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Leselupe.de > Kurzprosa
Dekonstruktivismus und Konsequenz / Fragment
Eingestellt am 24. 11. 2007 23:19


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kio
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Dekonstruktivismus, Paradoxie und Konsequenz / Fragment

Ein Haus kann nur gebaut werden, wenn es eine Ordnung gibt. Stein auf Stein, dazwischen Klebstoff, wird es hochgezogen.
Ein Dach kann nur gedeckt werden, wenn es eine Ordnung gibt. Ziegel an Ziegel muĂź sich reihen, damit es dicht wird.
Ein Musikstück kann nur harmonisch klingen, wenn sich die Töne ineinander fügen.
Objektive Ordnung, die logisch und erkennbar ist. Aus dem Auge des Betrachters, rein subjektiv.
Dekonstruktivismus nicht inbegriffen. Der andere Stil des Bauens. Kein gerades, nach oben gezogenes Haus, keine klare, im Sinne des Betrachters vorhandene Ordnung. Chaos? Nein. Eine andere Ordnung, die doch dazu führt, dass das Haus stehen bleibt. Es stürzt nicht ein, wenngleich die Formen anders als die herkömmlichen sind.
"Ein dekonstruktiver Architekt ist deshalb nicht jemand, der Gebäude demontiert, sondern jemand, der den Gebäuden inhärente Probleme lokalisiert. Der dekonstruktive Architekt behandelt die reinen Formen der architektonischen Tradition wie ein Psychiater seine Patienten – er stellt die Symptome einer verdrängten Unreinheit fest. Diese Unreinheit wird durch eine Kombination von sanfter Schmeichelei und gewalttätiger Folter an die Oberfläche geholt: Die Form wird verhört.“

– Mark Wigley in: Johnson 1988 – S. 11

Der Blickwinkel des Betrachters entscheidet.

Dekonstruktivismus ist heute eine Bauart, die teuer bezahlt werden muĂź. Sie entspricht nicht der Norm.
Norm entspricht Vorgaben des Bauplans, der Kaste, der Medien, der Umwelt, der Vorschriften.
Der Vorteil des dekonstruktiven Architekten, aus meinem Blickwinkel, besteht darin, dass er anderen, doch stabilen Gesetzmäßigkeiten folgt. Das Haus steht auch, wenn es dekonstruktiv gebaut wurde. Die Statik wird davon nicht berührt. Der Widerstand gegen die Norm und doch bleiben die physikalischen Gesetze erhalten. In Rußland geboren die Revolution gegen vorgegebene Harmonie, doch in sich harmonisch, logisch und stabil. Nur wenn der Betrachter weiß, dass es beides gibt, kann er erkennen, dass beides in sich schlüssig ist. Fehlt dem Betrachter die notwendige Information, dass auch ein dekonstruktives Haus stabil sein kann, wird er es ablehnen, weil er den Dekonstruktivismus als etwas erkennt, das er nach eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen als instabil betrachtet und den Einsturz als logische Konsequenz sieht. Etwas, das nicht gerade ist, wird einstürzen und der nur teilwissende Betrachter stülpt sein Weltbild über den dekonstruktiven Architekten wie ein Vakuum.

Keine Kommunikation möglich.

Im Weltbild des konstruktiven Betrachters gibt es A Konstruktivismus oder B Dekonstruktivismus. Die innere Ordnung des Konstruktivisten erlaubt keinerlei Annäherung an den Dekonstruktivisten und so entsteht eine Schwarz-Weiße Welt. A oder B als Konsequenz. Die WENN, DANN-Bedingung im Kopf, doch unwissend, dass es mehr als eine WENN, DANN-Bedingung gibt, nicht erkennend, dass WENN, DANN, SONST in sich verschachtelt werden kann.


__________________
so einfach, wie möglich, aber nicht einfacher. A. Einstein

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