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Leselupe.de > Ungereimtes
Den Raben immerhin
Eingestellt am 02. 02. 2009 21:02


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Vera-Lena
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Den Raben immerhin

Das Einheitskleid hat sich
lautlos ausgebreitet
Kristallsterne blitzen auf
mit funkelnden Augen
betrachtet dich der Schnee
sucht Verwandtes in dir
eisiges Wei├č
wei├čes eisiges Wissen
Erstarren
wenn das rote Blut
zu Wasser wird
das Herz in der Brust
Leben vort├Ąuscht
die schockgefrorene Seele
zur Dachrinne emporfliegt
und den Raben gibt
ein schwarzes Schauspiel
in der Mittagssonne




__________________
Der Mensch ist sich selbst das gr├Â├čte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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ENachtigall
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Oh, Vera Lena, wie sehr hier die Farben tragen: wei├č, rot, schwarz. Da haben wir die umgekehrte Reihenfolge der Schneewittchen Beschreibung. Auch hier erscheint der lebendigste Moment am Ende in der so einzigartig beschriebenen Rabenhaftigkeit dieser so trotzigen Seele, die das kaltwei├če Szenario einfach als Kulisse nutzt.

quote:
wenn das rote Blut
zu Wasser wird
das Herz in der Brust
Leben vort├Ąuscht
die schockgefrorene Seele
zur Dachrinne emporfliegt
und den Raben gibt
ein schwarzes Schauspiel
in der Mittagssonne

Gl├╝ckwunsch zu diesem m├Ąrchenhaften Gedicht!

Lieben Gru├č, Elke




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Vera-Lena
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Liebe Elke,

ja, so war es gemeint. Wenn die schmerzerf├╝llte Seele es schafft, sich auch nur einen Weniges ├╝ber das Leid zu erheben, dann findet das lebendige Leben eine M├Âglichkeit, wieder zur├╝ck zu kehren.

├ťber Deinen Kommentar freue ich mich sehr. Ich hatte nicht gedacht, dass man diesen Text mit so wenigen Worten bis in seinen Kern aufdr├Âseln kann.

Danke f├╝r Deinen Kommentar und Deinen liebenswerten Gl├╝ckwunsch!

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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ENachtigall
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quote:
mit funkelnden Augen
betrachtet dich der Schnee

Liebe Vera-Lena,

ich muss noch einmal auf dein wunderbares Gedicht zur├╝ckkommen, weil mir dieser "Kunstgriff der projezierten Perspektive" nicht aus dem Kopf geht.
Da ├Âffnet sich die Macht der K├Ąlte den Weg durchs Auge des Betrachters (und Lesers); h├Ąlt den Blick gefangen und erobert sich den l├Ąngst schon Frost infizierten K├Ârper. Das ist metaphysisch!
quote:
Das Einheitskleid hat sich
lautlos ausgebreitet
Dir ist gelungen, Szene, Handlung und Figuren derart mit einander zu verschmelzen, dass das Thema Schnee in allen Facetten aufleuchtet; ganz gem├Ą├č seiner kristallinen Struktur. Das erzeugt neben der ohnehin starken sprachlichen Verdichtung eine ebenso kompakte inhaltliche.
Ich glaube, das ist - von au├čen betrachtet - das Au├čergew├Âhnliche an deinem Gedicht. Das, was es schweben l├Ą├čt. Getragen von der Einfachheit eines Grundger├╝stes aus Farben, derer zwei eigentlich keine sind, bleibt am happy Ende: Rot - die Farbe der herzlichen Lebendigkeit Gewinnerin.
Auch wenn wir vom hinrei├čenden Bild der schwarzen Rabenseele selbst noch zu gefangen sind, das zu begreifen.

Aber wie immer dem auch sei, das Gedicht ist zeitlos sch├Ân und eines der Highlights der Leselupenlyrik.

Liebe Gr├╝├če nochmal,

Elke






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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Liebe Elke,

danke, dass Du diesen Text noch einmal literarisch beleuchtet hast! Ja, er reicht ins Metaphysische. Und die Farbe rot bedeutet Leben und Liebe. Hier droht beides zu erstarren.
Der Schnee erkennt das im Lyri, denn eigentlich kann man am anderen (Menschen) immer nur das erkennen, was man selbst schon entwickelt hat.
Die Seele "gibt den Raben" bedeutet, dass das Lyri sich entschlie├čt, sein Leid hinauszuschreien und ab da, kann sich das Lyri wieder der Schw├Ąrze und der Erstarrung entwinden. Ja, das rot wird siegen, Leben und Liebe sind ewige Wesenheiten.

Herzliche Gr├╝├če
Vera-Lena


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Vera-Lena
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Lieber Herbert,

so tief solltest Du aber nicht in den Text hineingehen, dass er sich auf Dein Befinden ├╝bertr├Ągt.

Danke dass Du mir Deine Erfahrung mit diesen Zeilen mitteilst.

Liebe Gr├╝├če
Vera-Lena


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