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Leselupe.de > Gereimtes
Das siebte Gebot, Teil drei
Eingestellt am 17. 04. 2003 22:45


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Penelopeia
AutorenanwÀrter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
Kommentare: 1964
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Wer hat das MĂ€del bloß draufgebracht,
sich drob Gedanken zu machen,
was es denn hinter dem Garten gÀb
an unbekannten Sachen?

Die Schlange war’s, die hat geschwatzt
oft unter ApfelbÀumen,
die trieb das arme MĂ€delchen
zu Sehnsucht und ins TrÀumen.

Sie trafen sich oft im ew’gen Mai,
das MĂ€del und die Schlange,
die eine kostete Äpfel und
die and’re erzĂ€hlte lange.

Von einer Welt erzÀhlte sie,
gleich hinterm Garten gelegen,
einer Welt voll Liebe, Wahnsinn, Tod,
Trockenheit und zuviel Regen.

Ja, eine Welt da gÀbe es,
da wĂŒrde geboren, gestorben,
dazwischen wĂ€r MĂŒhe und Arbeit viel
und die Laune oft verdorben.

Die Frauen, die hÀtten Kindergeschrei
und viele Windeln zu waschen,
und die MĂ€nner, die fielen zu oft
ĂŒber die leeren Flaschen.

Dazwischen wÀr allerdings oft Zeit,
zu verlassen am Herd das PlÀtzchen,
um auf den Gassen und Straßen der Stadt
zu halten ein schönes SchwÀtzchen.

Und was den Tod betrÀfe und
das somit notwendige Sterben:
Es sei ein bißchen erleichtert, weil
Eigentum dort zu vererben.

Voll wÀr die Welt von Krieg und Gewalt
auch gĂ€b’s AbwassergebĂŒhren,
und mancher wĂŒrd‘ als Beamter sich
arrogant dorten auffĂŒhren...

Rente gĂ€b’s auch, allerdings knapp,
dafĂŒr so manche Steuer,
in der Regel sei das Leben doch
höchst inflationÀr und teuer.

Viele, die hÀtten den Virus von
Stolz und Habsucht im Bregen,
und insgesamt litten alle nun
an steigenden KassenbeitrÀgen.

Dabei spielte die Mehrheit stÀndig
treu-brav die Rolle der Doofen,
ein kleiner Rest nur leistete sich
das Fressen, Huren, Schwoofen.

Schön sei es vor allem im Mai,
wenn hinter MĂ€dchen herlaufen
liebestolle Burschen, die sich
um die Liebste auch mal raufen.

Nur leider: Nicht ewig wÀhrt der Mai,
die Liebe und der Frieden;
es ist den Menschen in dieser Welt
viel Herbst und Winter beschieden.

„Ach“, sprach das lauschende MĂ€del oft,
„es klingt jedes Wort, jede Stelle
deiner ErzÀhlung, als maltest du
ein wirkliches Bild der Hölle.

Schrecklich und grausig, was ich so hör,
eigentlich nicht zu verstehen.
Trotzdem fĂŒhl‘ ich, ich weiß nicht warum,
tiefe Lust, dahinzugehen.

Zwar hĂ€ĂŸlich, dies Bild von Not und Tod,
den Windeln, all den GebĂŒhren:
Aber wie schön doch, wĂŒrd mich im Mai
ins Bierzelt ein Bursche fĂŒhren...“

So hat die Schlange wohl manchesmal
höchst interessant dozieret,
hat wohl - und trotz aller Wahrheit -
das MĂ€del zur Welt verfĂŒhret.


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