Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92225
Momentan online:
150 Gäste und 7 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzprosa
Dein Pferd, Freund oder Feind 4
Eingestellt am 17. 04. 2001 10:56


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Fredy Daxboeck
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2001

Werke: 82
Kommentare: 229
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Fredy Daxboeck eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil


3. Versuche nichts zu erzwingen.
Jedes Ausbildungsziel das du erzwingen willst, verunsichert dein Pferd in dem Ma├č, in dem du Gewalt an-wendest. Weil es entweder psychisch oder physisch noch nicht reif ist, oder weil es Furcht hat, oder weil es in der Ausbildung noch nicht so weit ist wie du gern h├Ąttest, oder weil es vielleicht einfach nicht in der Stimmung dazu ist, will oder wird dein Pferd deinen Anweisungen nicht sofort Folge leisten. Es verweigert.
Du denkst jetzt, du musst dich durchsetzen; nach dem Motto: Jetzt oder nie! Vergiss es!
Damit gibst du dem Verweigern deines Pferdes einen Namen und eine Bedeutung. Ab nun kommt es zum Kr├Ąftemessen, das du naturgem├Ą├č nur verlieren kannst.
Denk blo├č nicht, mit der n├Âtigen Gewalt bekommst du von deinem Pferd, was immer du willst. Es kann sein, dass es deinen Anweisungen f├╝r dieses eine Mal Folge leistet, aber das n├Ąchste Mal gibt es wieder troubles; und so erw├Ąchst daraus ein steter Kampf. Den du mit Sicherheit nicht wirklich willst.


4. Sprich mit deinem Pferd
dein Pferd spricht schlie├člich auch mit dir, du h├Ârst wahrscheinlich blo├č nicht richtig hin. Es kommuniziert nat├╝rlich nur sehr selten mit Lauten, sondern vielmehr ├╝ber die K├Ârpersprache. Es signalisiert dir seine Stimmung, es teilt dir seine W├╝nsche wie Beschwerden, aber auch seine Furcht und seine Freude mit. Du musst nur hinh├Âren, mit all deinen Sinnen.
Ich m├Âchte hier aber nicht auf die Kommunikationselemente deines Pferdes eingehen, sondern auf deine. Wir Menschen haben zwar nicht verlernt mit dem K├Ârper zu sprechen, aber wir haben das Verst├Ąndnis daf├╝r in unser Unterbewusstsein zur├╝ckgedr├Ąngt. In gewisser Weise reagieren wir nat├╝rlich instinktiv auf die K├Âr-persprache eines anderen Lebewesen. Wir verstehen was es ausdr├╝cken will, und reagieren auch darauf. Mit Unwillen, ├ärger, Ablehnung, Freude, Zustimmung, Sympathie, oder wie auch immer. Aber unser Kopf, auf Logik, Erziehung und vorprogrammierte Werte getrimmt, weist uns meist sehr schnell in die Schranken, zeigt uns einen vorgegebenen Weg und zwingt uns, diesen auch zu gehen. Wir reagieren mit dem Kopf anders als mit dem Bauch. Der erste instinktive Eindruck, das erste Gef├╝hl im Bauch geboren, wird ver-dr├Ąngt und durch einen scheinbar vern├╝nftigen Gedanken ersetzt, oder hinweggewischt.
Hier m├Âchte ich einhaken. Pferde sind sehr sensibel. Sie achten sehr genau, wie wir uns verhalten, wie wir uns bewegen, wie unsere Stimmung ist. Was wir aussagen.
Nutze diese Art der Kommunikation zwischen deinem Pferd und dir f├╝r die t├Ągliche Arbeit mit ihm. Bring┬┤ die Stimmung r├╝ber die du auch wirklich vermitteln willst, achte darauf was dein Pferd dir sagen will und geh auch darauf ein.
Noch ein Wort zum gesprochenen Wort. F├╝r das Pferd ist die Stimme eines Menschen etwas sehr Faszinie-rendes. Schon sehr bald lernt es feinste Nuancen zu unterscheiden. Wir k├Ânnen es mit unserer Stimme be-ruhigen oder aufputschen, loben oder zurechtweisen. Genauso gut kann aber die Stimme auch nervt├Âtend oder unterhaltsam sein.
Wer mit seinem Pferd immer nur redet und redet und redet, kann nicht erwarten, dass es auf ihn auch noch h├Ârt. Wer mit seinem Pferd nie spricht, kann nicht erwarten, dass es ├╝berhaupt auf ihn h├Ârt.

5. Fordere, aber ├╝berfordere es nicht
Dies ist ein sehr heikler und pers├Ânlicher Punkt. Es gilt die Grenze zwischen Freude an der Arbeit und dem Punkt, an dem Arbeit l├Ąstig wird, zu finden.
Verlange von deinem Pferd immer nur so viel zu geben, wie es auch bereit ist, gerne zu geben. Du kannst mit ihm zehn Minuten arbeiten. Du kannst aber auch den ganzen Tag mit ihm arbeiten. Ich spreche hier nicht davon, bis ihm die Luft ausgeht, sondern bis ihm die Lust vergeht. Du musst ein Gef├╝hl daf├╝r entwik-keln, ob ihm die Arbeit Spa├č macht oder nicht. Fordere etwas von deinem Pferd, und du wirst merken, es freut sich bald darauf, mit dir zu arbeiten. ├ťberfordere dein Pferd, und du wirst merken, es wird bald sehr bald sauer und widersetzlich.

6. Versuche dein Pferd zu verstehen
Ich habe das schon im vorigen Kapitel angesprochen. Bei der ganzen Arbeit mit Pferden, sei es in der Aus-bildung, in der Korrektur, in der Haltung oder in der Handhabung, d├╝rfen wir nie vergessen, dass Pferde zwar vom Menschen vor ca. 5000 Jahren domestiziert wurden, dass sie aber trotz allem (den G├Âttern sei Dank) noch immer sehr stark ausgepr├Ągte Instinkte, Vorlieben und Launen haben. Sie sind ein Haufen Indi-vidualisten, die normalerweise gerne nach ihren eigenen Vorstellungen reagieren. Man kann und darf sie nicht in eine zu enge Schablone pressen. Blo├č um sich dann sp├Ąter zu ├Ąrgern, dass sie da nicht hineinpas-sen. Du musst das akzeptieren. Du kannst schlie├člich ein Pferd nicht dazu zwingen, Spa├č an der Arbeit mit dir zu haben.
Um Erfolg zu haben, musst du die Sache auch aus ihrem Blickwinkel betrachten. F├╝r dich ist hier in erster Linie interessant :
Der Herdentrieb und der Fluchtinstinkt!
Sie sind n├Ąmlich die Schl├╝sselworte f├╝r ein besseres Verst├Ąndnis mit unseren Pferden.
Der Herdentrieb: Das Pferd, das das Gl├╝ck hatte in einer Herde aufzuwachsen, hat dort gelernt, soziale Kontakte zu kn├╝pfen, sich unterzuordnen und sich zu behaupten. Das Pferd, das dieses Gl├╝ck nie hatte, muss erst lernen sich zu behaupten und unterzuordnen. Es muss erst lernen Selbstvertrauen und Sicherheit zu gewinnen.
Der Fluchtinstinkt: Es ist nicht nur ein Instinkt der dem Pferd befiehlt vor seinen Feinden davonzulaufen, sondern es ist vielmehr ein Instinkt, der es dem Pferd erst erm├Âglichte zu ├╝berleben. Genau genommen kannst du drei Gruppen von Pferden unterscheiden. Die Draufg├Ąnger. Die Berechnenden, und die Feigen.
Die Draufg├Ąnger sind meist Einzelg├Ąnger, die gelernt haben, sich der Gefahr zu stellen. Sie k├Ąmpfen lieber, bevor sie laufen. Sie sind absolut nervenstark, durch beinahe nichts zu ersch├╝ttern, aber dadurch auch schwierig im Handling. Sie haben ihren eigenen Kopf und verstehen es auch, diesen durchzusetzen.
Die Berechnenden ├╝berlegen zweimal, ehe sie laufen. Sie sind sehr nervenstark, aber nur weil sie gelernt haben, erst mal abzuwarten. Fl├╝chten kann man immer noch. Sie ├╝bernehmen beim schwachen Reiter die F├╝hrungsrolle, ordnen sich aber beim starken unter. Sie sind die angenehmsten im Handling, weil ruhig, selbstbewusst und vertrauensw├╝rdig.
Die Feigen sind st├Ąndig auf der Flucht. Ausger├╝stet mit einem superd├╝nnen Nervenkost├╝m sind sie nahezu unberechenbar. Du kannst nie wissen, was, wer oder warum sie erschrecken. Sie brauchen einen charakter-lich sehr starken und dabei absolut ruhigen Reiter, dem sie blind vertrauen k├Ânnen. F├╝r alle anderen werden sie zur leicht zur Gefahr.

┬ęcopyright by fredy daxboeck

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Kurzprosa Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!