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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das letzte Gespräch
Eingestellt am 01. 01. 2016 13:27


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Jonny
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Das letzte Gespräch

Ganz allein rauchte er seine letzte Zigarette. Diese würde nun wirklich für immer seine letzte sein. Als der Glimmstängel erlosch, erlosch auch das letzte Licht.

„Wo warst du, als alles in sich zusammen brach? Ich habe auf dich gewartet. Jahre lange. Ich habe dich so oft gefragt, wo du bist, jedoch kam nie eine Antwort, als solle ich etwas anderes fragen.“

Sein Blick wanderte über die dunkle Landschaft in der nichts zu erkennen war. Selbst der Mond versteckte sich vor dieser unheimlichen Schwärze.

„Du ließt es zu, dass ich sie verlor. Die einzige, die mich jemals verstand und wusste wer ich war, oder besser gesagt wer ich sein wollte. Die einzige für die ich nicht hier stehen würde.“

Der Mann bemerkte nun auch den scharfen Wind, der die Nacht noch ungemütlicher machte, als sie eh schon war. Konnte es etwa doch noch kälter sein als in ihm?

„Dir war es egal, dass jeder, den ich kannte, mir fremd wurde. Dass ich mir selber fremd wurde. Ich habe so nach dir geschrien, doch das einzige was zurück kam, war mein heiseres Echo.“

Die Sterne kamen ihm so nah vor. Noch nie war er so weit oben gewesen. Sie waren frei. Die Sterne mussten sich um nichts Sorgen machen. Sie durften dort oben sein und alles betrachten und ohne Einwirkung ihr Leben so formen, wie sie es wollten. Der Mann beneidete sie.

„Viele sagen, man solle nicht nie sagen. Du warst jedoch wirklich nie für mich da! So muss ich mich fragen, ob es dich wirklich gibt! Wenn es dich gibt, dann hättest du doch nicht zugesehen, wie alles verbrannte. Du hättest nicht zugesehen, wie er so grausam starb. Er war doch noch so klein! Du hättest nicht zugesehen, wie all die anderen Menschen verreckten! Was macht das denn alles für einen Sinn! Und wenn es dich geben würde, dann hättest du nicht zugelassen, dass ich hier oben stehen würde!“

Der Mann schrie alles aus sich heraus. Die Wörter rannten über seine Zunge und sprangen weit, weit hinaus, den Abhang hinunter. Würde er ihnen nun wirklich folgen? Vielleicht würde er ihn dann treffen.

Nun war es vermutlich so weit. Zumindest spürte er, wie die dunkle kalte Luft rasend schnell an ihm vorbei pfiff. Er nahm nichts anderes mehr war. Dieses Geräusch verbannte jegliches andere aus seinem Kopf, bis nichts mehr da war. Dann stand alles auf einmal still. – Am Horizont bemerkte er einen winzigen Streifen. Er musste wohl die ganze Nacht dort gestanden haben. Dieser Streifen war so vollkommen leuchtend, dass er beinahe unrealistisch zu der ansonsten tief schwarzen Umgebung stand. Dieser Streifen, nur aus purem Licht, beinhaltete all die Hoffnung, die der Mann im Laufe seines Lebens verloren hatte.

Langsam und ganz behutsam schien dieser Streifen in Richtung des Mannes zu kommen und all die Dunkelheit in sich aufzunehmen. Während er näher kam entstand in dem Mann ein Gefühl. Er wusste nicht was es war, hatte dieses Gefühl jedoch vor langer, langer Zeit mal gekannt. Es war nur schon ewig her. Dann, als der Streifen bei dem Mann angekommen war und ihn auffing, ihm in seinem Licht einen Platz frei machte, fiel ihm wieder ein, wie dieses Gefühl hieß.

Es war Glück. Einfach nur Glück.

Ein weiterer heller und freier Stern funkelte am dunklen Himmel auf, bevor der Streifen Lichts die Nacht zu einem wunderbaren Tag verwandelte.

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Jonny
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Ende?

Hallo liebe Gemeinde! Ich weiß nicht, ob ich die Kurzgeschichte im richtigen Bereich veröffentlicht habe. Denn ich überlege immer noch, obwohl ich sie schon vor ein paar Jahren geschrieben habe, wo ich sie beenden soll. So wie sie jetzt dort steht ist die längere Version.
Ich könnte mich aber auch gut vorstellen, sie nach dem Absatz:

quote:
Der Mann schrie alles aus sich heraus. Die Wörter rannten über seine Zunge und sprangen weit, weit hinaus, den Abhang hinunter. Würde er ihnen nun wirklich folgen? Vielleicht würde er ihn dann treffen.

zu beenden.

Was meint ihr?

Ich wünsche euch allen noch ein schönes neues Jahr und liebe Grüße

Jonas

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