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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das rote Auto
Eingestellt am 11. 11. 2003 21:21


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SchattenfÀngerin
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Registriert: Sep 2003

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Alles was sich Sven zum Geburtstag wĂŒnschte war das feuerrote Elektroauto aus dem Spielzeugladen. Immer, wenn er mit Mama in die Stadt ging, drĂŒckte er sich die Nase am Schaufenster platt, um es zu bestaunen. Es glĂ€nzte leuchtend rot, hatte echte Lichter,schwarze Sitze und einen goldenen SchlĂŒssel. Er liebte dieses Auto. Mama sagte: „ Komm Sven, steh hier nicht immer rum, wir mĂŒssen weiter.“ Mama hatte es immer ziemlich eilig, wenn sie ihn aus dem Kindergarten abholte gingen sie noch schnell einkaufen, dann schnell nach Hause, dann kochte Mama schnell das Mittagessen....so ging das den ganzen Tag schnell, schnell. Sven hĂ€tte stundenlang das feuerrote Auto ansehen können, aber Mama hatte wie immer keine Zeit. „Oh Mama, sieh doch nur wie schön es aussieht, kann ich nicht dieses Auto zum Geburtstag bekommen. Ich bin doch schon bald fĂŒnf, und schon groß genug um damit zu fahren. Mama bitte!“ „ Sven, komm jetzt, das Auto ist viel zu teuer. Such dir doch etwas anderes aus, ein kleineres Auto vielleicht, oder ein Parkhaus“. Mama ging einfach weiter, ohne dem Auto auch nur einen Blick zu schenken. Sven war traurig. Als er am Abend in seinem Bett lag, kullerten ihm dicke TrĂ€nen ĂŒber die Wangen. Warum wollte Mama ihm denn bloß nicht seinen Wunsch erfĂŒllen. Er beschloss noch einmal mit ihr zu reden und stieg aus seinem Bett. Als er in den Flur trat, hörte er Gemurmel aus dem Wohnzimmer. Papa und Mama saßen auf dem Sofa und unterhielten sich. „ Fred,“ sagte Mama „ ich weiß nicht mehr was ich Sven noch erzĂ€hlen soll. Er wĂŒnscht sich das feuerrote Auto so sehr.“ „ Wir können uns dieses Luxusfahrzeug einfach nicht leisten“, sagte Papa „ Ich fahre mit dem Bus zur Arbeit und mein Sohn bekommt einen feuerroten Sportwagen zum fĂŒnften Geburtstag, vergiss es, Silke, dass kommt gar nicht in Frage. Der Junge muss lernen zu verzichten.“ Leise ging Sven wieder zurĂŒck in sein Bett. Aus der Traum. Kein Auto zum Geburtstag.

In dieser Nacht passierte etwas merkwĂŒrdiges. Das feuerrote Auto stand vor seinem Bett und hupte. Sven stieg ein, ließ den Motor an und machte eine Probefahrt durch die nĂ€chtliche Wohnung. Der Motor brummte leise. Plötzlich erhob sich das Auto und flog mit Sven aus dem offenen Fenster. Sie drehten ein paar Runden um das Dach des Hauses und ließen sich von einer Katze bestaunen, die dort auf dem Kamin saß und auf ihren Liebsten wartete. Sie flogen sie immer höher, hinauf in die unendliche Weite des Weltalls. Sie umkreisten mehrere Planeten und winkten den Bewohnern von oben herab zu. Die staunten nicht schlecht, als sie Sven in seinem roten Flitzer sahen.

Was war das? Der Motor fing an zu stottern und Sven bekam ein wenig Angst. Langsam sank das Auto auf den Planeten, den sie eben noch umkreisten. Es landete auf einer blauen Wiese. Sven stieg aus dem Wagen und schaute sich hilflos um. Was sollte er jetzt tun? Die Batterien des Elektroautos waren leer. Die Anzeige stand auf null. Wie sollte er jetzt wieder nach Hause kommen? Kein Mensch weit und breit der ihm helfen konnte.

Hatte sich da eben nicht etwas bewegt?

TatsĂ€chlich. Ein kleiner Stern kam hĂŒpfend auf ihn zu. „ Wer bist du denn?“ fragte der Stern lĂ€chelnd. „ Ich heiße Sven und mein Planet ist die Erde“ sagte Sven mutig, denn der Stern sah freundlich aus. Er erzĂ€hlte dem Stern die Geschichte vom roten Flitzer und wie er mit ihm durchs All gebraust ist und schließlich notlanden musste, weil seine Batterien schlapp gemacht hatten. „ So, so“, sagte der Stern und machte ein nachdenkliches Gesicht. „Vielleicht kann ich dir helfen. Ein paar Sterne aus meiner Bekanntschaft fliegen auch manchmal in rasender Geschwindigkeit durch das All. Ihr Menschen nennt sie Kometen. Sie reisen mit Hilfe des Sternenstaubes, der hat eine Menge Energie. Der Sternenstaub wĂ€chst auf den intergalaktischen BĂ€umen. Leicht dran zu kommen. Man muss ihn nur herunter schĂŒtteln. Komm mit, ich bringe dich zu einem dieser BĂ€ume.“ Der Stern hĂŒpfte vor Sven her bis zum Rand der blauen Wiese. Ein kleines, unscheinbares BĂ€umchen stand dort und schien, sekundenschnell, ein Feuerwerk nach dem anderen zu veranstalten. Funkenregen verbreitete sich um die Baumkrone. "Absolut erntereif", sagte der Stern und fing an das BĂ€umchen ordentlich zu schĂŒtteln. Ein Regen aus goldglitzerndem Sternenstaub ergoss sich ĂŒber Sven und bedeckte ihn völlig. Nur seine Nasenspitze guckte noch heraus. Der hĂŒpfende Stern befreite ihn aus dem Sternenstaubgebirge und forderte ihn auf, möglichst viel von den glitzernden Teilchen in seine Taschen zu stopfen. HĂ€nde voller Staub wanderten so in Svens Taschen, bis alle randvoll waren. „ Das dĂŒrfte fĂŒr den RĂŒckflug reichen“, sagte der Stern und sie machten sich auf den Weg zum roten Flitzer.
Sven fĂŒllte den gesammelten Sternenstaub in das Batteriefach. Er setzte sich in das feuerrote Auto und drehte den SchlĂŒssel um, sofort erklang das leise Brummen des Motors und ehe er sich versah flog das Auto hinauf in die unendliche Weite des Weltalls. Er winkte dem Stern zu, der immer noch auf der blauen Wiese stand. Aus dem Auspuff des roten Flitzers stob eine Wolke goldenen Sternenstaubes. Mit einer rasenden Geschwindigkeit flog das Auto, kometengleich, auf die Erde zu, an der Katze vorbei , die noch immer auf dem Dach saß und wartete, bis auf den Teppich des Kinderzimmers. Sicher zu Hause angekommen, stieg Sven aus dem Kometenflitzer, legte sich in sein Bett und schlief sofort ein.

Am nĂ€chsten Morgen wurde er von Papa geweckt. Mama hatte schon den FrĂŒhstĂŒckstisch gedeckt. Sven setzte sich und aß hungrig seine Cornflakes. „ Hast du dich gewaschen?" fragte Mama. "Du glitzerst an deiner Nasenspitze.“ „Na klar!“, sagte Sven, „Das ist Sternenstaub.“ „Ja, ja, Sternenstaub“, sagte Mama und zwinkerte ihm zu. Sven“, sagte Papa, „wir können dir das rote Elektroauto leider nicht zum Geburtstag schenken. Es ist viel zu teuer.“ Papa sah ganz traurig aus. „ Das macht doch nichts Papa“, sagte Sven „ ich brauche kein Auto, mit dem man nur ein wenig hin und her fahren kann. Ich werde fĂŒnf und will richtige Abenteuer erleben!“ Sven grinste vor sich hin und freute sich schon auf den Abend. Heute wollte er frĂŒh ins Bett. Er hatte sich vorgenommen den hĂŒpfenden Stern auf der blauen Wiese zu besuchen. Sven konnte den goldenen SchlĂŒssel in seiner Tasche spĂŒren.

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