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Leselupe.de > Gereimtes
Denk an die Deutschen ich zuzeiten...
Eingestellt am 23. 01. 2003 09:16


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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

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Denk an die Deutschen ich zuzeiten,
so peinigt manch ererbt' Gebrest'.
Doch trotz ich gegen alte Leiden:
Credo, quia absurdum est.

Ich glaube an Th├╝ringer Kl├Â├če,
doch auch an Knoblauch, frisch gepre├čt.
Und da├č die Vielfalt Deutschlands Gr├Â├če:
Credo, quia absurdum est.

Ich glaube an die Eichen, Linden,
ich glaube auch an Ost und West
und da├č sie doch zusammenfinden:
Credo, quia absurdum est.

Ich glaube an den Weihnachtsfrieden
und Gl├╝ck zu jedem Menschenfest:
Auch Moslems, Juden sei's beschieden:
Credo, quia absurdum est.

Ich glaube sehr den deutschen Dichtern,
dem Denken, da├č nicht ├╝berl├Ą├čt
das Land den Henkern, M├Ârdern, Richtern:
Credo, quia absurdum est.

Ich glaube gern den hehren Worten,
den Schw├╝ren, da├č ihr nie verge├čt
der j├╝ng'ren Zeiten gro├čes Morden:
Credo, quia absurdum est.

Ich hoffe, ich w├╝nsche, ich glaube,
da├č die Kriegsl├╝gen ihr nicht fre├čt,
da├č keiner den n├Ąchsten erlaube:
Credo, quia absurdum est.

(Anmerk.: Text sehr frei nach Heines "Denk ich an Deutschland in der Nacht" und Tertullians "Credo, quia...")

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Waldemar Hammel
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Hm, ein "Manifest" f├╝r Deutschland!
Mal etwas ganz Neues! Sehr gut als Idee!!! (obwohl ich das genaue Gegenteil eines Nationalisten bin, und mich frage, ob dieser Text nicht 100 Jahre zu sp├Ąt kommt).

Als Nachdichtung recht gut angepasst ist's auch. Kulturell vielleicht(?) der andeutungsweise Versuch der Verbindung des einstigen r├Âm.Kulturreiches mit unsrem heutigen Land (so wie im Text imaginiert):
Republica PISA Alemana <-> Imperium Romanum

Einige dieser Denkans├Ątze w├Ąren an sich tauglich, aber sind hier ungen├╝gend ausgef├╝hrt.
Dann das Problem "Realit├Ąt contra Imagination": Unsere Eichen und Buchen sind zu 70% umweltgesch├Ądigt (wie selbst ein Laienblick in W├Ąlder beweist), Moslems, Juden, usw. sind auch heute in BRD ein bangem├Ąnnerisches Problem.

"der j├╝ng'ren Zeiten gro├čes Morden": So pathetisch die Formulierung daherkommt. Das "gro├če Morden" war -abgesehen von allen ├äu├čerlichkeiten- der Zusammenbruch unserer eigenen Kultur (+ 50 Millionen Tote), ausgerechnet von den Leuten verursacht, die vorgaben die Deutschesten aller Deutschen zu sein! Dieser "cultural decline" wirkt bis heute nach, solche historischen Entwicklungen sind irereversibel!

Der Text redet leider ├╝ber ein Land, welches es nicht gibt!
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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

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Ein Land, das es nicht gibt...

Hallo Waldemar,

ich bin erstaunt und erfreut, da├č sich jemand so intensiv Gedanken ├╝ber den Text macht. Ich mu├č Dir recht geben: Das Land, in dem es eine akzeptierte kulturelle Vielfalt gibt, in dem die Eichen und Linden eine Zukunft vor sich haben, in dem Ost und West zusammenwachsen, in dem neben dem weihnachtlichen Scheinfrieden der vorgeblichen Christen auch andere Feste toleriert bzw. - noch besser - als gleichwertig gesehen werden, in dem man nicht nur Lippenbekenntnisse liefert, aus der Vergangenheit gelernt zu haben, in dem man die neuen Kriegsl├╝gen nicht nur nicht mehr fri├čt, sondern entschieden zur├╝ckweist - dieses Land ist das deutsche zuallerletzt...

Tertullian war ein lateinischer Kirchenschriftsteller des zweiten und dritten Jahrhunderts. Er hat mit diesem Satz, mit dem er den Wahnsinn des Christentums, diesen Glauben wider alle Vernunft und Ratio, idelogisch verteidigte, einerseits ein Exempel statuiert f├╝r bornierte, d├╝nkelhafte, arrogante Mi├čachtung der Realit├Ąt im Interesse der Rechtfertigung des eigenen Denkgeb├Ąudes. Aber er hat andererseits auch - und das will ich ihm trotz meiner tiefen Abneigung zugute halten - das "Prinzip Hoffnung trotz alledem" in diesen Satz gepre├čt. Und Hoffnung ist allemal, selbst bei der offenkundigsten, trostlosesten, faktenreichsten, ├╝berzeugendsten, finstersten Realit├Ąt die bessere Wahl als Einsicht und Kapitulation...

VG Pen.

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