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Leselupe.de > Erzählungen
Der ‘Kohlenbuddha‘ (gelöscht)
Eingestellt am 04. 10. 2016 02:36


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Hagen
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Blumenberg
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Hallo Hagen,

so viele Geschichten, da kommt man ja kaum mit dem Lesen hinterher :-)
Du lieferst hier eine eine nette Geschichte, die den Alltag im Nachkriegsdeutschland mit ein wenig fernöstlicher Mystik mischt. Dabei zeichest du den Nachkriegsalltag und seine Probleme - Heizmittel- und Nahrungsmittelknappheit sehr anschaulich. Auch die Pointe gefällt mir, es darf ja auch mal ein gutes Ende nehmen.
Da dies ein Literaturform ist habe ich neben Lob auch noch ein paar Anmerkungen zu deiner Geschichte, die mir, aus meiner subjektiven Leserperspektive heraus, aufgefallen sind.
Erstens finde ich das die häufigen Wiederholungen innerhalb des Textes ein wenig den Lesefluss hemmen.

quote:
Seine Mutter war gespannt, fragte: „Was ist denn Baijiu?“, und begann ihrem Sohn ein Brot mit Affenfett zu bereiten.
„Baijiu, ist ein wertvoller, Chinesischer Schnaps“, sagte Kurt und sah zu, wie seine Mutter Bauchspeck, Zwiebeln, Milch, Mehl, Majoran aus ihrem Gärtchen, ein Ei, Salz und Pfeffer bei leichtem Feuer glasig briet, obwohl Brennmaterial knapp war.
„Ich mache dir erst mal ein Brot mit Affenfett“, sagte die Witwe Dengelmann, „sonst kann ich dir leider nichts bieten. Den Baijiu wollen wir schön zulassen, aber den Sake möchte ich mal probieren.“
Gesagt, getan.
Wie es sich für einen Seemann an Land gehört, erzählte Kurt bei Brot mit Affenfett und Muckefuck sowie Sake, vom Klabautermann, der sich durch Poltergeräusche auf Schiffen bemerkbar macht.

Beispielsweise taucht in diesem kurzen Abschnitt drei Mal das Brot mit Affenfett vor. Im Abschnitt vorher ist es der Majoran aus eigenem Anbau, oder der Überraschung an späterer Stelle. Hier würdeich versuchen die Wiederholungen herauszunehmen.

Daneben ist mir noch eine weitere Stelle aufgefallen. Du schreibst:
quote:
Als dann am nächsten Tag ein Lastwagen vor dem Häuschen der Witwe Dengelmann hielt und zwei starke Männer eine gewaltige Buddhastatue abluden, war die Witwe Dengelmann entsetzt, sozusagen vom Donner gerührt.
Die Überraschung war eine Buddhastatue, lachend, glatzköpfig, mit Brüsten wie von einer vornehmen Dame und mit dickem Bauch, so wie man sich einen Buddha eben vorstellt.

Hier finde ich holpert es ein wenig, da der zweite Satz die Überraschung auflöst, die aber bereits im Satz davor aufgelöst wurde. Das Problem ließe sich lösen, wenn du im ersten Satz die Buddahstatue durch Fracht sersetzt. Also: "...und zwei Männer starke Männer die Fracht abluden,...".

Ein letzter Punkt noch, aber das ist nur herumgesponnen weil ich die wundersame Kohleproduktion so eine nette Idee fand. Ich hätte die gute Frau Dengelmann über die erschienenen Kohleklumpen noch ein wenig länger grübeln lassen, anstatt es sofort durch den heranfahrenden Zug aufzulösen. So käme noch ein wenig sinnieren über die wundersame Kraft des "Bodhisdingsbums" hinzu.

Insgesamt aber gerne gelesen!

Beste Grüße

Blumenberg

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Hagen
Routinierter Autor
Registriert: May 2011

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Hallo Blumenberg!

Danke erst mal, dass Du Dich mit meinem Text beschäftigt hast, und für die gute Benotung.
Das ist ja das Schöne an der LL, das die Texte und Autoren so vielschichtig sind. Ich bin nun schon eine ganze Weile dabei, und Schreiben macht mir als Rentner einfach Spaß. Da sammelt sich natürlich allerhand an.
Und damit sind wir bei dem nächsten Punkt. Ich kann einfach nicht anders; - wenn es einmal läuft, dann füllt sich gar manche Seite und es kommt viel zustande.
Das Ding mit dem Buddha ist meinem Darenwede-Epos entnommen, der wahrscheinlich niemals enden wird.
Manche Leute sagen, ich sei ‘Detailverliebt‘, was mich sehr freut. Viel Recherche ist auch notwendig, aber irgendwie macht es mir Spaß, und mich von mühsam recherchierten Details zu trennen; - also das bringe ich nun auch wieder nicht fertig, und dann kommt sowas zustande wie die Nummer mit dem ‚Affenfett‘.
Ich werde aber sogleich nochmal drüber gehen.
Das Gleiche betrifft auch das Ding mit der ‚Ladung des LKWs‘. Da hast Du mir einen echt wertvollen Tipp gegeben, den ich eilends beherzigen werde!

So, nun habe ich Dich genug vollgelabert und mache mich an die Überarbeitung.
Ich verbleibe mit herzlichen Grüßen.

Wir lesen uns!

Yours Hagen

__________________________________
Du kannst sooft Korrektur lesen wie du willst, es ist immer einmal zu wenig.

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