Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5498
Themen:   93804
Momentan online:
295 Gäste und 6 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das letzte Gefecht
Eingestellt am 11. 01. 2018 23:22


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Tunix
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Jan 2018

Werke: 5
Kommentare: 2
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Tunix eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die Sch├╝sse, die ├╝ber mir einschlugen, waren viel zu nah, viel zu nah. Ich w├Ąre jetzt gerne bei meiner Tochter gewesen und h├Ątte ihr dabei zugesehen, wie sie langsam gr├Â├čer wurde. Nichts anderes, nichts anders. Nichts anderes.

Ich war kein Held. Ich war nichts von dem, was hier n├Âtig war. Weil nichts davon mir sinnvoll erschien. Ich hatte mich freiwillig gemeldet, weil das damals als eine gute Idee daher gekommen war. Jetzt kauerte ich hier in einem Graben, der mir als ein l├Ącherlicher Versuch erschien, meiner Tochter ihren Vater zu bewahren.

Was hatten die mir getan, die da dr├╝ben? Bevor ihr Anf├╝hrer ihnen befohlen hatte, Patronen auf unsere unbekannten K├Ârper zu verteilen, h├Ątten wir einander auf twitter gefolgt. Wir h├Ątten uns gefragt, was aus dieser Welt werden k├Ânnte, jetzt lagen wir einander gegen├╝ber und zielten auf das M├╝ndungsfeuer des anderen. Als g├Ąbe es einen Grund daf├╝r.

Ich wollte gehen, einfach gehen. Mir war mein Land egal, meine Stadt, meine Stra├če. Irgendwo musste es einen Fleck auf diesem Planeten geben, auf dem ich Vater und meine Tochter einfach Tochter sein konnte. Ich lie├č mein Sturmgewehr liegen, weil ich nicht wusste, was ich damit anfangen sollte.

Die ersten drei Kugeln sp├╝rte ich kaum. Ich fragte mich, ob sie sich einen Grund eingeredet hatten, bevor sie abdr├╝ckten. Ich h├Ątte keinen gefunden. Nicht einmal meine Tochter, zu der ich nicht w├╝rde zur├╝ckkehren k├Ânnen. Ich h├Ątte gerne nochmal ihr Foto gesehen aber da war keine Kraft mehr, die das bewerkstelligt h├Ątte.

Ich konnte nur atmen, nur atmen, noch ein bisschen atmen. Die Wippe, ihr ├╝bertriebenes Schreien, das Lachen danach, das war mein Leben. Das war Leben.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.



Werbung