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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Dem Geheimnis auf der Spur
Eingestellt am 28. 01. 2002 12:14


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Sie verschwanden wie sie gekommen waren. Sechs Nonnen, tief unter ihren Kutten versteckt, was allerdings zum Nachdenken aufrief.

Die Nonnen schienen leicht zu groß und ĂŒberhaupt waren ihre Gesichter nicht zu erkennen, da sie gebeugt den Weg entlang gingen. Nein, sie sahen nicht echt aus diese Nonnen. Sie fĂŒhrten etwas im Schilde, da war ich mir zimlich sicher. Sie ĂŒberholten mich und ich versuchte ihnen ins Gesicht zu schauen. Es war mir nicht möglich auch nur irgendetwas zu erkennen. Doch ihre HĂ€nde, mit denen sie die Kutten zuhielten, die waren einfach zu groß. Ich hĂ€tte wetten mögen, es sind MĂ€nner.

Doch wohin fĂŒhrte dann ihr Weg?

Jetzt wurde ich doch neugierig und nahm heimlich die Verfolgung der Schar auf.
Wie ich schon vermutet hatte, zog es sie in das unweit entfernt liegende Kloster. Es war eine Festung, eine ehemalige Burg. Kaum hatte die Schar den Steg erreicht, der ĂŒber den Graben fĂŒhrte, bimmelte auch schon das Glöckchen.

Direkt vor dem Eingang zum Burghof falteten diese scheinheiligen GĂ€ste die HĂ€nde zum Gebet und holten aus ihrer Tasche den Rosenkranz heraus.

Nun musste ich wohl die Verfolgung abbrechen, ging es mir so durch den Kopf, doch da kam mir plötzlich die Erleuchtung, als ich auf diesen verkrĂŒmmten Baum aufmerksam wurde. Es wĂ€re ein Leichtes fĂŒr mich, ihn zu besteigen und schon begab ich mich dorthin.

TatsĂ€chlich war es mir mit Hilfe dieses Baumes möglich, ĂŒber die Festungsmauer zu sehen. Im Innenhof des Klosters schien eine große Fete stattzufinden und es wimmelte dort nur so von Ordensfrauen. Kaum hatte ich dieses registriert, als auch schon vom Ort her in Zweierreihen Mönche in ihren grauen Kutten erschienen und Einlass erwarteten.

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anemone
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Folge 2

Die Mönche setzten sich im Innenhof sogleich an die langen Tische vor ein Glas des eigenen Klosterweines, der ihnen vorzĂŒglich mundete. Sie streckten die Beine aus und unterhielten sich in gedĂ€mpfter LautstĂ€rke.

Plötzlich erhoben sich die vermeintlichen Nonnen und riefen zum Rosenkranzgebet auf. Sie griffen an ihrer Kutte und klappten sie zurĂŒck. Jetzt konnte man deutlich ihre BĂ€rte erkennen.
Es war nicht zu ĂŒbersehen, mit wem wir es hier zu tun hatten. In den Verkleidungen steckten die Gestalten von Killer Jim und seiner Bande. Mir wurde der Platz unter mir heiß und ich wĂ€re vor Schreck fast vom Baum gefallen. Doch nachdem mir bewusst wurde, wo ich mich genau befand, fĂŒhlte ich mich nirgendwo so sicher wie hier oben auf meinem Ausguck und ich versuchte, die Sache gerĂ€uschlos zu verfolgen.

Killer Jim ergriff sich sogleich eine hĂŒbsche junge Nonne. Ein Messer hielt er an ihre hĂŒbsche Kehle, doch sie zeigte keine Angst. Er hatte sich Luzia geschnappt, die sogleich ein Kreuzzeichen schlug. Die ĂŒbrigen Nonnen tat es ihr gleich und Jim lockerte seinen Griff, denn plötzlich brannte der Rosenkranz in seiner Tasche wie Feuer. Er hielt es nicht fĂŒr ausgeschlossen, dass diese Ordensfrauen mit „dem da oben“ im Bunde waren.

Was wollten sie eigentlich hier hinter den Klostermauern? Wozu waren sie hierher gekommen? Er vermochte es im Moment nicht zu sagen, jedenfalls irritierte ihn das Verhalten dieser Nonne.

Jim griff in seine Tasche, um dieses glĂŒhende Kreuz des Rosenkranzes dort herauszuholen. Doch ohje, er verbrannte sich die Finger und stieß einen Fluch aus. Sofort liefen seine Kumpel hinzu um ihm zu helfen, jedoch auch sie schafften es nicht. Auch sie verbrannten sich klĂ€glich die Finger, sobald sie es berĂŒhrten.

Das ging hier alles nicht mit rechten Dingen zu! Das stand fest. Jim zog sich dieses widerliche NonnenkostĂŒm aus, riss es förmlich von seinem Körper und alle starrten ihn aus weit aufgerissenen Augen an: Das Kreuz hatte sich in seine Haut eingebrannt. Mitten auf dem Oberschenkel, wo bei vielen seiner Kumpel das herrlichste Tatoo prangte war deutlich das Kreuz zu erkennen. Oh, wie er dieses Zeichen hasste! Er entfernte sich von diesem Ort, so schnell ihn seine Beine tragen konnte, schnappte sich sein Pferd und machte sich davon, ebenso auch seine Begleiter, die mit ihm gekommen waren.

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niclas van schuir
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Anemone,
zu Zeiten des Karnevals laufen am Rhein so allerhand Leute ziemlich verkleidet rum, was dich vielleicht auf den Baum getrieben hat...
Dennoch, als ein eifriger Leser deiner Werke, finde ich keinen Zugang zu dieser Geschichte. Was Mönche in einem Nonnenkloster wollen, kann sich meine Fantasie so gerade noch vorstellen, aber diese Killerbande?
AufklÀrung tut Not, und ich bitte darum.
LG Nic

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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hallo Niclas,

in diesem Fall hast du natĂŒrlich ein Recht auf AufklĂ€rung,
ich fĂŒrchte nur, ich kann es dir auch nicht sagen und denke, dass ich den sogenannten "Roten Faden" bei der Geschichte verloren habe. Ich werde sie mal auf Eis legen oder abhaken und in den Papierkorb befördern.

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