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Leselupe.de > Kurzgeschichten
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Eingestellt am 07. 04. 2002 12:35


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Nat√ľrlich war es nicht seine Sache, was ging es ihn an, aber Tatsache war nun mal, dass diese Springer-Bestiefelten die Stadt bev√∂lkerten, ausgerechnet an diesem Wochenende. Er h√§tte ja auch seinen Kiosk schlie√üen k√∂nnen, doch er erhoffte sich ein Gesch√§ft. Zeitungen wurden immer gekauft.

Mario f√ľrchtete sich nicht vor diesen Typen, obwohl viele Leute heute die Stadt mieden, denn es war eine offizielle Demonstration der Neonazis in Leipzig angek√ľndigt worden.

Schon von weitem vernahmen die Ohren ihre lauten Schritte auf dem Pflaster und Mario h√∂rte, dass sich einige Menschen dem Kiosk n√§herten. Diesmal waren es Polizisten. Sie fragten anst√§ndig und lasen, was sie kauften. Zeit f√ľr ein Schw√§tzchen schien der ein- oder andere auch zu haben.

Nun vernahm Mario wieder dieses Klack klack auf dem Pflaster. Die Gr√ľn-Uniformierten begaben sich zur√ľck an ihre Arbeit. Sie waren mit dem Abriegeln der Innenstadt besch√§ftigt.
Diesmal waren es Neonazis, jetzt sollte er sie kennenlernen. Einer von ihnen verlangte 3 Bildzeitungen. Mario r√ľckte sie heraus und sah ihnen zu, wie sie die Zeitungen √∂ffneten, um sie eine Minute sp√§ter zur√ľck in seinen kioskeigenen Papierkorb zu schleudern. ‚ÄěEs steht fast nichts von uns darin! So eine Schande!‚Äú rief einer aus. 3 Coladosen wurden verlangt und bezahlt. Es spritzte, als sie ge√∂ffnet wurden, was auch kein Wunder war, denn vor dem √Ėffnen wurden sie noch kr√§ftig gesch√ľttelt. Die Colafl√ľssigkeit verteilte ihre klebrigen Spuren auf die ausgestellten Zeitungen. Mario lag es auf der Zunge, sich bei ihnen zu beschweren, doch ein Blick in ihre Augen lie√üen ihm diesen Vorsatz schnell wieder vergessen. Sie waren zu dritt und es wimmelte nur so von diesen Typen in der Stadt.

Mario nahm sich vor, bei der n√§chstbesten Gelegenheit seinen Kiosk wieder zu schlie√üen. Sie schienen sich jedoch ausgerechnet an seinem Kiosk verabredet zu haben. Es wurden immer mehr und auch einige aufgekratzte M√§del lungerten inzwischen vor seinen Zeitungen herum. Schon lange behielt er die √úbersicht √ľber seine Ware nicht mehr und als er am Abend endlich den Kiosk verlassen konnte, war er weder in der Lage, seine Einnahmen zu z√§hlen, noch seine Bude fachgerecht zu verschlie√üen. Mario wusste nur noch eins: Raus aus dem Gewimmel!

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Antaris
Routinierter Autor
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Braunes Problem

Hallo anemone,

das ist eine interessante Geschichte. Ich w√ľrde allerdings das 'man' am Anfang des dritten und im vierten Abschnitt ersetzen und konkreter werden, d. h. entweder 'Mario' schreiben, oder genauer schildern, wer sie kommen h√∂rt.

Mit freurigen Gr√ľ√üen

Antaris
__________________
Esel sei der Mensch, störrisch und klug

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Katjuscha
Häufig gelesener Autor
Registriert: Mar 2002

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Angst vor braun

Hallo Anemone,

ich kann diese Angst und Hilflosigkeit verstehen, die Mario empfindet - vor allem, wenn ein ganzer Haufen von Neonazis um seinen Kiosk herum lungert. Allerdings verstehe ich den Sinn deiner Geschichte nicht ganz. Diese Angst kennen viele, aber sie ist nicht neu. Welche L√∂sungsm√∂glichkeiten gibt es? Flucht ins innere Exil? Ich wei√ü nicht, ob solche Geschichten helfen, mit diesen Menschen ins Gespr√§ch zu kommen oder meinst du, das bringt auch nichts mehr? Und ich glaube nicht, dass dieses Problem des L√ľmmelns und sich daneben Benehmens ein typisches Problem bei Neonazis ist. Es gibt auch genug andere Jugendliche, die sich so verhalten - leider!
__________________
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist wirklich ein Mensch. (Erich Kästner)

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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danke Antaris und Kajuscha,

Sehr spät finde ich jetzt erst eure Beiträge.
Antaris, ich habe versucht es zu ändern, ob es sich so besser liest, weiß ich nicht.

Zu Kajuscha
Ja es ist das Verhalten der Jugendlichen, die sich in der Gruppe stark f√ľhlen. Ich wollte mit dem Beitrag anschaulich darstellen, welche Ohnmacht ein Einzelner gegen√ľber solchen
Gruppen empfindet. Ob es die L√∂sung w√§re, sich in solch einem Fall auf Diskussionen einzulassen? Ich w√ľrde es nicht wagen. Aber ich wollte keine L√∂sung geben, sondern nur zum Nachdenken anregen.

liebe Gr√ľ√üe
anemone

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