Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92228
Momentan online:
396 Gäste und 17 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Den Schleier zerreißen...
Eingestellt am 16. 12. 2005 13:36


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10341
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Vera-Lena eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Den Schleier zerreißen...


Verborgen bist Du
Gott.

In alle Bäume hast Du
Dich eingeritzt.
Jedes Sandkorn
trägt Deinen Namen.

Aber nur wenigen
hast Du die Augen
geöffnet,
dass sie Dich schauen.

Lass Deine Engel
Federn auf die Erde regnen,
damit wir sie einsammeln
und Dich wahrnehmen.

Lass Deine Stille
sprechen in uns,
damit wir Dich wahrnehmen.

Lass uns den Weltenschutt
beiseite tun,
damit wir Dich wahrnehmen.

Denn wir sind Deine Geliebten,
Dein Lieblingswerk
hast Du uns genannt.


Du bist wir

und wir sind Du,
wenn wir unser Menschsein
auf die Spitze treiben.














__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


NewDawnK
???
Registriert: Sep 2005

Werke: 156
Kommentare: 2423
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um NewDawnK eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Vera-Lena,

Dein Text macht mich nachdenklich.
So viel Gottvertrauen in der heutigen Zeit ist bewundernswert und ganz sicher die Ausnahme.

"Du bist wir
und wir sind Du,
wenn wir unser Menschsein
auf die Spitze treiben."

Auf die Spitze getriebenes Menschsein findet auch in Kriegen oder bei Terroranschlägen statt - konsequenterweise können zumindest die Rädelsführer Deinem Verständnis nach keine Menschen sein - oder?

Gruß, NDK

Bearbeiten/Löschen    


Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10341
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Vera-Lena eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo NDK,

danke für Deine Antwort!

zuerst hatte ich, um Missverständnisse von vorne herein zu vermeiden noch eine Strophe drin und da hieß es:"Wenn wir unser Teirsein auf die Spitze treiben". Aber das passte dann doch nicht so richtig in den in den Kontext.

So, wie der Text da steht, meine ich mit Menschsein das, was wir normalerweise Menschlichkeit nennen. Also die positive liebevolle Hinwendung zum Menschen.

Nun hat der Mensch zwei Naturen: Eine, die sich mehr zum Göttlichen hin orientiert und ihn antreibt, sich selbst zu übertreffen, ihn anspornt zB nach Pakistan zu gehen und den Menschen dort Kleidung und Nahrung im Rahmen einer Organisation zu bringen. Allerlei Mühsal nimmt er dann auf sich, weil er einfach nicht anders kann. Wer immer zu solchen Fahrten aufbricht, tut das, weil er sich dazu getrieben fühlt ohne das er das erklären könnte.

Die andere Natur drängt den Menschen ständig, seine Begierden und Gelüste zufrieden zu stellen. Dabei gibt er sich dann auch nicht Rechenschaft ab, was er da eigentlich tut. Zorn und Eifersucht gewinnen beispielsweise einen breiten Raum in ihm. Je mehr er dem nachgibt, umso mehr innere Lichter, die er eigentlich besitzt, verlöschen. Schließlich steht seine Tür sogar weit offen für fanatisches Gedankengut. Was dann noch alles passieren muss, bevor er einen Selbstmordanschlag unternimmt, damit kenne ich mich nicht so aus. Ich denke aber, da gibt es dann noch eine Menge Barrieren, die er eigentlich nicht überspringen müsste.

Bei den kleinsten Dingen, die wir tun, kann entweder die eine oder die andere Natur den Vortritt erhalten. Meistens merken wir das selbst gar nicht, weil ja unsere Unrternehmen nicht allzu spektakulär sind.

Ich denke, Deine Frage habe ich damit beantwortet. Ob der Mensch sein Menschsein in die eine oder die andere Richtung auf die Spitze treibt, ein Mensch bleibt er immer, und nachdem, was ich selbst erlebt habe und erkennen durfte, bleibt er auch immer der Geliebte Gottes. Allerdings sein Weg, sich selbst auch wieder von Gott geliebt fühlen zu können, wird immer länger, je mehr er sich selbst in die Richtung seiner eher dunklen Natur fortbewegt hat.

Außerdem gibt es natürlich auch den schlichten Zweifel an der Existenz von etwas Göttlichem überhaupt. Hier spielen wieder ganz andere Dinge eine Rolle, die eher mit den Zeitläuften etwas zu tun haben. Im einem betont wissenschaftlichen Zeitalter, in dem der Mensch so gerne alles bewiesen haben möchte, erscheint ihm das Göttliche derart fremd, dass es für ihn am einleuchtendsten ist, die Existenz eines höheren, gar allmächtigen Wesens einfach zu negieren.

Dann gibt es noch Menschen (meine Eltern zählten dazu), die gerade durch die Glaubensinstitutionen die schlimmsten Dinge in ihrem Leben erfahren haben. Sich dann selbst doch noch einmal ein Gottesbild aufzubauen, dazu gehört schon eine fast übermächtige Sehnsucht nach einer göttlichen Macht, einer göttlichen Liebe und ein sehr klares Denkvermögen. Das schafft wirklich nicht jeder. Aber die Sehnsucht vieler Menschen nach einem Gottersbild ist sehr, sehr groß.

Liebe Grüße von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Bearbeiten/Löschen    


Kejacothie
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2005

Werke: 4
Kommentare: 16
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Kejacothie eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Vera-Lena

dein Gedicht bedarf keiner Textarbeit, denn dieser Text ist so persönlich, dass er bleiben sollte, wie es ist.

In Deinem Text habe ich viel Philosophisches gefunden. Das Göttliche ist in uns, sagt schon Erasmus von Rotterdam. So verstehe ich das Bild des göttlichen Wir.

Dein Schluß trifft den Zeitgeist, je mehr der Mensch sein will wie Gott umso mehr entfernt er sich von ihm und wird einsam. Allmächtig sein bedeutet Einsamkeit. Wer allmächtig ist, steht an der Spitze. Mitmenschlichkeit gibt es dort nicht und Begegnungen mit Gott auch nicht. Wer sein möchte wie Gott, verliert er seinen Bezug zu ihm. Wer sich bewusst macht, dass das Leben endlich ist, muss sich entscheiden, ob er zu Gott oder ins Nichts gehen will. Meint Dein Gedicht das oder lese ich zu viel hinein?

Kejacothie
__________________
Ich sattle um, werde Gärtnerin und begieße den großen Garten meiner Profil-Neu-Rosen

Bearbeiten/Löschen    


Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

Werke: 671
Kommentare: 10341
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Vera-Lena eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Kejacothie,

wenn die letzte Strophe solche Assoziationen bei Dir erweckt, dann ist dagegen nichts einzuwenden. Auf jeden Fall lässt der Text auch diese Deutung zu.
So gesehen rückt aber dann ein Menschenbild in den Vordergrund, das den Menschen als von Gott gänzlich abgelöst sieht.

Ich zielte mit der letzten Strophe auf ein Menschenbild, das den Menschen immer in Gott eingebettet sieht. "Wir sind Du" damit will ich einer Wahrheit Ausdruck geben, nämlich dass das Göttliche als ein Funken in jedem Menschen wohnt. Er kann diesen Funken zu immer stärkerem Leben anfachen, er kann ihn aber auch ganz unbeachtet sein lassen. Nur eines kann er nicht, diesen Funken auslöschen, denn Gott selbst hält schützend seine Hand darüber, weil er dem Menschen die Heimkehr zum Göttlichen immer offen halten will.

Also, so habe ich das gemeint, aber, wie schon gesagt, Deine Deutung beinhaltet auch eine Wahrheit, eine Wahrheit über das menschliche Verhalten.

Danke für Deine Antwort!
Liebe Grüße von Vera-Lena
__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Bearbeiten/Löschen    


rosste
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2004

Werke: 85
Kommentare: 606
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um rosste eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Liebe Vera-Lena,
dein gedicht ist ein gebet.
gott ist in uns verborgen und auch in der lebenden und nicht-lebenden natur ist er da, wenn man sich die mühe macht und genauer hinsieht.
dass wir ihn nicht sehen, hängt von uns ab.

"Lass Deine Engel
Federn auf die Erde regnen" - genau das macht er nicht. er nimmt schneeflocken und hofft, dass wir uns damit zufrieden geben.
das machen wir nun wieder nicht. wir wollen beweise. wir können nicht genug kriegen.
"Weltenschutt" - auch darin ist er, er hat "voll kontrolle", mit dem schutt muss es ja auch mal weitergehen...


finde auch gut, was Kejacothie schreibt: "Allmächtig sein bedeutet Einsamkeit... Wer allmächtig ist, steht an der Spitze. Wer sein möchte wie Gott, verliert seinen Bezug zu ihm. Wer sich bewusst macht, dass das Leben endlich ist, muss sich entscheiden, ob er zu Gott oder ins Nichts gehen will."

frohe weihnachten

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!