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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Das weiße Laken
Eingestellt am 11. 11. 2006 15:09


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LADYHELLENA
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Das weiße Laken

Da hockt er nun, der Mensch,
auf seinem weißen Laken.
Ein wenig vornüber-gebeugt.
Neben ihm das Pillensäckchen
aus der Apotheke, griffbereit.

Anfangs saß er noch hocherhobenen Hauptes,
blickte fest um sich,
schaute den schemenhaften Gestalten,
die sein Bett umringten, ins Gesicht.
Kommt nur näher, ich fürchte euch nicht!

Sie schaukelten nur stumm- verwundert
über soviel Mut ihre nebelhaften Köpfe
und warteten ab-
Wir kriegen dich, wir besiegen dich!
Dann schickten sie ihm ihre Boten.

Sanft anfangs, doch immerwährend
belagerten sie den Menschen.
Hastig griff er zu seinem Apothekensäckchen,
klaubte darin herum.
Da, rief er aus, DAS nehme ich und verjage euch!

So konnte er seine Besucher nicht schrecken,
das begriff er sehr bald.
Auch daß sie immer näher rückten und
stärker auf ihn einwirkten, lernte er
zu begreifen.

Seine Freunde und Verwandten standen in
einiger Entfernung und lachten ihm aufmunternd
zu.
Er rief ihnen etwas zu von Stärke und Kampf.
und lächelte munter-verlogen zurück.
Aber auch das änderte sich.

Später winkten sie ihm durch den Schleier
seines pillenumnebelten Gehirns zu.
Matt blickte er zurück.
Da sind sie, ein wenig schuldbewußt, gegangen,
es hatte "keinen Zweck mehr".

Da hockt er nun auf seinem weißen Laken,
der Mensch.
Zu erschöpft, um zornig zu sein,
zu müde, um zu hoffen.
Mit seinen Plagegeistern hat er sich abgefunden,
lange schon.
Nun wartet er auf ihre nächsten Schritte,
sonst nichts mehr.


ladyhellena

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heike von glockenklang
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lady, das sit sehr deprimierend, aber es macht mich auch neugierig mehr zu erfahren, z.b. wie es dazu kam das er so verwirrte,gab es wirklichnur noch die psychatrie als letzte hoffnung...
inhaltlich ist der text faszienierend, von seiner form her bin ich zwiespältig.
würde ein klares jjaein dazu sagen...
kann man so lassen.
lieben gruß heike
__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, kühle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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heike von glockenklang
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lady, hallo

mir ist nach wiederholtem lesen klar geworden was mich am textstil störte... es ist der plauderton, der mir nicht so recht zum inhalt passen will.
habe es mal mit einigen kürzungen und satzumbau probiert... lies dochbiete mal ... ob du dir da was abgucken magst.!!?
wenn nicht auch egal, mir hat die textarbeit spaß gemacht.
heike


Das weiße Laken

Da hockt er, der Mensch,
auf seinem weißen Laken.
Vornüber - gebeugt.
Griffbereit,
sein Pillensäckchen.

Anfangs blickte fest um sich
hocherhoben sein Haupt.
,
schaute herausfordernd
in die Gesichter schemenhafter Gestalten,
welche sein Bett umringten,
“Kommt nur, ich fürchte euch nicht!“

Sie schaukelten stumm-
verwundert über soviel Mut
ihrer nebelhaften Köpfe
warteten, und warteten. und warteten.

Wir kriegen dich, wir besiegen dich!

Sie schickten ihm ihre Boten.

Sanft zunächst, doch immerwährend
Sie belagerten den Menschen.
Hastig griff er zu seinem Säckchen,
klaubte darin,.. suchend.
Plötzlich, rief er aus,
„DAS nehme ich und verjage euch!“

Seine Besucher aber konnte er
so nicht schrecken,
das wurde ihm er sehr bald deutlich.

Sie rückten immer näher
wirkten stärker auf ihn ein,
Er begann dies zu spüren.

Freunde und Verwandten
lächelten ihm aufmunternd,
Abseits stehend zu.

Er rief ihnen laute Worte zu,
von Stärke und Kampf.
Noch lächelte er munter -verlogen zurück.

Später winkten sie ihm durch den Schleier
seines Pillennebels zu.
Erschreckend Matt war Augenblick.
Sie gingen schuldbewusst, ,
es hatte "keinen Zweck mehr".

Er aber hockt auf seinem weißen Laken,
der Mensch.
Zu erschöpft, um zornig zu sein,
zu müde, um noch zu hoffen.
Lange schon hat er sich
mit seinen Plagegeistern abgefunden,.
Er wartet nur noch auf ihre nächsten Schritte.



__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, kühle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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LADYHELLENA
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Das weiße Laken

            

Liebe Heike,

einem nahestehenden Menschen habe ich beim anfangs
verzweifelten Kampf
gegen Dauer- Schmerzen zugesehen. Machtlos, weil ihm niemand
Hilfe geben konnte.
Einmal hat er mir seine Sicht der Krankheit so geschildert,
nüchtern, ohne Jammern, als wäre es ein Bericht, der ihn
selbst nicht mehr berührte.
Das hat mich zu diesem- zugegebener Maßen- oberflächlich erscheinenden
Werk veranlasst. Die scheinbar emotionslose
Beschreibung seines Dahinsiechens ist gewollt. Es gab
nichts mehr, als zu warten, von dieser Hölle erlöst zu werden.

Danke für Dein Interesse
danke auch für die Verbesserungsidee!
Finde ich gut.

Herzlichste Grüße,
ladyhellena

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heike von glockenklang
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lady,

ich finde dein werk nicht oberflächlich,
mich störte der plauderton, daher habe ich
ihn ein wenig reduziert.

natürlich ist es vermessen an einem werk eines anderen herumzufuschen.
wobei in allem schließlich auch eine chance steckt oder etwa nicht?
gute nacht
heike
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H Keuper-g /13.07.06

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Papyrus
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lyrisch-prosaich grossartig umgesetzt
sehr distant
galgenhumor
euphemismus
beckett
molloy

sind da solche fiktiven texte von dir?
ich werde schauen




gruß


papy

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