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Leselupe.de > Gereimtes
Das weihnachtliche Hauskonzert
Eingestellt am 25. 11. 2003 17:38


Autor
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Inge Anna
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Das weihnachtliche Hauskonzert

Es hatte hohen Stellenwert,
das weihnachtliche Hauskonzert,
und wie es war bei uns vor Jahren,
erz├Ąhl' ich gern, ihr sollt's erfahren.

Am Weihnachtsabend gegen sieben
erschien die Heerschar uns'rer Lieben;
Papa holte Wein und Bier,
Opa schwang sich ans Klavier.

Das edle Erbst├╝ck hatte Stil,
Opa legte viel Gef├╝hl
in die zum Fest entstaubten Tasten:
Dem Holzwurm wurde flau im Kasten.

Die erste Geige spielte keiner
so meisterhaft wie Onkel Heiner;
seine Gattin Rosmarie
sank vor Ehrfurcht in die Knie.

Es gab die zweite Violine,
bedient von Mamas Gro├čkusine;
Josefa marterte die Geig'
als knete sie 'nen Kuchenteig.

Onkel Alwin strich das Cello,
im Hausflur jaulten Rex und Bello;
Weihnachtsfreude stieg empor:
macht hoch die T├╝r' und weit das Tor!

Auch einer Fl├Âte schrilles Schrei'n
huldigte dem Christkindlein;
Tante Alma blies und blies,
bis ihr Haarteil sie verlie├č.

Der Kinderchor der Enkelschar
fand Oma einfach wunderbar;
beim "Stille Nacht" vergoss sie Tr├Ąnen;
Ida musste st├Ąndig g├Ąhnen.

Sauert├Âpfisch sa├č sie da,
die j├╝ngste Schwester von Mama;
Parf├╝mduft, der uns fast erschlug,
entstieg dem Wollkleid, das sie trug.

Onkel Karl blies auf dem Kamm,
das passte zwar nicht ins Programm;
doch hatten alle bei ihm Schulden,
so musste man dies schweigend dulden.

Omas Bruder Theodor
trug selbstverfasste Verse vor;
wir Kinder kicherten dann meist,
ob so viel Hirn und noch mehr Geist.

Zur St├Ąrkung gab es Mandelschnitten,
keiner lie├č sich lange bitten;
und bei Geb├Ąck im Kerzenschein
blieb brav auch Emmas Gallenstein.

Musiziert ward bis um zehn,
doch dachte niemand schon ans Geh'n;
im Gegenteil, man sa├č gem├╝tlich,
tat sich an Lachs und Schinken g├╝tlich.

Sie schmatzten sich durch Zeit und Raum;
es roch nicht mehr nach Tannenbaum;
Zwiebeln, Tabaksqualm und Fisch
sorgten f├╝r ein gut Gemisch.

Gegen zw├Âlf zogen sie ab,
vom Essen und vom Trinken schlapp.
Ich wagte mich ins Traumland vor,
den Klang der Hausmusik im Ohr.

Es hatte hohen Stellenwert,
das weihnachtliche Hauskonzert.
Die Lieben gingen zu den Sternen;
doch durftet ihr sie kennenlernen.

__________________
Die ├╝ber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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Herr M├╝ller
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Hallo Inge Anna

Die Geschichte ist zwar lang, bleibt aber spannend bis zur letzten Zeile. Tolle Familie, tolles Gedicht.

Herzlichst Herr M├╝ller
__________________
Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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Inge Anna
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Hauskonzert

Guten Abend Herr M├╝ller,
freut mich, dass Dir die lange Geschichte nicht langweilig geworden ist. Einen sch├Ânen Abend noch und liebe Gr├╝├če aus dem vorweihnachtlichen Saarland
Inge Anna
__________________
Die ├╝ber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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Udogi-Sela

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Ich h├Âre es f├Ârmlich Klimpern, Fidel-kratzen und Block-pfeifen, garniert mit dem Tr├Âten auf dem Kamm.
Dein Gedicht k├Ânnte gut auf jeder Adventsfeier zur allgemeinen Auflockerung vorgetragen werden.

„macht hoch die T├╝r' und weit das Tor!“ damit Rex und Bello fliehen k├Ânnen.

Doch tiefste Erkenntnis liegt in „doch hatten alle bei ihm Schulden, so musste man dies schweigend dulden.“

Wieder mal wie im richtigen Leben!

Herzlichst
Udo

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem h├Âchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

die bucklige Verwandtschaft......

Liebe Inge Anna,
Du verstehst es meisterlich, die Macken und Besonderheiten
Deiner (oder einer erfundenen) Verwandtschaft darzustellen, da├č man mitgeht, mitleidet, mitlacht, als geh├Ârte man einfach dazu und jeder der hier vorgestellten
Pers├Ânlichkeiten kommt einem irgendwie bekannt vor -
wahrscheinlich weil sich die bucklige Verwandtschaft
auf der ganzen Welt gleicht
Verschiedene Konstelationen ja, aber letztendlich
alles doch irgendwie bekannt und schon erlebt - und das ist ja dast Tolle daran, da├č man sich trotz dessen immer wieder daran weiden kann und seine Freude an Deinen Gedichten hat
Zu solchen Gedichten pa├čt ja der Reim auch wunderbar -
dadurch kriegt jedes Person einen zus├Ątzlichen Pfiff, der ihre Besonderheiten und Macken noch unterstreicht.

Ja, ich kann nur sagen, mach weiter so und erfreue uns
mit Deinen heiteren und liebensw├╝rdigen Werken

In diesem Sinne
w├╝nsche ich Dir weitere Inspirationen
und einen sch├Ânen Abend.

Liebe Gr├╝├če
von Klopfstock, alias Irene

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Inge Anna
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Zeiten waren das...

Hallo Udo,
ja, da war was los... Ich danke Dir herzlich f├╝r Deine lobenden Antwortzeilen.
Liebe Abendgr├╝├če kommen von
Inge Anna
__________________
Die ├╝ber Nacht sich umgestellt, zu jedem Staate sich bekennen, das sind die Praktiker der Welt; man kann sie auch Halunken nennen.
(Heinrich Heine)

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