fast eine gesellschaftlich manifestierte Zwangszufriedenheit

Innere Logik: Wieso heucheln die Zufriedenheit? "Zwangszufriedenheit" ist so pauschal keine Erklärung … In der DDR z. B. wären Unzufriedenheitsäußerungen schnell politisch verstanden worden, weshalb mancher heuchelte. Worin besteht heute der Zwang?

quote:
Sind das nicht alles Menschen eines nach wie vor existierenden Proletariats?
Irritierte Frage: Hat jemand behauptet, sie wäre es nicht?

quote:
Unteres Gehaltsniveau und ausbeuterische Arbeitsbedingungen. Der neue Hungertod ist der psychische Kollaps. Immer öfter liest man von Burn Out, Depression, Nervenzusammenbrüche jeglicher Art.
Interessante Analogie. Nur: Der psychische Kollaps betrifft nicht nur die, die du hier dem Proletariat zuordnest, also die im untersten Gehaltsniveau. Und die ausbeuterischen Bedingungen sind – so pauschal behauptet – auch längst kein Attribut der Arbeiterklasse mehr, frag z. B. mal im Akademikerbereich (also bei der Klasse der Intelligenz) nach Dozentenvergütung und Assistentengehältern oder bei mittleren Führungskräften, wie viel die tatsächlich arbeiten für ihr Geld …



quote:
Die immer weiter voranschreitende Globalisierung und die Drückung der Produktionskosten zerstören nach wie vor kleinere Geschäfte. Auch die netten Tante Emma Läden auf den Dörfern müssen immer öfter großen Aldi-Filialen weichen. Billigkonzerne wachsen, Einzelhandel stirbt aus. Die Aldi-Brüder sind die fünftreichsten Bürger Deutschlands, Tante Emma muss neben ihrer Witwenrente putzen gehen.
Das gleiche gilt für Internetfirmen, wie Amazon. Der nette Buchladen in der Nebenstraße kann bei dem Preisniveau einfach nicht mithalten.
Böse Falle! Tante Emma und der kleine Buchhändler (von denen es selbst zu meinem Erstaunen doch noch etliche gibt) gehören laut klassischer Definition gar nicht zur Arbeiterklasse, auch wenn sie ohne Zweifel hart arbeiten. Der "echte Arbeiter", der wirklich kleine Mann also, taucht in dieser "Schere" hier gar nicht auf. (Von Bauern ist hier gar nicht die Rede, man müsste sich Gedanken darum machen, ob man nicht mit einer "moderneren" Klassen-Struktur operiert.)

quote:
Heutzutage sind die Unterschiede verworrener, man blickt nicht ganz durch. Es gibt viele verschiedene Abstufungen.
… also nach deinem bisherigen Text nicht.
Abstufungen von was?

quote:
Wer steht eigentlich ganz oben? Wie will man das herausfinden, wie will man sich zurechtfinden im Mediendurcheinander und wem kann man überhaupt glauben?
Nach deinem bisherigen Text ist klar, wer ganz oben steht: Der mit dem meisten Geld.
Was haben hier jetzt plötzlich die Medien zu suchen, was die die Glaubwürdigkeit von wem auch immer?

quote:
Dass Klassenunterschiede verschwinden könnten, ist eine Utopie.
Warum?

quote:
In unserem System des Kapitalismus' ist es quasi unmöglich das Kapital auf alle zu verteilen.
Das erklärt, warum Klassenunterschiede in diesem System nicht verschwinden können (weil das System auf diesen Klassenunterschieden fußt).

quote:
Wir sind ja nicht nur Bürger Deutschlands, sondern Weltbürger. Man müsste also die Globalisierung rückgängig machen und vor allem den Kapitalismus aus den Köpfen der Menschen verbannen.
Was hat das Weltbürgertum jetzt damit zu tun? Und wieso müsste man die Globalisierung rückgängig machen (warum geht es nicht, weltweit die Klassenunterschiede rückgängig zu machen, wohl aber streng national?)?
Und wo kommt plötzlich das mit den Köpfen hergeschossen? (Versteh mich nicht falsch: Der Gedanke ist nicht ganz verkehrt, aber hier im Text schießt er nahezu aus dem Nichts heran.) (Dass man nicht den Kapitalismus aus den Köpfen radieren kann, ohne zugleich den Kapitalismus wegzuradieren, ist z. B. eine der Konsequenzen, die man wahrscheinlich aus Manifest herauslesen kann. Wenn nicht da, dann wohl aus anderen Werken von Marx und Co.


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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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