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Leselupe.de > Kindergeschichten
Den Mond zum Freund
Eingestellt am 09. 05. 2004 20:20


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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Den Mond zum Freund

Vor langer, langer Zeit, als es noch Einhörner und Elfen und echte Zauberlehrer gab, war der Himmel nach dem Tage immer ganz schwarz.
Denn niemand außer dem Sandmann wohnte dort ĂŒber den Wolken.
In einem kleinen Haus am Himmelszelt lebte er und malte die bunten TrĂ€ume, die er den Menschen im Schlafe bringt. Seine Arbeit bereitete ihm große Freude, doch jedes Mal, wenn er in der Nacht nach Hause kam, fĂŒhlte er sich einsam und allein.
Mit der Zeit wurde er dadurch traurig und trÀge, und seine TrÀume verloren an fröhlicher Farbe.
„Ach hĂ€tte ich doch einen Freund!“, seufzte er fast jede Nacht.
Als die Menschen auf der Erde von seinem Kummer erfuhren, besorgten sie ihm einen Freund. Einen prĂ€chtigen, prallen Mond hingen sie ĂŒber sein Himmelshaus.
Als der Sandmann sah, dass er nicht mehr alleine war, sprang er vor Freude hoch in die Luft.
Von diesem Tag an wurden die TrÀume, die er verteilte, wieder bunter und er kehrte von seiner Arbeit mit einem LÀcheln heim.
Denn endlich hatte er einen Freund.
Mit dem Mond lachte er und spielte und sprach, so dass er sich bald nicht mehr vorstellen konnte, wie das Leben ohne ihn wÀr.
„Ich bin so glĂŒcklich, dass ich Dich hab!“, sagte er immer und immer wieder. Und auch der Mond war glĂŒcklich, Sandmanns Freund zu sein.
Dennoch fehlte dem Mond etwas.
SehnsĂŒchtig blickte er immer wieder in die Ferne, denn er wĂ€re gerne mal verreist. Er wollte noch so viel von der Welt bestaunen, aber er hielt sich wegen seines Freundes zurĂŒck.
Den lieben Sandmann konnte er doch nicht einfach verlassen.
So schwieg er, aber sein Fernweh wuchs. Und mit der Zeit ging es ihm deshalb schlechter und schlechter. Er mochte nichts mehr essen und verlor daraufhin an Gewicht.
„Was ist mit Dir los, mein guter Freund?“, fragte ihn der Sandmann, der die VerĂ€nderung sah.
„Ach, es ist nur ein bisschen Fernweh, aber es geht bald vorbei!“, antwortete der Mond.
Der Sandmann beobachtete seinen Freund jedoch weiter. Und als er sah, dass dieser bald nur noch eine Sichel war, fÀllte er seine schwierigste Entscheidung.
Er liebte den Mond wirklich sehr, und deshalb musste er sich von ihm trennen. Um seinen Freund nicht zu verlieren, musste er ihn ziehen lassen.
„Flieg hinaus, mein Freund, und erkunde die Welt!“, sagte er.
„Aber ich kann Dich doch nicht einfach verlassen!“, erwiderte der Mond.
„Du musst sogar, denn das ist Dein Weg!“, erklĂ€rte ihm der Sandmann und schickte ihn auf die Reise.
Der Mond freute sich, aber seinen Freund zurĂŒck zu lassen, schmerzte ihn auch sehr.
Zum Zeichen seiner Freundschaft bereitete er ihm deshalb ein besonderes Abschiedsgeschenk. Er nahm eine handvoll Mondglitzersteine, hing sie an das Himmelszelt und kĂŒsste sie dann sanft. Vor lauter Liebe fingen die Steine an zu glĂŒhen und erhellten den Himmel und die dunkele Nacht.
„Diese strahlenden Sterne werden fĂŒr Dich da sein, damit Du nie mehr einsam bist!“, sagte der Mond und machte sich auf den Weg.
Der Sandmann winkte seinem Freund hinterher und vermisste ihn schon bald. Aber die Sterne zeigten ihm, dass der Mond immer an ihn dachte, und so fĂŒhlte er sich nie mehr allein.

Seit dieser Nacht reist der Mond immer wieder um die schlafende Erde. Er bestaunt die Meere und Berge und Seen.
Und immer wieder schaut er mal beim Sandmann vorbei, und dann lachen sie und reden ĂŒber die Welt und die Erde.
Sie vermissen sich oft, aber traurig ist keiner. Denn sie sind wahre Freunde und die sind sich, trotz Entfernung, im Herzen immer ganz nah.

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essigtinte
AutorenanwÀrter
Registriert: May 2004

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Hallo Flitzi,

am Ende des ersten Drittels wollte ich den Text schon fast weglegen, weil mir das alles so öde und berechenbar vorkam. Aber dann kam dieses Thema des Auseinandergehens. Und da empfinde ich das Motiv mit dem Mond als das ideale Bild fĂŒr das Thema des Loslassens und Wiederfindens. Vielleicht kannst Du versuchen, anhand des Mondzyklus den Wechsel von Verlassen und ZurĂŒckkehren sogar noch etwas deutlicher herauszustellen. Der Mond „verschwindet“ allmĂ€hlich, bis er nicht mehr zu sehen ist, aber er kehrt immer wieder zurĂŒck zum Sandmann! Irgendwie fand ich das noch nicht deutlich genug.
(Vielleicht ging es dir aber auch vor allem um den Aspekt des Loslassens und das ZurĂŒckkehren sollte an dieser Stelle gar nicht behandelt werden. Es gibt schließlich genug Lebenssituationen, in denen man einfach nur Loslassen muss.)

Insgesamt aus meiner Sicht eine nette Geschichte.


Gruß

Essigtinte

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